36- Dr. Reinhard Schlögl: „Aussenseiter der Naturwissenschaft“
Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der Abschnitt 36 der Dissertation von Dr. Reinhard Schlögl.
Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt: 3.8.2 FALLSTUDIE GOTTHARD BARTH, (Fortsetzung).
Zitat:
Das revolutionäre Dampfturbinentriebwerk von Lösel von 1943:
Barth berichtet, dass sich Lösel nicht mehr an die Thesen der, wie er meinte, falschen Theorie hielt und ein Triebwerk konstruierte, das einen Wirkungsgrad von über 60% hatte. Revolutionär dabei war (entgegen der Theorie von Clausius), dass Lösel das Temperaturgefälle nicht vergrösserte, sondern – im Gegenteil – um zwei Drittel reduzierte. Das Triebwerk arbeitet mit Betriebstemperaturen zwischen 350 – 500 Grad Celsius. Nach der Theorie von Clausius wäre hier nur ein Wirkungsgrad von max. 19% möglich.
Barth resümiert: „Der Löselmotor übertrifft das falsche Ideal um ein Vielfaches. Damit wird die Clausius’sche Formel auch technisch widerlegt und meine energetische Wärmetheorie bestätigt… dass Wärmekraftmaschinen weit unter ihrem Ideal bleiben, folgt nicht aus einer Minderwertigkeit der Wärmeenergie. Die Maschinen sind minderwertig.“
Barth meint, die falsche Theorie hätte in den letzten hundert Jahren die Technik der Wärmekraftmaschinen in eine völlig falsche Richtung gelenkt. Das beweise Lösel. Der Wirkungsgrad hänge nicht von der absoluten Temperatur, sondern nur von der Temperaturdifferenz und vor allem davon ab, wie die zugeführte Wärme verwertet wird. Barth: „Nach diesem Prinzip hat Lösel sein Dampfturbinentriebwerk entwickelt, nachdem ich ihn (durch Mayers falsche Rechnung) davon überzeugt hatte, dass die Formel von Clausius für den Wirkungsgrad mit absolutem Nullpunkt falsch ist.“
Die Mechanik der Wärmekraftmaschinen:
Barth diskutiert hier die Ausnützung des „simplen“ Effektes der Volumsänderung bei Temperaturänderung zum Beispiel im Falle eines Metallstabes. Durch die Volumsveränderung könne etwa ein Gewicht gehoben werden. (Sowohl bei Erwärmung als auch bei Abkühlung). Bei derartigen Maschinen werden zwar grosse Kräfte wirksam, die Verschiebungen (vor allem bei festen Körpern) sind aber sehr gering, da der Ausdehnungskoeffizient fester Körper sehr klein ist. „Nach der mechanischen Theorie dagegen ist erstens nur die Volumsvergrösserung mit Arbeitsleistung verbunden und zweitens kann nach dieser Theorie nur aufgenommene „Wärme“ in mechanische Arbeit umgewandelt werden. Die gleiche Schwierigkeit haben wir beim Wasser, wo die Zufuhr von „Kälte“, also wieder die Wärmeabgabe, unter 4 Grad Celsius zu einer Volumsvergrösserung und zu mechanischer Leistung führt. Beim Gefrieren werden unter Wärmeabgabe ganz gewaltige mechanische Kräfte wirksam. Über solche Widersprüche geht die mechanische Theorie grosszügig hinweg.“ Barth weist auch noch auf eine andere Möglichkeit hin: auf Maschinen, die mit erhitzten Flüssigkeiten als Medium (analog einer Dampfmaschine) betrieben werden. In der Nähe der „kritischen Temperatur“ erreichen Flüssigkeiten Ausdehnungskoeffizienten, die jene des „idealen Gases“ sogar übersteigen. So ist zwischen 0 Grad Celsius und 30 Grad Celsius der Ausdehnungskoeffizient von flüssigem CO2 0.017. Barth meint, dass man auf diese Weise von hohen Temperaturen und Drücken der Wasserdampfmaschinen abkommen könnte. [Anmerkung 249: G. Barth. „Wirkungsgrad und absolute Temperatur“, Wissen im Werden 11/1975, vgl. S. 79].
Medien, die bei Umgebungstemperatur bereits hohe Dampfdrücke erreichen, deren kritische Temperatur also in diesem Bereich liegt, gäben die Möglichkeit, die natürlichen Temperaturdifferenzen unserer Umgebung, oder konzentrierte Sonnenenergie auszuwerten. So Barth sinngemäss im Jahr 1975.
Ebenso häufig wie bei seiner Kritik der Relativitätstheorie, so richtet Barth auch in diesem Bereich der Physik heftige Angriffe gegen die zu grosse Dominanz der physikalischen Mathematik: „Es wäre an der Zeit, die Bedeutung der Mathematik in der Physik auf ein legitimes Maß zurückzuführen. Der Anspruch der mathematischen Physik, dass etwas mathematisch Bewiesenes auch richtig sein muss, wird durch die mechanische Wärmetheorie eindeutig widerlegt.“
Barth ist davon überzeugt, dass in Zukunft noch wesentliche Verbesserungen der mechanischen Wärmekraftmaschinen möglich sind, wie Lösel gezeigt hat. Er verweist auch auf die Benzol-Wasserdampfmaschinen von….. Doczekal. Die Zukunft solle in der weiteren Erforschung und Nutzung der molekularen Energie liegen. So werden, argumentiert er, im lebenden Organismus Wirkungsgrade bis zu 75% ohne hohe Temperaturen erzielt. Vor allem die direkte Umsetzung der Wärmeenergie in elektrische Energie biete noch ein hoffnungsvolles Feld der Forschung. „Sicher ist, dass hier völlig neue Wege beschritten werden müssen, Wege, die vielfach durch die falsche Theorie versperrt waren.“ Die Kernenergie bezeichnet Barth übrigens als „verantwortungsloses Verbrechen“ [Anmerkung 250: G. Barth. „Wirkungsgrad und absolute Temperatur“, Wissen im Werden 11/1975, vgl. S. 81].
(Zitatende, Fortsetzung folgt)
Beste Grüße Ekkehard Friebe