39- Dr. Reinhard Schlögl: „Aussenseiter der Naturwissenschaft“

Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der  Abschnitt 39  der Dissertation von Dr. Reinhard Schlögl

Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt: 3.8.2.4 FALLSTUDIE GOTTHARD BARTH, (Fortsetzung).

Zitat:

Wie viele andere Kritiker der Relativitätstheorie, so sieht auch Barth das Hauptpro­blem dieser Theorie in der Einsteinschen Annahme, bzw. Forderung nach der absoluten Konstanz der Lichtgeschwindigkeit. Im Kapitel „Folgerungen der Relativitätstheorie“ untersucht Barth die Konsequenzen, die sich aus den Thesen ergeben und beginnt, „die Theorie ihres mathematisch-formalen Gewandes zu entkleiden.“ [Anmerkung 257: G. Barth (1954): „Relativistische und Klassische Physik“, S.27]  und er lässt sich nicht „von den Relativisten vertrösten, dass bei normalen Geschwindigkeiten, im Alltag, in der Technik, schliesslich alles beim Alten bleibt… Die Relativitätstheorie bietet keinerlei Schwierigkeiten für unser tägliches Leben. Aber sie ist eine kaum zu überwindende Schwierigkeit für unseren Denkapparat. Es kann uns nicht wundem, wenn sich dem nicht relativistisch geschulten Denker die Haare zu Berge stellen.“ [Anmerkung 258: G. Barth (1954): „Relativistische und Klassische Physik“, S.27].

1990 sagte Barth in einer Fernsehaufzeichnung: „Die Relativitätstheorie ist. ein Beispiel dafür (ebenso wie auch die bereits besprochene Wärmetheorie), wie man un­unterbrochen zu logischen Widersprüchen kommt. Wie kann so etwas Irrationales jahrzehntelang als „exakte Wissenschaft“ weitergegeben werden?… Zunächst (als Stu­dent) zweifelte ich daran, ob mein eigenes Denken logisch, rational ist… eigentlich hat mich unser Pfarrer dazu veranlasst, mich näher mit der Sache zu befassen.“ Lo­gische Probleme sah Barth zum Beispiel häufig bei der Interpretation des Ergebnisses des Michelson-Versuches: „Der Michelson-Versuch ist negativ, daher nimmt der Äther das Licht nicht mit; und zwar deshalb, weil es keinen Äther gibt… Genau dasselbe gilt… für das Feld.“ [Anmerkung 259: G. Barth (1954): „Relativistische und Klassische Physik“, S.45]. 

Barth setzt fort: „Womit vergleicht nun Einstein die auf der Erde gemessene Geschwindigkeit? Offensichtlich mit der Geschwindigkeit des Lichtes im elektromagnetischen Feld. Ich sehe daher nicht ein, was wir durch diese Umbe­nennung gewinnen. Denn wenn wir den Äther leugnen und nichts Gleichwertiges an seine Stelle setzen, dann haben wir im Michelson-Versuch nur eine einzige Lichtge­schwindigkeit, die wir mit nichts vergleichen können. Wir müssen daher an einem Weltfeld festhalten, in dem sich das Licht, genau so wie im Maxwellschen „ruhenden Weltäther“, nach allen Seiten gleich schnell ausbreitet. Dass die Lichtgeschwindigkeit im Feld genauso hypothetisch ist wie die Lichtgeschwindigkeit im Äther, ist gewiss. Höchst sonderbar sind aber die weiteren Überlegungen Einsteins… Aus einer Messung der Lichtgeschwindigkeit in einem einzigen Bezugssystem lässt sich die absolute Kon­stanz dieser Geschwindigkeit in allen Systemen nicht beweisen. Wir haben keinerlei Anlass, dieses sonderbare Prinzip zu postulieren.“ [Anmerkung 260: G. Barth (1954): „Relativistische und Klassische Physik“, S.48]. 

Barth argumentiert, die Rela­tivitätstheorie würde den Äther als das bevorzugte Weltfeld leugnen, jedoch nehme sie den geleugneten Äther, das nichtvorhandene Weltfeld zum Anlass, das Postulat der absoluten Konstanz der Lichtgeschwindigkeit aufzustellen. Die Relativitätstheo­rie vergleiche eine real gemessene Lichtgeschwindigkeit mit einer Geschwindigkeit in einem nichtexistierenden Medium und setze diese beiden Geschwindigkeiten einander gleich. „Obwohl im Michelson-Versuch nur eine einzige Lichtgeschwindigkeit beobach­tet werden kann, behaupten die Relativisten doch, dass die absolute Konstanz der Lichtgeschwindigkeit eine Beobachtungstat­sache sei. Beobachtet ist die eine Hälfte des Versuches. Die andere ist aus der Theorie erschlossen.“ [Anmerkung 261: G. Barth (1954): „Relativistische und Klassische Physik“, S.48]

Barth analysiert sodann die Lorentz-Transformation, die ja ebenfalls auf Grund des negativen Ausganges des Michelsonversuches  in die Physik eingeführt wurde. Der erste Versuch, den Widerspruch zwischen Theorie und Beobachtung zu lösen, war die Lorentz-Kontraktion: „Wenn wir von Lorentz-Kontraktion sprechen, dann sind wir dabei der festen Überzeugung, dass es irgendein Verfahren geben muss, mit dem man diese Verkürzung aller Längen nachweisen kann… Da wir jedoch nur materielle Maßstäbe haben, die alle der Lorentzkontraktion unterliegen, können wir diese Verkürzung vorläufig nicht feststellen. Die Längen sind also verschieden, wir können diese Verschiedenheit nur nicht beobachten.“ Barth vergleicht dies mit der Messung der Kanten eines rechteckigen Tisches mit einem Gummiband als Maßstab. Eine derartige Messung könnte das Ergebnis haben, dass alle Seiten gleich lang sind (aus einem rechteckigen Tisch könnte durch blosse Messung ein quadratischer werden).

Bezüglich der Bewegungsgleichung: Geschwindigkeit = Weg : Zeit stellt Barth zunächst (trivialerweise) fest, dass es zum Zwecke der Konstanthaltung der Geschwin­digkeit nötig sei, bei einer Veränderung des Weges auch die Zeit zu verändern. Barth meint sodann, das eigentliche „Wunder“ der Relativitätstheorie sei die Veränderung der Zeiten. „Dadurch wird erst die absolute Konstanz der Lichtgeschwindigkeit ver­wirklicht… dazu hat Einstein einen neuen Zeitbegriff eingeführt, die relative Zeit.“ [Anmerkung 262: G. Barth (1954): „Relativistische und Klassische Physik“, S.53].

(Zitatende, Fortsetzung folgt).

Beste Grüße Ekkehard Friebe 

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