{"id":3012,"date":"2011-08-04T10:52:56","date_gmt":"2011-08-04T09:52:56","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=3012"},"modified":"2011-08-04T10:52:56","modified_gmt":"2011-08-04T09:52:56","slug":"58-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/58-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c\/","title":{"rendered":"58- Dr. Reinhard Schl\u00f6gl: \u201eAussenseiter der Naturwissenschaft\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der <em>\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Abschnitt 58<\/span> <\/em>\u00a0der Dissertation von<em> <strong><a href=\"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?s=Dr.+Reinhard+Schl%C3%B6gl%3A+%E2%80%9EAussenseiter+der+Naturwissenschaft%E2%80%9C\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Dr. Reinhard Schl\u00f6gl<\/span><\/a><\/strong>. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Kapitel 3: GEGENWART, <strong><a href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;name=Gotthard_Barth\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Barths<\/span><\/a> <\/strong>Unterabschnitt: <strong>3.8.2.9 \u201e<\/strong><strong><em>Das Eine und das Werden- Die Dialektik der Alten Griechen<\/em><\/strong><strong><em>&quot;<\/em><\/strong><strong><\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><em>Zitat:<br \/>\n<\/em><\/strong>Im folgenden geht Barth daran, den Nachweis des inneren Zusammenhanges zwi\u00adschen diesen Dialogen zuf\u00fchren. Im Abschnitt \u201eDer Relativismus der Sophisten&quot; finden sich Ans\u00e4tze bzw. Zusammenh\u00e4nge zu den sp\u00e4teren physikalischen Arbeiten Barths. \u201eDas eigentliche Verdienst der Sophisten scheint mir&#8230; nicht so sehr in ihrer Methode, als vielmehr in der Erkenntnis zu liegen, dass ein Etwas an sich, f\u00fcr sich absolut, nicht ist, nicht sein kann. Ein Ding &#8211; wie auch der Mensch &#8211; ist nur wirklich in der Beziehung auf ein anderes Ding, auf den Menschen.\u201c <strong><em>[Anmerkung 393: <\/em><\/strong><em>G. Barth (1967): \u201eDas Eine und das Werden&quot;, S. 59<strong>]<\/strong>. <\/em>\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->Barth stellt fest, dass mit der Verfemung der Sophistik auch deren positive Leistungen, vor allem eben der Relationismus verlo\u00adren gegangen sind: \u201eNicht nur die Philosophie, sondern auch die Naturwissenschaften, unser ganzes Denken sind, im Gegensatz etwa zu indischem Denken, bis heute allein auf das beziehungslose Ding an sich und f\u00fcr sich ausgerichtet. Erst in j\u00fcngster Zeit wurde in der Logistik wieder entdeckt, dass unsere Logik&#8230; der Kategorie der Relation nicht gerecht wird.\u201c <strong><em>[Anmerkung 394: <\/em><\/strong><em>G. Barth (1967): \u201eDas Eine und das Werden&quot;, S. 62<strong>]<\/strong>. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Dass Barth dort Best\u00e4tigung f\u00fcr seine Lichttheorie gefunden hat, in der das Licht, wie ausgef\u00fchrt, nichts anderes als eine Relation zwischen Quelle und Empf\u00e4nger ist, l\u00e4sst sich hier nachweisen. Barth bezieht sich auf den Dialog &#8218;Eutyphron&#8216;, \u201ewo Sokrates das Liebende vom Geliebten &#8230;unterscheidet, ohne jedoch auf die verbindende Relation zwischen beiden Teilen, die Liebe&#8230; zu kommen. Die Liebe wird vielmehr selbst als ein drittes dingliches Subjekt gesucht&#8230; Die Verbindung dazwischen, das verbindende Wirken, das Karina der Inder, bleibt unerfasst. Erst in dem Dialog \u201eTheaitetos&quot;, der dem Satz des Protagoras (\u201eDer Mensch ist das Ma\u00df aller Dinge; der Seienden, dass sie sind, der Nichtseienden, dass sie nicht sind&quot;) gewidmet ist, findet sich <em>\u201edas in die Zukunft weisende neue Prinzip\u201c. <strong>[Anmerkung 395: <\/strong><\/em><em>G. Barth (1967): \u201eDas Eine und das Werden&quot;, S. 63<strong>]<\/strong>. <\/em>An Platon kritisiert Barth in dieser seiner Schrift dessen Methode, die darin besteht, dass er jede Aussage absolut setzt: \u201eSelbst eindeutige Relationsbegriffe, wie Grosse oder Kleinheit werden absolut&#8230; in echt platonischer Weise werden Begriffe zu Dingen hypostasiert.&quot; Und Barth urteilt: \u201e&#8230;ein sinnloses Wortspiel mit undurchdachten Begriffen&#8230; absolut&#8230; paradox\u201c. <strong><em>[Anmerkung 396: <\/em><\/strong><em>G. Barth (1967): \u201eDas Eine und das Werden&quot;, S. 84<strong>]<\/strong>. <strong><\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Barth zitiert aus \u201eTheaitetos&quot;: \u201eWenn du etwas gross nennst, wird es sich auch klein zeigen&#8230;&quot; und Barth: \u201eAber immer folgt Platons absolute Fassung: Platon ver\u00adarbeitet f\u00fcr seine Schule fremde Vorlagen, ohne ihren geistigen Inhalt zu akzeptieren, ohne sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Vielmehr f\u00fcgt er mitten in fremdes Gedankengut seine eigenen absoluten Ideen ein, ohne R\u00fccksicht auf das unmittelbar vorher oder nachher Wiedergegebene.\u201c <strong><em>[Anmerkung 397: <\/em><\/strong><em>G. Barth (1967): \u201eDas Eine und das Werden&quot;, S. 85. <span style=\"text-decoration: underline;\">Anm.<\/span>: In \u201ePlaton 2&quot; (1990) hat Barth diese Ansicht revidiert:\u00a0 dort h\u00e4lt er Platon f\u00fcr den \u201etiefsten Denker aller Zeiten&quot;<strong>]. <\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Sp\u00e4ter bezieht sich Barth sogar explizit auf seine sp\u00e4tere Lichttheorie: \u201eJedoch ist (die) Wirkung zwischen den Dingen physika\u00adlisch, z.B. das <em>Licht, <\/em>die <em>Gravitation, <\/em>nicht selbst wieder ein Ding, wie das bei Platon immer wieder herauskommt. Ein Ding ist nur dann wirklich, sofern es auf andere Dinge wirkt, im letzten auf die Gesamtheit der Dinge&#8230; Unser Denken reicht nicht zu, auch nur ein Ding in allen seinen wirkenden Beziehungen zu erfassen&#8230;\u201c <strong><em>[<\/em>Anmer<em>kung 398: <\/em><\/strong><em>G. Barth (1967): \u201eDas Eine und das Werden&quot;, S. 91<strong>]<\/strong>.<\/em>&#8230;\u00a0 die Gedanken des Fremden aus Elea fortf\u00fchrend. Seine Hauptaufgabe sieht Barth in dieser Arbeit jedenfalls darin, zu zeigen, wie die griechische Philosophie das Problem des \u00dcberganges vom Sein zum Werden bew\u00e4ltigt, \u201eindem sie vom Absoluten l\u00e4sst und Sein ebenso wie Nichtsein relativiert. F\u00fcr Platon ergibt sich daraus das Problem, wie in einer Welt, die im st\u00e4ndigen Fliessen sich \u00e4ndert, Erkenntnis m\u00f6glich ist. Nach Parmenides ist das Absolute, das, unver\u00e4nderlich, nichts erleiden kann, eben deshalb auch unerkennbar. Platon hingegen setzt sich immer wieder \u00fcber diese Einsicht hinweg und fordert, als Voraussetzung jeder Erkenntnis, die absoluten unver\u00e4nderlichen Ideen, die er zu f\u00fcr sich seienden Gedankendingen hypostasiert.\u201c <strong><em>[Anmerkung 399: <\/em><\/strong><em>G. Barth (1967): \u201eDas Eine und das Werden&quot;, S. 92<strong>]<\/strong>. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Platon will, meint Barth, nur das Denkbare als in Wahrheit seiend setzen und er ist bestrebt, es v\u00f6llig absolut, g\u00f6ttlich zu machen. Die Ursache liege darin, dass f\u00fcr den Aristokraten Platon materielle Dinge verachtenswert erscheinen. \u201eSowohl das bleibende Allgemeine, im Denkbaren, wie im Wahrnehmbaren, wie auch das stets Wechselnde, im Denkbaren wie im Wahrnehm\u00adbaren, ist weder absolut noch ist es nicht. Hier die beiden Extreme zu vermeiden, &#8230;ist das Ziel der griechischen Dialektik wie sie von den Pythagor\u00e4ern, Heraklit\u00e4ern, Sophisten und Eleaten entwickelt wurde. Sie sahen das Wirkliche in seinen unl\u00f6sbaren Relationen.\u201c <strong><em>[Anmerkung 400: <\/em><\/strong><em>G. Barth (1967): \u201eDas Eine und das Werden&quot;, S. 94<strong>]<\/strong>. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><em>(Zitatende,<\/em><\/strong> Fortsetzung folgt).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Beste Gr\u00fc\u00dfe <strong><a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\" title=\"Ekkehard Friebe\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a><\/strong>\u00a0\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der \u00a0Abschnitt 58 \u00a0der Dissertation von Dr. Reinhard Schl\u00f6gl. Kapitel 3: GEGENWART, Barths Unterabschnitt: 3.8.2.9 \u201eDas Eine und das Werden- Die Dialektik der Alten Griechen&quot; Zitat: Im folgenden geht Barth daran, den Nachweis des inneren Zusammenhanges zwi\u00adschen diesen Dialogen zuf\u00fchren. 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