60- Dr. Reinhard Schlögl: „Aussenseiter der Naturwissenschaft“

Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der  Abschnitt 60  der Dissertation von Dr. Reinhard Schlögl

Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt: 3.8.2.10 Gotthard Barth  und die „Neuen Wahrheiten"

Zitat:
3.8.2.10          Gotthard Barth und die „Neuen Wahrheiten"
Barth schreibt in seinem 1992 fertig gestellten Buch „Platon 2": „Wer eine neue Wahrheit vertritt,… der gerät in endlose Schwierigkeiten… Newton hat, schon als er Präsident der Royal society war, und ein berühmter Naturphilosoph, zehn Jahre lang nichts veröffentlicht, da er die Streitereien mit den Kollegen fürchtete… In allen Fällen ist die Situation die gleiche: Eine durch ehrwürdiges Alter, durch Tradition, berühmte Namen… geheiligte Wahrheit soll durch die Wahrheit eines einzelnen ersetzt werden." [Anmerkung 416: G. Barth: „Platon 2", S. 136].

„Wie Jahwe ist die Schule ein eifernder Gott: Neben der Schulwahrheit darf es keine anderen Wahrheiten geben", aber: „Auch die Schulphysiker erklären uns immer wie­der, dass keine Theorie absolut und ewig richtig sei." „Selbstverständlich kann eine Neuerung, eine Korrektur nur von einer Autorität… kommen. Vom Fachmann kann keine Hilfe kommen. Tritt er für das Neue ein, wird er aus der Wissenschaft ausge­schlossen."[Anmerkung 417: G. Barth: „Platon 2", S. 138].

„Jeder Fortschritt in der Erkenntnis kam von einzelnen, auch bei der offenbarten Wahrheit, bei den Propheten."[Anmerkung 418: G. Barth: „Platon 2", S. 139]. Jede neue Wahrheit wird von einem einzelnen ausgesprochen und von der konserva­tiven Masse abgelehnt, bis das allgemeine Niveau sich der neuen Wahrheit angenähert hat. Platons dialektische Wahrheit war dem normalen Denken der Menschen um mehr als 2000 Jahre voraus. [Anmerkung 419: G. Barth: „Platon 2", S. 143].

„Schon die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dass das lebenslange Denken des grössten aller Philosophen (Platon) zu bleibenden und in die Zukunft führenden Ergebnissen kam.“ [Anmerkung 420: G. Barth: „Platon 2", S. 152].  

3.8.2.11        Barth und seine Zeitschrift „Wissen im Werden" 
Seit 1957 gibt Barth diese „Zeitschrift für Grundlagenforschung der Physik" her­aus und, wie bereits zu Beginn dieses Abschnittes erwähnt, betätigt sich Barth hier nicht nur als Autor unzähliger wissenschaftskritischer Artikel, als Chefredakteur, Setzer (seit 1988 Computersatz), sondern bis vor kurzem sogar noch als Drucker. Die Zeit­schrift erscheint unregelmässig einige Male pro Jahr. Der Erscheinungsort wechselte mit dem jeweiligen Wohnsitz Barths. Die Themen reichen von philosophischen Grund­lagenproblemen mit möglicher Relevanz für die Naturwissenschaften über Kritisches zur Relativitätstheorie bis zu Umweltfragen.
 
Die Autorenschaft setzt sich jedoch nicht nur aus Vertretern der „alternativen Wissenschaft" zusammen, sondern es kommen gelegentlich auch Vertreter der etablierten Wissenschaft zu Wort. Der Stil dieser Zeit­schrift kann wohl ohne Übertreibung als raggressiv" bezeichnet werden; vor allem dort, wo es um grundsätzliche Kritik an Theorien und Hypothesen geht, die von den Auto­ren als falsch erkannt wurden (Beispiele: Einsteins Relativitätstheorie, Wärmetheorie, Mechanik, Atomforschung). Eben wegen dieses Stils, weniger wegen seiner alternati­ven Theorien wird Barth seitens der Schulphysik als „eher unangenehmer (Zeit-)Geist" empfunden. [Anmerkung 421: Es ist (fast) überflüssig, zu erwähnen, dass Barth keinerlei Förderung für seine Zeitschrift erhält]
(Zitatende, Fortsetzung folgt).

Beste Grüße Ekkehard Friebe 

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