Walter Theimer: „Massenzunahme durch Bewegung“

Ich nehme Bezug auf den Blog-Eintrag: Walter Theimer: Die Diskussion um die Relativitätstheorie und bringe nachstehend einen weiteren Beitrag von Dr. Walter Theimer, der im Tagungsband der DPG “Didaktik der Physik“, München 1985, Seiten 621 bis 622, abgedruckt ist. Dieser Beitrag erscheint mir besonders wichtig.

Zitat:

Massenzunahme durch Bewegung

Im Teilchenbeschleuniger tritt mit zunehmender Geschwindigkeit der Teilchen eine Hemmung der Beschleunigung auf. Die Relativitätstheorie deutet das bekanntlich damit, dass die Masse bewegter Körper gemäß der Lorentz-Transformation mit der Geschwindigkeit zunimmt.

Nach den Regeln der wissenschaftlichen Methode ist diese Hypothese gemäß dem Prinzip der Folgesätze und gemäß dem Prinzip der Alternative zu prüfen.

Ein notwendiger Folgesatz wäre, dass sich die erhöhte Masse durch zugehörige Phänomene bemerkbar macht. Man müsste angesichts der enormen Zunahme der Masse ein Poltern vernehmen, die Masse müsste sogar den Beschleuniger durchschlagen. Falls sich die Massenzunahme nicht in der Dichte, sondern nur im Volumen äußert, müsste man ein Herausquellen der Masse bemerken.

Nichts dergleichen ist aufgetreten. Alles, was beobachtet werden kann, ist die Hemmung der Beschleunigung. Es muss unverhältnismäßig mehr Energie zu ihrer Aufrechterhaltung zugeführt werden.

Die Massenzunahme ist nur ein Deutungsversuch. Es muss gefragt werden, ob es eine Alternative zu dieser Deutung gibt. Eine solche bietet sich an: es ist die Abstrahlung. In einem zirkulären Elektronenbeschleuniger zum Beispiel nimmt die induktiv bedingte Abstrahlung mit der vierten Potenz der kinetischen Energie der Elektronen zu. Je schneller das Elektron wird, desto mehr Energie strahlt es ab. Das zehrt einen schnell zunehmenden Teil der Antriebsenergie auf.

Bei einer kinetischen Energie des Elektrons von 10^10 eV beträgt der Verlust durch Abstrahlung 10^8 eV je Urnlauf, d.h. 1% der Energie geht bei jedem Umlauf verloren. Nach 100 Umläufen ist somit die ganze kinetische Energie aufgezehrt, also angesichts der hohen Umlaufziffer der Beschleuniger in einem kleinen Sekundenbruchteil. Nahe an 300.000 km/sek wird alle zusätzliche Energie abgestrahlt, was den Eindruck einer Grenzgeschwindigkeit erweckt.

Die Abstrahlung ist als Lichtfleck sichtbar und messbar. Sie reicht zur Erklärung des Effekts aus, doch können Nebenerscheinungen wie Wirbelfeldbildung oder elektrostatische Resteffekte der Elektroden in kleinerem Umfang beteiligt sein.

Die Hypothese einer Massenzunahme ist weder beweisbar noch notwendig. Seltsamerweise wird sie in Lehrbüchern der Beschleunigertechnik, z. B. Kollath, neben der Abstrahlung als Ursache der Hemmung aufgeführt, wohl aus Reverenz gegenüber Einstein. Beides zusammen kann nicht zutreffen, sonst wäre der Hemmungseffekt doppelt so groß.

Die wirkliche Ursache der Beschleunigungshemmung ist also die Verringerung der zum Antrieb verfügbaren Energie durch Abstrahlung.

Den Abstrahlungseffekt einer bewegten elektrischen Ladung haben Thomson, Poincaré und Langevin schon um die Jahrhundertwende berechnet. Sie nannten ihn die Arbeit erfordernde Induktion magnetischer und elektrischer Felder. Sie berechneten auch schon, dass der resultierende Bremseffekt in der Nähe der Lichtgeschwindigkeit ein Aufhören der Beschleunigung bewirken würde. Unter der Suggestion der Einsteinschen Massenzunahme gingen die Physiker später an dieser längst bekannten Tatsache vorüber, die das Phänomen „klassisch“ erklärt.

Die Massenformel ist zufällig heuristisch brauchbar, aber sie hat keinen physikalischen Inhalt. Bei ungeladenen Körpern ist eine Massenzunahme durch Bewegung nie beobachtet worden. Sie wird ohne Begründung aus dem Verhalten geladener Körper gefolgert, obwohl die Situation bei ungeladenen Körpern doch ganz anders ist.

Es sei an Newtons Wort erinnert, dass man zwischen der causa vera und der causa ficta unterscheiden muss.

Ich darf mit zwei Zitaten schließen.

Ludwig Wittgenstein hat gesagt:
„Den Sinn einer Aussage hat erst der verstanden, der die Methode ihrer Verifikation kennt.“
Pierre Duhem hat gesagt:
„Leute mit übertriebenem Glauben an ihre Ideen machen schlechte Beobachtungen.“

(Zitatende, Hervorhebungen durch Fettdruck von Friebe)

Nähere Informationen zu dem Buch von Walter Theimer finden Sie hier!

Beste Grüße Ekkehard Friebe

Kommentare

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  1. Gerhard Kemme 4. November 2009 (16:48 Uhr)

    Die Beobachtung ist klar, wenn die Beschleunigung konstant bleiben soll, dann muss die Beschleunigungskraft oder die aufgewendete Energie extrem gesteigert werden, wenn sich die Geschwindigkeit eines Teilchens der Lichtgeschwindigkeits-Grenze nähert. Es existieren unterschiedliche Deutungen für diese Beobachtung. In der SRT wird von einer Massenzunahme gesprochen und nicht weiter angemerkt, dass dies eine willkürliche Annahme ist, die einzig nur darauf beruht, dass eine Masse die Eigenschaft hat, sich einer Beschleunigung als „träge Masse“ zu widersetzen, wobei es keine sonstigen Erfahrungen gibt, dass die Masse sich verändert. Dies wäre auch erstaunlich, da das Nukleon sich nicht vergrößert, wie es auch vom Autor des Artikels angemerkt wurde. Ein zweiter Deutungsversuch wäre der von Herrn Walter Theimer, der auf die Strahlungseigenschaft des im Beschleuniger bewegten Teilchens hinweist. Ein Begriff wäre die Synchrotron-Strahlung, d.h. bei Annäherung an die Lichtgeschwindigkeits-Grenze fängt das Teilchenpaket im Beschleuniger an zu leuchten. Wo was leuchtet, wird Energie umgesetzt (verbraucht) dies lehrt die Energiesparlampen-Diskussion. Also hat man irgendwie eine Eigenschaft solcher schnell bewegten Teilchen, dass die per elektrischen Feldern zugeführte Energie dann immer stärker per Lichtemitierung wieder abgegeben wird – das ist logisch. Dann allerdings käme, wenn man erstmal auf diesem Pfad der Erkenntnis ist, hinzu, dass auch Sternschnuppen leuchten, wenn sie in die Erdatmosphäre eintreten. An dieser Stelle wäre anzumerken, dass es vermutlich nirgendwo ein perfektes Vakuum gibt, d.h. nicht nur in den Röhren eines Beschleunigers ist das Vakuum unvollständig, sondern auch im Weltraum, was Begriffe wie „Sonnenwind“ und „Partikelströme“ nur andeuten. Somit ist in jedem Vakuum Materie vorhanden, deren Dichte in g/m^3 angegeben werden könnte. Damit wäre man dann an der Stelle zu sagen, dass es einfach der zunehmende Widerstand der Materie im Vakuum ist, der eine höhere Beschleunigungskraft erfordert. Und wird dann im Bereich der Lichtgeschwindigkeit der Fahrtwind so groß, dass er zu einer festen Mauer aufgestaut wird, dann wird diese durchbrochen und es kommt zu Energiestößen, die vom Beobachter als Licht wahrgenommen wird.

  2. Gerhard Klose 5. November 2009 (21:39 Uhr)

    Herr Ekkehard Friebe, Sie bringen mit Walter Theimers Beitrag die zur Zeit brennende Frage: Warum können die beschleunigten Ladungträger als Kathodenstrahl an den großen Beschleunigern wie etwa am DESI Hamburg oder am CERN Zürich usw. nicht die Lichtgeschwindigkeit „C“ überschreiten? im passenden Zeitpunkt.
    Der riesige Protonen-Beschleuniger „LHC“ am CERN soll ja jetzt nach so vielen Pannen endlich wieder anlaufen, denn Milliarden Euros sind da verbaut worden und tausende von Wissenschaftler sind in den Startlöchern und wollen angeblich die letzten Rätsel der Materie herausfinden, wie etwa Urknall, Dunkle Materie, Gravitation, Schwarze Löcher, Atomkern-Bestandteile usw..
    Walter Theimer hat sich in seinem roten Buch „ Die Relativitätstheorie-Lehre Wirkung Kritik“- was gelesen werden sollte- auch die Frage gestellt, ob trotz der weiteren Energiezufuhr im Bereich der Grenzgeschwindigkeit „C“ die beschleunigten Ladungsträger weitere Energie erhalten?
    Unsere Wissenschaftler glauben das, indem sie von der Speziellen Relativitätstheorie überzeugt sind, dass dann die weitere Energiesteigerung sich durch Massenzuwachs der auf fast C beschleunigten Kathodenstrahlen erfolgen soll. Mit dem gewaltigen gegenseitigen Zusammenstoß(Verdopplung der Energie)der wahnsinnig hoch beschleunigten positiven und künstlichen negativen PROTONEN sollen ja die letzen Rätsel der kleinsten Teilchen der Materie einer Lösung näher gebracht werden.

    Ich, als absoluter Fan des Äthers, kann die Frage nach der Grenzgeschwindigkeit und des Massenzuwachs der maximal hoch beschleunigten Protonenstrahlen nur folgend beantworten:

    __Der Äther ist auch in den gas/luftleer gepumten Vakuumröhren für den beschleunigten Kathoden(Protonen)strahl und bestimmt das Geschehen (E/H-Feldverteilung).

    __Der Äther ist ein Feldgitter aus +e ( Positronen) und –e (Elektronen) so wie etwa die EPOLA-THEORIE von Menahem Simhony das beschreibt. Dieser bereits im Ruhestand befindliche Prof.
    wird demnächst an der Uni Jerusalem besonders für seine Verdienste in der Wissenschaft ausgezeichnet. http://simhonytribute.webs.com/

    __Der Äther ist in allen Räumen, der nicht gerade durch Atom-bzw. Molekülgitter besetzt ist ( auch in diesen Gittern werden die Feldverteilungen durch die eignen + und – Ladungsträger bestimmt.

    __Mit der Zunahme der Geschwindigkeit v der beschleunigten Teilchen muss für die Fokussierung des Strahls das nötige H (Magnet)- Feld immer mehr erhöht werden. Am CERN müssen es sogar
    Supra-leitende Spulen letzten Endes sein, , denn das ansteigende Eigenfeld streut den Strahl immer mehr und muss kompensiert werden, weil sich gleichgepolte Ladungsträger gegenseitig
    abstoßen. Darüber hinaus ergeben sich durch die Supraleitung und Induktivität der Spulen außergewöhnliche Probleme mit der Abschalt-(Rückschlag-) Spannung.

    __Um den Protonenstrahl auf fast „C“ zu bringen benötigt man ein hohes E ( Antriebspotential, viele Milliarden eV ). Mit statischer Gleichspannung, wie bei Elektronenmikroskopen oder TV-Bildröhren geht hier technisch gar nichts mehr. Es werden riesige Puls-Hochfrequenz Verstärker hintereinander eingesetzt, die ihr E/H-Feld synchronisiert an den Strahl so weiter geben, dass die
    Strahlgeschwindigkeit immer größer wird. Der Äther überträgt hierbei das nötige Wirk-E/H-Feld an die beschleunigten Teilchen. Mehr als fast „C“ wird nicht erreicht, auch wenn immer mehr
    HF-Leistung eingespeist wird. Die Ursache dafür, so verstehe ich das, ist die maximale Geschwindigkeit der E/H- FELDER von „C“ durch den Äther( Laufzeiteffekt), der auch in den Vakuumröhren ist.
    Der Äther bremst. Der Äther, die +e und –e Gitter, sind auch die DUNKLE Materie, die die Galaxien zusammenhalten.

    __Die weitere HF- Energiezuführung soll angeblich dann die Masse der Protonen erhöhen ,was ich absolut bezweifle. Herr Gerhard Kemme hat damit Recht, die weitere Energiezuführung verpufft in
    unangenehmen Verlusten, wie etwa die Synchrotron-Strahlung. Bei kleineren Potentialen nennt man das auch Brems- oder Röntgen-Strahlung.

    Wenn die „Große Weltmaschine“ am CERN dann endlich funktioniert und die Elektronen- und Positronen-Schauer als Schmutzeffekte unter den Tisch fallen lässt und nur nach seltenen Teilchen sucht, dann geht der Physikschwindel lustig weiter und der Teilchenzoo wird immer größer.

    Meine Hypothese ist:
    Auch die Protonen und Neutronen bestehen nur aus den überaus geheimnisvollen Positronen und Elektronen wie der Äther. Beweis: Betastrahlenaus der Materie. Ich nenne diese Teilchen

    ——-GOTTESTEILCHEN——

    Computer Programm Gehirn (geistige Fähigkeit)

    Keiner weiß wie diese aussehen könnten. Ist es nur Feld ohne Kern oder…oder…?
    Die Welt besteht aus gleichviel Elektronen und Positronen.
    Erst kommt das Gottesprogramm und dann die Anziehung der beiden Teilchen
    als höchstes Naturgesetz.
    Beispiele:
    —Elektrisches Potential ist die Verschränkung von +e und –e
    — Gravitation ist die Auswirkung der Anziehung von +e und –e
    –Gravitation sowie E/H-Wellen überträgt der Äther aus +e und -e
    mit „C“.

  3. Kurt Gerhardt 9. November 2009 (18:49 Uhr)

    Guten Tag,
    ich finde den Blog sehr gut und informativ. Den Aussagen von Herrn Theimer gibt es nach meinem Kenntnisstand nichts hinzuzufuegen, zudem hier ein fuer mich neuer Aspekt auftaucht. Die Energieabstrahlung habe ich bis dato noch gar nicht in Betracht gezogen und muss mich jetzt zuerst etwas genauer mit diesen Zusammenhang beschaeftigen.

    Freundliche Gruesse
    Kurt Gerhardt

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