Regierungshandeln im atomaren Forschungsendlager Asse
Es folgt nachstehend die 4. Fortsetzung des Abschnittes
„Vergleich der Relativitätskatastrophe mit anderen landesüblichen Skandalen“
aus der Dokumentation „Das Gedankenexperiment„ vom Mai 2009 von G. O. Mueller:
Zitat:
4. Vergleich der Relativitäts-Katastrophe mit dem Regierungshandeln in dem atomaren Forschungsendlager Asse
Das ehemalige Kalibergwerk Asse (Landkreis Wolfenbüttel) beherbergt das „Forschungsbergwerk“ Asse II als erstes deutsches Endlager für radioaktiven Abfall. Als Quellen liegen uns drei Berichte vor: TAGESSPIEGEL v. 7.7.08; FAZ v. 29.7.08; WELT v. 1.8.08. Der Fall Asse wird nur bei strikt chronologischer Darstellung verständlich.
1965: Das Bonner Forschungsministerium läßt durch die Gesellschaft f. Strahlen- u Umweltforschung GSF das stillgelegte Bergwerk kaufen. Das Bergwerk unterliegt nur dem Bergrecht, nicht der Atomaufsicht!
1967: Ein Gutachten von Forschern versichert, ein Wasser- oder Laugeneinbruch von außen sei in der Schachtanlage Asse mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ auszuschließen. Forschungszweck von Asse II: Eignung des Salzgesteins für die Endlagerung atomarer Abfälle.
„Binnen weniger Jahre“: Das Versuchsbergwerk wird zum Lager von Atommüll. Inhalt: 125000 Fässer, anfangs gestapelt, dann nur noch abgekippt. Über den Verantwortlichen für diese Entscheidung erfährt man aus unseren Quellen nichts: sie stellen nicht einmal die Frage.
1978, Mai: In Asse werden die Grenzwerte für zulässige Radioaktivität überschritten, laut damaligem Brief des Bergamts Goslar ans Landesbergamt Clausthal-Zellerfeld, bekanntgeworden im Juli 2008. Das Bergamt informiert über atomrechtliche Probleme sein Landesbergamt. Das sind immerhin 30 Jahre Geheimhaltung vor der Öffentlichkeit.
1979: Ein Wasserbauingenieur gutachtet, daß in Asse bald Grundwasser eindringen und die Anlage absaufen werde. Das benachbarte Asse I war damals schon eingebrochen und mit Wasser vollgelaufen. Dagegen befand ein Bergbauexperte, der 30 Jahre lang bis 1995 wissenschaftlicher Leiter von Asse II war, ein Wassereinbruch sei höchst unwahrscheinlich.
„Fortan“: „legte sich ein Mantel des Schweigens über die Vorgänge im Atommüllbergwerk und die Asse geriet zur traurigen Parabel vom Umgang mit dem strahlenden Erbe des Atomzeitalters. „Verdrängen, verschieben, verschweigen“, nach diesem Prinzip hätten die Betreiber die Öffentlichkeit über Jahrzehnte ruhig gestellt, klagt einer der jetzt [2008] mit der Prüfung beauftragten Beamten aus dem Bundesumweltministerium“ (TS, 7.7.08).
Aufsicht weiterhin nur beim Landesamt für Bergbau!
1988: Der 1979 vorausgesagte und gleichzeitig für höchst unwahrscheinlich erklärte Wassereinbruch beginnt 100 Meter oberhalb der Atommüllkammern. Der Zufluß stieg allmählich auf heute 12000 Liter pro Tag; wird gesammelt und abtransportiert. Bis 1995, also 7 Jahre lang, wird nichts anderes unternommen.
1988: Überschreitung der Strahlungsgrenzwerte „um das Fünfzehnfache“ (FAZ).
1993: Überschreitung bestimmter Grenzwerte „um das Fünfzehnfache“ (FAZ).
1995: Die von GFS in Helmholtz-Zentrum umbenannte Betreibergesellschaft läßt mit Güterzügen 2 Millionen Tonnen Abraumsalz heranschaffen und füllt damit die leeren Kammern. Diese Maßnahme erreicht nicht den Zweck der Absicherung des Schachts.
2002: Die GFS-Wissenschaftler vollziehen eine radikale Wende und erklären, das Absaufen des Bergwerks sei unvermeidlich. Höchstens bis 2014 könne es noch betrieben werden. Als Gegenmaßnahme schlagen sie die vorbeugende Flutung der Schachtanlage mit einer speziellen Salzlösung vor. Die Forscher wollen nachweisen, daß selbst in 20000 Jahren nur unschädliche Mengen an die Oberfläche dringen werden.
Asse unterliegt nur dem Bergrecht! Atomaufsicht des Bundes und Bürger haben keine Mitsprache; Bundesamt für Strahlenschutz durfte nicht Stellung nehmen!
2004 ca.: In 750 Meter Tiefe wird ein Tümpel von Caesiumhaltiger Lauge entdeckt und dem Bergamt gemeldet, jedoch nicht der Öffentlichkeit.
2006: Der Durchbruch für den Skandal in die Öffentlichkeit: der drohende Einsturz von Asse wird Thema im Kommunalwahlkampf. Der zuständige Landrat: „Die Bürger sind sauer, dass sie von ihrem Staat 40 Jahre lang hinters Licht geführt worden sind“ (TS, 7.7.08). Bemerkenswert: von „Betrug“ ist nie die Rede.
2007 ca.: Eine Anwohnerin klagt auf Anwendung des Atomrechts, um die öffentliche Erörterung der Flutungspläne zu erzwingen. Daraufhin haben zuständige Landes- und Bundesminister ein „offenes Verfahren“ (TS) nach atomrechtlichen Gesichtspunkten begonnen.
2008, Ende April: Der Asse-Betriebsleiter schreibt an die Kreisverwaltung, die gemessene Strahlung liege „im Bereich der Umweltradioaktivität“ (TS, 7.7.08).
2008, Juli: Im Salz sind breite Risse sichtbar. Die Standfestigkeit der Grube gilt nur noch bis 2014 als sicher (FAZ, 29.7.08). Die FAZ weiß noch von einer tröstlichen Maßnahme zu berichten: „Zudem wurden Strömungsbarrieren gebaut, die die Lauge um den Atommüll herum leiten sollen“. Ein SPD-Politiker spricht von einem „Kartell des Vertuschens und Verharmlosens“.
2008, Juli: „Die Forscher wissen bis heute nicht, ob die Caesium-Lauge schon aus einem Wassereinbruch in die Abfallkammern stammt oder aus alten Verunreinigungen bei der Einlagerung. Und es blieb geheim, dass sie bis Anfang des Jahres 80000 Liter der strahlenden Lauge absaugten und kurzerhand in einen 200 Meter tiefer liegenden „Laugensumpf“ pumpten. Für einen solchen „Umgang mit radioaktiven Stoffen“ sei eine strahlenschutzrechtliche Genehmigung nötig … Und nur weil die Fachleute des Bundesumweltministeriums hartnäckig nachfragten, gaben die Verantwortlichen am 13. Juni das Geheimnis preis“ (TS, 7.7.08).
Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz wird zitiert: „Wenn wir unsere Glaubwürdigkeit nicht zurückgewinnen, werden wir das Problem niemals auf demokratischem Weg lösen“ (TS, 7.7.08). Wir kommen darauf zurück.
2008, 20. Aug.: Das Bundesumweltministerium verkündet neue Positionen: Rückholbarkeit des endgelagerten Mülls; dafür neue Müllbehälter, die mindestens 500 Jahre lang stabil und korrosionsbeständig sind. (FAZ, 20.8.08)
2008, 3. Sept.: „Der nun vorgestellte Statusbericht beweist, was Kritiker schon lange wußten: Dieses Endlager war nie sicher.“ (TS, 3.9.08)
2009, 17. Jan.: „Die Decke einer Kammer im Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel hat Risse und droht einzustürzen.“ (FAZ, 17.1.09)
Der Vergleich.
(1) Es geht um Forschung („Forschungsbergwerk“), das Verhalten von Forschern und ihren Umgang mit der Öffentlichkeit. Völlige Übereinstimmung mit der theoretischen Physik; Asse übertrumpft den Doppel-Betrug der Physiker durch einen mehrfach gestapelten Betrug:
(a) Atommüllpraxis ohne Atomrecht;
(b) Lagerung statt Forschung;
(c) Lügerei über die wirklichen Vorgänge;
(d) sogar ein „Kartell“ des Vertuschens.
(2) Das Kartell des Vertuschens ist nichts anderes als das Schweige- und Zensur-Kartell der Relativisten.
(3) 30 oder 40 Jahre Geheimhaltung sind zwar wenig gemessen an den 85 Jahren der Relativisten – aber immerhin ein respektabler Anfang.
(4) Die angebliche Erkenntnis der Forscher über die Sicherheit war 1967 vielleicht wirklich eine Erkenntnis. Die angeblichen „Erkenntnisse“ der Relativitätstheorie sind Lügen von Anfang an, weshalb schließlich ab 1922 die öffentliche Kritik an den Groß-Koryphäen und die Information der Öffentlichkeit verboten werden mußten.
(5) Völlige Übereinstimmung im Fehlen jeglicher Kontrolle durch die Behörden – hier: bis zur Kommunalwahl! Das Handeln der Regierungsbehörden richtet sich naturgemäß grundsätzlich gegen die Bürger, wenn zu befürchten ist, daß die Bürger die Ruhe der Behörden stören könnten und der Unwille oder die Unfähigkeit der Behörden an den Tag kommen könnte. Anstatt die Rechtsbrüche aufzudecken und zu verfolgen, lieben es die Regierungsbehörden geradezu, bis zum letzten Termin die Kumpane der Rechtsbrecher zu bleiben.
(6) Stellungnahmen von Kritikern mit ihren unerwünschten Gutachten werden einfach durch die gegenteiligen erwünschten Gutachten der Direktoren ausgeschaltet, wie gehabt. Die wissenschaftliche Richtigkeit wird nach Machtposition entschieden, hier wie dort.
(7) Die Asse-Forscher scheinen nur vergessen zu haben, die Presse gleichzuschalten. Allerdings berichten die drei Quellen nichts über den Kenntnisstand der Bevölkerung und das Verhalten der Medien in den 40 Jahren. Die Angabe, den Durchbruch habe die Kommunalwahl gebracht, ist zu unscharf. Hier besteht Forschungsbedarf.
(8) Diese Parallele wird noch ergreifender. In Asse versuchen die Behörden nun immerhin, die Lauge um den Atommüll herumzuleiten. Gibt es ein schöneres Bild für die Lage? In der theoretischen Physik wird seit 1922 die Kritik um den Theoriemüll herumgeleitet.
(9) Bilanz: Die strukturellen Parallelen sind zahlreich und offensichtlich. Die zeitlichen und menschlichen Dimensionen der Relativitätskatastrophe werden in Asse jedoch noch nicht erreicht, glücklicherweise.
(Zitatende)
Beste Grüße Ekkehard Friebe
- 28. Juni 2009
- Projekt G.O. Mueller
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