Das Jungbleiben des reisenden Zwillings gegenüber seinem auf der Erde gebliebenen Bruder soll durch Beschleunigungen (positive und negative) während seiner Hin- und Rückreise verursacht sein
Die Forschungsgruppe G. O. Mueller hat in ihrer Dokumentation Kapitel 2, Fehler-Katalog
zahlreiche Fehler der Speziellen Relativitätstheorie (SRT) zusammengestellt.
Nachstehend eine weitere Stellungnahme zum Grundbegriff Bewegung.
Zitat:
E: Bewegung / Fehler Nr. 15
Das Jungbleiben des reisenden Zwillings gegenüber seinem auf der Erde gebliebenen Bruder soll durch Beschleunigungen (positive und negative) während seiner Hin- und Rückreise verursacht sein
Der Zwillingsfehler ist in der Hauptsache als Zeiteffekt behandelt worden; vgl. D 9. Zur Erklärung werden in vielen Darstellungen der Relativistik die während der Hin- und Rückreise auftretenden positiven Beschleunigungen und Abbremsungen (negative Beschleunigungen) als Ursachen behauptet und die Erklärung des Zwillingsfehlers deshalb in die Zuständigkeit der ART abgeschoben. Dieser Ausweg wird nicht von allen Relativisten für richtig gehalten, so z.B. von Kanitscheider 1988, und so ist es für die Kritik sehr komfortabel, diese immer wieder auftretende Argumentation durch einen bekennenden Relativisten als falsch nachweisen zu lassen (S. 134-135):
„Daher scheint es, als ob man die ART brauche, um eine Inkonsistenz der SRT aufzulösen … Es ist jedoch wichtig darauf hinzuweisen, daß, obwohl der Zwilling B in diesem Beispiel natürlich Beschleunigungs- und Abbremsungsphasen durchläuft, die Beschleunigung dennoch nicht die Ursache des asymmetrischen Altern ist. Das kann man sich dadurch klarmachen, daß, wenn B eine vergleichsweise längere Reise durchführt, dabei aber der gleichen Beschleunigung unterworfen wird, der Altersunterschied zwischen den beiden Zwillingen immer größer wird. Wäre die Beschleunigung die Ursache für das asymmetrische Altern, dann müßte es von der Stärke der Beschleunigung abhängen, aber nicht von der Länge der Reise.“ – Anschließend begründet Kanitscheider das reale Jüngerbleiben des Reisenden: „weil er näher am Lichtkegel reist. Je größer seine Reise und je weiter die Entfernung ist, desto größer wird der Altersunterschied sein, den er bei der Rückkehr zu seinem Zwillingsbruder feststellt.“
Kanitscheider vergißt zu erwähnen, daß der Lichtkegel im vierdimensionalen Minkowski-Raum nur auf dem Millimeterpapier der Mathematiker existiert, aber kein Raum der physikalischen Erfahrung ist, und daß der Weg „am Lichtkegel“ nur eine „Weltlinie“ Minkowskis ist, kein Weg im realen Raum der Physik und Astronomie. Kanitscheider verlagert das Problem der Erklärung nicht in die ART, sondern in die Fiktion der Vierdimensionalität.
Über die Irrelevanz der Beschleunigungen in der Zwillingsangelegenheit herrscht seit einigen Jahrzehnten sogar bei vielen wichtigeren Autoren der Relativistik Einigkeit. Ihnen können sich die Kritiker anschließen, in diesem Punkt.
Jeder Leser kann die von ihm benutzten Schriften der Relativisten anhand von deren Lösung für den Zwillingsfehler besonders leicht einordnen. Entweder macht es
(1) einfach die angeblich fehlerfreie Mathematik der Theorie unwiderleglich, oder
(2) die Beschleunigung ist die Ursache, oder
(3) die Lösung findet rein fiktiv auf dem Millimeterpapier der Minkowski-Mathematik statt, mit den verschiedenen „Weltlinien“ der Zwillinge in der physikalisch nicht erfahrbaren vierten Dimension; oder
(4) nach Albert Einstein 1911 (vgl. Fehler D 9) ist es die „unabweisbare Konsequenz der von uns zugrunde gelegten Prinzipien, die die Erfahrung uns aufdrängt“.
Wenn es 1911 schon die Erfahrung gewesen ist und sie sich sogar aufgedrängt hat, dann müßte es damals schon mehrere Fälle von unterschiedlich gealterten Zwillingen (welcher Spezies auch immer) gegeben haben, die bis heute vor der Öffentlichkeit gut geheim gehalten worden sind.
———————————————-
Vgl. Fehler D 9. – Kanitscheider, Bernulf: Das Weltbild Albert Einsteins. München: Beck 1988. 208 S.
(Zitatende)
Den Originaltext zu diesem Zitat finden Sie hier (Seiten 89 bis 90).
Beste Grüße Ekkehard Friebe
- 14. Januar 2010
- Projekt G.O. Mueller
- Kommentare (1)
Ich möchte kurz etwas über Einsteins Lichtuhr sagen. Diese berüchtige Uhr tickt nur in einer einzigen Position wie eine Uhr. Kippt man sie um 90 Grad, läuft das Photon einmal dem einen Spiegel nach und dann dem andere entgegen. Das hat zur Folge, dass die Dauer von einem Tick zum anderen, mal größer, mal kleiner ist. Da hat’s in Einsteins Gehirn wohl nicht richtig „getickt“!!!