Chronologie: „1912 E. H. Kennard: Unipolarinduktion“

Ich bringe jetzt die 11. Fortsetzung der Chronologie zur Relativitätstheorie von G.O. Mueller 
(Kapitel 3 der Arbeit: “Über die absolute Größe der Speziellen Relativitätstheorie“). 
Sie finden diesen Beitrag ab Seite 222 unter: http://www.ekkehard-friebe.de/kap3.pdf 

Zitat: 

1912 E. H. Kennard: Unipolarinduktion
KENNARD, EARLE HESSE:
Unipolar induction. In: London, Edinburgh, and Dublin philosophical magazine. Ser. 6, Vol. 23. 1912, Nr. 138, S. 937-941.

Weist nach, daß die Unipolarinduktion nur von der absoluten Drehung abhängt. Die Spezielle Relativitätstheorie kann die Unipolarinduktion nicht erklären. 

1912 W. F. Magie: Principle of relativity
MAGIE, WILLIAM FRANCIS:
The primary concepts of physics. Presidential address, American Physical Society: delivered at Washington, 28. Dez. 1911, before the Physical Society and Section B of the American Association for the Advancement of Science.
In: Science. 1912, 23. Feb., S. 281-293.

S. 291-293: Das Relativitätsprinzip berücksichtigt nicht die Beschleunigung; die Folgen der Beschleunigung eines Systems auf die Lichtausbreitung in ihm sind noch nicht erforscht; Rotation ist eine absolute Bewegung, charakterisiert durch Zentrifugalkräfte und Fixierung der Rotationsachse; es fehlt dem Prinzip universelle Gültigkeit. – Ein vierdimensionaler Raum hat keine Realität. – Niemand kann ernsthaft behaupten, daß der gegenwärtige Zeitpunkt für einen das „Jetzt“, für einen anderen die „Zukunft“ oder für einen anderen „Vergangenheit“ ist.

1912 M. v. Laue: Widerlegung von Einwänden
LAUE, MAX v.:
Zwei Einwände gegen die Relativitätstheorie und ihre Widerlegung.
In: Physikalische Zeitschrift. 13. 1912, 118-120.

Behandelt zwei Kritikpunkte: das behauptete Nachgehen der bewegten Uhr, zugespitzt im Zwillings-Paradoxon; und die von E. Wiechert 1911 vorgeschlagene Unterscheidung zwischen einem „bedingten“ und einem „unbedingten“ Relativitätsprinzip.

Verlegt das Uhren-Nachgehen in die fiktive vierdimensionale Minkowski-Welt, verläßt damit den Erfahrungsraum der Physik, und will die Sache mit den „Weltlinien“ erklären, als seien diese „Weltlinien“ Wege. – Zu Wiechert, der ein „bedingtes“ Relativitätsprinzip vertritt, das ein ausgezeichnetes Bezugssystem vorsieht, das im Äther ruht und Überlichtgeschwindigkeiten zuläßt, vertritt M. v. Laue die Gegenposition.

1913 Sammelband: Das Relativitätsprinzip
Das Relativitätsprinzip. / H. A. LORENTZ, A. EINSTEIN, H. MINKOWSKI; mit Anm. v. A. SOMMERFELD;
Vorw.: OTTO BLUMENTHAL. Leipzig: Teubner 1913.

Enthält drei Beiträge von Lorentz, darunter auch den Teil der Vorträge von 1910 in Göttingen, der sich auf die spezielle Relativitätstheorie bezieht und grundlegende Kritik übt, u. d. Titel: „Das Relativitätsprinzip und seine Anwendung auf einige besondere physikalische Erscheinungen“. Dieser kritische Beitrag ist auch noch in der 2. Aufl. 1915 enthalten, fehlt ab der 3. Aufl. 1920 und war in der engl. Ausgabe nie abgedruckt. 

1913 M. Frischeisen-Köhler: Zeitproblem
FRISCHEISEN-KÖHLER, MAX:
(1) Wissenschaft und Wirklichkeit. Leipzig (usw.): Teubner, 1912. 478 S. (Wissenschaft und Hypothese. 15.)
(2) Das Zeitproblem. In: Jahrbücher der Philosophie. 1. 1913, S. 129-166. – Auszug abgedr. in: Hundert Autoren gegen Einstein. 1931. S. 84-85.

Wissenschaft und Wirklichkeit, S. 326: „Das Prinzip der Relativität fordert ebenso wenig in der erweiterten wie in der engeren Form der klassischen Mechanik die Preisgabe des allgemeinen Zeitbegriffs, da es diesen vielmehr voraussetzt. Differieren zwei mit dem Orte synchrone Uhren verschieden bewegter Beobachter, so liegt in dem Rückgang auf die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit immer das Mittel, die Übereinstimmung in der allgemeinen Zeit wieder herzustellen.“

Zeitproblem, S. 148-152: Bestreitet die allgemeine Geltung des Relativitätsprinzips, verweist hierzu auf die Rotation. Die Relativitätstheorie befindet sich in der Krise: Einstein hat 1911 das Relativitätsprinzip auf Inertialsysteme beschränkt, Konstanz der Lichtgeschwindigkeit aufgegeben, ebenso die Invarianz der Bewegungsgleichungen bei der Lorentz-Transformation.
– S. 158-164: Die spezielle Relativitätstheorie hebt beim Uhren-Paradoxon die Relativität auf; die Theorie kann (S. 164) „die gedankliche Voraussetzung der einen Zeit nicht umgehen“.

(Zitatende) Fortsetzung folgt

Beste Grüße Ekkehard Friebe 

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