30- Dr. Reinhard Schlögl: „Aussenseiter der Naturwissenschaft“

Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der  Abschnitt 30  der Dissertation von Dr. Reinhard Schlögl
Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt: 3.3.2.4 Ing. Harald Kretzschmar.
Zitat: 
3.3.2.4 Ing. Harald Kretzschmar:
Kretzschmar ist hauptberuflich im mittleren Management der Elektronikindustrie tätig. Er betreibt die Wissenschaft als Hobby: „Ich war früher in erster Linie prak­tizierender Wissenschafter und bin erst später „zur Theorie“ gekommen… auf Grund meiner Versuche und meiner eigenen Theorien… bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Relativitätstheorie falsch sein muss. Viele Wissenschafter meinen heute, dass die Relativitätstheorie schwer verständlich ist. Nun: Unlogik ist nun einmal schwer verständlich… Ich habe versucht, die Fehler aufzuzeigen. Da die Schulwissenschaf­ter normalerweise nicht darüber reden wollen, war ich gezwungen, einen ungewöhnli­chen Weg zu wählen: Ich hatte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Annonce veröffentlicht, in der ich einige Punkte angeführt habe, dass die Relativitätstheorie auf Fehlern aufgebaut ist.“ Im Wesentlichen bemängelt Kretzschmar drei Fehler: Er­stens kritisiert er, dass der Grundansatz der Relativitätstheorie, die Lorentztransformation falsch sei, da diese seiner Ansicht nach einen Vorzeichenfehler beinhalte. Da die Lorentztransformation die mathematische Formulierung der Relativitätstheorie ist, betreffe das also die Relativitätstheorie. Der zweite „Fehler“, den Kretzschmar nachzu­weisen glaubt, ist, dass die Lorentztransformation „mathematischer Hokuspokus“ sei: „Wenn man zwei einfache Kontrollrechnungen durchführt, merkt man, dass die End­ergebnisse unsinnig sind.

Der dritte Punkt ist, dass Einsteins „einfache Ableitung“ sehr einfach durchschaubare Rechenfehler beinhaltet… So bin ich durch diese meine Untersuchungen auf die zwangs­weise Falschheit der Relativitätstheorie gekommen, wobei ich von Überlegungen zum Thema Gravitation und Magnetismus ausgegangen war… die Widerlegung der Relativitätstheorie war für mich sozusagen ein „Abfallprodukt“. Meine eigentliche Materie: die Gravitation und den Magnetismus habe ich in meinem Buch „Die Ganzheitstheorie“ ausführlich behandelt. [Anmerkung 92: Auf diese Theorie werde ich etwas später eingehen]

„Was die Relativitätstheorie betrifft, so besteht heute grundsätzlich das Problem, dass man sehr schwer mit den Wissenschaftern ins Gespräch kommt, weil sie einfach zur Zeit leider mehr an die Relativitätstheorie glauben als an Gott… die Wissenschaf­ter wollen nicht… diskutieren und sind einfach der Meinung: die Wissenschaft müsse stimmen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf… und viele Wissenschafter gehen heute nach dem Motto vor: ‚Mist muss einfach deshalb gut schmecken, weil sich doch eine Million Fliegen nicht irren können!'“

Bei seiner Eröffnungsansprache zum Münchner Kongress 1987 sagte Kretzschmar: „Aus Sicht der Schulwissenschafter sind alle hier anwesenden Wissenschafter… Spin­ner, weil sie unser heutiges Weltbild in Frage stellen wollen… das ist aber wichtig in Hinblick auf die Technologie, die Gesundheit, die Umwelt… Wir müssen nicht nur die Relativitätstheorie diskutieren und kritisieren, …wir wissen heute auch noch gar nicht, was Gravitation überhaupt ist; darüber müssen wir nachdenken. Ein Anliegen von uns ist es, dass die Wissenschaft wieder versucht, etwas intensiver an unserem grundsätz­lichen Weltbild zu arbeiten, und sich nicht… mit unsinnigen Versuchen befasst… wir wollen also versuchen, einen neuen Weg zu wählen.

Dieser Weg ist nicht einheitlich vor­gegeben. Sie sehen hier eine ganze Anzahl von Wissenschaftern, die teilweise ähnliche Ideen haben… jedenfalls haben diese Wissenschafter eines gemeinsam: sie wollen neue Impulse und Anregungen geben… Die Wissenschaft muss endlich wieder aus ihrem Dornröschenschlaf aufwachen und… neue Wege gehen. Es muss möglich sein, dass wir mit den Schul Wissenschaftern ins Gespräch kommen, sodass wir eine Chance haben, an (möglicherweise falschen) Theorien zu rütteln. Dann muss es die Möglichkeit geben, dass man überhaupt über diese Theorien offen und ehrlich spricht… sodass man für die Zukunft die Chance hat, einiges besser zu gestalten…“ [Anmerkung 93: H. Kretzschmar in R. Schlögl (1988): „Aussenseiter der Wissenschaft“, Radiokolleg]

Publikationen:
Kretzschmar, 1987: „Die Ganzheitstheorie“, E.V./Ulm: Hier stellt Kretzschmar die These auf, dass sich sämtliche Materie auf Felder zurückführen und durch sie erklären lässt. Das bedeutet: Alle Grundbausteine der Materie, also Protonen, Neutronen, Elek­tronen, Photonen usw. lassen sich durch Felder erklären. Diese elektromagnetischen Felder senden nun ihrerseits elektromagnetische Felder aus, die sich als untereinan­der anziehend auswirken, wodurch sich nach Ansicht Kretzschmars „Gravitation“ ganz einfach erklären lässt. Kretzschmars Ganzheitstheorie geht davon aus, dass sowohl im Mikro-, als auch im Makrokosmos die gleichen Gesetzmässigkeiten herrschen, da beide Bereiche miteinander in unmittelbarem funktionellen Zusammenhang stehen. Es han­delt sich dabei um den Versuch, die gesamte Welt auf elektromagnetische Phänomene bzw. auf das Fliessen von Strömen zurückzuführen:

„Alle… Wirkungen und Gesetzmässigkeiten der Natur, wie beispielsweise Magnetismus, Lichteffekte, die Keplerschen Gesetze, die Heisenbergsche Unschärferelation und vie­les andere mehr, lassen sich durch diesen einfachen Bauplan der Natur beschreiben, der… ohne das angebliche Vorhandensein von vielen… verschiedenen Grundbaustei­nen auskommt. Im letzten Schritt werden wir diese wenigen elementaren Grossen, wie Energiefluss, Raum und Zeit nur noch auf eine einzige naturwissenschaftliche Grosse zurückführen können…“  [Anmerkung 94: H. Kretzschmar (1987): „Die Ganzheitstheorie“, Aufsatz zum „Int. Kongress für Relativität und Gravitation 1988″/ München. Anm: Eine solche radikale Form der „Zurückführung“ ist als Reduk­tionismus zu bezeichnen. Jedoch: Ein wenig erinnert derartiges Denken – im positiven Sinn – an das Gedankengebäude des kroatischen Physikers und Naturphilosophen  Rudjer Boskovic, der ja ebenfalls von der Idee durchdrungen war, die Welt sei von einem einzigen Prinzip her abzuleiten; und es liessen sich hier noch viele ähnliche Beispiele anführen.]   

(Zitatende, Fortsetzung folgt)
Beste Grüße Ekkehard Friebe

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