{"id":519,"date":"2009-01-10T10:18:17","date_gmt":"2009-01-10T09:18:17","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=519"},"modified":"2009-01-10T10:25:14","modified_gmt":"2009-01-10T09:25:14","slug":"die-naturliche-selektion-der-theoretischen-physiker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/die-naturliche-selektion-der-theoretischen-physiker\/","title":{"rendered":"Die nat\u00fcrliche Selektion der Theoretischen Physiker"},"content":{"rendered":"<p><strong><a title=\"Die nat\u00fcrliche Selektion der Theoretischen Physiker\" href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/SCHMIDT.HTM\">Die nat\u00fcrliche Selektion der Theoretischen Physiker<\/a><\/strong><br \/>\nvon Dr.-Ing. Wolfgang Schmidt (\u00dcberarbeitete Fassung)\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><strong>Quelle:<br \/>\n<\/strong>SCHMIDT, Dr. Wolfgang (1988):\u00a0 \u201eDie nat\u00fcrliche Selektion der Theoretischen Physiker&#8220;,<br \/>\nDPG-Didaktik-Tagungsband 1988, S. 593 &#8211; 599. Hrsg.: Prof. Dr. W. KUHN, Gie\u00dfen<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\"><strong>Zitat:<br \/>\n<\/strong>Wir wollen uns einmal mit den eigentlichen Ursachen der gef\u00e4hrlichen Nuclearkriminalit\u00e4t und der verbreiteten Forschungsmogeleien, die durch ein ausgekl\u00fcgeltes System von abh\u00e4ngigen anonym bleibenden und nicht fachkompetenten Gutachtern vertuscht werden, ganz emotionsfrei besch\u00e4ftigen und versuchen, die nat\u00fcrlichen Kausalzusammenh\u00e4nge aufzukl\u00e4ren. Schimpfen hat keinen Zweck, man mu\u00df die Dinge so sehen, wie sie sind. Nur dann kann man etwas ver\u00e4ndern.\u00a0\n<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Wir wollen uns nicht mit den Sensationen und Skandalen im einzelnen befassen, wie sie hinreichend durch die Presse bekannt gemacht werden. Das sind nur die Symptome und nicht die Ursachen!\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Jeder Forscher ist Irrt\u00fcmern unterworfen. Diese werden durch \u00dcberpr\u00fcfung seiner Ergebnisse von ihm selbst oder von Anderen fr\u00fcher oder sp\u00e4ter erkannt und sollten eliminiert werden k\u00f6nnen. Viele glauben fest daran, da\u00df dies so sei, und vertrauen auf die ethische Wahrhaftigkeit der Wissenschaftler und auf die Zuverl\u00e4ssigkeit der wissenschaftlichen Theorien und bauen darauf weitere Theorien auf.\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Nun, Mi\u00dfgeburten sind oft der M\u00fctter liebstes Kind und werden mit Vehemenz verteidigt, das gilt auch f\u00fcr die Wissenschaftler und Erfinder.\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\"><!--more-->Jede Forschung kostet Geld, was die Forscher zumeist nicht haben. Die, die das Geld bereitstellen k\u00f6nnen, zumeist nicht ihr eignes Geld, haben kein wissenschaftliches Verst\u00e4ndnis. Seit eh und je mu\u00dften die Weisen als Medizinm\u00e4nner Hokuspokus, die Astronomen Astrologie verkaufen, die Chemiker mu\u00dften den F\u00fcrsten versprechen, Gold zu machen, und dies hat sich bis heute nicht wesentlich ge\u00e4ndert. Die Forscher m\u00fcssen dem Prestigebed\u00fcrfnis der Machthaber dienen oder mit Versprechungen entgegenkommen. Diese m\u00fcssen nicht immer stimmen.\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Jeder und jede, die um Ansehen ringen, m\u00fcssen ein bi\u00dfchen nachhelfen oder mogeln, das f\u00e4ngt schon im Kindesalter an und ist ganz nat\u00fcrlich. Die \u201eDatenmassage&#8220; ist die nat\u00fcrliche Form der Physiker, um um Anerkennung zu ringen und entspricht der Kosmetik unserer Frauen.\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Jeder Forscher, der an bereitgestellte Mittel herankommen will, mu\u00df sich einen Namen machen, er mu\u00df etwas f\u00fcr Laien erstaunliches, also sensationelles, m\u00f6glichst unverst\u00e4ndliches entdecken oder entdeckt zu haben behaupten. Mit der zunehmenden Zahl der Institutsleiter w\u00e4chst der Konkurrenzkampf. So viel an neuen Erkenntnissen hat die Natur gar nicht zu bieten.\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Ein Nobelpreistr\u00e4ger sagte 1978 in Lindau: Die Anzahl der neuen Elementarteilchen w\u00e4chst proportional mit der Anzahl der Institutsleiter. Schon Lichtenberg sagte 1670: \u201eEs gibt in Euren Kompendien Vieles, von dem zwischen Himmel und Erde nicht die geringste Spur zu entdecken ist.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Schon in der fr\u00fchen Jugend k\u00e4mpft jeder Sch\u00fcler um gute Noten, also um Anerkennung. Er lernt dabei, da\u00df es rationeller ist, ein bi\u00dfchen, m\u00f6glichst unauff\u00e4llig zu mogeln. Wer tat dies nicht?\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Ein an der Physik oder Chemie interessierter Sch\u00fcler schafft sich ein Labor an. Dort mogelt er nicht! Jedoch, um Eltern und Freunden zu imponieren, eignet er sich einige Zaubertricks an. Das ist ganz normal. So taten es auch die Astrologen und die Alchimisten.\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Kann denn Mogeln (Frisieren, Kosmetik oder Datenmassage) S\u00fcnde sein? Bis hierher wohl noch nicht!\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Der junge Physikstudent bekommt im Praktikum Aufgaben gestellt, deren L\u00f6sung experimentell zu ermitteln ist, die aber bekannt ist, nur noch nicht ihm. Hat er Erfahrungen mit seinem eigenen Labor, f\u00e4llt ihm das nicht schwer. Er ist sogar stolz darauf, da\u00df er die richtigen Werte experimentell ermitteln kann.\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Ein anderer intelligenter Student ohne experimentelle Erfahrung wei\u00df das zu erwartende Ergebnis auf andere Weise in Erfahrung zu bringen und rechnet seine Me\u00dfdaten \u201er\u00fcckw\u00e4rts&#8220;. Das ist zwar streng verboten, aber geht schneller, die Daten werden genauer und bringen bessere Noten.\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Der erste Student geht wahrscheinlich dank seines experimentellen Geschicks in die besser zahlende Industrie.\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Der zweite Student bleibt im Milieu und wird sich mehr f\u00fcr die Hochschullaufbahn interessieren oder er gelangt in einer Beamtenstellung als Wissenschaftsberater, Gutachter oder Pr\u00fcfer zu T\u00e4tigkeiten ohne eigene Experimente und ohne eigene erfinderische Arbeiten.\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Ein junger ehrgeiziger Student aus gutem Hause, dessen Eltern sich das leisten k\u00f6nnen oder die gute Beziehungen zu politisch Prominenten haben (besonders in der Zeit von 1933), suchen sich einen prominenten Professor, der sich mit einer sensationellen Arbeit bekannt gemacht hat. Er l\u00e4\u00dft sich von diesem eine Doktorarbeit zuteilen. Der Professor verteilt Arbeiten, die seine Thesen untermauern sollen. Der Nobelpreistr\u00e4ger sagte dazu 1978 in Lindau: \u201eEs gibt gute und b\u00f6se Experimente. Die Guten best\u00e4tigen die Theorie, sie werden schnellstens ver\u00f6ffentlicht, die B\u00f6sen widerlegen die Theorie und d\u00fcrfen keinesfalls publiziert werden. Auf diese Weise bleibt die Lehrmeinung widerspruchsfrei.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Warum sollte der Doktorand, der sich von seinem Professor eine F\u00f6rderung seiner Karriere verspricht, sich mit seinem Professor anlegen und nicht seine Ergebnisse ein bi\u00dfchen frisieren? Wenn es um die Erreichung von Ansehen geht, wird fast immer ein bi\u00dfchen nachgeholfen. Frauen nennen dies Kosmetik.\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Wer in einem solchen Fall auf seiner wissenschaftlichen Ethik beharrt, kann einpacken und bleibt auf der Strecke. <strong>Das war und ist die Praxis der nat\u00fcrlichen Selektion der prominenten Theoretischen Physiker, die das Sagen haben.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">[ . . . . . . . ]\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Das nat\u00fcrliche Ausleseprinzip durch experimentelle Widerlegung von Trugschl\u00fcssen in der Theorie wird durch die Organisation ausgeschaltet. \u00dcbrig bleibt das Ausleseprinzip des Prestigekampfes.\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Ethik in der Wissenschaft ist notwendig! Aber der Einsatz f\u00fcr die Ethik darf nicht existenzgef\u00e4hrdend sein und verketzert werden.\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Max v. Laue sagte 1942: \u201eEine nicht kausale Physik, ich meine eine, die grunds\u00e4tzlich auf die Kausalit\u00e4t verzichtet, ist \u00fcberhaupt keine Wissenschaft. Das ist meine heilige \u00dcberzeugung, und mag man mich auch tausendfach als Ketzer verschreien. Darin f\u00fchle ich mich einig mit Planck und Einstein.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Um sich f\u00fcr die Verantwortung in der Wissenschaft einzusetzen, sollte kein Heldentum erforderlich sein.\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\">Als Galilei vor den Folterinstrumenten kapitulierte, rief Andrea: Ungl\u00fccklich das Land, das keine Helden hat! Darauf Galilei: Nein, ungl\u00fccklich das Land, das Helden n\u00f6tig hat: (Bert Brecht, Das Leben des Galilei, physikalische Beratung von Otto Hahn)\u00a0<\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\"><strong>Bevor die Erde mit fehlgeleiteten Forschungsprojekten ruiniert wird, sollten wir handeln!\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"PADDING-LEFT: 30px\"><strong>Zitatende <\/strong>(Hervorhebungen durch Fettdruck von Friebe) \u00a0<\/p>\n<p>Lesen Sie bitte <strong><a title=\"hier\" href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/SCHMIDT.HTM\">hier<\/a><\/strong> weiter!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die nat\u00fcrliche Selektion der Theoretischen Physiker von Dr.-Ing. Wolfgang Schmidt (\u00dcberarbeitete Fassung)\u00a0\u00a0 Quelle: SCHMIDT, Dr. Wolfgang (1988):\u00a0 \u201eDie nat\u00fcrliche Selektion der Theoretischen Physiker&#8220;, DPG-Didaktik-Tagungsband 1988, S. 593 &#8211; 599. Hrsg.: Prof. Dr. W. 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