Dr. Walter Theimer: „Geistige Auswirkungen der Relativitätstheorie“
Nachstehend bringe ich eine weitere Leseprobe aus dem bereits genannten Buch:
„Die Relativitätstheorie – Lehre, Wirkung, Kritik„
von Dr. Walter Theimer (Seiten 187 bis 188):
Zitat:
Geistige Auswirkungen der Relativitätstheorie
Die Philosophie hat, mit Ausnahme der positivistischen Schule unter Russell und des kantianischen Einzelgängers Cassirer, die Anschauungen Einsteins über Raum, Zeit und die allgemeine Natur der Welt kaum zur Kenntnis genommen. Die «Raumzeit» ist nicht ins allgemeine Bewußtsein gedrungen. Sie ist ein Sektenglaube einer Anzahl theoretischer Physiker geblieben. Außerhalb der Physik beschäftigt sich nur die Astronomie mit der Relativitätstheorie, wobei sie noch nicht über Hypothesen und umstrittene Verifizierungsversuche hinausgekommen ist. Die übrigen Naturwissenschaften, ebenso die Technik haben keine Notiz von der Relativitätstheorie genommen.
Im öffentlichen Bewußtsein hat die Relativitätstheorie ebenso wie die Quantenmystik dazu beigetragen, den Glauben an die naturwissenschaftliche Sicherheit und die Geltung der naturwissenschaftlichen Methode zu erschüttern. Born: «Die Physik wendet sich bewußt und immer deutlicher von der Anschauung als Erkenntnisquelle ab und verlangt schärfere Kriterien.» Diese sollen offenbar in mathematischen Konstruktionen liegen. Das Schlagwort von der Abkehr der modernen Physik von der Anschauung hat, ausgehend von der Relativitäts- wie der Quantentheorie, weite Verbreitung gefunden. Gerade die Quantentheorie ist aber durch die Modellvorstellung der Stoßprozesse, der Erzeugung und Vernichtung von Teilchen inzwischen wieder recht anschaulich geworden.
Die Kritik fragt nach der Ursache der Massensuggestion, die von einer so merkwürdigen und so unlogischen Theorie ausgegangen ist. «Viel rätselhafter als der Inhalt der Relativitätstheorie ist die Tatsache, daß sie weite Verbreitung gefunden hat», fragte Rauschenberger schon 1931 und fügte hinzu, daß Vernunft und Logik den Menschen anscheinend auf die Dauer nicht befriedigen. Der schwedische Logiker Nordenson (1969) nennt die Relativitätstheorie ein System von Widersprüchen, das nicht den Namen einer Theorie verdiene. Der englische Physiker und Fachmann für Zeitmessung L. Essen (1971) ist ähnlicher Ansicht. Er hat eine Umfrage unter Experimentalphysikern veranstaltet, was sie von der Relativitätstheorie hielten. Sie antworteten, sie verstünden die Theorie nicht, aber da so viele bekannte theoretische Physiker dafür seien, werde es wohl schon seine Richtigkeit haben.
Die Haltung des Publikums ist eine ähnliche. Es fühlt sich nicht vom wissenschaftlichen Aspekt der Relativitätstheorie angezogen, den es nicht versteht, sondern von dem Märchenhaften, Geheimnisvollen, Unbegreiflichen an ihr, zumal es nach wie vor die Sanktion prominenter Gelehrter hat. Zum Mysterium gehört die Unverständlichkeit. Sie wird durch vergröbernde Popularisierungen vermehrt, die Einsteins Theorie erst richtig unverständlich machen. Es kommt hinzu, daß die Relativitätstheorie schon mehr als zwei Generationen lang gelehrt wird. «Behauptungen werden als feststehende Tatsachen angesehen, nur weil sie so lange wiederholt werden.» (Vaihinger 1922.)
Einstein ist nicht nur der Urheber der Relativitätstheorie. Er hat auf anderen Gebieten der Physik einige glänzende Arbeiten hinterlassen, darunter die Lichtquantentheorie, die Voraussage des Lasers und die in der Quantentheorie wichtige Bose-Einstein-Statistik. In der von ihm weltanschaulich abgelehnten Quantenphysik hatte er hervorragende Leistungen von konkretem Charakter zu verzeichnen. Man fragt sich, wie viele weitere Leistungen dieses hochbegabten Gelehrten der Wissenschaft verloren gegangen sind, weil er es vorzog, fünfzig Jahre seines Lebens an mathematisch-philosophische Konstruktionen zu wenden.
(Zitatende)
Beste Grüße Ekkehard Friebe
- 7. November 2009
- Deutschsprachige Kritik der Relativitätstheorie
- Kommentare (1)
Ich bitte Sie, wer wird denn so kleinlich sein. Wollen wir nicht alle mal unseren Großvater besuchen – natürlich zu der Zeit, wo wir noch nicht geboren waren. Oder, wer würde nicht gerne mal beim Bau der Pyramiden zusehen wollen. Nach den Mathematikern ist das alles möglich.
Der in der RT niedergeschriebene „grobe Unfug“ wird die Menschheit noch viele weitere Jahre an der Gewinnung ersehnter Erkenntnisse hindern. Das passiert nicht zuletzt deswegen, weil mit der RT Fakten, die Ansatzpunkte für die Erkenntnisgewinnung liefern könnten, wie z. B. den Gangunterschied von Atomuhren, im Interesse der Erhaltung der mathematischen Korrektheit Physikalischer Dogmen völlig falsch gedeutet werden. Mit seinen Aussagen über die Zeit hat Einstein deswegen wohl seinen größten „Eselei“ begangen.
Einstein soll gesagt haben, dass die Zeit das ist, was man von der Uhr abliest.
Kommentar: Liest man eine Uhr ab, ist es eine „Punktzeit“, liest man mehrere Uhren in einer Linie ab, ist es eine „Linienzeit“, liest man mehrere Uhren in einer Ebene ab, ist es eine „Flächenzeit“ und liest man mehrere Uhren in einem Raum ab, ist es eben eine „Raumzeit“. Und wenn in den betrachteten Raum die Uhren unterschiedlich gehen, ist die„Raumzeit“gekrümmt.
Ich möchte hier extra betonen, dass das mit „normalen“ Kuckucksuhren nicht geht. Damit man feststellen kann, dass die Uhren unterschiedlich gehen, müssen sie gleichzeitig gestartet und natürlich auch gleichzeitig wieder gestoppt werden.
Der Gangunterschied der Atomuhren – unter den von uns gestaltbaren Bedingungen nur winzig klein – war für mich ein Ausgangspunkt für die Beantwortung u. a. der Fragen, wie denn das mit der Masse, Trägheit und Schwere oder einem möglichen Raumantrieb funktioniert. Mit Theodor Fontane gesprochen „ist das ein zu weites Feld“ für die Menschheit, die in ihrer geistigen Reife weit hinter ihren technischen Errungenschaften zurückgeblieben ist!
Joachim Blechle