Dr. Walter Theimer: „Die Axiomatik Einsteins: Gibt es Gleichzeitigkeit?“

Nachstehend bringe ich eine weitere Leseprobe aus dem bereits genannten Buch:
Die Relativitätstheorie  –  Lehre, Wirkung, Kritik
von Dr. Walter Theimer  (Seiten 30 bis 34): 

Zitat:

II. SPEZIELLE RELATIVITÄTSTHEORIE

5. Die Axiomatik Einsteins: Gibt es Gleichzeitigkeit?
Die spezielle Relativitätstheorie beruht auf zwei Axiomen: auf der Kon­stanz der Lichtgeschwindigkeit und dem Relativitätsprinzip. Die aus dem Versuch von Michelson und Morley gefolgerte Konstanz der Lichtge­schwindigkeit für alle wie immer bewegten Beobachter, die den Physikern bis dahin als bloße Störung der Beobachtung durch Mitführung des Welt­äthers, Kontraktion des Meßarms u. dgl. erschienen war, machte Einstein zum Zentralsatz der Physik. Sie war für ihn keine Störung, sondern der Ausgangspunkt aller physikalischen Erkenntnis. Sie ist die einzige beob­achtbare absolute Größe in der Welt. Da nur mit beobachtbaren Größen gerechnet werden soll, sind alle physikalischen Gesetze auf die konstante Lichtgeschwindigkeit abzustellen. Nun kann, bleibt zu bemerken, die konstante Lichtgeschwindigkeit ihre absolute Funktion nur in Verbin­dung mit einer Relativierung der Raum- und Zeitbegriffe übernehmen. In diesem Sinne ist sie nicht so ganz absolut, auch leidet ihre Beobachtbar­keit, die ohnehin im Michelson-Morley-Experiment nur eine schmale Basis hat, unter dieser Zutat.

Das Relativitätsprinzip
Das Relativitätsprinzip im weiteren Sinne ist das Machsche Prinzip, wo­nach eine Bewegung im absoluten Raum nicht feststellbar ist; daher darf die Physik nur mit relativen Bewegungen von Körpern rechnen. Bei Ein­stein folgt aus dem Machschen Prinzip die Gleichberechtigung aller be­wegten Systeme, denn wenn sich der Körper A relativ zum Körper B be­wegt, so bewegt sich, von A gesehen, auch der Körper B relativ zu A, und man kann sowohl den einen als auch den anderen als Bezugskörper der Bewegung wählen. Wenn Kinder glauben, daß die am fahrenden Zug vorbeiziehenden Telegraphenstangen sich bewegen, ist das nach Born (1964, S. 194) gar nicht so falsch; mathematisch kommt man zu dem glei­chen Ergebnis, ob man eine Bewegung des Zugs oder eine Bewegung der Stangen annimmt. Die mathematische Relativität, muß man hinzufügen, schwindet allerdings, wenn man auch qualitative Wesenszüge heranzieht. Dann zeigt sich, daß die Stangen nicht fahren können, der Zug aber fährt. Das Relativitätsprinzip beruht auf der Abstraktion von der Qualität und von den operationellen Definitionen. Es ist rein mathematisch.

Die «kinematische Relativität» hatten u. a. schon Huygens und Leibniz vertreten. Leibniz hatte allerdings hinzugefügt, daß jedem Körper eine eigene «Kraft» zukomme und hierdurch eine Unterscheidung möglich sei. Heute nennt man das die «dynamische» Auffassung. Einstein bleibt bei der rein kinematischen Betrachtung und folgert, daß alle physikalischen Größen vom Bezugssystem abhängen, das die Grundlage ihrer Messung bildet. Den schon bekannten Prinzipien der Reziprozität und Vertauschbarkeit fügt er noch die Relativierung der Raum- und Zeitmaße bei bewegten Systemen hinzu, die aus c = const folgt.

Das Relativitätsprinzip im engeren Sinne ist das klassische: gleiche physikalische Gesetze in allen gleichförmig und geradlinig bewegten Sy­stemen mit variierenden numerischen Werten. Solche Systeme sind Inertialsysteme, d. h. in ihnen gilt das Trägheitsgesetz von Newton, das 1. Gesetz der Mechanik genannt. Beschleunigt und rotierend bewegte Systeme sind keine Inertialsysteme; mit ihnen beschäftigt sich erst die allgemeine Relativitätstheorie. Einsteins zweites Postulat im engeren Sinne knüpft an das klassische Relativitätsprinzip an.

Die spezielle Relativitätstheorie übernimmt aus der klassischen Physik, ausgesprochen oder stillschweigend, noch einige axiomatische Annah­men, so die Geradlinigkeit der Fortpflanzung des Lichts, die Gültigkeit der euklidischen Geometrie und die Konstanz der elektrischen Ladung in je­dem Bewegungszustand.

Damit ist das Programm für die Relativitätstheorie gegeben. Sie will das physikalische Wissen nach einem neuen Prinzip ordnen. Experimen­tell stützt sie sich zunächst nur auf den Michelson-Morley-Versuch und die scheinbare Massenzunahme des Elektrons bei Bewegung in einem elektromagnetischen Feld. Diesen Experimenten gibt sie eine bestimmte Auslegung. Soweit sich Ausblicke auf neue Phänomene ergeben, werden nachträglich experimentelle Beweise für die neue Theorie gesucht. Das Experiment bleibt aber sekundär. Die Relativitätstheorie ist keine Experi­mentalphysik. Sie ist ein Versuch, eine neue Physik um eine a priori fest­gelegte Philosophie herum zu schreiben. Die Relativitätstheorie ist auf Grund der axiomatischen Postulate Einsteins, zum Teil auch Machs (der das gar nicht gerne sah), konstruiert und nur unter diesem Gesichtspunkt zu verstehen.

(Zitatende)

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Beste Grüße Ekkehard Friebe

Kommentare

  1. Kurt Gerhardt 9. November 2009 (19:23 Uhr)

    Guten Tag Herr Friebe,

    ich moechte hier auf den Punkt 5 des von Ihnen zitierten Textes von Herrn Theimer etwas naeher eingehen. Von Einstein steht bekanntlich das Postulat, dass es absolute Gleichzeitigkeit nicht gibt. Nach eigenen Ueberlegungen im Zusammenhang mit einem eigenen Ansatz zur Erklaerung der Gravitation bzw. der konkreten Definition ihrer Kraftfelder und ihrer Eigenschaften komme ich zu dem Resultat, dass diese Behauptung Einsteins fehlerhaft ist. Ich leite dies aus den bekannten und empirisch vielfach belegten Bewegungsformen der Planeten ab. Es handelt sich hier ganz eindeutig und simultane Doppel-bzw. Mehrfachbewegungen der Planetenkoerper zu ihren Bezugssystem. Ich moechte dies am beisiel der Erde als Planet kurz erklaeren:
    Bekanntlich umlaeuft die Erde in einem Jahr die Sonne welche wie in konventionellen Berechnungsverfahren das Bezugssyetem ist. Die Umlaufgeschwindigkeit wird nur als eine translatorische Geschwindigkeit (Bahngeschwindigkeit!) dargestellt. Sie kann jedoch physikalisch korrekt auch als Winkelgeschwindigkeit ( 1,99^-7 rad/s) dargestellt werden. Dazu kommt die simultane Geschwindigkeit ihrer Eigenrotation (7,2925^-5 rad/s). Beide geschwindigkeiten sind permanent und absolut gleichzeitig und dies gilt im Prinzip fuer alle Planeten mit ihren jeweils anderen numerischen Werten. Damit ist das einstensche Postulat der Nichtexistenz absoluter Gleichzeitigkeit ausreichend widerlegt. Auf dieser Grundlage kann man die numerischen Wirkungsgroessen der Gravitation auch ohne Gravitationskonstante und ohne numerische Groesse der Masse, allein aus den geschwindigkeiten berechnen. Grundlage sind die realen Rotationsgeschwindigkeiten der planeten zu ihrem Bezugssystemen. Diesem Verfahren liegt die Betrachtung und Darstellung als Doppelkreisel zugrunde und entsprechend modifizierte Bewegungsgleichungen der klassischen Mechanik (–> Kreiseltheorie). Auf dieser Basis kann nicht nur die Schwerebeschleunigung ohne Gravitationskonstante absolut exakt berechnet werden, sondern auch die Masse eines Planeten wie die kinetische Energie seines Kraftfeldes, seine Raumkruemmung und theoretisch rauemliche Groesse und sogar die Gravitationskonstante selbst mit hoeherer Praezission als der neueste und praezisseste Messwert! Die Einzelheiten dazu sind auf meine obengenannten Hompage veroeffentlicht. Ich gestatte Ihnen hiermit diese ganz, auszugsweise oder auch redigiert mit Quellenangabe zu zitieren.

    Freunbdliche Gruesse
    Kurt Gerhardt

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