Die bisherigen Ergebnisse unseres Gedankenexperiments
Es folgt ein weiterer Abschnitt aus der Dokumentation vom Mai 2009: G. O. Mueller „Das Gedankenexperiment“:
Zitat:
Die bisherigen Ergebnisse unseres Gedankenexperiments
Die Ergebnisse unseres Gedankenexperiments sind differenziert nach Offline-Welt und Online-Welt zu betrachten, weil in beiden Welten für Boykott- und Zensurkartelle wie die Spezielle Relativitätstheorie völlig unterschiedliche Entfaltungsmöglichkeiten bestehen.
Die Offline-Welt wird durch die Printmedien und die Audiovisuellen Medien effektiv von der Wirklichkeit abgeschottet; was in diesen Medien nicht vorkommt, existiert nicht. Die Medien sind Kontroll- und Ausschlußinstrumente der Herrschenden.
Die Online-Welt des Internets dagegen ist ihrem Wesen nach chaotisch frei und von keiner einzelnen Instanz mehr beherrschbar, wenn auch von verschiedenen Seiten Kontrollen versucht werden, die jedoch bisher regelmäßig fehlschlagen.
Die Reaktionen in der Offline-Welt
Das Forschungsprojekt hat bis zum Berichtszeitpunkt (August 2008) ca. 2900 Exemplare seiner Veröffentlichungen an ca. 2500 Adressaten versandt, und zwar an ca. 2200 Adressaten (einschließlich Bibliotheken) in den deutschsprachigen Ländern und ca. 300 Adressaten in weiteren 8 Ländern.
Zur Wahrung der Anonymität des Forschungsprojekts hatten wir den Adressaten bis zum Jahr 2004 nur eine einzige Möglichkeit einräumen können, auf unsere Zusendungen zu antworten: nämlich mit einer bezahlten Anzeige im Wirtschaftsteil in der FAZ. Damit war eine hohe Hürde errichtet, die alle Adressaten von einer Kontaktaufnahme abgehalten hat, wofür man ein gewisses Verständnis entwickeln kann, so weit es Einzelpersonen betrifft, nicht jedoch bei Behörden, zu deren Aufgaben z. B. auch die Rechtsaufsicht über die Universitäten gehört: sie hätten angesichts der Schwere der Rechtsbrüche (Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit, Grundrecht der freien Berufswahl, Amtseide der beamteten Wissenschaftler) tätig werden müssen und dem anonymen Forschungsprojekt den Eingang der Dokumentation wenigstens bestätigen können.
Erst mit der Gewinnung von Herrn Friebe und Frau Lopez als öffentlich identifizierten Partnern und Interessenvertretern unseres Projekts im Jahr 2004 konnten wir den Adressaten die Möglichkeit einer unproblematischen und praktisch kostenlosen Kommunikation anbieten. Die ersten Adressaten, denen wir die Bereitschaft unserer Partner als Kommunikatoren mitteilen konnten, waren die 614 Bundestagsabgeordneten, an die wir unseren ersten „Offenen Brief“ v. 28. Oktober 2005 richteten.
Nur drei der Adressaten (von 614) haben überhaupt reagiert. Zwei Abgeordnete bestätigten den Eingang der Sendung, erklärten sich jedoch für nicht kompetent und haben den „Offenen Brief“ an die fachlich Zuständigen ihrer Fraktion weitergeleitet; von diesen Fachleuten der Fraktion haben wir in der Folge nichts gehört.
Als dritte hat die Abgeordnete und Bundesministerin A. Schavan – auf eine Nachfrage von Frau Lopez – mit Schreiben v. 14. August 2006 den Eingang unseres „Offenen Briefes“ bestätigen und mitteilen lassen, daß sie das Schreiben an ihr Ministerium zur Beantwortung weitergeleitet hat; gleichzeitig hat Prof. Dr. Jürgen Richter (Bundesministerium für Bildung und Forschung, Referat 711, 53175 Bonn) die Nachfrage von Frau Lopez beantwortet. Die weitere Entwicklung der Korrespondenz geht aus der Postversandliste auf den Seiten 140 – 150 dieses Kapitels hervor.
Der „Offene Brief“ an die Bundestagsabgeordneten wurde gleichzeitig an 63 Redaktionen deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften gesandt: keine Redaktion hat eine Eingangsbestätigung oder Rückfrage an das Forschungsprojekt gerichtet.
Der nächste „Offene Brief“ an 221 Mitarbeiter der Redaktionen von FAZ, SPIEGEL, SZ und TAZ (v. 4.2.06), der außerdem an weitere 13 Journalisten derselben Redaktionen versandt wurde, erhielt erst nach einer Rückfrage unserer Partnerin, Frau Lopez, ganze 2 Rückmeldungen: zwei Journalisten bestätigten den Eingang der Sendung, erklärten sich jedoch in der Sache (Wissenschaftsfreiheit) für nicht zuständig; einer teilte mit, daß er das Schreiben an die zuständige Wissenschaftsredaktion seines Blattes weiterleiten wird.
Der nächste war unser „First Open Letter about the Freedom of Science“ (Juli 2006) an 290 Adressaten in insgesamt 11 Ländern. Nur einer der Adressaten, Prof. Robert Park (Maryland), hat auf seiner Homepage mit wenigen Sätzen den Eingang des Schreibens immerhin berichtet und es als eine irrelevante Äußerung von Spinnern abgetan, wie er sie ständig erhalte.
Der „Offene Brief“ über Wissenschaftsfreiheit an 100 Professoren der HU Berlin und 100
Professoren der TU Dresden (6.3.07) hat nur von einem Adressaten von der HU Berlin eine Eingangsbestätigung erhalten, der sich zwar für fachlich nicht zuständig erklärte, aber unserem Projekt immerhin Erfolg wünschte, für unser Projekt eine Premiere.
Der „Offene Brief“ an die 200 Professoren wurde gleichzeitig an 46 Medien und Publizisten in der Bundesrepublik versandt, von denen niemand eine Eingangsbestätigung gesandt hat.
Unser (bisher nicht veröffentlichter) Brief an den Bundespräsidenten erhielt auf Rückfrage von Frau Lopez eine Eingangsbestätigung des Bundespräsidialamts, allerdings ohne die Bestätigung, daß der Herr Bundespräsident über die vorgetragene Grundrechtsverletzung informiert worden ist, und mit einer Antwort in der Sache dahingehend, daß von einer Beeinträchtigung der Wissenschaftsfreiheit nichts bekannt sei.
Der „Offene Brief über Mut zu schrägen Ideen und Mut zur Freiheit der Wissenschaft“ (v. 10.10.07) an die Wissenschaftskommission des Wissenschaftsrates und ihre Vorsitzende Lochte, in Reaktion auf ein Interview von Frau Lochte im TAGESSPIEGEL, hat auch nach Rückfrage von Frau Lopez keine Eingangsbestätigung erhalten.
Der „Offene Brief“ an die FAZ aus Anlaß eines Artikels über anonyme Informationen zu Skandalen (v. 21.11.07), versandt an 5 Mitarbeiter der FAZ und 61 deutschsprachige Printmedien, hat keine Eingangsbestätigung erhalten. Wir konnten die Ängste der FAZ, künftig vielleicht keine anonymen Informationen über Skandale mehr zu erhalten, beschwichtigen mit der Zusage, daß wir die FAZ auch künftig immer wieder informieren werden.
Der „Offene Brief“ über Wissenschaftsfreiheit an die 639 Mitglieder der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer (v. 5.3.08) hat bisher eine positive Antwort und einen anschließenden schriftlichen Meinungsaustausch ergeben. Vor Ablauf wenigstens eines Jahres zur Prüfung der von uns zugesandten Unterlagen und zur Meinungsbildung in einem nicht ständig tagenden Gremium kann diese Aktion nicht beurteilt werden.
(Zitatende)
Beste Grüße Ekkehard Friebe
- 2. Juli 2009
- Projekt G.O. Mueller
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