Bruno Thürings Umsturzversuch der Relativitätstheorie

Von Thomas Posch, Franz Kerschbaum, Karin Lackner 2006

Beitrag aus dem GOM-Projekt: 2394 weitere kritische Veröffentlichungen
zur Ergänzung der Dokumentation Textversion 1.2 – 2004, Kapitel 4. 

Bruno Thürings Umsturzversuch der Relativitätstheorie: Astronomische Gesellschaft, Tagung, Köln, 26.9.05, Beitrag zum Kolloquium des Arbeitskreises Astronomiegeschichte / Thomas Posch, Franz Kerschbaum, Karin Lackner. (Version: 4.3.2006). – [Österreich]: WWW 2006. 16 S.
URL:  http://homepage.univie.ac.at/franz.kerschbaum/Publications/thuering_einstein_vs2.pdf

0.  Einleitung 
Während heute die Einsteinsche Relativitätstheorie in ähnlicher Weise wie etwa die Newtonsche Mechanik als beinahe unantastbar gilt, gab sie in den auf ihre Publikation folgenden Jahrzehnten Anlass zu heftigen Kontroversen. Einige von Einsteins Kontrahenten sind – allerdings mehr durch ihre sonstigen wissenschaftlichen Leistungen und weniger infolge ihrer gegen die Relativitätstheorie vorgebrachten Argumente – nach wie vor in der einschlägigen physikalischen und wissenschaftshistorischen Literatur präsent, so etwa Philipp Lenard und Johannes Stark (s. u. Abschnitt 3). Zu den Wissenschaftlern, die im Unterschied dazu als Kritiker Einsteins kaum mehr bekannt sind, zählt der Astronom Bruno Thüring (1905-1989). Da dieser nominell von 1940 bis 1945 (faktisch allerdings nur von 1941 bis 1943) Direktor der Wiener Universitätssternwarte war, sahen wir uns veranlasst, seine Polemik gegen Einstein etwas näher zu beleuchten.

Die diesem Zweck dienende vorliegende Arbeit ist folgendermaßen strukturiert: Zunächst werden kurz die Rahmenbedingungen skizziert, welche die Wiener Universitätssternwarte in den 1930er- und 1940er-Jahren prägten (Abschnitt 1). Anschließend analysieren wir einige Grundzüge der Thüringschen Einstein-Kritik, vornehmlich anhand der Schrift von 1941: „Albert Einsteins Umsturzversuch der Physik und seine inneren Möglichkeiten und Ursachen“ (Abschnitt 2). Eine solche Analyse wäre unvollständig ohne Betrachtung wenigstens jener Autoren, welche Thüring besonders stark beeinflussten. Dies sind die bereits erwähnten Physiker Lenard und Stark sowie der Philosoph Dingler (Abschnitt 3).

Lesen Sie bitte hier weiter!

Siehe hierzu auch: Thüring B., 1967, Die Gravitation und die philosophischen Grundlagen der Physik

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