{"id":3015,"date":"2011-08-12T07:04:50","date_gmt":"2011-08-12T06:04:50","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=3015"},"modified":"2011-08-12T07:04:50","modified_gmt":"2011-08-12T06:04:50","slug":"das-verdrangte-phanomen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/das-verdrangte-phanomen-2\/","title":{"rendered":"DAS VERDR\u00c4NGTE PH\u00c4NOMEN"},"content":{"rendered":"<p>von <a href=\"http:\/\/edoc.bbaw.de\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Marco Finetti und Armin Himmelrath<\/span><\/a><\/p>\n<p><em><strong>DAS VERDR\u00c4NGTE PH\u00c4NOMEN<br \/>\nVom jahrzehntelangen Nicht-Umgang deutscher Wissenschaftler und Wissenschaftsorganisationen mit Betrug und F\u00e4lschung in den eigenen Reihen<br \/>\n<\/strong><\/em>Zeitschrift GEGENWORTE Heft 2 \u2013 1998. Herausg. Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zitat:<br \/>\n<\/strong>Als im Fr\u00fchling des Jahres 1997 die ersten Umrisse dessen ans Licht kamen, was seitdem als &#8218;Fall Herrmann\/Brach&#8216; bekannt ist und den bisher gr\u00f6\u00dften F\u00e4lschungs-skandal der deutschen Wissenschaft markiert, reagierte die scientific community hierzulande mit Fassungslosigkeit und ungl\u00e4ubigem Staunen. &#8218;Entsetzt&#8216;, &#8218;best\u00fcrzt&#8216; und &#8218;emp\u00f6rt&#8216; zeigten sich Hochschulen, Forschungsinstitute, Wissenschaftsorganisationen und Wissenschaftler \u00fcber die offensichtlich gro\u00dfangelegten Manipulationen, der beiden Krebsforscher, die beinahe t\u00e4glich neue Dimensionen annahmen.\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more-->&quot;Ich f\u00fchle mich betrogen und besch\u00e4mt&quot;, bekannte Prof. Dr. Wolfgang Fr\u00fchwald, der Pr\u00e4sident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), &quot;ich f\u00fchle mich vor allem f\u00fcr die gesamte Gemeinschaft der Wissenschaftler besch\u00e4mt&quot;. Zum Schock hinzu kam die Furcht vor den Konsequenzen: Einen &quot;ungeheuer gro\u00dfen Schaden im Vertrauen der \u00d6ffentlichkeit&quot;, bef\u00fcrchtete schon bald Prof. Hubert Markl, der Pr\u00e4sident der Max-Planck-Gesellschaft, und tats\u00e4chlich dauerte es nicht lange, da riefen Zeitungskommentatoren ihren Lesern die Abh\u00e4ngigkeit der deutschen Spitzenforschung von den Geldern der Steuerzahler in Erinnerung, warfen Staatsanw\u00e4lte neugierige Blicke hinter die Kulissen des Forschungsbetriebs, r\u00e4sonierten Politiker \u00f6ffentlich \u00fcber m\u00f6gliche institutionelle Ver\u00e4nderungen, mit denen sich \u00e4hnliche Vorkommnisse k\u00fcnftig vermeiden lassen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schockierten legten eine gro\u00dfe Entschlossenheit an den Tag: Umfassende Aufkl\u00e4rung wurde angek\u00fcndigt, und noch bevor die \u00d6ffentlichkeit den Skandal in G\u00e4nze erfassen konnte, hatten sich eilends eingesetzte Untersuchungskommissionen: daran gemacht, diese Aufkl\u00e4rung zu leisten &#8211; energisch und ohne falsche Bescheidenheit: &quot;Wir sind mitten in der Kehrwoche&quot;, brachte erneut Hubert Markl die Dinge auf den Punkt, &quot;wir werden nach dem, was jetzt passiert ist, den Besen sch\u00e4rfer schwingen, als wir es sonst vielleicht getan h\u00e4tten&quot;. All diese Reaktionen waren voll und ganz berechtigt, und das nicht nur wegen der Vorf\u00e4lle, die ihnen zugrunde lagen. Denn was da Mitte M\u00e4rz 1997 zutage trat, war nicht nur der Beginn des bislang gr\u00f6\u00dften Betrugs- und F\u00e4lschungsskandals in der Geschichte der deutschen Wissenschaft, sondern auch das Ende einer ebenso gern gepflegten wie verh\u00e4ngnisvollen Fiktion, mit der Wissen-schaftler und Wissenschaftsorganisationen hierzulande sich selbst und die \u00d6ffentlich-keit jahrzehntelang in die Irre gef\u00fchrt und in falsche Sicherheit gewiegt hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche Rolle spielen Betrug und F\u00e4lschung in der deutschen Wissenschaft? Zugegeben: Es waren nicht viele, die vor dem &#8218;Fall Herrmann\/Brach&#8216; diese Frage stellten. Wer dies jedoch tat, erhielt von Spitzenvertretern des hiesigen Wissenschaftssystems wie von Wissenschaftlern nahezu immer dieselbe Antwort: So etwas gibt es bei uns praktisch nicht. Die Wortwahl mochte dabei durchaus variieren: Mal war von einem &#8218;vernachl\u00e4ssigenswerten Ph\u00e4nomen&#8216; die Rede, mal von &#8218;einer Erscheinung, die fast nicht ins Gewicht f\u00e4llt&#8216;. Der Tenor aber war stets der gleiche: Abgeschriebene, gesch\u00f6nte, gef\u00e4lschte oder frei erfundene Forschungsarbeiten und -ergebnisse waren f\u00fcr die deutsche Wissenschaft vor dem Fr\u00fchjahr 1997 kein Thema &#8211; und schon gar kein Problem. Allenfalls kleinere Verfehlungen einzelner Forscher habe es hin und wieder gegeben, r\u00e4umten die Auskunftswilligeren der Gespr\u00e4chspartner ein, und daf\u00fcr stand dann unterm Strich das &#8218;praktisch nicht&#8216;. Doch auch diese Ausnahmef\u00e4lle seien ohne Bedeutung geblieben. Auf der Landkarte der wissenschaftlichen Manipulation war Deutschland der wei\u00dfe Fleck. Dies jedenfalls war das Bild, das Wissenschaftler und Wissenschaftsorganisationen hierzulande pr\u00e4sentierten, \u00fcber Jahrzehnte hinweg und mit Erfolg. Doch dieses Bild war falsch. Oder vielmehr: Es war selbst gef\u00e4lscht.&quot;\u00a0<br \/>\n<strong><em>(Zitatende). <\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gegenworte.org\/heft-2\/finetti2.html\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Hier weiterlesen\u2026<\/span><\/a><span style=\"color: #800000;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Beste Gr\u00fc\u00dfe <strong><a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\" title=\"Ekkehard Friebe\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a>\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Marco Finetti und Armin Himmelrath DAS VERDR\u00c4NGTE PH\u00c4NOMEN Vom jahrzehntelangen Nicht-Umgang deutscher Wissenschaftler und Wissenschaftsorganisationen mit Betrug und F\u00e4lschung in den eigenen Reihen Zeitschrift GEGENWORTE Heft 2 \u2013 1998. Herausg. Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften Zitat: Als im Fr\u00fchling des Jahres 1997 die ersten Umrisse dessen ans Licht kamen, was seitdem als &#8218;Fall Herrmann\/Brach&#8216; bekannt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-3015","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-deutschsprachige-kritik-der-relativitatstheorie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3015"}],"collection":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3015"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3015\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3015"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3015"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3015"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}