28- Dr. Reinhard Schlögl: „Aussenseiter der Naturwissenschaft“
Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der Abschnitt 28 der Dissertation von Dr. Reinhard Schlögl.
Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt: 3.3.2.3 Dipl. Ing. Ekkehard Friebe (Fortsetzung):
Zitat:
Friebe gibt Anregungen, wie die Maxwell’sche Theorie überwunden werden könne. Ferner wird gezeigt, dass eine ballistische Auffassung, wie sie Newton und viel später (etwa 1910) Walther Ritz vorgeschlagen haben, optimale Ergebnisse liefert. Anregung für diese Arbeit war für Friebe u. a. Poppers „Logik der Forschung“, in der Popper nachgewiesen hatte, dass die modernen Forschungs-Methoden oft eine konsequent logische Verfahrensweise vermissen lassen. Friebe führt hier sowohl die mathematische, als auch die experimentelle Analyse durch und stellt in letzterer fest, dass zwar die Ausbreitungsgeschwindigkeit elektromagnetischer Erscheinungen auf Grund vieler Versuche derjenigen des Lichtes entspricht. Die Richtigkeit der Annahme eines Äthers, magnetischer Monopole und elektromagnetischer Wirbel ist dagegen äusserst zweifelhaft. Eindeutig falsch ist nach Friebes Untersuchungen die Definition der magnetischen Kraftrichtung, sodass die Maxwell’schen Gleichungen mit einzelnen Erfahrungstatsachen im Widerspruch stehen. Dies betrifft vor allem das Nahfeld bei Sende-Dipolen. [Anmerkung 78: E. Friebe (1985): „Analyse des physikalischen Aussagegehalts der Maxwellschen Elektrodynamik“, S. 24]
Friebes „Anregungen für die Schaffung einer neuen Elektrodynamik“ lassen sich so zusammenfassen: Er glaubt, gezeigt zu haben, dass eine einfache Modell-vorstellung alle wesentlichen elektromagnetischen Erscheinungen auf klassische Weise zu erklären gestattet. Wesentlich dabei ist die Beschreibung der Faraday’schen elektrostatischen Feldlinien als reale, korpuskular aufgebaute Ketten von Elementarteilchen, die als Po/-Elektronen bezeichnet werden. Jedes Pol-Elektron stellt dabei eine Paarbildung von einem Elektron und einem Positron dar. Ferner ist entscheidend, dass magnetische Erscheinungen als dynamische Vorgänge betrachtet werden, deren zeitliches Verhalten von Anfang an zu verfolgen ist. Herkömmliche Methoden, von denen auch die Maxwellsche Theorie ausgeht, beschreiben einen elektrischen Strom als unendlich kleines Stromelement, das von jeder Quelle isoliert angenommen wird. Dadurch entsteht eine echte Lücke in der Beschreibung des zeitlichen Ablaufes, die auch durch Integration nicht überbrückt werden kann. Dies hat zahlreiche Schwierigkeiten der derzeitigen Elektrodynamik zur Folge.
Friebe glaubt, mit dieser neuen Modellvorstellung diese Lücke geschlossen zu haben und hat damit „erstmalig eine Beschreibung vorgeschlagen, die dem Prinzip „actio = reactio“ gerecht wird. „Dieses Prinzip, das nicht nur bei klassisch-mechanischen, sondern auch bei elektrostatischen und magnetischen Vorgängen zweifelsfrei durch die Erfahrung bestätigt ist, ist unabdingbare Voraussetzung, um Kraft-, Energie- und Leistungszuordnungen im Bereich der Elektrodynamik fehlerfrei zu beschreiben. Es verbleibt jetzt die Zielsetzung, die beschriebene Modellvorstellung in eine mathematische Form zu übersetzen. Dabei dürften die theoretischen Ansätze für Wellen-Leiter, die ausschliesslich symmetrische Verhältnisse voraussetzen (gleichwertige positive und negative Ladungen), eine wertvolle Hilfe sein.“ [Anmerkung 79: E. Friebe (1985): „Analyse des physikalischen Aussagegehalts der Maxwellschen Elektrodynamik“, S. 38]
Friebe, 1985: „Wurde Albert Einstein das Opfer der Wissenschaftler seiner Zeit?“, Zeitschrift „Erfahrungswissen- schaftliche Blätter“, München, Heft 2.
Friebe, 1987: „Irrtümer in der Elektronentheorie?“, Zeitschrift „Raum und Zeit“, Heft 30/1987: Auch hier befasst sich der Autor wieder mit der Frage der Geschwindigkeitsabhängigkeit der Masse, die er als den „kostspieligsten Irrtum der Physikgeschichte“ bezeichnet.
Friebe, 1987: „Wo liegen die ursächlichen Irrtümer in der theoretischen Thermodynamik?“, Zeitschrift „Raum und Zeit“, Heft 28/87: Dieser Aufsatz sollte ursprünglich in der Zeitschrift „Sonnenenergie“ [Anmerkung 80: Herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie, e.V., München], erscheinen. In dieser Zeitschrift war eine heftige Diskussion über die theoretischen Grundlagen der beiden Hauptsätze der Thermodynamik entbrannt. Das Thema wurde offenbar so heiss, dass der Präsident der DGS, Dr. H. Selzer aus Bremen, von seinem Weisungsrecht gegenüber der Redaktion Gebrauch machte und keine weitere Stellungnahme zum Thema Thermodynamik mehr zuliess. Begründung: Die Diskussion über die Richtigkeit der Hauptsätze der Thermodynamik habe mit den regenerativen Energiequellen direkt nichts zu tun. Dazu Friebe: „Diese Logik entspricht etwa einem Mann, der ein Haus bauen will und zum Architekten sagt: „Schweifen sie nicht ab mit Ihren Diskussionen über die Beschaffenheit des Grundes, auf dem ich mein Haus bauen will. Die Beschaffenheit des Grundes hat mit meinem Hausbau direkt nichts zu tun.“ [Anmerkung 81: E. Friebe (1987): „Irrtümer der Elektronentheorie“ in „Raum & Zeit“, 28/87, S .82]
Für Friebe war diese Logik ebenfalls nicht nachvollziehbar, weshalb er sich an „Raum und Zeit“ wandte. Das Ergebnis der Untersuchung Friebes: „Ähnlich wie in anderen Bereichen der Theoretischen Physik, ist auch in der Thermodynamik der Glaube an die Unfehlbarkeit der Mathematik die Ursache zahlreicher Fehldeutungen.“ [Anmerkung 82: E. Friebe (1987): „Irrtümer der Elektronentheorie“ in „Raum & Zeit“, 28/87, S. 84]
Wo die ursächlichen Irrtümer in der theoretischen Thermodynamik liegen?: „Ausgangspunkt ist einerseits ein grundsätzliches Missverständnis des 1. Hauptsatzes (Energieerhaltungssatz). Er besagt lediglich, dass Energie weder aus dem Nichts hervorgezaubert, noch in ein Nichts verwandelt werden kann. Dieser Satz folgt zwingend aus dem Kausalitätsprinzip, ohne das eine exakte Wissenschaft überhaupt nicht möglich erscheint.“ [Anmerkung 83: E. Friebe (1987): „Irrtümer der Elektronentheorie“ in „Raum & Zeit“, 28/87, S. 85]
Friebe stimmt hier den Ausführungen Schmidts zu, der im Jahr 1987 anlässlich des erwähnten Münchner Kongresses erklärte: „Der Energieerhaltungssatz ist ein reines Axiom zur Bilanzierung.“ Das zweite Missverständnis (und zwar das bedeutsamere) läge im 2.Hauptsatz der Wärmelehre begründet. Durch die in dieser Arbeit aufgezeigten Irrtümer sei die Thermodynamik in sich widersprüchlich und es Hesse sich zeigen, dass aus einer mathematisch formulierten Theorie mit inneren Widersprüchen „jeder Unsinn abgeleitet“ werden könne. „Auch experimentelle Bestätigungen einer in sich widersprüchlichen Theorie sind unmöglich. Denn jedes Experiment zugunsten der Theorie ist – wegen der inneren Widersprüche – gleichzeitig ihre eigene Widerlegung.“ Für neuere Alternativen zur Nutzung von Wärme-Energie, bei denen nur kleine Temperaturdifferenzen zur Verfügung stehen, seien die aufgezeigten Fehler ganz entscheidend. Dies treffe vor allem auch für die Anwendung der Sonnenenergie zu. Viel bedeutsamer seien jedoch die fehlerhaften Folgerungen aus dem falsch interpretierten 2.Hauptsatz in Hinblick auf die Theoretische Physik. Der Energiebegriff sei dort „ganz in Unordnung geraten“. [Anmerkung 84: E. Friebe (1987): „Irrtümer der Elektronentheorie“ in „Raum & Zeit“, 28/87, S. 85]
So sei die Planck’sche Formel E = h.ny niemals experimentell bestätigt worden; sie beruhe sowohl in ihrem theoretischen Ansatz als auch in der sog. experimentellen Überprüfung auf einer Verwechslung von elektrischer Energie mit elektrischer Spannung.
(Zitatende, Fortsetzung folgt)
Beste Grüße Ekkehard Friebe
- 28. April 2011
- Deutschsprachige Kritik der Relativitätstheorie
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