02 – Dr. Reinhard Schlögl: „Aussenseiter der Naturwissenschaft“
Es folgt jetzt in unserer Fortsetzungsreihe der Abschnitt 2 des Vorwortes der Dissertation von Dr. Reinhard Schlögl:
Zitat:
Diese Arbeit soll auch demonstrieren, dass das Phänomen „Aussenseiter der Wissenschaft“, wie Univ.Prof.Herbert Pietschmann einmal sagte, „nur der Schatten des grossen Aussenseiterproblems“ ist und ich will zeigen, dass das vorschnelle Akzeptieren jedes neuen, originellen Aussenseiter-Gedankens ebenso falsch ist, wie dessen schroffe Ablehnung; was letztlich zur Konsequenz haben soll, dass die Grundhaltung der etablierten Wissenschaft ihren Aussenseitern gegenüber, eine Einstellung maßvoller Toleranz sein sollte. Was ja nicht immer der Fall ist.
Im Zuge meiner Nachforschungen stellte ich fest, dass (mit ganz wenigen Ausnahmen) bisher weder das Thema „Aussenseiter der Wissenschaft“ allgemein, noch der Spezialfall „Aussenseiter der Naturwissenschaft“ in der Literatur ausreichend bzw. explizit behandelt worden war. Auf Grund des spärlichen schriftlichen Materials zu entsprechenden wissenschaftssoziologischen, psychologischen und anderen, das Thema betreffenden Fragen, sah ich mich gezwungen, häufig zu Quellen zu greifen, die bislang noch als „unorthodox“ galten: zu Rundfunkaufzeichnungen bzw. Tonbandabschriften von Interviews, die im Rahmen von Hörfunksendungen Verwendung gefunden haben. Da der Zugriff zu diesen Quellen auf mehrfache Weise möglich ist, zum Beispiel über die Schallarchive des Österreichischen Rundfunks, der (dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung unterstehende) „Österreichischen Phonothek“ oder der „Zentralbibliothek für Physik in Wien“, handelt es sich um nachprüfbares, also wissenschaftlich legitimes Quellenmaterial. Zum Teil existieren zusätzlich zu den Sendebändern auch noch Protokollabschriften.
Im Zuge meiner rund vierjährigen Arbeit an diesem Thema lernte ich viele bedeutende und bemerkenswerte Menschen kennen und lernte vor allem, mich völlig vorurteilslos mit mir unbekannten Inhalten auseinanderzusetzen. Meine Recherchen – speziell jene für das dritte Kapitel dieser Arbeit, das der Gegenwart gewidmet ist – führten mich häufig nach Deutschland, speziell nach München, wo ich äusserst informative Gespräche mit dem mittlerweile verstorbenen Physiker Dr. Walter Theimer, dem Physiker Dipl.Ing.Ekkehard Friebe vom Deutschen Patentamt, dem Chemiker Dr.Werner Sachsze und noch vielen anderen in dieser Arbeit behandelten Persönlichkeiten führte. Ich nahm als Beobachter am „Internationalen Kongress für Relativität und Gravitation“ in München (1988) teil, besuchte für mehrere Tage den Physiker und Philosophen Gotthard Barth in seinem „Haus Bradley“ in Zwingendorf nahe der tschechischen Grenze; ich besuchte auch die „PKS“, die „Pythagoras-Kepler-Schule“ des Wasserforschers Walter Schauberger in Engleithen bei Bad Ischl und ich stattete dem Physiker Stefan Marinov einen Besuch in seinem Grazer „Institut für Fundamentale „Physik“ ab. Angeregt durch ein Gespräch mit Prof.Oeser kam es auch zu regem Gedankenaustausch mit Dr.Franz Stuhlhofer nach der Lektüre seines Buches „Lohn und Strafe in der Wissenschaft“, auf das im Rahmen dieser Arbeit mehrfach eingegangen wird und es kam auf Grund einer Intervention von Prof.Oeser auch zu regem Kontakt mit dem Meeresforscher und Ethologen Prof.Dr.Hans Hass. Seiner Person und der von ihm geschaffenen „Energontheorie“ habe ich einen umfangreichen Abschnitt im Rahmen der vorliegenden Arbeit gewidmet.
Um das ohnehin schon sehr umfangreiche Thema nicht noch weiter ausufern zu lassen, habe ich mich dazu entschlossen, das von Univ.Doz.Gerhard Schwarz angedeutete Problem des „Ausklammerns ganzer Kulturkreise“ (dass man also grössere Populationen durch Ablehnung ihres Gedankengutes quasi zu Aussenseitern erklärt) in dieser Arbeit ebenso unberücksichtigt zu lassen, wie all jene Fragen, die mit dem Problemkreis „Frauen in der Wissenschaft“ zusammenhängen. Es geht hier also in erster Linie um den Aussenseiterbegriff in bezug auf Einzelpersönlichkeiten und nicht in bezug auf soziologische Gruppen.
(Zitatende, Fortsetzung folgt)
Beste Grüße Ekkehard Friebe
- 22. Februar 2011
- Deutschsprachige Kritik der Relativitätstheorie
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