{"id":3500,"date":"2013-11-29T03:24:35","date_gmt":"2013-11-29T02:24:35","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=3500"},"modified":"2013-11-29T03:24:35","modified_gmt":"2013-11-29T02:24:35","slug":"nobelpreise-lohn-fur-die-siegreiche-mafia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/nobelpreise-lohn-fur-die-siegreiche-mafia\/","title":{"rendered":"Nobelpreise \u2013 Lohn f\u00fcr die siegreiche Mafia?"},"content":{"rendered":"<dl class=\"clearfix fotol\" style=\"text-align: justify; width: 135px;\">\n<dt><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image- 1831\" alt=\"\" src=\"http:\/\/kritik-relativitaetstheorie.de\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Buch-Die-Zukunft-ist-offen.jpg\" width=\"125\" height=\"175\" \/><\/dt>\n<\/dl>\n<p><strong>Von <span style=\"color: #800000;\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karl_Popper\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Karl R. Popper<\/span><\/a><\/span> und <span style=\"color: #800000;\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konrad_Lorenz\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Konrad Lorenz<\/span><\/a><\/span>\u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; color: #000000; font-size: medium;\">Die Zukunft ist offen. Das Altenberger Gespr\u00e4ch. <\/span><\/strong><b><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\"><strong>Mit den Texten des Wiener Popper-Symposiums <\/strong><strong>Karl R. Popper und Konrad Lorenz. <\/strong><\/span><\/span><\/span><\/b><span style=\"font-family: Times New Roman; color: #000000; font-size: medium;\">Verlag Piper; Auflage: N.-A. (Januar 1999) \u2013 <\/span><span style=\"color: #800000;\"><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Zukunft-offen-Altenberger-Gespr%C3%A4ch-Popper-Symposiums\/dp\/3492103405\/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;qid=1313738724&amp;sr=8-2\" target=\"_blank\"><span style=\"font-family: Times New Roman; color: #800000; font-size: medium;\">Amazon<\/span><\/a><\/span>\u00a0\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\"><strong>Klappentext<\/strong>:<br \/>\nDie in diesem Band ver\u00f6ffentlichten Texte lassen den Leser an zwei Ereignissen des Jahres 1983 teilnehmen, die Aufsehen erregten. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\"><!--more-->Im Februar 1983 trafen sich zwei weltber\u00fchmte Wissenschaftler in Altenberg bei Wien. Karl R. Popper\u00a0&#8211; Wissenschaftstheoretiker und Philosoph\u00a0 &#8211; und Konrad Lorenz\u00a0&#8211; Arzt, Zoologe und Verhaltensforscher\u00a0&#8211; diskutierten \u00fcber ihre wissenschaftliche Arbeit, die Interpretation ihrer Ergebnisse und \u00fcber ihre philosophischen \u00dcberzeugungen. Zentrales Thema: Was wissen wir \u00fcber die Zukunft? Sind wir Propheten? Der optimistische Pessimist Lorenz und der Interpret der \u00bbbesten aller bisherigen Welten\u00ab Popper sind sich darin einig, da\u00df unsere Welt biologisch und geistig offen ist.\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; color: #000000; font-size: medium;\">Im Mai 1983 fand in Wien ein dreit\u00e4giges Symposium aus Anla\u00df des 80. Geburtstages von Sir Karl Popper statt. Unter den \u00dcberschriften \u00bbWissenschaft und Hypothese\u00ab, \u00bbDie drei Welten\u00ab und \u00bbDie offene Gesellschaft\u00ab diskutierte Popper mit Kollegen \u00fcber sein Denken. Eine Formel daf\u00fcr k\u00f6nnte lauten: Dies ist keine Welt der Best\u00e4tigung von Wahrheiten, sondern eine Welt der Widerlegung von Irrt\u00fcmern. Aber es gibt die Welt, und es gibt auch die Wahrheit; nur Sicherheit \u00fcber Welt und Wahrheit kann es nicht geben.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\"><em>Sir Karl R. Popper, <\/em>geboren 1902 in Wien, Professor (emeritus) f\u00fcr Logik und wissenschaftliche Methodenlehre an der Universit\u00e4t London, Mitglied der Royal Society, des Institut de France, der Accademia Nazionale dei Lincei und zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften.\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\"><em>Konrad Lorenz, <\/em>geboren 1903 in Wien, Arzt und Zoologe, 1940 Professor f\u00fcr vergleichende Psychologie in K\u00f6nigsberg, 1950\u20141973 Direktor am Max-Planck-Institut f\u00fcr Verhaltensphysiologie in Buldern, sp\u00e4ter Seewiesen. 1973 Nobelpreis f\u00fcr Physiologie und Medizin.\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\"><em>Franz Kreuzer, <\/em>geboren 1929 in Wien, bis 1966 Reporter, Ressortleiter und Chefredakteur der \u00bbArbeiterzeitung\u00ab, bis 1974 Chefredakteur des aktuellen Dienstes, 1974-1978 Intendant des zweiten Fernsehprogramms im ORF, ab 1979 Chefredakteur, ab 1984 Informations-Intendant des ORF, Wien.\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; color: #000000; font-size: medium;\">Franz Kreuzer hat das Altenberger Gespr\u00e4ch und das Popper-Symposium moderiert.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; color: #000000; font-size: medium;\">Einige Zitate und Ausz\u00fcge:\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\"><strong>Nobelpreise \u2013 Lohn f\u00fcr die siegreiche Mafia?<\/strong>\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\"><strong>Franz Kreuzer<\/strong>: Hier sollte man doch ein paar Worte \u00fcber Thomas Kuhn sagen. Von ihm stammt die Wissenschaftstheorie der \u00bbParadigmata\u00ab. Er sagt, die Wissenschaft sei eine Vereinbarung jeweils einer Wissenschaftsmafia, die von der n\u00e4chsten abgel\u00f6st wird.\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\"><strong>Roman Sexl<\/strong>: Es sei eher ein soziologischer Proze\u00df als ein logischer Proze\u00df oder ein kritischer Proze\u00df \u2026.\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\"><strong>Kreuzer<\/strong>: Wissenschaft ist das, was zwischen den Wissenschaftlern ausgemacht wird \u2026.\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\"><strong>Roman Sexl<\/strong>: Es wird ausgemacht zwischen Gruppen \u2014 wer gewinnt, der hat dann den Nobelpreis. Und da ist die Frage, ob das, wenn die Beschreibung des Widerlegungsvorganges durch Falsifikation so kompliziert wird, eine einfachere und ad\u00e4quatere Beschreibung eines solchen Prozesses sein k\u00f6nnte.\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; color: #000000; font-size: medium;\">Falsche Erziehung zur Unfehlbarkeit\u00a0<br \/>\n<\/span><\/strong><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\"><strong>Ivan Slade<\/strong>: Unter dem Titel des heutigen Themas \u00bbDie offene Gesellschaft\u00ab geht es in erster Linie um den Menschen. Nat\u00fcrlich hat dieses Thema viel mit Politik zu tun, aber nicht ausschlie\u00dflich mit Politik, und ich will deshalb versuchen, eine angeblich unpolitische Institution zu kritisieren: das Bildungswesen. Meine These ist einfach, aber ich glaube, sie ist nicht unbedeutend: In der Schule werden wir fast alle dazu erzogen, Autorit\u00e4ten anzuerkennen. Ich behaupte, da\u00df die kritische F\u00e4higkeit des menschlichen Denkens in der Schule und zum Teil an der Universit\u00e4t nicht gef\u00f6rdert, vielleicht sogar unterdr\u00fcckt wird. Ich glaube, da\u00df die Lehrer verpflichtet sind, junge Menschen zum kritischen Denken zu erziehen, so da\u00df sie in Zukunft einen Beitrag zur offenen Gesellschaft leisten k\u00f6nnen.\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; color: #000000; font-size: medium;\">Mit zw\u00f6lf Jahren habe ich meinen Physiklehrer gefragt: Was ist Energie? Inzwischen wei\u00df ich, da\u00df so eine Frage schwer zu beantworten ist. Aber er hat \u00fcberhaupt nicht versucht, meine Frage zu beantworten. Dies ist ein sehr kleines Beispiel aus meiner Schulzeit. Immer wenn ich w\u00e4hrend dieser Zeit versuchte, etwas Kritisches zu fragen, bekam ich keine Antwort.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; color: #000000; font-size: medium;\">Jeder von uns wei\u00df, da\u00df wir fehlbar sind, sehr fehlbar. Aber unter normalen Umst\u00e4nden geben wir dennoch unsere Fehlbarkeit anderen gegen\u00fcber nie oder nur selten zu. Es gibt interessante Ausnahmen. Wenn man zum Beispiel versucht, eine Fremdsprache zu sprechen. Wie oft h\u00f6rt man als Antwort auf die Frage: \u00bbSprechen Sie Deutsch?\u00ab \u2013 \u00bbJa, ein bi\u00dfchen.\u00ab In diesem Fall gibt der Mensch gerne zu, da\u00df seine fremdsprachliche Kenntnis unzul\u00e4nglich ist, aber auf anderen Gebieten scheut er sich, es zu tun. Normalerweise versucht der Mensch, seine Fehlbarkeit zu verbergen, zu vertuschen. Es k\u00f6nnte als eine Art Verschw\u00f6rung betrachtet werden: Wir alle wissen, wie fehlbar wir sind, wie wenig wir wissen, aber niemand gibt es gerne zu. In der Schule sind wir n\u00e4mlich erzogen worden, als ob unser Kopf ein K\u00fcbel w\u00e4re \u2014 wie Popper es beschrieben hat \u2014 und die Aufgabe des Lehrers darin best\u00fcnde, die Information mit dem passenden Trichter einzugie\u00dfen. Aber wenn wir einsehen, was an unserer Erziehung falsch ist \u2014 warum ist es so schwer, sie zu \u00e4ndern?\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; color: #000000; font-size: medium;\">Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Bescheidenheit\u00a0<br \/>\n<\/span><\/strong><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman;\"><strong>Karl Popper<\/strong>: Der ungeheure Einflu\u00df der Welt Drei wirkt auf die Gesellschaft vor allem durch die so genannten Intellektuellen. Ich habe mir vorgenommen, f\u00fcr den Rest meines Lebens f\u00fcr intellektuelle Bescheidenheit Propaganda zu machen. Es gibt eine Tradition, eine ungeheuer starke Tradition der intellektuellen Unbescheidenheit und Unverantwortlichkeit. Ich habe ungef\u00e4hr im Jahre 1930 einen Spa\u00df gemacht. Ich habe gesagt: Viele der Studenten gehen an die Universit\u00e4t nicht mit der Einstellung, da\u00df da ein gro\u00dfes Reich des Wissens ist, von dem sie vielleicht ein kleines St\u00fcck erfassen k\u00f6nnen, sondern sie gehen an die Universit\u00e4t, um zu lernen, wie man unverst\u00e4ndlich und eindrucksvoll redet. Das ist die Tradition des Intellektualismus. Ich habe das damals als Spa\u00df gesagt. Wie ich aber dann selbst Universit\u00e4tslehrer geworden bin, habe ich zu meinem Entsetzen bemerkt, da\u00df das Wirklichkeit ist. Es ist so, leider. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Karl R. 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