{"id":3013,"date":"2011-08-08T10:35:41","date_gmt":"2011-08-08T09:35:41","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=3013"},"modified":"2011-08-08T10:44:39","modified_gmt":"2011-08-08T09:44:39","slug":"59-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/59-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c\/","title":{"rendered":"59- Dr. Reinhard Schl\u00f6gl: \u201eAussenseiter der Naturwissenschaft\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der <em>\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Abschnitt 59<\/span> <\/em>\u00a0der Dissertation von<em> <strong><a href=\"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?s=Dr.+Reinhard+Schl%C3%B6gl%3A+%E2%80%9EAussenseiter+der+Naturwissenschaft%E2%80%9C\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Dr. Reinhard Schl\u00f6gl<\/span><\/a><\/strong>.\u00a0 <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Kapitel 3: GEGENWART, <strong><a href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;name=Gotthard_Barth\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Barths<\/span><\/a> <\/strong>Unterabschnitt: <strong>3.8.2.9 \u201e<\/strong><strong><em>Das Eine und das Werden- Die Dialektik der Alten Griechen<\/em><\/strong><strong><em>&quot;<br \/>\n<\/em><\/strong><strong><em>Zitat:<\/em><\/strong><strong><br \/>\n<\/strong>Nun zu der, wie erw\u00e4hnt, viel sp\u00e4ter, im Jahr 1990 verfassten Schrift \u201ePlaton 2&quot;: \u201e22 Jahre nach Fertigstellung von \u201eDas Eine und das Werden&quot; begann sich Barth im Jahr 1989 wieder intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen&#8230; \u201eZun\u00e4chst war da die v\u00f6llig unbefriedigende Vorstellung, dass Platon die so diffizilen Dialoge geschrieben hatte, ohne ihre Ergebnisse zu akzeptieren&#8230; ich hatte&#8230; festgestellt, dass Platon die Schrift des Parmenides v\u00f6llig verwirrt habe&#8230;\u201c <strong><em>[Anmerkung 401: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201ePlaton 2\u201c, S.98<strong>]<\/strong> <\/em>und Barth kommt zu dem Schluss, dass Platon im Dialog \u201eParmenides&quot; den jungen Sokrates, seine, Platons eigene Ide\u00adenlehre verteidigen l\u00e4sst; \u201eDie Kritik und Widerlegung dieser absoluten Lehre aber \u00fcberl\u00e4sst er \u201edem einen Parmenides&quot;, <sup>4<\/sup>nach dem Homeros ehrenwert und zugleich furchtbar&#8216;. In grandioser Weise widerlegt Platon sich selbst. Nur Platon, kein anderer konnte diese in grenzenlose Tiefe gehenden Dialoge schreiben.\u201c <strong><em>[Anmerkung 402:<\/em><\/strong> <em>G. Barth: \u201ePlaton 2\u201c, S.99<strong>]<\/strong>.<br \/>\n\u00a0<!--more--><\/em>\u201eImmer klarer sehe ich, &#8230;wie er (Platon) von einer kurzschl\u00fcssigen zweiwertigen Logik weggeht zu einem umfassenden, in die Tiefe gehenden Denken. Das eben logisch Erschlossene wird immer von neuem gepr\u00fcft, ob es weiterem Denken standh\u00e4lt.\u201c <strong><em>[Anmerkung 403: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201ePlaton 2\u201c, S. 100<strong>]<\/strong>.<\/em> Als Motiv f\u00fcr das Vorge\u00adhen Platons nimmt Barth an: \u201ePlaton konnte seine Dialektik bei seinen Zeitgenossen nicht durchsetzen; und er wollte dies schliesslich auch nicht mehr. Er resignierte\u201c <strong><em>[Anmerkung 404: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201ePlaton 2\u201c, S. 102<strong>]<\/strong>.<\/em> Barth spricht nun, in dieser Neubewertung der platonischen Gedanken, pl\u00f6tzlich mit Bewunderung von diesem Philosophen, den er Jahrzehnte vorher (vielleicht weil er ihn missverstanden hatte) eher gering gesch\u00e4tzt hatte. Er meint allerdings, wenn er nun -begeistert &#8211; von Platons Dialektik spricht \u201eund vom Sein des Nichtseienden und von der Relativit\u00e4t als Wirklichem, &#8230;dann komme ich wieder in eine extreme Aussenseiterpo\u00adsition&#8230; Ich komme von der Natur her, im besonderen von der Physik. F\u00fcr mich ist die Aufgabe der Philosophie, die Wirklichkeit in ihrem Ganzen, in allen Zusammenh\u00e4ngen zu fassen. Dieses Streben finde ich in Platons sp\u00e4ten Dialogen in umfassender Weise und in aller Tiefe ausgef\u00fchrt. Diese Form der Untersuchung bezeichnet Platon als dialektisch. <strong><em>[Anmerkung 405: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201ePlaton 2\u201c, S. 108<strong>]<\/strong>.<\/em>\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Barth vertritt also die \u00dcberzeugung dass, sich der \u201esp\u00e4te&quot; Platon, der sein Den\u00adken mehr und mehr der widerspr\u00fcchlichen Mannigfaltigkeit der Wirklichkeit anpasste, weit vom \u201efr\u00fchen&quot; Platon entfernt hatte, welcher noch die zweiwertige Logik vertreten hatte. Barth selbst zu dieser Interpretation: \u201eMeine Vorstellungen vom geistigen Ent\u00adwicklungsgang Platons liegen weit ab von allem, was \u00fcber Platon geschrieben wurde&#8230; auf Zustimmung bei den Professoren kann ich nicht hoffen.\u201c <strong><em>[Anmerkung 406:<\/em><\/strong> <em>G. Barth: \u201ePlaton 2\u201c, S. 111<\/em><strong><em>]<\/em><\/strong><em>.<\/em><strong><em> <\/em><\/strong>Barth ist also gegen\u00fcber seiner fr\u00fcheren Auffassung zu einem geradezu diametral entgegengesetzten Platonbild gelangt: Den jungen Platon h\u00e4lt er f\u00fcr \u201eeinen arroganten Aristokraten, der sich im Besitz absoluter Wahrheit&quot; w\u00e4hnte. <strong><em>[Anmerkung 407: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201ePlaton 2\u201c, S 114<strong>]<\/strong>.<\/em> F\u00fcr Platons sp\u00e4te Dialoge ist es wesentlich, dass er mit dem a-logischen Ineinssein der Gegens\u00e4tze des Herakleitos in Ber\u00fchrung gekommen war: \u201eIn denselben Fluss steigen wir und steigen wir nicht&quot; &#8230;wenn auch nur in der ahnenden, nichtrationalen Weise des Herakleitos <strong><em>[Anmerkung 408:<\/em><\/strong> <em>G. Barth: \u201ePlaton 2\u201c, S. 115<strong>]<\/strong>.<\/em> \u201eIch m\u00f6chte meinen, auch Aristoteles hielt den alten Platon f\u00fcr einen Spinner&#8230;\u201c <strong><em>[Anmerkung 409: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201ePlaton 2\u201c, S. 119<strong>]<\/strong>.<\/em> &#8230;\u201eAm Ende seines Lebens lebte er als Melancholiker, wie Aristoteles sagt, allein und zur\u00fcckgezogen.\u201c <strong><em>[Anmerkung 410: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201ePlaton 2\u201c, S. 120<strong>].<\/strong> <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Barth meint, dass die Erkenntnis Platons, dass es f\u00fcr den Menschen nichts Absolutes geben kann, eine grandiose Erkenntnis sei, speziell f\u00fcr den Idealisten Platon. \u201ePlaton geht auch den letzten Schritt: \u201eabsolut ist nicht einmal denkbar&#8230;eine sinnleere Konstruk\u00adtion. Wirklich sein heisst, in wirklich-wirkender Beziehung zu einem anderen wirklich Wirkenden zu sein.\u201c <strong><em>[Anmerkung 411:<\/em><\/strong> <em>G. Barth: \u201ePlaton 2\u201c, S. 122<strong>]<\/strong>.<\/em> \u201eGerade f\u00fcr die Krise der modernen Physik fand hier Platon &#8230;eine tiefe Einsicht in die Wirklichkeit der Natur, in die Wechselwirkung der Ener\u00adgien zwischen physikalisch wirklichen-wirkenden K\u00f6rpern&#8230; Seine sp\u00e4ten dialektischen Untersuchungen, den \u00dcbergang vom An-und-f\u00fcr-sich-Sein zum F\u00fcr-einander-Sein&#8230; konnte niemand akzeptieren&#8230;\u201c <strong><em>[Anmerkung 412: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201ePlaton 2\u201c, S. 123<strong>]<\/strong>. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Barth bedauert, dass dieser Teil des platonischen Werkes bis heute ohne Einfluss auf die Physik geblieben ist. \u201eDie Physiker nahmen&#8230; je\u00addes Ding fein s\u00e4uberlich f\u00fcr sich (Hippias), aus allen Beziehungen mit der \u00fcbrigen Welt losgel\u00f6st, abgegrenzt, \u201edefiniert&quot;. Dann mussten die Astronomen und Physiker das von ihnen in Gedanken Getrennte in Gedanken wieder verbinden mit erdachten K\u00fcgelchen und Strahlen. Eine v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssige Aufgabe, denn die Natur hat alles mit allem verbunden&#8230; in st\u00e4ndiger Wechselwirkung; in Wirken und Erleiden, wie Platon sagt, &#8230;so m\u00fcssen wir nur die bestehenden Beziehungen, die &#8230;Relationen&#8230; beobachten und messen&#8230; Die unendlich vielf\u00e4ltigen Beziehungen zwischen wirklichen physikalischen K\u00f6rpern haben wir zu untersuchen.\u201c <strong><em>[Anmerkung 413: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201ePlaton 2\u201c, S. 124; vgl. auch G. Barth: \u201eLicht aus den Atomen&quot;<strong>]<\/strong>.<\/em> Barth wundert sich dar\u00fcber, dass auch bei Aristoteles kein Hinweis auf Platons sp\u00e4te Dialektik zu finden ist. \u201e&#8230;offensichtlich hat Platon seine sp\u00e4ten Dialoge in seiner eigenen Akademie nicht vorgetragen und auch mit Aristoteles nicht dar\u00fcber gesprochen.\u201c <strong><em>[Anmerkung 414: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201ePlaton 2&quot;, S.128<strong>]<\/strong>. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Barth ist heute der Ansicht, dass Platon seiner Zeit um Jahrtausende voraus war&#8230; Besonders f\u00fcr die christlichen Philosophen musste Platons dialektischer Relationismus ein Greuel gewesen sein&#8230;,, mit dem kritischen, sich selbst st\u00e4ndig in Frage stellen\u00adden alten Platon konnten die Professoren nichts anfangen. Wer lehrt, will und muss sicheres Wissen, nicht Zweifel, dialektisch unbestimmte Meinungen und Aporien wiedergeben.\u201c <strong><em>[Anmerkung 415: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201ePlaton 2&quot;, S. 134<strong>]<\/strong>. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><em>(Zitatende,<\/em><\/strong> Fortsetzung folgt).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Beste Gr\u00fc\u00dfe <strong><a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\" title=\"Ekkehard Friebe\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a><\/strong>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der \u00a0Abschnitt 59 \u00a0der Dissertation von Dr. Reinhard Schl\u00f6gl.\u00a0 Kapitel 3: GEGENWART, Barths Unterabschnitt: 3.8.2.9 \u201eDas Eine und das Werden- Die Dialektik der Alten Griechen&quot; Zitat: Nun zu der, wie erw\u00e4hnt, viel sp\u00e4ter, im Jahr 1990 verfassten Schrift \u201ePlaton 2&quot;: \u201e22 Jahre nach Fertigstellung von \u201eDas Eine und das [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-3013","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-deutschsprachige-kritik-der-relativitatstheorie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3013"}],"collection":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3013"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3013\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3013"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3013"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3013"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}