Wigbert Winkler: „INTERVIEW MIT G. O. MÜLLER“ (Fortsetzung)

Es folgt nachstehend der letzte, auszugsweise Abschnitt aus der Zeitschrift „Abenteuer Philosophie“  Nr. 124

INTERVIEW MIT G. O. MÜLLER
Das Interview führte Wigbert Winkler

Zitat:

AP: Es wird aber doch ständig von großartigen experimentellen Bestätigungen für die beiden Relativitätstheorien berichtet, auch in der Tagespresse.

GOM: Ja, derartige Versicherungen in den Darstellungen der Theorie und in Meldungen der Tagespresse gibt es haufenweise. Tagtäglich soll die SRT mit E = mc² tausendfach in allen Atommeilern bewiesen werden, außerdem durch den Atomuhrentransport von Hafele/Keating 1972 und durch das heutige Funktionieren des GPS-Systems. Dazu lese man die Kritik der Kritiker in den angegebenen Darstellungen. Dann erfährt man von Werner Heisenberg, dass E = mc² nichts Relativistisches ist, dass Hafele/Keating ihre Atomuhren selbst von Hand nachjustiert haben (wie sie selbst zugeben), und dass für das GPS nur Effekte der Gravitation auf die Atomuhren in den Satelliten einberechnet werden müssen. Im Übrigen fliegt die NASA ihre Raketen unverändert nach Newton.

AP: Welche Bilanz ziehen Sie also?

GOM: Die Haupt-Voraussetzung für die Relativitätstheorie war falsch, die Schlussfolgerungen sind sämtlich falsch oder widersprüchlich oder zirkelhaft abgeleitet, nämlich so, dass sie nichts beweisen können, und da kann das Fehlen von experimentellen Bestätigungen schließlich nicht überraschen.

AP: Wenn die SRT derart grundlegend falsch sein soll – wie konnte sie sich 100 Jahre lang halten?

GOM: Das ist seit 1922 eine reine Machtfrage und von der Mehrheit in der akademischen Physik für sich entschieden: durch den Hinauswurf der Kritiker aus dem Fach und durch die anschließende Unterdrückung, Verleumdung, durch Betrug und den sozialen Terror gegen die Kritiker – wie in dem Büchlein „Hundert Autoren gegen Einstein“ von 1931 beschrieben. Den sozialen Terror gegen die Kritiker kann man heute als Hetze und Pöbelei gegen die Kritiker in vielen Internetforen erleben. Es ist natürlich für Menschen, die an die heilige Theorie glauben, sehr schwer, eine rigorose Kritik zu ertragen, weil sie sich in Gefahr sehen, jahrelang an einen Unsinn geglaubt zu haben. Das möchte sich niemand gern eingestehen, schon gar nicht vor anderen.

AP: Es wird sogar an Universitäten immer wieder argumentiert, dass die Kritik an der Relativitäts­theorie antisemitisch motiviert sei. Kann man dies bestätigen?

GOM: Unsere Dokumentation hat unter den rund 3789 kritischen Veröffentlichungen bisher nur 19 Veröffentlichungen, davon 17 deutschsprachige, als antisemitisch identifiziert. Sie stammen von 15 Autoren, davon 14 deutschen, und alle ihre Veröffentlichungen stammen aus den Jahren 1920 bis 1944. Dies entspricht etwa einem halben Prozent aller bisher nachgewiesenen Dokumente.

Die künftige Auswertung wird noch ein paar weitere Veröffentlichungen als antisemitisch identifizieren, aber mehr als 1 Prozent wird wahrscheinlich nicht zusammenkommen. Damit ist die Verleumdung der übrigen 99 Prozent der kritischen Veröffentlichungen bewiesen.

Wir weisen grundsätzlich sämtliche kritischen Veröffentlichungen nach, also auch antisemitische oder sonst wie ideologisch motivierte, und kennzeichnen diese klar als antisemitisch, sobald als solche erkannt. In unsere Dokumentation wird aber nur aufgenommen, wer physikalisch argumentiert. Damit bleiben alle Texte, die nur politisch hetzen, vor der Tür.

AP: Sie haben Ihre Dokumentation sehr vielen Personen aus Wissenschaft, Medien und Politik geschickt. Wie charakterisieren Sie deren Reaktionen und die Gründe dafür?

GOM: Diese Leute haben fast komplett geschwiegen. Die wenigen Rückäußerungen lassen keine allgemeinen Rückschlüsse zu. Wir nehmen an, dass mehrere verschiedene Motive in ganz unterschiedlichen Verbindungen wirken. Man glaubt den angezeigten Betrug einfach nicht, hält ihn für unmöglich, hält sich selbst für nicht urteilsfähig, für fachlich nicht hinreichend instruiert, hält Fragen der Wissenschaft für Spezialistensache, die man den Spezialisten überlassen sollte, und man kann doch nicht eine allseits anerkannte Theorie und das größte Genie der Weltgeschichte kritisieren wollen, zudem das Einsteinjahr 2005 uns gerade noch einmal eingebläut hat, was wir zu denken haben.

AP: Aus meinen Erfahrungen sind die Arbeiten Einsteins und der relativistischen Apologeten mit argumentativen Brüchen versehen, die sie unverständlich machen. Aber auch die Publikationen der Kritiker sind sehr schwer zu verstehen. Was kann jemand lesen, studieren, der sich Klarheit darüber verschaffen will, was nun wirklich stimmt?

GOM: Die Veröffentlichungen der Kritiker sind tatsächlich sehr unterschiedlich konzipiert und verfolgen die verschiedensten Ansätze. Deshalb ergeht Ihre Frage völlig zu Recht. Man sollte Werke wählen, die sich auf die Kritik einer Theorie beschränken, diese aber in mehreren oder allen Aspekten behandeln. Wir würden empfehlen, nicht nur deutsche Arbeiten, sondern möglichst auch eine englischsprachige Darstellung zu lesen, weil die angelsächsischen Autoren oft eine direkte, pointierte Darstellungsweise pflegen. In deutscher Sprache empfehlen wir deshalb besonders die Bücher von

Walter Theimer (1977 und 2005), Georg Galeczki/Peter Marquardt (1998) und als jüngste Neuerscheinung Egbert Scheunemann: „Irrte Einstein?“ (2008). Wir verweisen auch auf unser Kapitel 8, Teil 8.6 Anhang: Empfehlungen zur einführenden Lektüre.

AP: Was würde sich Ihrer Meinung nach in der Welt verändern, wenn die Fehlerhaftigkeit oder besser gesagt die Nichtigkeit der Relativitätstheorie offiziell anerkannt würde? Vielleicht kann daraus ein wichtiger Grund für die derzeitige Situation abgeleitet werden?

GOM: Alle Leute, die uns heute die Großartigkeit der SRT predigen und irgendwelche Kritik für schlicht verboten erklären, wären bis auf die Knochen blamiert. Für unsere heutige Situation folgt daraus, dass diese Leute alles, aber auch wirklich alles daran setzen werden, ihren zynischen Machtmissbrauch fortzusetzen, um das Eintreten dieses Ereignisses zu verhindern.
„In der Welt“, wie Sie sagen, würde man den Naturwissenschaftlern etwas genauer auf die Finger sehen, man würde vielleicht ein System von Whistleblowern installieren, die Verwendung der Gelder wenigstens ein wenig kontrollieren. In der praktischen Physik würde sich nichts ändern, da die angeblichen Effekte der SRT überall nur hineinmanipuliert worden sind, wie Hafele/Keating ihre Atomuhren selbst nachjustiert haben.
In der Forschung würden die bekannten Tabus fallen, man würde endlich ernsthaft den Ätherwind der Erde erforschen, mehrere Experimente endlich einmal mit den Mitteln der Großforschung wiederholen, z. B. die bisher völlig unbekannte Geschwindigkeit der Gravitationsausbreitung herauszufinden versuchen, die mit Überlichtgeschwindigkeit ablaufenden Effekte auf breiter Basis untersuchen.
Eine ganz neue Epoche der Physik würde eröffnet, die uns bis jetzt durch die zynische Machtaus­übung der Amtsinhaber verschlossen bleibt, weil die seit 1922 nur ihre bevorstehende Blamage aufzuschieben suchen – was ihnen bis heute gelungen ist!

AP: Da der auslösende Grund für die Lorentztransformation und die Relativitätstheorie die Fehlinterpretation des Michelson Morley-Versuches war, müsste deren Richtigstellung den derzeit tabuisierten, aber von der Quantenphysik schon lange erkannten Äther wieder in die Physik einführen. Sehen Sie das auch so und welche Auswirkungen würde dies auf unser Weltbild haben?

GOM: Ja, der Äther war ja nur 15 Jahre weg. Aber seit er wieder zurück war auf der Bühne der Physik, wurde er von den so genannten Fachleuten mit Nichtbeachtung und Nichterforschung bestraft.
Welche Folgen seine ernsthaft e Erforschung haben wird, kann man heute nicht wissen.
Logischerweise müsste mit dem Dualismus-Wellenbild/Teilchenbild irgendetwas geschehen, denn darin steckt eine belastende Inkonsequenz, die man vielleicht einmal auflösen kann.

AP: Nun zur Zukunft des GOM-Projektes: Seit dem letzten Erscheinen der Dokumentation sind schon fünf Jahre vergangen. Wie viele kritische Arbeiten haben Sie bis jetzt gefunden?

GOM: Eine Weiterentwicklung des Projekts hat inzwischen mit der Bilanz über unser Gedankenexperi­ment im neuen Kapitel 9 stattgefunden. Wir haben uns nicht nur die Veröffentlichung der Dokumen­tation zur Aufgabe gestellt, sondern auch ihre Vermittlung in die Öffentlichkeit. Das bindet Kräfte, kostet Zeit.
Die Recherche nach weiteren kritischen Veröffentlichungen hat inzwischen mehr als 5000 Nachweise erbracht. Für uns ist aber intern nicht diese Zahl entscheidend, sondern die Auswertung und die Anzahl der angefertigten Inhaltsreferate: Da liegen wir gegenüber unseren Zielen weit zurück.

AP: Wann gibt es voraussichtlich eine neue Ausgabe Ihrer Dokumentation?

GOM: Das Projekt sollte schon längst eine neue Ausgabe präsentiert haben. Wir sind in Verzug. Seit 2009 sagen wir zu Beginn jedes Jahres: In diesem Jahr kommen wir wieder heraus. Das sagen wir auch 2011.

AP: Welche Umstände müssen gegeben sein, damit G. O. Müller aus der Anonymität tritt und wann erwarten Sie dies?

GOM: Schon vor 2005 war die Beschlusslage bezüglich einer eventuellen Aufgabe der Anonymität ziemlich ablehnend. Das Ergebnis unseres Gedankenexperiments  –  Massenfeigheit als Volksseuche  –  hat diese Option auf null gestellt. Welche Vorteile sollten wir aus der Aufgabe der Anonymität erwarten? Persönliche Kontakte mit solchen Leuten wie diesen Adressaten in unserem Gedanken­experiment wären für uns keine Attraktion.
Wenn an einer deutschen Universität der erste Doktorand der Physik mit einer kritischen Arbeit über die SRT promoviert werden wird, könnten wir ja noch einmal darüber nachdenken. Aber das wird wohl erst die nächste Generation beschäftigen, wenn überhaupt. Vorerst wird es Freiheit und Entwicklung nur im unkontrollierten Internet geben. Mehr können wir und unsere Partner, Herr Ekkehard Friebe und Frau Jocelyne Lopez, nicht erreichen.

AP: Wir danken für das Gespräch.

GOM: Auch wir danken für Ihr Interesse an unserem Projekt. Wir sind gespannt, was Ihre Leser davon halten.

(Zitatende)
Beste Grüße Ekkehard Friebe

Kommentare

  1. herbert sommer 10. April 2011 (20:45 Uhr)

    Obwohl ich das Projekt G.O.Müller für sehr lobenswert halte, möchte ich zu einigen Meinungen von GOM im Interview Folgendes bemerken:

    1. Es geht nicht mehr um die Existenz des Äthers oder des Ätherwindes, sondern um die experimentelle Tatsache, dass man trotz allen Änderungen der Eigengeschwindigkeit des Messgerätes gegenüber eines gegebenen Lichtstrahls immer die “unmöglich” gleiche Geschwindigkeit misst, mit Abweichungen von heutzutage nur einigen cm/sec. Da das erdgebundene Messgerät, durch die Bewegung der Erde um die Sonne, im Laufe eines Jahres eine Abweichung von mehreren km/sec beim ankommenden Licht eines gegebenen Sterns anzeigen müsste, und dies, bis auf kleinste Messfehler von einigen cm/sec, nicht stattfindet, ist eine physikalische Erklärung dafür unumgänglich.

    2. Bei der Messung mit einem Michelson-Interferometer kann das Messergebnis physikalisch nur durch eine entsprechende Längenänderung der Lichtlaufstrecke im Instrument selbst, bei seiner Geschwindigkeitsänderung, vernünftig erklärt werden. Und dies um so mehr, als diese bewegungsbedingte Längenänderung der bewegten Körper von den Maxwellschen Feldgleichungen und deren Lösungen, den retardierten Potentialen, vor den Relativitätstheorien von Lorentz oder Einstein, ganz eindeutig vorausgesagt und als notwendig verlangt wurde.

    3. Der grosse Irrtum von Einstein, der zu allen anderen führte, bestand in seiner Ablehnung des Weltraumes als gemeinsames und ausgezeichnetes Bezugssystems aller Bewegungen, was ihn an eine rationale Erklärung der sogenannten relativistischen Erscheinungen hinderte. Seine missglückten Versuche dialektisch daraus zu entkommen, brachten ihn zu den bekannten Widersprüchen seiner halb mystischen Theorie über Raum und Zeit, die das physikalische Verhalten der Messgeräte bei verschiedenen absoluten Geschwindigkeiten vollkommen ignoriert.

    4. Im Gegensatz dazu steht die rationale und wissenschaftlich streng begründete Lorentz-Theorie, bei der der nicht materielle Äther nur die Rolle des Bezugsystems für die Lichtausbreitung spielt und damit in Allem mit dem Raum selbst gleichzusetzen ist. Dabei muss ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass die Längenänderungen der bewegten Körper bei ihren Geschwindigkeitsänderungen nicht durch den unmöglichen “Ätherwiderstand” eines nicht materiellen Äthers, sondern, wie gesagt, durch die verzögerte Wirkung der Kraftpotentiale, die die einzelnen Bestandteile jedes zusammengestzten Körpers zusammenhält.

    Mit freundlichen Grüssen.
    Herbert Sommer

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