Gibt es eine Universität, die das Grundgesetz respektiert?

Folgender Beitrag vom 7. Februar 2010 aus dem Blog von Jocelyne Lopez erscheint mir besonders wichtig.

Zitat:

Gibt es eine Universität, die das Grundgesetz respektiert?

Ich verweise auf einen Austausch in der Diskussion „Unterdrückt die Wissenschaft eine Kritik an der SRT?“ im MAHAG-Forum: 

05.02.10 – Zitat von Mike:

Warum sollten Wissenschaftler Kritik an der SRT unterdrücken? Was sollten sie damit erreichen wollen? Ich lese immer nur, dass sie das angeblich tun, aber nicht, warum sie es denn tun sollten?
[…]
Ich studiere Physik im fortgeschrittenen Semester und ganz ehrlich, bei uns gibt’s sehr viel Diskussionen zu allen möglichen Themen der Physik.
Ich sehe keine Unterdrückung von irgendeiner Theorie. […]

05.02.10 – Zitat von Jocelyne Lopez:

Gibt es in Deiner Uni Professoren oder Dozenten,   

1. die Dich informiert haben, dass die Relativitätstheorie seit 100 Jahren weltweit umstritten ist und stark kritisiert wurde?
2. wurden Dir Autoren und ihre Arbeiten genannt, die die RT kritisiert haben? Wenn ja, welche?
3. stehen Arbeiten von Kritikern in Deiner Uni-Bibliothek zur Verfügung? Wenn ja, welche?
4. Wurden Dir die wichtigsten Einwände der Kritiker vorsgestellt? Wenn ja, welche?
5. Wurden Dir die wichtigsten Experimente der Kritiker vorgestellt? Wenn ja, welche?
6. Hast Du Dich im Unterricht mit den wichtigsten Ansätzen und Argumenten der Kritiker auseinandergesetzt? Wenn ja, welche?
7. Steht in Deiner Uni-Bibliothek die Dokumentation von G.O. Mueller mit Arbeiten von ca. 1300 Kritikern über 95 Jahre zur Verfügung?
8. Hat Dich ein Professor oder ein Dozent auf diese Dokumentation aufmerksam gemacht? Wenn ja, welcher Professor oder Dozent?

Wenn Du alle Fragen mit Ja beantworten kannst, dann studierst Du an einer Uni, die sehr hohe Anspruche an die wissenschaftliche, ethische und freiheitliche Qualität des Wissenstransfers stellt, herzliche Glückwünsche.

05.02.10 – Zitat von Mike:  

Warum sollten sie das tun? […]

05.02.10 – Zitat von Jocelyne Lopez:

Weil sie das müssen.
Aus wissenschaftlichen, pädagogischen, moralischen und rechtlichen Gründen.
Sie dürfen sich den Studenten gegenüber mit keiner Theorie identifizieren und das Gebot der meinungsneutralen Wissenschaftspflege respektieren. Das steht so in unserer Verfassung. Das wird also schon seine Richtigkeit haben, da haben sich schon ein paar kluge Köpfe Gedanken darüber gemacht, meinst Du nicht? Siehe Für die Umsetzung des Grundgesetzes.

Und wenn Du es als Student (noch) nicht verstehst, verstehen es die Menschen, die für den Wissenstransfers, den Erkenntnisfortschritt und die Ausbildung der jungen Generationen die höchste Verantwortung übernehmen müssen. Das verstehen die Menschen, die diese Verpflichtungen im Interesse der Allgemeinheit in der Verfassung verankert haben.

Man kann auch nicht von jedem Studenten erwarten, dass er das Rad neu erfindet. Man muß schon die Studenten darüber informieren, was vor ihnen alles schon war, welche Einwände, welche Argumente, welche Kritikpunkte von Wissenschaftlern an die vorhandenen Theorien schon vorgebracht wurden, man darf sie nicht verschweigen und auslassen. Die hinterhältigste Lüge ist die Auslassung. Wie Karl Popper es lehrte ist die Kritik das Wesentliche in der Wissenschaft. Und jeder Kritiker war vorher auch ein blind ausgebildeter Relativist und musste sich alleine, privat und isoliert sein Wissen über die Unhaltbarkeit der Theorie selbst erwerben. Das muß nicht sein. Warum müsste jeder Student von sich selbst auf die Einwände, Argumente, Interpretationen und Experimente kommen, die qualifizierte Fachleute schon vor ihm vorgebracht haben? Die Studenten haben ein Recht darauf zu erfahren, was für Überlegungen, kritische Gedanken und Experimente über eine Theorie schon existieren. Und wir als Bürger außerhalb der Unis haben ein Recht darauf, dass die Studenten es erfahren dürfen, wir zahlen auch dafür. Und das wird auch schon seine Berechtigung haben, oder? 

(Jocelyne Lopez)

(Zitatende)

Beste Grüße Ekkehard Friebe

Kommentare

  1. Gerhard Kemme 10. Februar 2010 (09:46 Uhr)

    Es gilt der alte Grundsatz: „Wenn Demonstrationen etwas ändern würden, dann wären sie sofort verboten.“ oder „Wenn das Grundgesetz Gerechtigkeit schaffen würde, dann würde man es abschaffen.“ Das Thema ist schwierig, weil es Deutsche Geschichte berührt. Zumindest gab es einmal einen Philipp Lenard, der die RT als „mathematischen Formalismus“ bezeichnete und Zeitdilatation sowie Zwillingsparadoxon waren nur völliger Unsinn – was denn sonst. Dann gab es 100 Millionen Tote und danach war die RT eingeführt. Allerdings gibt es irgendeine Eigendynamik der Wahrheit, dass trotz aller Propaganda mit A.E.-Jahr und diversen Artikeln in allen Medien es doch immer aufs neue durchschimmert wie unsinnig die Relativitätstheorie ist. Die Macht und Herrschaft an den Universitäten ist einseitig von oben dominiert und lässt der Bevölkerung keine reale Mitsprache. Allerdings scheint es Wirkung zu haben, wenn das Bewusstsein einer ausreichenden Zahl von Studenten und Hochschulangehörigen dahingehend sensibilisiert ist, dass offenkundiger Unsinn nicht ohne Protest mitgetragen wird, d.h. gegen die Wahrheit gegenan zu lehren, erfordert immer härtere Zwangsmaßnahmen, die dann schwierig werden, weil auch die Herrschenden Verbündete brauchen.

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