23- Dr. Reinhard Schlögl: „Aussenseiter der Naturwissenschaft“

Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der  Abschnitt 23  der Dissertation von Dr. Reinhard Schlögl

Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt: 3.3.2.2 Dr. Wolfgang Schmidt (Fortsetzung):

Zitat: 
Schmidt führt nun diesen Beweis, dem er sechs Voraussetzungen und zwei Behaup­tungen zugrundelegt und diese Behauptungen dann Schritt für Schritt beweist. Bei der Diskussion der Konsequenzen äussert Schmidt die Überzeugung, dass Einstein mit seiner Behauptung „Gott würfelt nicht!“ recht hätte und ebenso mit seiner 1935 an Popper gerichteten Aussage „meiner Meinung nach ist die… statistische Beschrei­bung nur ein Durchgangsstadium“. Und Schmidt meint: „Einstein hatte recht, aber er ahnte wohl nicht, dass er selbst durch die Verwechslung der Bezugsgrössen seinen eigenen Erkenntnissen den Riegel vorgeschoben hat. Ich hoffe, dass die Leser mit mir der Meinung sind, dass es jetzt an der Zeit wäre, den Riegel beiseite zu schieben, das Tor der Erkenntnis zu öffnen und dahinter zu schauen.“
Eine weitere für das Verständnis der wissenschaftlichen Persönlichkeit Schmidts wesentliche Arbeit ist: „Kraftgesetze, die es ermöglichen, die irreversible Evolution exzentrischer Bahnen zu beschreiben“ [Anmerkung 46: Aufsatz von W. Schmidt, erschienen anlässlich der „XXIII. Rassegna Internazionale Ellettronica Nucleare e Aerospaziale“, Rom, März 1976; in „Pro Kausalität und Finalität“, S.27] 

Die Arbeit ist, kurz gefasst, folgenden Inhalts: „Natural control“, Kausalität und natürliche Selektion sind jene drei fundamentalen Prinzipien, die jeder Evolution zugrunde liegen. Das Prinzip der „natural control“ ist eine Alternative zur Relativitätstheorie und bedeutet, dass der dreidimensionale Raum ein „nicht determiniertes Zeitintegral aller Vektoren zwischen allen Körpern ist, die sich relativ zueinander bewegen; die Zeit ist dementsprechend ein Skalar… Ein wesentlicher Gedanke ist hier, dass alle natürlichen Vorgänge, eine irreversible Evolution aufweisen. Jedoch sind die allgemeinen Naturgesetze gegenüber Zeitumkehr invariant. „Wenn nun die so genannten „allgemeinen Naturgesetze“ gegenüber der Zeitumkehr invariant sind und keine in der Natur vorkommenden irreversiblen Evolutionen zu beschreiben vermögen, dann sind sie eben nicht genau genug…“

Schmidt zitiert an dieser Stelle [Anmerkung 47: Aufsatz von W. Schmidt, erschienen anlässlich der „XXIII. Rassegna Internazionale Ellettronica Nucleare e Aerospaziale“, Rom, März 1976; in „Pro Kausalität und Finalität“, S. 27] Max von Laue, der 1942 erklärte: „Eine nicht-kausale Physik – ich meine eine, die grundsätzlich auf die Kausalität verzichtet – ist überhaupt keine Wissenschaft… man suche nach Begriffen, mit deren Hilfe man eindeutige Aussagen machen kann, da man sie nicht hat.!“ Dies ist für Schmidt ein Programm. Er beschreibt nun zunächst geo­metrische Begriffe , mit denen sich eindeutige Aussagen machen lassen: Raum, Ebene, Gerade, Senkrechte; und analysiert sodann den Zeitbegriff und die Richtungskonstanz, präzisiert die Begriffe der Signalgeschwindigkeit und der relativen Geschwindigkeit von Teilchen und definiert den Begriff der Gleichzeitigkeit neu:

„Um exakte Aussagen über die relative Geschwindigkeit von Partikeln – ihre Abstandsänderung pro Zeit – machen zu können, braucht man eine eindeutige Vereinbarung über die Definition der Gleich­zeitigkeit, um die Zeitdifferenz an zwei voneinander entfernten Messtellen bestimmen zu können, wozu immer Signalübermittlungen notwendig sind.“ „Zeit“ ist für Schmidt, wie bereits erwähnt, bloss ein Skalar; den Begriff der Masse versteht er folgendermaßen: „Die Masse , wie auch die Ladung eines Partikels oder eines Objektes ist nicht eine zeitlose Eigenschaft, die man im Inneren des Partikels zu suchen hat, sondern sie stellt eine raumzeitliche Beziehung zu anderen Partikeln oder Objekten dar, die durch die gegenseitige Störung der inneren zeitlichen Vorgänge verursacht wird. Jedem Partikel wird dabei nur ein Proportionalitätsfaktor, der die unterschiedlichen Vorgänge kennzeichnet, zugeordnet.“ Schmidt zum Begriff des „Regelfaktors“: „Eine Masse erteilt anderen Massen Impulse in der Richtung der Abstandsvektoren und in der Grosse der Summe der Gegenimpulse.

Es werden also über räumliche Abstände hinweg Impulse ausgetauscht, und diese Vorgänge benötigen eine Zeit t = s/c… jeder Bewegungsvor­gang steuert irreversibel auf eine optimal geordnete Bahn zu und zwar auf Grund der Wirkung eines bestimmten Faktors; deshalb nennen wir diesen Faktor „Regelfaktor“ oder „control factor“. Mit ihm gelangt die Richtung der Zeit in die Kraftgesetze. Regelnde Vorgänge im Planetensystem: „Nach den Keplerschen Gesetzen sind die Pla­netenbahnen ewig und ohne jegliche Evolution. Alle Versuche der Philosophen, eine notwendige Evolution aus den Gravitationsgesetzen abzuleiten, führten zu spekulativen Hypothesen, die nie lange Bestand hatten. Der Regelfaktor ändert die Umlaufbahnen nur ausserordentlich geringfügig… Die exzentrische Bahn wird allmählich zur Kreis­bahn…“ Schmidt geht nun daran, auf Grund mathematisch-physikalischer Spekula­tionen, die Entstehung von Materie zu erklären und schliesst diese seine Betrachtung:

„Es ist die Zeit, die jeder Impulsaustausch benötigt, die den Lauf der Vorgänge ordnet, und nicht der Mensch. Der Mensch kann nur Störungen hervorrufen, die den Lauf der Vorgänge zu veränderten Ordnungen zwingen, die er meist nicht voraussehen kann. Aber er kann lernen, die Folgen abzuschätzen.“ [Anmerkung 48: Aufsatz von W. Schmidt, erschienen anlässlich der „XXIII. Rassegna Internazionale Ellettronica Nucleare e Aerospaziale“, Rom, März 1976; in „Pro Kausalität und Finalität“, S.36]

(Zitatende, Fortsetzung folgt)
Beste Grüße Ekkehard Friebe

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