43- Dr. Reinhard Schlögl: „Aussenseiter der Naturwissenschaft“

Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der  Abschnitt 43  der Dissertation von Dr. Reinhard Schlögl.

Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt: 3.8.2.4 FALLSTUDIE GOTTHARD BARTH, (Fortsetzung).

Zitat: 
Barth, der sich zeitlebens auch intensiv mit Philosophie auseinandergesetzt hat, kritisiert auch Einsteins Methode des Umgangs mit den Begriffen Raum und Zeit. „Raum und Zeit können nicht Gegenstand der Physik sein, denn Raum und Zeit an sich haben keinerlei Eigenschaften. [Anmerkung 279: W. Müller, zit. nach Barth, Einstein widerlegt, vgl. S.101.] Sie sind nur Möglichkeit, Potenz. Raum als Möglichkeit zu räumlichen Beziehungen, Zeit als Möglichkeit zu zeitlichen Veränderungen. Eine solche Möglichkeit hat keinerlei Eigenschaften. Man kann sie weder krümmen, noch kann man sagen, sie sei endlich oder unendlich. Nur das, was… durch diese Möglichkeit verwirklicht ist, kann gekrümmt sein, endlich oder unendlich sein.“ Im Kapitel „Ein­stein und seine Propheten“ schafft sich Barth langsam jenen Stil, für den er heute im Kreise etablierter Wissenschaft sozusagen „berühmt-berüchtigt“ ist.

In Hinblick auf die Relativitätstheorie meint Barth, indem er Frederick Soddy zitiert (Nobelpreis für Chemie 1921), der anlässlich der Nobelpreisträgertagung in Lindau im Jahr 1954 äusserte, die Relativitätstheorie sei „von höchst transzendenter Art und grenze ans Bizarre und Drollige, sodass die Frage berechtigt ist, wie weit sie überhaupt als Wissenschaft gelten dürfe. Damit begann jener anmassende Schwindel, mit dem diese Theorie belastet wurde, und der meiner Meinung nach endlich einmal gekennzeichnet werden muss als ein Schritt zurück ins Reich der Phantasie und des Mystizismus [Anmerkung 280: F. Soddy, zit. nach Barth: Einstein widerlegt. S.119].

Barth selbst dazu: „Für die physikalischen Zusammenhänge der Natur fehlte ihm (Anm.: Einstein) jedes Verständnis. Philosophisch war er ein Laie. Doch kann ich ihn auch nicht für einen grossen Mathematiker halten, denn er übernimmt nur die fertigen Formeln ande­rer und erfüllt sie mit seinem verworrenen Geist.“ [Anmerkung 281: F. Soddy, zit. nach Barth: Einstein widerlegt. S.131]. Barth bezieht sich damit auf die Tatsache, dass die Grundgleichung der Relativitätstheorie, die Lorentztransformation schon längst vor Einstein bekannt war. „Wo er noch unbegangene Wege vor sich hatte, brauchte er fremde Hilfe.“ [Anmerkung 282: F. Soddy, zit. nach Barth: Einstein widerlegt. S.131/132]. Bemerkenswert ist, dass Einstein selbst einmal sagte, [Anmerkung 283: F. Soddy, zit. nach Barth: Einstein widerlegt. S. 134].  die Relativitätstheorie sei ein „drolliger mathematischer Scherz“.

Und Ernst Mach äusserte: „Die Relativitätstheorie ist nicht mehr als ein geistreicher Apercu“, [Anmerkung 284: F. Soddy, zit. nach Barth: Einstein widerlegt. S. 134]. Die Tatsache, dass Barths kritische Schriften kaum allgemeinen Anklang gefunden haben, haben ihn jedoch nicht dazu bewegt, seine ablehnende Haltung gegenüber Einsteins Relativitätstheorie aufzugeben, sondern Barth führt seine Angriffe mit unnachahmli­cher Hartnäckigkeit und Leidenschaft fort. In seiner Zeitschrift „Wissen im Werden“ liest man zum Beispiel Schlagzeilen wie: „Die Relativitätstheorie – Dilettantismus und Betrug“ [Anmerkung 285: „Wissen im Werden“, Heft A/85, S. 1] oder „Betrug: Einsteins Theorien“ [Anmerkung 286: „Wissen im Werden“, Heft 2/86] oder „Der Witz des Jahrhunderts: alle Einsteinbeweise widerlegen „Einstein“ [Anmerkung 287: „ Wissen im Werden“, Heft 1/88, S. 1] oder „Nie vergessen: Vergessen wir Einstein!“ [Anmerkung 288: „Wissen im Werden“, Heft 2/88, S. 1] oder „Das Ende der Relativitätstheorie – die Lorentztransformation ein Flop“. [Anmerkung 289: „Wissen im Werden“, Heft 88/B, S.4]

Im Jahr 1984 hat Barth neuerlich eine knapp 100 Seiten umfassende Schrift zum Thema „Relativitätstheorie“ verfasst und auch eigenhändig gedruckt. Diesmal schon in seinem neuen Domizil, dem „Haus Bradley“ in Zwingendorf in Niederösterreich, ei­nem ehemaligen Zollhaus nahe der Grenze zur CSFR. Der Titel dieser Arbeit: „Die Relativitätstheorie – Dilettantismus und Betrug“ Hier führt Barth unter anderem aus, dass die sogenannte „relativistische Wurzel“, der „Lorentz-Faktor“ eine längst bekannte Kosinusfunktion ist:

cos ?   =   

(Bradley’s Kosinusfunktion)

Bradley beobachtete, dass die Fixsternörter eine jährliche Ablenkung erfahren. Die Sterne beschreiben kleine Kreise. Die obige Formel beschreibt die Grosse dieses Aberrationswinkels. [Anmerkung 290: Vgl. Barth (1984): „Die Relativitätstheorie – Dilettantismus und Betrug“, S. 36/37].

In dieser Schrift liefert Barth auch das Resultat einer Ableitung der Lorentztransformation mit dem Ergebnis:

c.c = (c v).(c + v)
oder
c² = c² –

Im Unterschied zu seiner heutigen Auffassung war Barth noch zu Beginn der 80-er Jahre der Ansicht: „Damit ist die Lorentztransformation …als mathematisch falsch erwiesen… Mit der Offenlegung dieses Widerspruches fehlt allen Theorien, die mit der Lorentztransformation in Verbindung gebracht werden, also auch der Relativitäts­theorie, die mathematische Basis.“ [Anmerkung 291: Vgl. Barth (1984): „Die Relativitätstheorie – Dilettantismus und Betrug“, S. 42]. Heute, 1992, urteilt Barth darüber in einem persönlichen Gespräch: „Eine Multiplikation mit 1 kann nicht falsch sein, aber sie ist physikalisch und mathematisch sinnlos!“ Darauf wird später noch .näher einzugehen sein. „Heute beurteile ich Einsteingläubige danach, ob sie mit Kritikern zumindest andeutungsweise diskutieren, oder ob sie jeder Diskussion ausweichen, wie Roman Sexl und sein Vorgänger Hans Thirring“. [Anmerkung 292: Vgl. Barth (1984): „Die Relativitätstheorie – Dilettantismus und Betrug“, S. 76]

(Zitatende, Fortsetzung folgt).  
Beste Grüße Ekkehard Friebe

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