Die Anhänger der Theorie werden über die Kritik informiert

G. O. Mueller schreibt in seiner Dokumentation Das Gedankenexperiment auf den Seiten 39 bis 41:

Zitat:

Im Internet werden auch die Anhänger der Theorie über die Kritik informiert

Man könnte es die List der Vernunft nennen: indem im Internet die Gegner der Theoriekritik gegen jegliche Kritik ihrer schönen Theorie wüten, fangen sie an, sich mit den durch die Dokumentation vermittelten Informationen auseinanderzusetzen. Das sind nur kleine erste Schritte zu einer rationalen Auseinandersetzung mit der Kritik, gegenüber der zensierten Offline-Welt jedoch ein ungeheurer Fortschritt. Das Internet ist damit schon weiter als die Offline-Welt.

Mehrere Indizien für diese Entwicklung sind zu sehen. Die Theorie-Anhänger wundern sich z. B. über die große Zahl der nachgewiesenen kritischen Veröffentlichungen und bemerken, keiner könne mehrere Tausend Titel durcharbeiten. Sie werden wohl irgendwann darauf kommen, daß die jahrzehntelange Nicht-Information nicht die Schuld der Kritiker ist. Sie werden dann auf die Frage stoßen, wer die Nicht-Information eigentlich organisiert hat.

In mehreren Foren fangen einige theoriegläubige Diskutanten sogar an, die im Fehler-Katalog der Dokumentation (Kap. 2) aufgeführten Theoriefehler als falsche und irrige Behauptungen zu entlarven und zu widerlegen. Dies ist der Beginn einer endlich stattfindenden Beschäftigung mit der Kritik und deshalb sehr zu begrüßen; vgl. oben S. 19.

Mit der Auseinandersetzung im Internet, wie aggressiv und pöbelhaft sie auch von seiten der Theorieanhänger geführt werden mag, wird die Strategie der akademischen „Wissenschaft“ in der Offline-Welt durchkreuzt, auf die Existenz der Kritik nur mit Schweigen, Verschweigen und notfalls Verleumden, also möglichst gar nicht zu reagieren. Dieser Strategie-Bruch in der Online-Welt ist ein bedeutsamer Vorgang, wird von den Diskutanten aber bisher anscheinend nicht gesehen. Dennoch wird er Folgen für die Offline-Welt haben.

Die Diskussion über die Kritik an den Relativitätstheorien  –  mit oder ohne Erwähnung unserer Dokumentation – in den Internetforen und in jüngster Zeit auch die wachsende Zahl von Web-Blogs haben eine überraschend große Resonanz gefunden, belegt durch die hohen Zahlen von Besuchern, die die Seiten nur lesen, ohne sich zum Thema zu äußern. Unter ihnen wird ein hoher Anteil von Interessierten sein, die sich noch kein Urteil über den Gegenstand gebildet haben.

Für die weitere Entwicklung der öffentlichen Bewußtseinsbildung wird nicht entscheidend sein, ob diese Interessierten nach Lektüre der Internetseiten der einen oder anderen Seite der Kontrahenten zuneigen, sondern daß sie die einfache, aber wichtige Botschaft mitnehmen, daß eine Kritik der Theorie existiert. Damit wird den Propagandisten und Gehirnwäschern der Relativistik eine Voraussetzung für ihre Wirksamkeit entzogen: die Ahnungslosigkeit des Publikums über die Existenz einer Kritik.

Auf seiten der Theoriekritiker ermöglicht das Internet eine internationale Vernetzung durch gegenseitige Information und Verlinkung der Kritikerseiten, die in der Offline-Welt nicht zu erreichen gewesen wäre. Damit kann für die Kritiker die seit Jahrzehnten durch die Unterdrückung und den Ausschluß aus der Fachdiskussion eingetretene Vereinzelung und Isolierung endlich aufgebrochen werden.

Durchaus positiv an den Foren werten wir, daß auch von denjenigen Diskutanten, die die Theorie generell für richtig und die Kritik generell für falsch und deshalb unbegründet halten, folgende Stellungnahmen zu lesen sind:

   
(1) Einige geben zu, noch nie etwas von Kritik gehört zu haben; damit ist die Notwendigkeit unserer Dokumentation schlagend erwiesen.
(2) Einige teilen mit, daß sie in der Dokumentation gelesen haben: damit beweisen sie ein grundsätzliches Interesse an der Beschäftigung mit gegenteiligen Positionen.
(3) Einige beginnen die Auseinandersetzung mit bestimmten Fehlern im „Fehlerkatalog“ (Kapitel 2): damit wird der Zweck der Dokumentation tatsächlich erreicht.
(4) Einige bewerten die Lektüre der Dokumentation trotz der gegenteiligen Positionen immerhin als unterhaltsam.
(5) Einige wenige sorgen sich (natürlich heuchlerisch – aber immerhin!) fürsorglich, ob unsere Partner das GOM-Projekt auch wirklich gut vertreten. Wir können alle Fürsorglichen beruhigen: unsere Partner gehören zu den ganz wenigen, die die wahre Problematik der Relativistik erkannt haben, und sich tatkräftig für die Auflösung dieser Problematik einsetzen.
(6) Einige halten die Dokumentation für derart gefährlich, daß sie an einzelne Bibliotheken geschrieben haben, die Bibliotheken sollten die Katalognachweise löschen oder wenigstens die Benutzung sperren: ein schöneres Kompliment für eine Veröffentlichung wäre dann eigentlich nur noch deren öffentliche Verbrennung!
(7) Einige wenige bestreiten rundweg irgendeine Unterdrückung der Theoriekritik in der Gesellschaft, verweisen auf die große Zahl der dokumentierten kritischen Veröffentlichungen und die damit bewiesene herrschende Meinungs- und Pressefreiheit in Deutschland, und sie sprechen sich auch für die Freiheit der Kritik aus: auch wenn sie damit der entscheidenden Frage nach der Wissenschaftsfreiheit ausweichen, so sind sie doch potentielle Verbündete in der Forderung nach Freiheit der Diskussion.
(8) Einige haben in Reaktion auf die Zitate aus den Grundrechts-Kommentaren (im „Offenen Brief“ an die 200 Professoren) bestreiten wollen, daß die Wissenschaftsfreiheit den Minderheitsauffassungen ein Recht auf Gehör gibt: sie meinen, die Meinungs- und Pressefreiheit seien genug. Die Bestreiter können sich, wenn sie ihre Stellungnahmen guten Glaubens vorbringen, leicht durch Lektüre der Kommentare von ihrem Irrtum überzeugen; wir wollen nicht ausschließen, daß manche unter ihnen guten Glaubens sprechen.

   
An der Vielfalt der bedenkenswerten Reaktionen von Vertretern relativistischer Auffassungen im Internet ist zu erkennen, daß es in der ersten Phase der Bekanntschaft des Publikums mit der Tradition der Theoriekritik überhaupt nur auf die schlichte Kenntnisnahme ankommen kann.

Wie wohl jeder Kritiker aus eigener Erfahrung weiß, hat man auch selbst einige Zeit benötigt, um sich gegen die allgegenwärtige Propaganda zu wehren und sich davon zu überzeugen, daß die Theorie mehr oder weniger falsch oder geradezu unhaltbar ist. Also muß man ausreichende „Bedenkzeit“ umso mehr jedem noch fest überzeugten Theorieanhänger zubilligen, der nach langer, sektiererischer Indoktrinierung sich überhaupt erstmals mit dem Gedanken der Möglichkeit einer Kritik anfreunden muß. Wer einmal die Möglichkeit einer Kritik erkannt hat, weiß, wo die Einzelheiten zur Diskussion ausgebreitet worden sind.

(Zitatende)

Beste Grüße Ekkehard Friebe