G. O. Mueller und die Spezielle Relativitätstheorie: Über das GOM-Projekt Relativitätstheorie

 

Von Dr. Manfred Pohl 2011

Beitrag aus dem GOM-Projekt: 2394 weitere kritische Veröffentlichungen
zur Ergänzung der Dokumentation Textversion 1.2 – 2004, Kapitel 4. 

G. O. Mueller und die Spezielle Relativitätstheorie: Über das GOM-Projekt Relativitätstheorie / Manfred Pohl. – [Deutschland]: WWW 2011. 10 S.
URL: http://home.arcor.de/unipohl/Wissenschaft/GOMProjekt.htm

Unter dem Titel „Über die absolute Größe der Speziellen Relativitätstheorie“ veröffentlicht eine Gruppe unter dem Namen „G. O. Mueller“ oder „GOM-Projekt Relativitätstheorie“ (im weiteren verkürzt GOM genannt) auf 1447 Seiten eine Ausarbeitung, die der Bemühung gewidmet ist, die Spezielle Relativitätstheorie mit Hilfe verschiedener kritischer Veröffentlichungen zu widerlegen. Die Relativitätstheorie – sowohl die Spezielle als auch die Allgemeine – ist eine der tragenden Säulen der modernen Physik.

GOM gibt in der Einführung einer Internetpräsentation  eine Selbstdarstellung bekannt, in der das Ziel verkündet wird „…eine vollständige internationale Dokumentation aller jemals – in allen Ländern und allen Sprachen – erschienenen Veröffentlichungen mit Kritik zur Speziellen Relativitätstheorie zu erstellen…“ GOM erklärt zu seiner Arbeitsweise: „Um sich gegen jegliche Einflußnahmen abzuschotten, arbeitet das Projekt in vollständiger Anonymität und tritt grundsätzlich nicht mit Personen an die Öffentlichkeit, sondern nur mit Arbeitsergebnissen…“ Somit ist GOM weniger Forschungsgruppe als mehr ein Phantom, ein Anonymus. Das erschwert ihre Arbeit beträchtlich. Die Arbeitsergebnisse bestehen darin, bis zum Jahre 2004 (gemäß der Textversion 1.2) 3789 kritische Veröffentlichungen zusammengetragen zu haben, mit denen das Ziel verfolgt wird, in einer Öffentlichkeitsarbeit die Allgemeinheit über „folgende 4 Tatbestände“ zu informieren:

1. Die Existenz einer Kritik,
2. Die Abschaffung der Wissenschaftsfreiheit in der theoretischen Physik seit 1922,
3. Der wahre Status der Speziellen Relativitätstheorie (im weiteren SRT) als unbestätigte Hypothese,
4. Der Betrug der Öffentlichkeit über den Status der SRT.

Der Gesamtumfang der Ausarbeitung mit ihren 9 Kapiteln kann weiter unten in der Internetpräsentation aufgerufen werden.

Diese zweifellos umfangreiche Arbeit wird als bisher weltweit einmalige und einzigartige Dokumentation dargeboten, an der noch weiter zielstrebig gearbeitet werden soll. GOM versucht, durch das Versenden der Ausarbeitung an viele Adressaten Aufmerksamkeit zu gewinnen, offenbar mit dem Ziel, die Widerlegung der SRT als offizielle Lehrmeinung zu etablieren.

Seit 2001 wurde die Ausarbeitung nach eigenen Mitteilungen an folgende Persönlichkeiten und öffentliche Einrichtungen versendet: Redaktionen und Journalisten von Tageszeitungen und Zeitschriften, Publizisten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, zuständige Kultusministerien der Länder und entsprechende Gremien des Bundes, die 72 Parlamentsfraktionen in allen deutschen Länderparlamenten und im Bundestag, alle neu gewählten 614 Bundestagsabgeordnete im Oktober 2005, 221 Journalisten von 3 Tageszeitungen und einem Nachrichtenmagazin, 100 Professoren der HU Berlin und 100 Professoren der TU Dresden, 130 Bibliotheken in mehreren Ländern sowie 290 Persönlichkeiten und Redaktionen in 11 verschiedenen Ländern. Insgesamt wurden bis heute 2230 Exemplare an insgesamt 1900 Adressaten im In- und Ausland versendet.

Hier entsteht zunächst die Frage, was GOM von den Wissenschaftlern, Politikern und anderen öffentlichen Persönlichkeiten erwartet. Mit wem sollen sie kommunizieren? Mit einem anonymen Phantom? Auch ich würde mich im Falle einer Anfrage mit „G. O. Mueller“ nicht unterhalten. Ein seriöses Forschungsunternehmen tritt in der Öffentlichkeit mit Personen auf, die für ihre Aussagen auch verantwortlich zeichnen. Anonymität bescheinigt allenfalls die Furcht vor Widerspruch, dem man gegebenenfalls nicht standhalten zu können befürchtet.

Deshalb ist es ein Segen für das Unternehmen, Herrn Dipl.-Ing. Ekkehard Friebe und Frau Jocelyne Lopez als offizielle Ansprechpartner für das GOM-Projekt gewonnen zu haben. Für beide ist dies keine leichte Aufgabe. Nach eigenen Unternehmensangaben setzen sie sich militanten und unflätigen Anfeindungen aus Kreisen der unkritischen und frenetischen Befürworter der Relativitätstheorie aus, die bis hin zu Bösartigkeiten reichen. Es ist wohl wahr, daß einige Kritiken an der Relativitätstheorie berechtigt sind, ebenso ist aber wahr, daß einige Kritiken, die das GOM-Projekt auflistet, unbegründet und falsch sind. Jedoch sprechen die Grobheiten beim Vortrag solcher Dinge ganz sicher dafür, daß der Vorwurf des GOM über die Kritikunterdrückung durch bestimmte Kreise der theoretischen Physik nicht unberechtigt ist. Es ist aber auch zu vermuten, daß die meisten unsachlichen Ausfälle nicht aus den Bereichen der offiziellen Wissenschaft stammen. Ich stehe als Wissenschaftler für offene Auseinandersetzungen mit einer sachlichen Kritik, Pöbeleien sind mir dabei fremd.

Auch ich selbst bin mit diesem Problem konfrontiert. Seit etwa 40 Jahren befasse ich mich mit kosmologischen Problemen. Dabei bin ich immer deutlicher zu dem Ergebnis gekommen, daß die zur Zeit allgemein gepflegte, klerikal gesteuerte Urknalltheorie falsch ist. Man kann mit ihr die Mehrzahl aller in der neueren Zeit ermittelten Beobachtungsergebnisse der Astronomie und der Astrophysik nicht erklären. Das hat mich bewogen, im Mai 2011 das Buch Die Urknallhypothese, ein Hindernis für die kosmologische Forschung herauszugeben. In diesem Buch beschreibe ich neben einer begründeten Widerlegung der Urknalltheorie als Antithese eine andere Hypothese für die Bewegung der kosmischen Materie, mit der die übergroße Mehrzahl an astronomischen Beobachtungen auf der Grundlage der Naturgesetze ohne mystische Verklärungen der Theorie mit Hilfe unbrauchbarer Spekulationen erklärt werden kann. Dennoch findet die Antithese in der Fachwelt wenig Beachtung. Der Druck vor den zu erwartenden Restriktionen durch die Führung des Wissenschaftsbereiches ist enorm groß, hat er doch bereits den namhaften amerikanischen Astrophysiker Halton Arp Rang und Status gekostet. So hat in den etablierten Wissenschaftskreisen die Angst vor Widerspruch gegen die Urknalltheorie festen Fuß gefaßt. Widerspruch ist mit Ausgrenzung verbunden.

Dennoch kann ich einige Kritiken, die das GOM-Projekt vorträgt, nur mit Einschränkungen akzeptieren. Dem massiven Beklagen der fehlenden Wissenschaftsfreiheit in der theoretischen Physik, der Behinderung kritischer Publikationen sowie der Unterdrückung kritischer Meinungen steht doch allein schon das gelungene Zusammentragen der 3789 kritischen Publikationen entgegen, die doch wohl alle veröffentlicht wurden. Auch ich hatte bei der Veröffentlichung meines Buches keinerlei Probleme. Aber die allgemeine Durchsetzung der Akzeptanz der vorherrschenden Meinung in einer großen Masse Interessierter durch die als absolute Autoritäten installierten Wissenschaftler läßt jede kritische Meinung als eine Art Verschwörung erscheinen. Und genau da liegen die Probleme. So geht ein Widerspruch auch dann unter, wenn er völlig sachlich vorgetragen wird, wenn eine klare Antithese begründet vorliegt und wenn die kritisierte These beweiskräftig widerlegt wird.

Wenn aber in solchen Kritiken, wie im GOM-Projekt häufig anzutreffen, keine wissenschaftliche Vorgehensweise erkennbar ist, wenn also nur kritisiert wird, die Kritik nicht begründet wird, der Inhalt der Kritik nicht bewiesen werden kann, eine Antithese nicht vorgeschlagen, nicht begründet und auch nicht bewiesen wird und wenn obendrein die Kritik in unsachlicher, diffamierender oder unangebracht satirischer Art vorgetragen wird, so gibt es keine Notwendigkeit, solche Kritiken öffentlich zu behandeln. Trivial ausgedrückt: Es ist dann der Mühe nicht wert. Ich werde darauf noch zurückkommen.

Die Ausarbeitung des GOM-Projektes in ihrer gesamten Länge zu beurteilen und zu analysieren, liegt außerhalb der Möglichkeiten einzelner Personen oder angesprochener Personengruppen. Es würde einen Mitarbeiterstab mit großer Personenzahl erfordern, die alle in Teilbereichen agieren müßten. Im Ergebnis würde ein ähnlich langer Analysebericht entstehen, für den sich keine sinnvolle Begründung angeben ließe. Eine solche Offensive würde immer unübersichtlicher und am Ende nicht mehr überschaubar werden.

Beim Lesen der Arbeit findet man an sehr vielen Stellen sarkastisch überspitzte Darstellungen, in der Einleitung ist das der bestimmende Grundton. Auch im weiteren gibt es Zynismus, Diffamierungen, Verunglimpfungen und andere unsachliche Übergriffe gegenüber verschiedenen Wissenschaftlern, die in einem Wissenschaftsdokument völlig unangebracht sind (einige Beispiele nenne ich im Anhang 1). Solche Formulierungen lassen den Anschein entstehen, als könne man seinen Groll über die allgemeine gesellschaftliche Akzeptanz der SRT nicht bei sich halten. Auch halte ich Begriffe wie „Relativitätsmärchen“ oder „Relativitätskatastrophe“ oder „Theorie-Ruine“ in einem wissenschaftlichen Dokument für deplaciert. Solche exzessive Züge lassen dann auch einen geneigten Leser gar bald aufgeben, so er sich nicht wie ich zum Ziel setzt, eine auf sehr viel weniger Seiten begrenzte Stellungnahme abzugeben.

Lesen Sie bitte hier weiter!

Siehe auch hier! 

Kommentare

  1. Joachim Meyer 8. März 2013 (20:58 Uhr)

    Auch ich bin nicht immer mit allen Aussagen des GOM-Projektes einverstanden. Und so habe ich die kritische Untersuchung des ehrenwerten Herrn Dr. Manfred Pohl mit Interesse gelesen. Die Quintessenz, die er am Ende seiner Betrachtungen zieht, verdient durchaus noch einmal festgehalten zu werden: „Die grundsätzlichen Erkenntnisse der Relativitätstheorie sind richtig, und auch das GOM-Projekt kann sie nicht widerlegen.“ Voll unermesslichen Lobes kann ich hierzu nur mit Lichtenberg sagen: „Mit größerer Majestät hat noch nie ein Verstand still gestanden.“

Einen eigenen Kommentar schreiben

Hinterlassen Sie eine Antwort

Erlaubter XHTML-Code: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>