Dr. Walter Theimer: «Zum Hintergrund der Relativitätstheorie»
Nachstehend bringe ich eine weitere Leseprobe aus dem bereits genannten Buch:
“Die Relativitätstheorie – Lehre, Wirkung, Kritik“
von Dr. Walter Theimer (Seiten 48 bis 55):
Zitat:
8. Zum Hintergrund der Relativitätstheorie
Bei der Relativitätstheorie geht es im Grunde nicht um eine neue physikalische Theorie, sondern um ein System gleitender Maßeinheiten (Essen 1971). Länge und Zeit werden in Einheiten gemessen, die sich mit v2/c2 ändern. Einstein hat die Längenkontraktion und die Zeitdehnung nicht in der Natur entdeckt. Er hat sie postuliert, weil sonst das Prinzip c = const nicht für die physikalischen Vorgänge durchführbar ist und er sich das Ziel gesetzt hat, diesem Prinzip, das er durch das Michelson-Morley-Experiment bewiesen glaubt, um jeden Preis zum Durchbruch zu verhelfen. Die aus c = const entstehenden Probleme werden, wie es schon Lorentz vorschlug, von der Metrik aus gelöst; die ontologischen Bedenken, die Lorentz noch hatte, fegt Einstein vom Tisch. Ob das eine wirkliche Lösung ist, ist eine andere Frage.
[Fußnote: Dazu Hochgesang (1965): «Liefern Einsteins Theorien aber wirklich Maßsysteme für Raum und Zeit oder werden nicht vielmehr Raum und Zeit den physikalischen Meßmöglichkeiten angepaßt, um bestimmte Meßschwierigkeiten zu beseitigen? Ein Prozeß zur Raum- und Zeitmessung ist in der Relativitätstheorie zu einem Prozeß mit Raum und Zeit geworden.»]
Der Ursprung der Paradoxien
Die als Paradoxien bezeichneten Eigentümlichkeiten der Relativitätstheorie folgen aus der Konstanz und Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit, nicht aus physikalischen Eigenschaften der Objekte. Die Paradoxie haftet am Signal, nicht am Gegenstand (Dessauer 1958, S. 360). Bei c = unendlich geht die Lorentz-Transformation in die Galilei-Transformation über, ohne daß sich an den Objekten das geringste ändert. Die Signalübermittlung erfolgt dann instantan, wie es noch Galilei auch für größere Entfernungen annahm, und es braucht keine Signalübermittlungszeit berücksichtigt zu werden. Die Paradoxien verschwinden. Der Beobachter sieht bei instantaner Nahbeobachtung auch laut Einstein nur seine «Eigenzeit», die mit der absoluten Zeit identisch ist. Wäre die Lichtgeschwindigkeit kleiner als 300000 km/sek, so würde die Übermittlungszeit länger und die Paradoxien würden größer. Man sieht, daß erst das Dazwischentreten des Signals die «relativistischen» Veränderungen bedingt.
Unentrinnbare absolute Zeit
Die Überlegungen über den Signalweg zeigen, daß auch hier die von Einstein verworfene absolute Zeit im Hintergrund steht. Das ist der «Erbfehler», der sich schon von der Vorschrift über Uhrenregulierung durch Lichtsignale herleitet. Die absolute Zeit umrahmt, indes sie bestritten wird, die ganze Relativitätstheorie. Schon die Geschwindigkeit v zweier relativ zueinander bewegter Systeme, eine Fundamentalgröße der Relativitätstheorie, ohne die ja die Bewegung der Systeme gar nicht definiert werden kann, beruht auf der stillschweigenden Voraussetzung einer allgemeinen, absoluten Zeit und auch einer absoluten Länge, denn v = dx/dt, und x wie t werden hier für beide Beobachter gleich angenommen. Auch die relativen Raum- und Zeitmaße, die an die Stelle der absoluten treten sollen, leiten sich daher letztlich von den absoluten Maßen her; sonst hätten sie keinen relativistisch ausdrückbaren Zusammenhang.
(Zitatende)
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Beste Grüße Ekkehard Friebe
- 12. November 2009
- Deutschsprachige Kritik der Relativitätstheorie
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