{"id":3084,"date":"2011-12-18T08:39:49","date_gmt":"2011-12-18T07:39:49","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=3084"},"modified":"2011-12-18T08:39:49","modified_gmt":"2011-12-18T07:39:49","slug":"verantwortung-in-der-wissenschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/verantwortung-in-der-wissenschaft\/","title":{"rendered":"Verantwortung in der Wissenschaft"},"content":{"rendered":"<p>von <a href=\"http:\/\/www.profil.uni-konstanz.de\/die-universitaet\/rektorat\/ruediger\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ulrich R\u00fcdiger<\/span><\/a><\/p>\n<dl class=\"clearfix fotol\" style=\"text-align: justify; width: 134px;\">\n<dt><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1831\" title=\"Cover Physik Journal Dezember 2011\" src=\"http:\/\/wissenschaftliche-physik.com\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Cover-Physik-Journal.jpg\" alt=\"\" title=\"Cover Physik Journal Dezember 2011\" width=\"125\" height=\"175\" \/><\/dt>\n<\/dl>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Leitartikel der Zeitschrift <strong>Physik Journal<\/strong><br \/>\nder Deutschen Physikalischen Gesellschaft vom Dezember 2011:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Verantwortung in der Wissenschaft<br \/>\n<\/strong>Ulrich R\u00fcdiger<br \/>\nRektor der Universit\u00e4t Konstanz und Professor f\u00fcr Experimentalphysik\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Ausz\u00fcge<\/strong>: \u201cDas Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-W\u00fcrttemberg weist durch seine wissenschaftsbezogene Auslegung des Begriffs der Unw\u00fcrde weit \u00fcber den Fall Sch\u00f6n hinaus.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->[&#8230;] Als gravierende Verst\u00f6\u00dfe gegen die Grunds\u00e4tze der Redlichkeit und guter wissenschaftlicher Praxis hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-W\u00fcrttemberg die Datenf\u00e4lschungen von Jan Hendrik Sch\u00f6n gebrandmarkt. Damit hat sich der ehemalige Konstanzer Physiker, so urteilen die Richter am 14. September 2011 in Mannheim, als unw\u00fcrdig zum F\u00fchren des Doktorgrades erwiesen. Mit diesem Richterspruch ist nicht nur eine gerichtliche Auseinandersetzung im Sinne der Universit\u00e4t Konstanz ausgegangen. Das Urteil weist weit \u00fcber diesen Einzelfall hinaus: Schwerwiegendes wissenschaftliches Fehlverhalten rechtfertigt demnach im Nachhinein den Entzug des Doktorgrades wegen Unw\u00fcrdigkeit \u2013 im Einklang mit \u00a7 35 Abs. 7 des Landeshochschulgesetzes Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Damit hat ein deutsches Gericht zum ersten Mal den Begriff der Unw\u00fcrdigkeit wissenschaftsbezogen ausgelegt und sich klar zu den Grunds\u00e4tzen guter wissenschaftlicher Praxis bekannt. Dass diesen Grunds\u00e4tzen in richterlicher Instanz der Stellenwert zugebillgt wird, der ihnen als unabdingbare Basis jedweder M\u00f6glichkeit von Wissenschaft zukommt und sie in gesellschaftlichem Auftrag sch\u00fctzt, ist nicht hoch genug einzusch\u00e4tzen.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nVor dem Hintergrund der Bedeutung des wissenschaftlichen Fehlverhaltens von Jan Hendrik Sch\u00f6n konnten wir dieses Urteil nicht akzeptieren. Mit der Berufung ging es der Universit\u00e4t Konstanz um die grunds\u00e4tzliche Frage, wie Universit\u00e4ten auf schwere wissenschaftliche Vergehen reagieren k\u00f6nnen. Das Urteil des h\u00f6her-instanzlichen Gerichts in Mannheim hob das Freiburger Urteil nicht nur zu meiner gro\u00dfen Erleichterung auf. Die gesamte wissenschaftliche Gemeinschaft wird es mit gro\u00dfer Genugtuung aufgenommen haben. Dass das Vertrauen in die Echtheit und die Dokumentation von Originaldaten und in die Reproduzierbarkeit experi-menteller Ergebnisse aller wissenschaftlichen T\u00e4tigkeit zugrunde liegen muss, ist f\u00fcr mein Fach, die experimentelle Physik, eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. F\u00fcr alle anderen exakten Wissenschaften gilt fraglos dasselbe \u2013 wie es \u00fcberhaupt ohne das Prinzip wissenschaftlicher Redlichkeit keine Wissenschaft geben kann.\u201d [&#8230;]\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><a href=\"http:\/\/www.wissenschaftliche-physik.com\/Anhaenge\/Prof%20Ruediger%20-%20%20Verantwortung.pdf\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">\u2026 den ganzen Artikel lesen<\/span><\/a><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2013<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Anmerkungen der Redaktion:<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es ist \u00e4u\u00dferst bedeutsam, dass Prof. Dr. Ulrich R\u00fcdiger in diesem Leitartikel von <em>Physik Journal<\/em> der Deutschen Physikalischen Gesellschaft die erstmalige wissenschaftsbezogene Auslegung des Begriffs der Unw\u00fcrdigkeit durch ein deutsches Gericht hervorgehoben und begr\u00fc\u00dft hat. Auch von besonderere Wichtigkeit ist sein Bekenntnis, dass \u201e<em>das Vertrauen in die Echtheit und die Dokumentation von Originaldaten und in die Reprodu-zierbarkeit experimenteller Ergebnisse aller wissenschaftlichen T\u00e4tigkeit zugrunde liegen muss<\/em>\u201c und f\u00fcr ihn auch eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Vor diesem Hintergrund w\u00fcrde es sich geradezu anbieten, dass Prof. R\u00fcdiger eine Vermittlungsrolle gegen\u00fcber der Deutschen Physikalischen Gesellschaft zur Kl\u00e4rung eines anderen Falls der Vorw\u00fcrfe von Unw\u00fcrdigkeit in der experimentellen Physik in Erw\u00e4gung zieht, dessen Pr\u00fcfung leider zwei Mal von einem Pr\u00e4sidenten der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ignoriert wurde (2008 von Prof. Dr. Gerd Litfin, 2010 von Prof. Dr. Wolfgang Sandner): Die seit 1972 weltweit erhobenen Vorw\u00fcrfe \u00fcber Datenmanipulation, Methodologiefehler und mangelnde Aussagekraft des ber\u00fchmten Experiments Hafele-Keating mit Atomuhren-transport, siehe:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><a title=\"Permanenter Link zu Manipulation der Ergebnisse des ber\u00fchmten Experiments Hafele\/Keating\" href=\"http:\/\/wissenschaftliche-physik.com\/2011\/09\/manipulation-der-ergebnisse-des-beruhmten-experiments-hafelekeating\/\" target=\"_blank\" title=\"Permanenter Link zu Manipulation der Ergebnisse des ber\u00fchmten Experiments Hafele\/Keating\"><span style=\"color: #800000;\">Manipulation der Ergebnisse des ber\u00fchmten Experiments Hafele\/Keating<\/span><\/a><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Der von Prof. Dr. Ulrich R\u00fcdiger in diesem Leitartikel von <em>Physik Journal<\/em> der Deutschen Physikalischen Gesellschaft dargelegte Einzelfall belegt n\u00e4mlich eindrucksvoll die erfreuliche Tatsache, dass die Universit\u00e4ten auf schwere wissenschaftliche Vergehen reagieren k\u00f6nnen. Prof. R\u00fcdiger k\u00f6nnte als Rektor einer Universit\u00e4t und als Professor f\u00fcr Experimentalphysik vor diesem Hintergrund einen wesentlichen Beitrag zur Kl\u00e4rung eines in Verruf geratenen Experiments und zur Wiedererstellung des Vertrauens in die Echtheit von Originaldaten leisten. Es w\u00e4re \u00e4u\u00dferst w\u00fcnschenswert im Rahmen einer Theorie, die seit mehreren Jahrzehnten als bestens experimentell best\u00e4tigt gilt. Der damalige Pr\u00e4sident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, Prof. Dr. Gerd Litfin, hatte auch am 05.05.2008 angemessen und verantwortungsbewu\u00dft auf eine Bitte um Pr\u00fcfung dieses Falls reagiert:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Zitat:<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Sehr geehrter Herr Regierungsdirektor Friebe,<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">im Namen des Pr\u00e4sidenten der Deutschen Physikalischen Gesellschaft m\u00f6chte ich Ihnen f\u00fcr Ihre Anfrage bez\u00fcglich des Experiments von Hafele\/Keating danken und Ihnen mitteilen, dass wir diese \u2013 nach R\u00fccksprache mit dem Pr\u00e4sidenten \u2013 an das zust\u00e4ndige Fachgremium der DPG (Fachverband Gravitation), mit der Bitte um Pr\u00fcfung weitergeleitet haben. Sehr gerne werden wir Sie \u00fcber die ersten Zwischenergebnisse sowie nat\u00fcrlich \u00fcber das Schlussergebnis der Pr\u00fcfung auf dem Laufenden halten.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Peter Genath<br \/>\nPers\u00f6nlicher Referent des Pr\u00e4sidenten<br \/>\nDPG-Gesch\u00e4ftsstelle\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">NB: Am 7. Dezember 2011 habe ich, Ekkehard Friebe, Herrn <strong>Professor Dr. Ulrich R\u00fcdiger<\/strong> mit E-Mail auf die am gleichen Tage erfolgte \u00a0<strong><a href=\"http:\/\/wissenschaftliche-physik.com\/2011\/12\/verantwortung-in-der-wissenschaft\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrages<\/span><\/a><\/strong>\u00a0 im Blog <em>&quot;Kritische Stimmen zur Relativit\u00e4tstheorie&quot;<\/em> hingewiesen. In dieser E-Mail habe ich zum Ausdruck gebracht, dass ich mich sehr freuen w\u00fcrde, wenn er sich auch zur Kl\u00e4rung dieses Falls einbringen und eine Vermittlungsrolle gegen\u00fcber der Deutschen Physikalischen Gesellschaft \u00fcbernehmen k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ulrich R\u00fcdiger Leitartikel der Zeitschrift Physik Journal der Deutschen Physikalischen Gesellschaft vom Dezember 2011: Verantwortung in der Wissenschaft Ulrich R\u00fcdiger Rektor der Universit\u00e4t Konstanz und Professor f\u00fcr Experimentalphysik Ausz\u00fcge: \u201cDas Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-W\u00fcrttemberg weist durch seine wissenschaftsbezogene Auslegung des Begriffs der Unw\u00fcrde weit \u00fcber den Fall Sch\u00f6n hinaus.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-3084","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-deutschsprachige-kritik-der-relativitatstheorie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3084"}],"collection":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3084"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3084\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3084"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3084"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3084"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}