12 – Dr. Reinhard Schlögl: „Aussenseiter der Naturwissenschaft“

Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der  Abschnitt 12  der Dissertation von Dr. Reinhard Schlögl.

Kapitel 1: EINLEITUNG  (Fortsetzung), Zitat:

1.11         Die Bestrafung des vom  „rechten Weg“ Abweichenden
Stuhlhofer schreibt dazu: „Als Strafe in der Wgs. betrachte ich negative Äusserungen über Forscher. Also nicht ein Ignorieren (= der Forscher wird überhaupt nicht erwähnt), sondern der Forscher wird erwähnt, …und (es gibt) kritische oder geringschätzige Bemerkungen über ihn. Naheliegend ist die Vermutung, dass es zu sol­chen Bestrafungen kommt, wenn ein Naturforscher Irrtümer vertreten hat…. Es muss sich dabei um einen bedeutenden Naturforscher handeln; nur bei ihnen sind Irrtümer auch der Rede wert. Die Irrtümer unbedeutender Naturforscher bemerkt die Wgs. gar nicht, weil sie auf diese unbedeutenden Naturforscher gar nicht achtet.“ [Anmerkung 50: F. Stuhlhofer (1987): „Lohn und Strafe in der Wissenschaft“, S. 327]

1.12         Der Aussenseiter als Theoretiker
Heute ist es zumeist so, dass Aussenseiter vor allem im Bereich der Theorie zu finden sind; nur selten sind sie im Bereich der Empirie tätig. Ausnahmen bestätigen jedoch diese „Regel“: S. Marinov ist zum Beispiel ebenso eifriger Experimentator, wie W. Schauberger. [Anmerkung 51: Vgl. 3. Kapitel]

Zum Begriffspaar Theorie und Empirie in Hinblick auf die Aussenseiterproblematik meint E. Oeser: „Wenn man sozusagen brav unter einem bestimmten Leitbild einer Theorie Fakten kumuliert, dann ist man kein Aussenseiter… Aussenseiter sind auf jeden Fall Theoretiker… bis hin zu Phantasten und Spinnern, wobei man ja von vorn­herein nie genau weiss, ob eine neue Idee nur eine Phantasie bzw. Spinnerei ist, oder ob sie auch als wissenschaftliche Theorie… umgesetzt und bearbeitet werden kann…. Man sieht es ja den Ideen in ihrem Ursprung nicht an, ob daraus tatsächlich eine „handfeste“ wissenschaftliche Theorie werden kann. Das ergibt sich erst aus dem Wechselwirkungsprozess zwischen Theorie und Experiment – von Theorie und Erfahrung.“ [Anmerkung 52: E. Oeser in R. Schlögl (1988): „Aussenseiter der Wissenschaft“, Radiokolleg]

1.13         Der Aussenseiter als Revolutionär?
Aussenseiter wirken naturgemäss häufig an der Umgestaltung des Normensystems mit. Insofern können sie auch als Revolutionäre bezeichnet werden. Viele „historische“ Aussenseiter haben das geltende Weltbild, die gängigen Gewohnheiten, revolutioniert. All das, was bisher als selbstverständlich gegolten hat, mit dem man bisher Erfolg gehabt hat, wird in Frage gestellt. Plötzlich müssen neue Prinzipien als richtig angesehen werden.

(Zitatende, Fortsetzung folgt)
Beste Grüße Ekkehard Friebe

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