{"id":2997,"date":"2011-07-01T09:23:55","date_gmt":"2011-07-01T08:23:55","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2997"},"modified":"2011-07-01T09:23:55","modified_gmt":"2011-07-01T08:23:55","slug":"50-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/50-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c\/","title":{"rendered":"50- Dr. Reinhard Schl\u00f6gl: \u201eAussenseiter der Naturwissenschaft\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der <em>\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Abschnitt 50<\/span> <\/em>\u00a0der Dissertation von<em> <strong><a href=\"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?s=Dr.+Reinhard+Schl%C3%B6gl%3A+%E2%80%9EAussenseiter+der+Naturwissenschaft%E2%80%9C\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Dr. Reinhard Schl\u00f6gl<\/span><\/a><\/strong>.\u00a0 <\/em><\/p>\n<p>Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt: <strong>3.8.2.5 <em><a href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/people\/Gotthard_Barth\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Barth<\/span><\/a> und das Wirkungsquantum<\/em> <\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Zitat:<br \/>\n<\/em><\/strong>Barth zu den Begriffen <em>Raum <\/em>und <em>Zeit: <\/em>Barth beruft sich an dieser Stelle auf Barrow, den Lehrer, Freund und Vorg\u00e4nger Newtons im Trinity College, der schreibt: \u201eDie Zeit ist kein aktuelles Sein, sondern die M\u00f6glichkeit eines&#8230; Seins, genau wie der Raum die F\u00e4higkeit des Seins der Grosse bezeichnet.&#8220; Hier, meint Barth, sei die Abstrak\u00adtion bereits vollst\u00e4ndig durchgef\u00fchrt. Der Raum im besonderen besteht nicht in den r\u00e4umlichen Beziehungen physikalischer oder geometrischer Dinge, sondern er bietet lediglich&#8230; die M\u00f6glichkeit zu solchen Beziehungen&#8230;&#8220; <strong><em>[Anmerkung 348: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201eRationale Physik&#8220;, S. 263<strong>]. <\/strong><\/em>\u201e&#8230;Die Atomtheorie setzt willk\u00fcrlich Grenzen gegen das unendlich Kleine, gegen das Nichts; beim Weltall wer\u00adden willk\u00fcrlich Grenzen gesetzt gegen das unendlich Grosse. Das Unbegrenzte ist uns schwer ertr\u00e4glich, wie die zahlreichen modernen Kosmogonien lehren.&#8220; <strong><em>[Anmerkung 349: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201eRationale Physik&#8220;, S. 263<strong>]. <\/strong><\/em><\/p>\n<p><!--more-->Barth be\u00admerkt, dass auch Leibniz in \u00e4hnlicher Weise argumentiert, wie Barrow: \u201eRaum ist eine Ordnung der Existenzen im Beisammensein, wie die Zeit eine Ordnung des Nacheinan\u00adder ist&#8230; Der Raum ist nichts anderes als diese Ordnung oder Beziehung selbst und er ist ohne die K\u00f6rper gar nichts als die M\u00f6glichkeit, eine bestimmte Stellung zu geben.&#8220; Dass Leibniz auch davon spricht, dass \u201eZahlen sich gegen jeden Inhalt, der durch sie gez\u00e4hlt werden kann, gleichg\u00fcltig verhalten&#8220; hebt Barth als besonders bemerkenswert hervor. Wenn Newton vom Raum als von der Erscheinungen unabh\u00e4ngig spricht und auch von der Zeit als ohne jede Beziehung zu irgendwelchem \u00c4usseren verfliesst, so entspricht dies der Erkenntnis, dass \u00fcber Zeit und Raum an sich nichts Physikalisches ausgesagt werden kann.\u201c <strong><em>[Anmerkung 350: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201eRationale Physik&#8220;, S. 265<strong>]. <\/strong><\/em>In bezug auf den physikalischen Raum schreibt Barth: \u201eEs ist&#8230; sinnlos zu behaupten, der physikalische Raum habe mehr als drei Dimensionen und sei gekr\u00fcmmt. Aber ebenso sinnlos erscheint mir die Behauptung, der physikalische Raum sei euklidisch und dreidimensional. Dreidimensional sind die materiellen Systeme der Natur&#8230; das heisst&#8230; richtiger: &#8230; <em>Wir <\/em>k\u00f6nnen&#8230; nur drei Dimensionen feststellen.&#8220;<\/p>\n<p>Und er argumentiert in bezug auf Mach, dass etwa auch R\u00e4ume von mehr als drei Dimensionen als mathematische Hilfsvorstellungen n\u00fctzlich sein k\u00f6nnten, aber: \u201eman hat es deshalb nicht n\u00f6tig, dieselben f\u00fcr mehr zu halten als f\u00fcr Gedankendinge.&#8220;<strong><em>[Anmerkung 351: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201eRationale Physik&#8220;, S. 267<strong>].<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Barth kritisiert den \u201ek\u00f6niglichen Ton&#8220; der Mathematiker, und zitiert eine Aus\u00adsage Minkowskis aus dem Jahr 1908: \u201e&#8230;Von Stund an sollen Raum und Zeit f\u00fcr <em>sich <\/em>v\u00f6llig zu Schatten herabsinken und nur noch eine <em>Union <\/em>der beiden soll Selbst\u00e4ndigkeit bewahren.&#8220; Dazu Barth: \u201eDie Natur ist an solche Befehle nicht gebunden.\u201c <strong><em>[Anmerkung 352: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201eRationale Physik&#8220;, S. 268<strong>].<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Kernaussage Barths im Kapitel \u201eD<em>ie psychophysische Einheit&#8220; <\/em>ist: \u201eWir haben die Wirkungen zweier K\u00f6rper aufeinander als Wechselwirkungen von Teilen einer Einheit gedeutet. Eben in diesen Wechselwirkungen besteht und manifestiert sich die \u00fcberge\u00adordnete Einheit. In gleicher Weise m\u00fcssen wir auch die Wechselwirkungen zwischen Materie und Geist, Leib und Leben, K\u00f6rper und Seele sehen.&#8220; <em>Gesetz <\/em>und <em>Zweck <\/em>seien nicht voneinander zu trennen. An sich sei es besser, das Wort Zweck hier zu vermeiden. Wir sollten es besser durch Richtung, Sinn oder Entelechie im Sinn des Aristoteles er\u00adsetzen. Barth folgert: \u201eDa alles, was ist, gesetzm\u00e4ssig ist, genauer: wird&#8230; , so hat alles auch sein Ziel in sich. Dies gilt vom fallenden Stein ebenso, wie vom strebenden Menschen&#8230; Wer daher die Zielstrebigkeit des Naturgeschehens leugnet, muss konse\u00adquenterweise die Naturgesetzlichkeit \u00fcberhaupt leugnen&#8230; Das Naturgeschehen fliesst st\u00e4ndig und \u00fcberall durch undeterminierte Grenz\u00fcberg\u00e4nge&#8230; Damit entzieht sich auch die Kausalit\u00e4t einer logisch-exakten Aussage, sie ist nur mehr <em>dialektisch <\/em>zu fassen: Die Natur ist streng kausal und frei zugleich; im Endlichen (im Sinne der eleatischen Auf\u00adfassung) streng determiniert, in der Grenze, im Grenz\u00fcbergang aber frei.&#8220; Schliesslich m\u00fcssen wir auch die Kausalit\u00e4t als allgemeine Gesetzlichkeit von den einzelnen Natur\u00adgesetzen unterscheiden: \u201eOhne allgemeine Kausalit\u00e4t w\u00e4re eine geordnete Welt&#8230; nicht m\u00f6glich. Die Kausalit\u00e4t ist so \u00fcber Kant hinausgehend apriorische Notwendigkeit.\u201c <strong><em>[Anmerkung 353: <\/em><\/strong><em>G. Barth: \u201eRationale Physik&#8220;, S. 317<strong>]. <\/strong><\/em>F\u00fcr Barth ist die Welt &#8211; im Kleinen wie im Grossen &#8211; aus den gleichen materiellen Systemen aufgebaut, die in jedem Bereich nach den gleichen Gesetzen aufeinander wirken. Zusammenfassend: \u201eZwischen den K\u00f6rpern bestehen elektrische, thermische, optische, magnetische, mechanische&#8230; und andere Spannungen, die sich ausgleichen und dabei neue Spannungen der gleichen oder anderen Art verursachen. In diesen Spannungsausgleichen, die in der ganzen Natur sich nach den gleichen Gesetzen voll\u00adziehen, aktualisiert sich die Wirklichkeit. Darin liegt die <em>Einheit <\/em>der .Natur. Aber nicht darin, dass man eine Wirkungsart (Energieform) willk\u00fcrlich herausgreift und alle ande\u00adren Naturerscheinungen auf diese eine Wirkung reduziert. Notwendig muss eine solche k\u00fcnstliche Einseitigkeit&#8230; zu un\u00fcbersteigbaren Schwierigkeiten f\u00fchren. Der Ausweg ist dann die Flucht ins Irrationale, in die Gesetzlosigkeit, die R\u00fcckkehr zum Magischen.&#8220;<\/p>\n<p><strong><em>(Zitatende,<\/em><\/strong> Fortsetzung folgt).<\/p>\n<p>Beste Gr\u00fc\u00dfe <strong><a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der \u00a0Abschnitt 50 \u00a0der Dissertation von Dr. Reinhard Schl\u00f6gl.\u00a0 Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt: 3.8.2.5 Barth und das Wirkungsquantum Zitat: Barth zu den Begriffen Raum und Zeit: Barth beruft sich an dieser Stelle auf Barrow, den Lehrer, Freund und Vorg\u00e4nger Newtons im Trinity College, der schreibt: \u201eDie Zeit ist kein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-2997","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-deutschsprachige-kritik-der-relativitatstheorie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2997"}],"collection":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2997"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2997\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2997"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2997"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2997"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}