{"id":3144,"date":"2012-04-07T06:54:25","date_gmt":"2012-04-07T05:54:25","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=3144"},"modified":"2012-04-07T06:54:25","modified_gmt":"2012-04-07T05:54:25","slug":"die-physik-in-der-sackgasse-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/die-physik-in-der-sackgasse-2009\/","title":{"rendered":"Die Physik in der Sackgasse? (2009)"},"content":{"rendered":"<p>von <a href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=738\" target=\"_blank\"><strong><span style=\"color: #800000;\">Wolfgang Neundorf<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<dl class=\"clearfix fotol\" style=\"text-align: justify; width: 134px;\">\n<dt><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1831\" src=\"http:\/\/wissenschaftliche-physik.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Bild-wolfgang-neundorf.gif\" alt=\"\" width=\"125\" height=\"175\" \/> <\/dt>\n<\/dl>\n<p><a href=\"http:\/\/www.neundorf.de\/index.html\" target=\"_blank\"><strong><span style=\"color: #800000;\">Die Physik in der Sackgasse?<\/span><\/strong><\/a><br \/>\n<strong>Homepage von Wolfgang Neundorf<\/strong><\/p>\n<p>Zitate aus der Seite <a href=\"http:\/\/www.neundorf.de\/Kritik\/kritik.html\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Wissenschaft und Kritik &#8211; Wissenschaftskritik<\/span><\/a><span style=\"color: #800000;\">:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer Kritik &#8211; als Kritiker oder Kritisierter &#8211; ausschlie\u00dflich destruktiv begreift, begreift manches vielleicht nicht v\u00f6llig richtig. Kritik ist immer etwas Unangenehmes und Sinnloses. Jedenfalls f\u00fcr denjenigen, der Zielscheibe einer Kritik ist. Und Kritik ist immer ungerecht. So sehen es die Kritisierten. Noch schwieriger wird es, wenn sich eine Kritik nicht gegen Einzelpersonen, sondern gegen Institutionen richtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more-->In der Politik hei\u00dfen die kritisierenden Parteien <strong>Opposition<\/strong>. Das sind jene Parteien, die gerade mal nicht die Regierungsmacht innehaben (oder noch nie gehabt haben) und <strong>dagegen sind<\/strong> &#8211; gegen was auch immer. Meist gegen Vorschl\u00e4ge und Entscheidungen der Regierungspartei(en). Wie das &quot;parteipolitische Gez\u00e4nk&quot; beim W\u00e4hler auch ankommen mag, Kritik (oder Opposition) sind schon deshalb notwendig und inh\u00e4renter Bestandteil jedweder parlamentarischen Demokratie, weil Machtmissbrauch und Korruption, grunds\u00e4tzlich nie v\u00f6llig vermeidbar, andernfalls ganz besonders gut gedeihen w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Wissenschaft, so scheint es, hat das recht wenig zu tun. Denn die Wissenschaften, so die allgemein \u00fcbliche Auffassung, kritisieren und korrigieren sich selbst, sodass eine &quot;Kritik von au\u00dfen&quot; weder notwendig, sinnvoll noch \u00fcberhaupt sachlich m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch kann man dies auch ein wenig anders sehen. Erinnern wir uns doch eines Interviews, welches Karl <strong>Popper<\/strong> (1902-1994, siehe Foto) der Zeitung <strong>DIE WELT<\/strong> am 29. Januar 1990 gab (1991 ver\u00f6ffentlicht als Taschenbuch bei Ullstein unter dem Titel <strong>\u201dIch wei\u00df, da\u00df ich nichts wei\u00df &#8211; und kaum das\u201d<\/strong>):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Popper<\/strong>: Wir Intellektuellen haben schauerliche Dinge gemacht, wir sind eine gro\u00dfe Gefahr. Wir bilden uns viel ein &#8211; wir wissen nicht, wie wenig wir wissen. Und wir Intellektuellen sind nicht nur anma\u00dfend, sondern auch bestechlich.<br \/>\n<strong><br \/>\nWELT<\/strong>: Materiell bestechlich?<br \/>\n<strong><br \/>\nPopper<\/strong>: Ich meine nicht nur mit Geld, sondern auch bestechlich durch Ansehen, Macht, Einflu\u00df und so weiter. Das ist leider so. Man m\u00fc\u00dfte auch hier eine neue Mode schaffen. Ich hoffe, da\u00df es f\u00fcr Intellektuelle einmal modern werden wird, bescheiden zu sein. Das ginge schon. Nat\u00fcrlich bin ich nicht der beste Mann, um eine neue Mode zu kreieren.<br \/>\n<strong><br \/>\nWELT<\/strong>: Welchen &quot;Modetrend&quot; erkennen Sie heute bei den Intellektuellen?<br \/>\n<strong><br \/>\nPopper<\/strong>: Sie machen aus Theorien Ideologien. Selbst in der Physik und in der Biologie gibt es leider viele Ideologien. (&#8230;) \u00dcberall, auch in diesen Fachbereichen, gibt es einen Dogmatismus, gegen den es schwierig ist, sich durchzusetzen. (&#8230;) Die Intellektuellen sind unkritisch und gehen mit den Moden, und es gibt einen starken Druck. Das hei\u00dft: Wer nicht mit der Mode geht, der steht bald au\u00dferhalb des Kreises derer, die ernst genommen werden.<br \/>\n<strong><br \/>\nWELT<\/strong>: W\u00fcrden Sie so weit gehen und sagen da\u00df durch diesen Anpassungsdruck die Wissenschaft gef\u00e4hrdet ist?<br \/>\n<strong><br \/>\nPopper<\/strong>: Ich bin ein begeisterter Anh\u00e4nger der Wissenschaft. Physik und Biologie sind f\u00fcr mich gro\u00dfartige Wissenschaften, und ich halte die meisten Physiker und Biologen f\u00fcr sehr gescheit und gewissenhaft. Aber: Sie stehen unter Druck. Diesen Druck gibt es erst seit dem zweiten Weltkrieg, seitdem so viel Geld f\u00fcr die Wissenschaft ausgegeben wird.\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Aussagen sind aktueller denn je. Gerade weil <strong>Popper<\/strong> alles andere als ein Wissenschaftsgegner und Technikfeind war, sollte man seine Aussagen durchaus ernst nehmen. Denn er erkannte eine Entwicklung &#8211; im und nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzend, wie er bemerkte -, die sich letztlich nicht unbedingt als f\u00f6rderlich f\u00fcr den wahren Erkenntnisfortschritt herausstellte.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wenn es also um Wissenschaftskritik geht, so sind vielleicht bestimmte Gesichtspunkte zu beachten. Hier einige m\u00f6gliche Schwerpunkte:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify; PADDING-LEFT: 30px\">1. Erkenntnistheoretische und methodologische Aspekte,<br \/>\n2. gesellschaftliche Implikationen im Rahmen von Lehre und Forschung einschlie\u00dflich deren Finanzierung,<br \/>\n3. Ziele und &quot;unumst\u00f6\u00dfliche Wahrheiten&quot; der Wissenschaften im Verein mit deren praktischen<br \/>\nAuswirkungen, Risiken und den m\u00f6glichen Missbrauch wissenschaftlicher Erkenntnisse eingeschlossen,<br \/>\n4. der Autorit\u00e4tsanspruch der Wissenschaften respektive den der Wissenschaftler\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">In diesem Sinne soll diese Kritik auch verstanden werden, wenngleich in dem Bewusstsein vorgetragen, dass damit nat\u00fcrlich kein Einfluss ausge\u00fcbt werden kann. Selbst der Einfluss eines Karl <strong>Popper<\/strong>s ist recht bescheiden im Hinblick auf die konkreten naturwissenschaftlichen Forschungst\u00e4tigkeiten. Die Kluft zwischen Geistes- und Naturwissenschaften (ein durchaus interessantes Thema) wurde nicht nur nicht \u00fcberbr\u00fcckt, sondern eher noch vertieft. Wie auch immer, vielleicht bieten einige der hier formulierten Gedanken Anlass zum <strong>eigenen<\/strong> kritischen Nachdenken (dies war ja einst der Anspruch der Aufkl\u00e4rung) \u00fcber die (aber nicht nur) aktuellen Forschungsaktivit\u00e4ten.<span id=\"_marker\"> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Neundorf Die Physik in der Sackgasse? Homepage von Wolfgang Neundorf Zitate aus der Seite Wissenschaft und Kritik &#8211; Wissenschaftskritik: Wer Kritik &#8211; als Kritiker oder Kritisierter &#8211; ausschlie\u00dflich destruktiv begreift, begreift manches vielleicht nicht v\u00f6llig richtig. Kritik ist immer etwas Unangenehmes und Sinnloses. Jedenfalls f\u00fcr denjenigen, der Zielscheibe einer Kritik ist. 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