Der Mensch greift ein 1955

 

By Gotthard Barth

Beitrag aus dem GOM-Projekt: 2394 weitere kritische Veröffentlichungen
zur Ergänzung der Dokumentation Textversion 1.2 – 2004, Kapitel 4. 

Der Mensch greift ein / G. Barth. – Unter Tullnerbach [bei Wien],  [Selbstverlag] 1955. 142 S.
(Barth: Die Welt ohne Grenzen. Grundfragen der Physik. 1.) 

Breiter Überblick über Naturwissenschaften, Evolution, Physiologie und mehrere Gebiete der Physik. Erklärt das behauptete Null-Ergebnis des MMV für unbezweifelbar (S. 57-63). Diskutiert die Widersprüche zwischen 3 Positionen:

– Maxwell-Theorie mit Ätherhypothese und der Annahme verschiedener Lichtgeschwindigkeit in verschiedenen Raumrichtungen;
– MMV mit dem erwiesenen Null-Ergebnis und der daraus gefolgerten gleichartigen Lichtausbreitung in allen Raumrichtungen;
– SRT 1905 mit gleicher Lichtausbreitung in allen Raumrichtungen und den Effekten der Längenkontraktion und Zeitdilatation.

"Um beide Behauptungen [Maxwell und MMV] zugleich möglich zu machen, stellte Einstein 1905 seine Relativitätstheorie auf. Trotzdem behaupten die Anhänger dieser Theorie streng positivistisch, daß nur die eine Welt Wirklichkeit sei, nämlich die beobachtete.

Sie nehmen aber die als nicht real erklärte Welt, in der sich das Licht so ausbreitet, wie es die Theorie erfordert, zum Anlaß, das bis dahin geltende Weltbild der Physik völlig umzukehren, Zeiten und Längen zu relativieren" (S. 60).

Diskutiert in Kapitel 8 unter der polemischen Überschrift "Die Natur unverändert durch mathematische Befehle und logische Gesetze" das Verhältnis zwischen Physik und Mathematik (S. 104-126).

Demonstriert an zahlreichen Beispielen, daß mathematischen Aussagen in vielen Fällen keine physikalischen Befunde entsprechen können oder müssen: z. B. negative Größen für Zeit oder Energie oder Anzahlen von Objekten, ferner Quadrierungen einer Temperatur oder einer Geschwindigkeit, und nicht einmal das Quadrat einer Länge (in der Rechnung) muß in dem berechneten Naturvorgang die Wirkung einer Fläche bedeuten. Jede mathematische Beziehung muß erst daraufhin geprüft werden, ob ihr ein physikalischer Befund entspricht oder nicht.

Zitiert die folgende Aussage von Bertrand Russell – leider ohne Quellenangabe (S. 114):

"Die reine Mathematik besteht ganz aus Versicherungen von folgender Art: Ist der und der Satz für jedes Ding richtig, dann ist der und der Satz für dieses Ding richtig. Es ist nicht ihre Aufgabe zu untersuchen, ob der erste Satz richtig ist, oder was dieses ‚jedes Ding‘ ist, für den er richtig ist. Man kann die Mathematik definieren als Wissenschaft, in der wir niemals wissen, worüber wir reden, noch ob das, was wir reden, wahr ist." Schöner kann man es nicht sagen.

Faßt seine Kritik der ungeprüften Behauptung von mathematischen Beziehungen als physikalische Tatsachen zusammen (S. 114): "Die Möglichkeiten der Mathematik sind eben viel weiter als die der Natur. Natürlich findet sich in keinem Lehrbuch etwas von Quadratäpfeln, aber die Physiker reden von gekrümmten Räumen und gekrümmten Zeiten, von negativen Zeiten und negativen Energien; von der Lichtgeschwindigkeit behaupten die Relativisten, daß sie für jeden wie immer bewegten Beobachter gleich groß sei. Das ist nicht minder sonderbar als Quadratäpfel."

Kommentiert die Relativierung der Zeiten (S. 115): "Es widerspricht der Vernunft, unserem logischen Denken und jeder Erfahrung, daß ein einzelnes bestimmt definiertes Ereignis verschiedene Zeitdauer haben kann, je nach dem, von wo aus wir dieses Ereignis beobachten."

Kommt auch auf die Immunisierung der Theorie durch die angeblich Alleinvertretung durch ihre Verehrer zu sprechen (S. 116): "Kurz, ob die Relativitätstheorie richtig ist, darf nur ein überzeugter Relativist entscheiden."

Siehe hierzu auch:
“Wie zu Galileis Zeiten”

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