{"id":3533,"date":"2023-12-26T14:04:04","date_gmt":"2023-12-26T13:04:04","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=3533"},"modified":"2023-12-27T11:34:24","modified_gmt":"2023-12-27T10:34:24","slug":"wie-es-zur-relativitaets-theorie-kam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wie-es-zur-relativitaets-theorie-kam\/","title":{"rendered":"Wie es zur Relativit\u00e4ts-Theorie kam"},"content":{"rendered":"<p style=\"padding-left: 150px; text-align: left;\" align=\"center\"><b>Wie es zur Relativit\u00e4ts-Theorie kam<br \/>\n<\/b><strong>FRIEBE, Ekkehard (1988)<br \/>\n(Zeitschr. \u201eraum &amp; zeit\u201c, 34\/88, S. 86 &#8211; 89)<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<table style=\"height: 334px;\" border=\"0\" width=\"503\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td style=\"text-align: justify; padding-left: 60px;\" align=\"left\"><i>Jeder, der sich mit den f\u00fcr die Weiterentwicklung der Physik fatalen Irrt\u00fcmern der EINSTEINschen Relativit\u00e4tstheorie besch\u00e4ftigt, sollte zuvor diesen Beitrag von Ekkehard Friebe lesen. Den nachstehenden Vortrag hielt Dipl.-Ing. Friebe auf dem ersten \u201eEinstein-Kongre\u00df\u201c in M\u00fcnchen. Die meisten Einstein-Kritiker verbei\u00dfen sich in mathematische Details der Relativit\u00e4tstheorie. Ekkehard Friebe hingegen zeigt hier dankenswerter Weise die wissenschaftlich-historischen Hintergr\u00fcnde und Zusammenh\u00e4nge auf, die schlie\u00dflich zu Einsteins Thesen f\u00fchrten. Ohne diese Gesamtschau ist es kaum m\u00f6glich zu begreifen, wie so ein merkw\u00fcrdiges Weltbild entstehen konnte, das sich Relativit\u00e4tstheorie nennt und das immer noch an unseren Lehrst\u00e4tten als \u201egenial\u201c gelehrt und apostrophiert wird. Erst die \u201eErkenntniswissenschaftlichen Aspekte zur Relativit\u00e4ts- Theorie\u201c von Ekkehard Friebe schaffen hier &#8211; auch f\u00fcr den Nicht-Physiker &#8211; logischen Zugang zu einer verh\u00e4ngnisvollen Entwicklung. <\/i><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWer hat die Relativit\u00e4ts-Theorie geschaffen?\u201c &#8211; Unter diesem Titel erschien 1980 in den \u201ePhysikalischen Bl\u00e4ttern\u201c ein Aufsatz von Prof. Dr. Friedrich HUND. Hierin wird aufgezeigt, da\u00df die Relativit\u00e4ts-Theorie auf eine ganze Reihe, geschichtlich aufeinander folgender Wissenschaftler zur\u00fcckgeht: W. VOIGT, H. A. LORENTZ, J. LARMOR, H. POINCARE, A. EINSTEIN, H. MINKOWSKI. Im allgemeinen jedoch wird diese Theorie mit dem Namen ALBERT EINSTEIN verkn\u00fcpft. Es kann aber die Bedeutung EINSTEINs in diesem Zusammenhang nur aus historischer Sicht verstanden werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Isaac NEWTON (1642 &#8211; 1727) war beim Aufbau einer systematischen Mechanik und Dynamik, d.h. der Lehre von den Bewegungen und den Kr\u00e4ften, gezwungen gewesen, sich irgendwie klar zu werden \u00fcber das innere Wesen dessen, was wir als Raum und Zeit bezeichnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinem Hauptwerke hat NEWTON gelehrt, da\u00df es einen \u201eabsoluten Raum\u201c und eine \u201eabsolute Zeit\u201c gebe, denen er metaphysische Existenz zuschrieb. Eine wirkliche Begr\u00fcndung f\u00fcr diese Behauptung vermochte er aber nicht zu geben und die im 18. Jahrhundert aufkommende Philosophie der englischen Aufkl\u00e4rung (Locke, Hume) \u00fcbte bereits an den widerspruchsvollen Eigenschaften dieser NEWTON-schen Begriffe scharfe Kritik in Verbindung mit der \u00dcberzeugung, da\u00df alle wissenschaftliche Erkenntnis nur aus dem Erlebnis der Sinne (Sensualismus) gewonnen werden k\u00f6nne. So seien auch Raum und Zeit Begriffe, die wir lediglich aus der sinnlichen Erfahrung sch\u00f6pfen. Da diese aber immer mit Ungenauigkeiten behaftet sein mu\u00df, so erhielt dadurch das ganze Wissenschaftsgeb\u00e4ude bis in die Fundamente hinein den Charakter des Schwankenden und prinzipiell Unexakten.<\/p>\n<p><b>Kritik der reinen Vernunft <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei geriet man in v\u00f6lligen Gegensatz zu den \u00dcberzeugungen der alten griechischen Sch\u00f6pfer der Geometrie und der Statik, welche wenigstens in diesen Bereichen Aussagen von absoluter und von der Erfahrung unabh\u00e4ngiger Genauigkeit machen zu k\u00f6nnen glaubten. Hier setzte nun Immanuel KANT (1724 &#8211; 1804) den Hebel an. Um einerseits die M\u00f6glichkeit einer absolut genauen wissenschaftlichen Aussage zu retten, andererseits sich frei von unbeweisbaren metaphysischen Hypothesen zu halten, vollzog er seine \u201eKopernikanische Wendung\u201c in der \u201eKritik der reinen Vernunft\u201c (1781). Raum, Zeit und Kausalit\u00e4t werden bei ihm dem menschlichen Innern zugeh\u00f6rige Denk- und Anschauungsformen, die uns a priori gegeben sind und ihre universelle G\u00fcltigkeit a priori besitzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit diesen inneren Formen bewaffnet, treten wir an die Erforschung der Natur heran. Sie werden damit zu <b>Bedingungen <\/b>der Erfahrung, sind aber selbst der Erfahrung entzogen. Dies gilt dann insbesondere auch f\u00fcr die (euklidische) Geometrie, die danach die a priori gegebene Denkform des R\u00e4umlichen im einzelnen darstellt. So war die Idee exakter Wissenschaft gerettet und zugleich die M\u00f6glichkeit ihrer Durchf\u00fchrung darin erkannt, da\u00df Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit und Ordnung vom menschlichen Geiste stammen und von ihm in die Natur hineingetragen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber w\u00e4hrend einerseits auch diese Kantische L\u00f6sung keineswegs eine \u00fcber jeden Angriff erhabene war, sondern mehr oder weniger den Charakter einer Hypothese trug, die eben geglaubt werden konnte oder nicht, trug sie andererseits f\u00fcr unkritische Geister die Gefahr unheilvoller \u00dcbertreibung in sich. Dieser Gefahr erlagen die naturphilosophischen Systeme SCHELLINGs (1775 &#8211; 1854) und HEGELs (1770 &#8211; 1831). Sie \u00dcberspannten das Kantische a priori und machten den von keinerlei systematischem Denken gez\u00fcgelten Versuch, die ganze Natur aus der blo\u00dfen Vernunft heraus (die der Wirklichkeit identisch gesetzt wurde) a priori zu konstruieren. Ihre Mittel beschr\u00e4nkten sich dabei auf willk\u00fcrliche Analogien und phantasievolle Spekulationen, die selbst vor einer bewu\u00dften Au\u00dferachtlassung der Logik nicht zur\u00fcckschreckten.<\/p>\n<p><b>Die Diskreditierung der Naturphilosophie <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der einzige Erfolg war eine vollst\u00e4ndige Diskreditierung der Kantischen Ergebnisse in den Augen der Naturforscher und &#8211; was in der Zukunft noch schwerer wog &#8211; eine Diskreditierung der Naturphilosophie \u00fcberhaupt. Alles Philosophische erhielt von da an in den Augen derjenigen, die nach Exaktheit der Aussagen und des Erkennens strebten, den Anstrich des Ungenauen und Verschwommenen, des \u00dcberfl\u00fcssigen, ja f\u00fcr die Naturforschung geradezu Sch\u00e4dlichen. Gerade das, was Kant gewollt hatte, n\u00e4mlich die Exaktheit wissenschaftlicher Aussagen und ihre Geltung f\u00fcr alle Zukunft zu sichern und einem tieferen Verst\u00e4ndnis zuzuf\u00fchren, gerade das wurde durch diese Philosophen vollkommen zunichte gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Naturwissenschaft wandte sich von da an schaudernd von der Philosophie ab und unternahm es, ihren eigenen Weg selbst\u00e4ndig weiterzugehen. Es ist nach dem bisher Gesagten verst\u00e4ndlich, da\u00df sie nun wieder zur\u00fcckfiel in die Grundauffassungen, aus denen Kant sie hatte herausl\u00f6sen wollen. Und wie immer, so brachte auch hier der R\u00fcckfall eine Verschlimmerung. Da nun alle Probleme des systematischen Denkens in das Gebiet der Philosophie verwiesen wurden, wurde das systematische Denken in der Naturwissenschaft hinfort nur noch zu einer nicht ganz zu vermeidenden Nebenerscheinung, wie sie eben zur Erf\u00fcllung der Aufgabe der Naturwissenschaft von Fall zu Fall notwendig war. Deren Wesen aber sah man darin, da\u00df alle Erkenntnis aus der blo\u00dfen Erfahrung passiv zu entnehmen sei. Auch die Geometrie, ja selbst die Gesetze der Logik oder die S\u00e4tze der Mathematik sollten ihre G\u00fcltigkeit nur durch Erfahrung gesichert erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine solche Auffassung setzte die Existenz einer durch metaphysische, logische und eventuell mathematische Naturgesetze regierten Au\u00dfenwelt schon voraus, wobei aber nat\u00fcrlich die Herkunft dieser Gesetze nicht nur selbst v\u00f6llig im Dunkeln blieb, sondern auch der Weg, wie man zu einer gesicherten Kenntnis dieser Gesetze im einzelnen gelangen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immerhin erschien diese Auffassung in ihrer Einfachheit so bestechend &#8211; sie f\u00fchrte ja vor allem aus der HEGEL-schen Phantasterei heraus -, da\u00df sie sich in der Folgezeit, vor allem unter dem Einflu\u00df von J. St. MILL (1806 &#8211; 1873), bei den Physikern im vollen Umfange durchsetzte. Sie ist unter dem philosophischen Namen des <b>totalen Empirismus <\/b>oder auch <b>Positivismus <\/b>bekannt. Sie stellt die nicht weiter gepr\u00fcfte, meist unbewu\u00dfte Grundphilosophie derjenigen Naturwissenschaftler dar, die von sich glauben, v\u00f6llig frei von Naturphilosophie zu sein. Jedenfalls ist wichtig festzuhalten, da\u00df nun in den folgenden Jahrzehnten Generationen von Philosophen heranwachsen mu\u00dften, denen Naturforschung v\u00f6llig fremd war, und auf der anderen Seite Generationen von Naturforschern, die keinerlei Ber\u00fchrung mehr erhielten mit den grundlegenden naturphilosophisch-erkenntnistheoreti- schen Fragen, die die besten Geister der Menschheit jahrtausendelang besch\u00e4ftigt hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In die geschilderten, bez\u00fcglich der Grundlagen \u00e4u\u00dferst labilen und immer unsicherer gewordenen Verh\u00e4ltnisse fiel nun eine folgenschwere Entdeckung, die zwar als solche schon l\u00e4ngere Zeit vorlag, aber bis etwa 1865 ziemlich unbekannt geblieben war: Die M\u00f6glichkeit der Aufstellung sog. <b>nicht-euklidischer Geometrien<\/b>. Um die sp\u00e4tere Entwicklung zu verstehen, mu\u00df versucht werden, das Wesen dieses Ereignisses in K\u00fcrze klarzumachen.<\/p>\n<p><b>Mehrere Geometrien <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lehrs\u00e4tze der Geometrie des EUKLID, wie sie jeder in der Schule lernt, basieren auf einer Reihe von logisch nicht weiter abgeleiteten Grundthesen, die <b>Axiome <\/b>genannt werden. Es entsprach nun dem Streben nach m\u00f6glichster Einfachheit, die Anzahl dieser Axiome m\u00f6glichst klein zu machen, d.h. nachzuweisen, da\u00df das eine oder andere Axiom schon in einem anderen logisch enthalten sei. Eines dieser Axiome sagt nun aus, da\u00df zwei gerade Linien sich nur in einem einzigen Punkte schneiden k\u00f6nnen, es sei denn, sie sind parallel. F\u00fcr diesen Fall sagte das Axiom, da\u00df es zu einer Geraden durch einen Punkt nur eine <b>einzige <\/b>Parallele stets gebe. Die Bestrebungen, dieses Axiom doch aus den \u00fcbrigen zu beweisen und damit aus der Reihe der Axiome auszuscheiden, waren immer mi\u00dfgl\u00fcckt. Da sprach der junge C. F. Gau\u00df (1799) in einem Briefe die Bef\u00fcrchtung aus, da\u00df es vielleicht \u00fcberhaupt unbeweisbar sein k\u00f6nnte und deshalb auch andere M\u00f6glichkeiten erwogen werden k\u00f6nnten. Er beginnt so nach eigenen Worten \u201ean der Wahrheit der Geometrie zu zweifeln\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tats\u00e4chlich gelang es dann in der Folgezeit ihm selbst und anderen, logische Schematismen aufzustellen, die alles mit der bisher \u00fcblichen Geometrie gemeinsam hatten, nur nicht das obige Axiom \u00fcber die sich schneidenden Geraden (Parallelen-Axiom). Gau\u00df, der die notwendig ersch\u00fctternden Folgen dieser Sachlage f\u00fcr die Physik und Naturwissenschaft vorauszusehen schien, hatte bis zu seinem Tode das Bekanntwerden verhindert. Ab 1865 aber trat das Geschehene ins volle Licht der wissenschaftlichen \u00d6ffentlichkeit. Man bedenke, da\u00df nun auf einmal statt der einen, stets und \u00fcberall verwendeten Geometrie viele, ja theoretisch beliebig viele Geometrien m\u00f6glich waren! Dies kam gerade recht, um dem schrankenlosen Empirismus zum v\u00f6lligen Siege zu verhelfen. Es setzte sich die \u00dcberzeugung durch, da\u00df die <b>Messung <\/b>allein entscheiden k\u00f6nne und m\u00fcsse, welche Geometrie in der Wirklichkeit, im wirklichen Raum, Geltung besitze.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle Messungen aber &#8211; das wurde von niemandem bestritten &#8211; waren naturgem\u00e4\u00df mit Fehlern behaftet, und ihre Resultate konnten also nur innerhalb gewisser Grenzen gelten. Was man aber dabei unter \u201eFehler\u201c verstehen sollte, blieb selbst wiederum ungekl\u00e4rt. Denn um die Fehler zu bestimmen, dazu h\u00e4tten schon die \u201ewahren\u201c metaphysischen Naturgesetze bekannt sein m\u00fcssen, die aber selbst erst durch die immer ungenauen Messungen erschlossen werden sollten! Au\u00dferdem konnten diese Messungen nur gemacht werden, wenn man bei der Konstruktion der <b>Me\u00dfapparate <\/b>bereits eine ganz bestimmte Geometrie zur Anwendung brachte, die doch andererseits wieder unbekannt sein sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man geriet also bei konsequenter Verfolgung der empiristischen Auffassung unweigerlich in einen schwerwiegenden <b>logischen Zirkelschlu\u00df <\/b>hinein. Aber nicht so sehr diese Tatsache selbst als vielmehr, da\u00df er den Physikern des ausgehenden 19. Jahrhunderts gar nicht bewu\u00dft wurde, zeigt, wie sehr sich die Trennung zwischen Naturforschung und Philosophie schon in einem Nachlassen des logischen und systematischen Denkens ausgewirkt hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So k\u00f6nnen wir also die Gesamtsituation, in welcher die Physik in das 20. Jahrhundert eintrat, kurz folgenderma\u00dfen zusammenfassen:<\/p>\n<p><b>Trennung von Philosophie und Naturwissenschaften <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">V\u00f6llige Trennung zwischen philosophischem Denken und den Naturwissenschaften; totaler Empirismus als (meist) unbewu\u00dfte philosophische Grundhaltung der Naturforscher, die aber einen logischen Zirkel und eine v\u00f6llig unbewiesene Metaphysik enth\u00e4lt; Fehlen jeder bindenden geistigen Richtlinie bei der Gesetzesgewinnung; v\u00f6llige Unklarheit \u00fcber die Grundfragen der eigenen physikalischen Arbeit, was besonders bez\u00fcglich der Auffassungen \u00fcber den Raum und die Zeit zum Ausdruck kam; stillschweigendes Festhalten an der euklidischen Geometrie und der anschaulichen Raumvorstellung ohne Begr\u00fcndung hierf\u00fcr; Flucht der Wissenschaftler in v\u00f6llige Passivit\u00e4t des Denkens und Handelns, was sie \u201eObjektivit\u00e4t\u201c nannten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diese Zeit fiel nun die Kunde vom negativen Ausgang des Experimentes von MICHELSON (1881). Dies besagte, da\u00df der sog. \u201e\u00c4ther\u201c, der als hypothetisches \u201eLichtmedium\u201c den MAXWELL-schen Gleichungen der Elektrodynamik und Optik zugrunde lag, nicht feststellbar zu sein schien oder gar \u00fcberhaupt nicht existierte. Man versuchte daher, mit mathematischen Mitteln, d.h. mit Transformations-Formeln, die MAXWELL-sche Theorie zu erhalten, die ein \u00e4u\u00dferst hohes Ansehen geno\u00df. Denn der \u201eGlaube an die Unfehlbarkeit der Mathematik\u201c war schon damals weit verbreitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insbesondere H. A. LORENTZ wurde in diesem Zusammenhang bekannt durch die nach ihm benannten \u201eLorentz-Transformationen\u201c. Hierauf baute ALBERT EINSTEIN auf. Er wagte das auszusprechen, was die anderen Physiker zwar ahnten, aber &#8211; mit Ausnahme von H. POINCARE &#8211; im Hinblick auf die etablierte Schulwissenschaft nicht \u00fcber die Lippen brachten: \u201eEs gibt gar kein Lichtmedium.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dieser Annahme formulierte EINSTEIN im Jahre 1905 seine: \u201eElektrodynamik bewegter K\u00f6rper\u201c. Einige Zeitgenossen waren h\u00f6chst erfreut, da\u00df dennoch die sog. \u201eLORENTZ-Transformationen\u201c (zumindest nahezu) herauskamen und gingen mit fliegenden Fahnen zu EINSTEIN \u00fcber. Dabei wurde ganz \u00fcbersehen, da\u00df EINSTEIN in der genannten Arbeit mehrere schwerwiegende mathematische Fehler unterliefen (vgl. PAGELS 1985).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">EINSTEIN selbst nahm die Sache gar nicht so wichtig wie seine Umwelt. Denn entweder erkannte er seine mathematischen Irrt\u00fcmer oder ihm fiel auf, da\u00df seine merkw\u00fcrdigen Folgerungen nicht so ganz glaubw\u00fcrdig waren. Jedenfalls ver\u00f6ffentlichte er in den Folgejahren eine ganze Reihe von Arbeiten (vgl. WICKERT 1984), die zwar das \u201eLichtmedium\u201c weiterhin als nicht existent voraussetzten, aber sich von den \u201eLORENTZ-Transformationen\u201c und der aus diesen gefolgerten \u201eLichtgeschwindigkeit als Grenzgeschwindigkeit\u201c l\u00f6sten. Aber diese Arbeiten blieben weitgehend unbeachtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als sp\u00e4ter die mathematischen Fehler in EINSTEINs Konzept von 1905 durch die Kritik (insb. STRASSER 1922) aufgezeigt wurden, gab es kein Zur\u00fcck mehr, zumal EINSTEIN im Jahre 1921 den Nobel-Preis erhalten hatte. Es wird daher endlich Zeit, da\u00df die Arbeiten von EINSTEIN aus den Jahren 1905 (nach der \u201eElektrodynamik bewegter K\u00f6rper\u201c) bis etwa 1912 aufmerksam gelesen und diskutiert werden.<\/p>\n<p><b>Literatur <\/b><\/p>\n<p>DINGLER, H.(1926 bzw. 1931): Der Zusammenbruch der Wissenschaft und der Primat der Philosophie. Verlag Ernst Reinhardt, M\u00fcnchen<\/p>\n<p>EINSTEIN, A.(1905): Zur Elektrodynamik bewegter K\u00f6rper. Annalen der Physik, Bd. 17, S. 891 &#8211; 921<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/Wurde%20Albert%20EINSTEIN.pdf\">FRIEBE, E.(1985)<\/a>: Wurde Albert EINSTEIN das Opfer der Wissenschaftler seiner Zeit? Zeitschr. \u201eErfahrungswiss. Bl.\u201c, M\u00fcnchen, 1985, H. 2<\/p>\n<p>HUND, F.(1980): Wer hat die Relativit\u00e4tstheorie geschaffen? Physikalische Bl\u00e4tter, Bd. 36, Nr. 8, S.237 &#8211; 240<\/p>\n<p>PAGELS, K.(1985): Mathematische Kritik der spez. Relativit\u00e4tstheorie. Verlag Rolf Kugler, CH 6317 Oberwil b. Zug<\/p>\n<p>PIETSCHMANN, H.(1983): Das Ende des naturwissenschaftlichen Zeitalters. Ullstein, Frankfurt\/M. &#8211; Berlin &#8211; Wien<\/p>\n<p>RITZ, W.(1982): Kritische Untersuchungen zur allgemeinen Elektrodynamik (1908). Aus dem Franz\u00f6s. Hrsg. Dr. Carl D\u00fcrr, CH 6574 Vira<\/p>\n<p>STRASSER, H.(1922): Die Grundlagen der Einstein-schen Relativit\u00e4tstheorie &#8211; Eine kritische Untersuchung. Haupt-Verlag, Bern<\/p>\n<p>TH\u00dcRING, B.(1967): Die Gravitation und die philosophischen Grundlagen der Physik. Verlag Duncker &amp; Humblot, Berlin<\/p>\n<p>WICKERT, J.(1984): Albert Einstein mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt-Verlag, Reinbek bei Hamburg, Taschenbuch rm 162<\/p>\n<hr \/>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/\">Homepage<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie es zur Relativit\u00e4ts-Theorie kam FRIEBE, Ekkehard (1988) (Zeitschr. \u201eraum &amp; zeit\u201c, 34\/88, S. 86 &#8211; 89) Jeder, der sich mit den f\u00fcr die Weiterentwicklung der Physik fatalen Irrt\u00fcmern der EINSTEINschen Relativit\u00e4tstheorie besch\u00e4ftigt, sollte zuvor diesen Beitrag von Ekkehard Friebe lesen. Den nachstehenden Vortrag hielt Dipl.-Ing. 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