{"id":2987,"date":"2011-06-11T10:39:57","date_gmt":"2011-06-11T09:39:57","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2987"},"modified":"2011-06-11T10:51:05","modified_gmt":"2011-06-11T09:51:05","slug":"44-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/44-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c\/","title":{"rendered":"44- Dr. Reinhard Schl\u00f6gl: \u201eAussenseiter der Naturwissenschaft\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der <em>\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Abschnitt 44<\/span> <\/em>\u00a0der Dissertation von<em> <strong><a href=\"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?s=Dr.+Reinhard+Schl%C3%B6gl%3A+%E2%80%9EAussenseiter+der+Naturwissenschaft%E2%80%9C\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Dr. Reinhard Schl\u00f6gl<\/span><\/a><\/strong>. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt: 3.8.2.4 FALLSTUDIE<strong><em> <a href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/people\/Gotthard_Barth\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">GOTTHARD BARTH<\/span><\/a>, <\/em><\/strong>(Fortsetzung).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><em>Zitat:<br \/>\n<\/em><\/strong>Zur Auseinandersetzung zwischen Sexl und Barth gehe ich sp\u00e4ter noch ausf\u00fchrlicher ein, da sich hier das Problem des Aussenseiters und seiner Stellung zur etablierten Wissenschaft besonders plastisch darstellt. Aussenseiter wird nach Auffassung Barths jeder, der sich \u00f6ffentlich gegen die Relati\u00advit\u00e4tstheorie ausspricht. Als unheilvolle Beispiele nennt Barth die Namen Gehrcke<em>,<\/em> Soddy, Dingle und Essen:\u00a0\u201e&#8230;ihnen wurde jede Publikationsm\u00f6glichkeit gesperrt&#8230;\u00a0 Jeder Abtr\u00fcnnige wird aus der Gemeinschaft der Lebenden ausgeschlossen&#8230; Selbst Einstein kann uns da nicht helfen&#8220;.\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em><strong><!--more--><\/strong><\/em><em><strong>[Anmerkung 293: <\/strong>Gehrcke, a. o. Prof., Berlin; Fachmann f\u00fcr Optik. Einsteingegner. Nach Barth hat er dadurch seine Karriere beendet; obwohl er bedeutende wissenschaftliche Leistungen erbracht hat, ist es ihm nicht gelungen, eine ordentliche Professur zu erlangen. In seinem Hauptwerk geht es um die \u201eOptik bewegter K\u00f6rper&#8220;<strong>].<\/strong><\/em><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>[Anmerkung 294: <\/strong>Herbert Dingle war Professor an der Universit\u00e4t London und ist Einsteingegner. Er ist Verfasser der ersten englischsprachigen B\u00fccher zum Thema Relativit\u00e4tstheorie und ist Verfasser des Abschnit\u00adtes \u201eRelativit\u00e4tstheorie&#8220; in der \u201eEncyclopaedia Britannica&#8220;. Sp\u00e4ter gilt er nach Darstellung Barths vor allem wegen seiner Stellungnahme zum \u201eZwillingsparadoxon&#8220; als \u201eKetzer&#8220;. In der Zeitschrift \u201enature&#8220; erhielt er Publikationsverbot. Schliesslich resignierte er mit seiner Kritik an Einsteins Relativit\u00e4tstheorie.<strong>]. <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><em>[Anmerkung 295:<\/em><\/strong> <em>Dr. Louis Essen gilt als der f\u00fchrende Atomuhrenfachmann Englands; er hat die Lichtgeschwin\u00addigkeit auf 500 m\/sec genau gemessen; Jahre hindurch galt dieser Wert als der weitbeste. Essen ist Einsteingegner und Verfasser einer Arbeit, die sich kritisch mit der Relativit\u00e4tstheorie auseinan\u00addersetzt. Essen hat seine Kritik auch der Royal society vorgetragen. Das soll mit dem Ende seiner wissenschaftlichen Laufbahn in Zusammenhang stehen.<strong>]<\/strong> <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Und nun zitiert Barth aus einem Brief Einsteins an seinen Jugendfreund Solovine: \u201eLieber Solovine!&#8230; Sie stellen es sich so vor, dass ich mit stiller Befriedigung auf ein Lebens werk zur\u00fcckschaue. Aber es ist ganz anders von der N\u00e4he gesehen. Da ist kein einziger Begriff, von dem ich \u00fcberzeugt w\u00e4re, dass er standhalten wird, und ich f\u00fchle mich unsicher, ob ich \u00fcberhaupt auf dem rechten Weg bin&#8230; das Gef\u00fchl der Unzul\u00e4nglichkeit kommt von innen&#8230;&#8220;<strong><em> [Anmerkung 296: <\/em><\/strong><em>Zit. nach Barth: \u201eRelativit\u00e4tstheorie&#8230;&#8220;, S. 79<strong>]<\/strong>. <\/em>Barth schliesst diese Arbeit mit den Worten: \u201eBetr\u00fcger wie Betrogene m\u00fcssen das gleiche Interesse haben: dass dieses so besch\u00e4mende Kapitel in der Geschichte der Wissenschaft so schnell wie m\u00f6glich vergessen wird. Erst dann kann sich die Physik, befreit von dilettantischen Paradoxien wieder einer rationalen Forschung zuwenden.\u201c <strong><em>[Anmerkung 297:<\/em><\/strong><em> Zit. nach Barth: \u201eRelativit\u00e4tstheorie&#8230;&#8220;, S. 85<strong>]<\/strong>. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Bez\u00fcglich der Lorentz-Trans\u00adformation &#8211; als Grundlage der Relativit\u00e4tstheorie &#8211; ist Barth in j\u00fcngster Zeit zu der Erkenntnis gelangt. \u201eDie Lorentztransformation l\u00e4sst ja die Lichtgeschwindigkeit invariant. Da c = s\/t , kann trivialerweise der Wert dieses Bruches nur dadurch un\u00adver\u00e4ndert bleiben, indem man entweder 0 addiert oder ihn mit 1 multipliziert. Hier werden aber, wie bereits erw\u00e4hnt, Z\u00e4hler und Nenner mit demselben Wert multipliziert. Ich bin nun zu der Erkenntnis gelangt, dass das Ganze nur eine Multiplikation mit 1 ist&#8230; Wenn man allerdings die komplizierte Lorentz-Rechnung sieht, dann durchschaut man nicht, dass die Transformationen der Zeiten und Wege gleich gross sind und sp\u00e4ter beim Bruch durch K\u00fcrzen wegfallen.\u201c <strong><em>[Anmerkung 298: <\/em><\/strong><em>G. Barth (1989) in einer Fernsehaufzeichnung, die sich im Archiv des Verfassers befindet<strong>]<\/strong>.<strong> <\/strong>\u201e<\/em>Nun habe ich die Schwierigkeit, die neue Tatsache durchzusetzen. Kein Professor kann zugeben, dass er bis heute nicht bemerkt hat, dass die Lorentz-Transformation nichts anderes als eine Multiplikation mit 1 ist&#8230; Je unglaublicher die Kritik ist, umso weniger Aussicht hat sie, akzeptiert zu werden.&#8220;<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">In seiner Zeitschrift \u201eWissen im Werden\u201c <strong><em>[Anmerkung 299: <\/em><\/strong><em>\u201eWissen im Werden&#8220;, 1989, Heft l, 22.Jg. S.34<strong>]<\/strong> <\/em>schreibt Barth: \u201eEine unvorstellbare Katastrophe f\u00fcr die Wissenschaft insgesamt!&#8220;<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Im Jahr 1962 brachte Barth seine \u201eRationale Physik &#8211; Grundlagen einer Wissen\u00adschaft&#8220; heraus; und zwar als Sonderband seiner Zeitschrift \u201eWissen im Werden &#8211; Zeit\u00adschrift f\u00fcr Grundlagenforschung der Naturwissenschaften&#8220;. Als Auslieferungsort dieser Arbeit gibt Barth die Burg Liechtenstein an, wo er zu dieser Zeit wohnte, und als Kustos arbeitete. Es ist dies eines der wenigen Werke Barths, das er nichts selbst setzte und druckte. Diese \u201eRationale Physik&#8220; ist. das Hauptwerk Barths. <strong><em>[Anmerkung 300: <\/em><\/strong><em>Prof. Dr. Stjepan Mohorovicic schrieb 1982 \u00fcber Barths Rationale Physik: \u201e&#8230;hier werden die Grund\u00adlagen der modernen Physik vom philosophischen, physikalischen und sozialen Gesichtspunkt er\u00f6rtert&#8230; endlich hat die Naturphilosophie neue Gedanken erhalten&#8230; der Verfasser stellt sich uns als tiefer Den\u00adker vor&#8230; wir empfehlen es allen Naturforschern&#8230; und Studierenden.&#8220;<strong>]<\/strong> <\/em>Hier finden sich alle wesentlichen Grundgedanken seiner sp\u00e4ter zu behandelnden Lichttheorie und seiner W\u00e4rmetheorie enthalten. Barth erweist sich hier nicht nur als Sachkundiger und Kritiker der Grundlagen der Physik, sondern auch als Kenner der Philosophie, insbesondere der Naturphilosophie, und er zeigt stets, in welcher Weise die Wurzeln neuer Denkans\u00e4tze in die Vergangenheit, insbesondere bis zu altgriechischem Denken zur\u00fcckreichen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Dabei tritt die Tatsache zutage, dass Barth bei Erich Heintel studiert hatte. In Hinblick auf die Theorienvielfalt der modernen Physik und in Hinblick auf viele, sp\u00e4ter aufgezeigte Ungereimtheiten und Widerspr\u00fcchlichkeiten, die er systema\u00adtisch am Beispiel konkreter Probleme aufsp\u00fcrt, stellt er folgende Forderung an den Anfang: \u201eVerzichtet man auf die Rationalisierung, h\u00e4lt man ein vern\u00fcnftiges Erfassen des neu Entdeckten f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig,., so versperrt man sich den Weg in die Zukunft. Eine vollst\u00e4ndige rationale Erfassung ist uns&#8230; nicht m\u00f6glich. Daraus ist jedoch nicht der Schluss zu ziehen, dass der Sinn der Natur nicht rational zu erkennen ist&#8230; Es kann nicht Aufgabe der Wissenschaft sein, sensationelle Systeme zu ersinnen, wie die Natur sein k\u00f6nnte. Es ist allein ihre Aufgabe, zu verstehen, rational zu erfassen, wie die Na\u00adtur ist. &#8230;Die \u00fcberst\u00fcrzte F\u00fclle des Neuen hat uns \u00fcberw\u00e4ltigt. Es ist uns noch nicht gelungen, festen Grund zu finden&#8230;&#8220;<strong><em> [Anmerkung 301: <\/em><\/strong><em>G. Barth (1962): \u201eRationale Physik&#8220;, S. 6<strong>]<\/strong> <\/em>und Barth f\u00fcgt hinzu: \u201eDie Wissenschaft von den Grundlagen, die Philosophie, hat hiezu kaum etwas beigetragen&#8230; die Philosophen verstehen keinen Deut von der Physik. So bleibt die Grundlagenforschung&#8230; unbear\u00adbeitet. Denn niemand will das Odium des Dilettantismus auf sich nehmen. Gerade die Theoretiker bestehen immer wieder streng auf fachliche Zust\u00e4ndigkeit, vor allem wenn es um ihre sch\u00f6nen Theorien geht.&#8220;<strong><em> [Anmerkung 302: <\/em><\/strong><em>G. Barth (1962): \u201eRationale Physik&#8220;, S. 7<strong>].<br \/>\n<\/strong><\/em><strong><em>(Zitatende,<\/em><\/strong> Fortsetzung folgt).\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Beste Gr\u00fc\u00dfe <strong><a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a>\u00a0 <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der \u00a0Abschnitt 44 \u00a0der Dissertation von Dr. Reinhard Schl\u00f6gl. Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt: 3.8.2.4 FALLSTUDIE GOTTHARD BARTH, (Fortsetzung). Zitat: Zur Auseinandersetzung zwischen Sexl und Barth gehe ich sp\u00e4ter noch ausf\u00fchrlicher ein, da sich hier das Problem des Aussenseiters und seiner Stellung zur etablierten Wissenschaft besonders plastisch darstellt. 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