{"id":2972,"date":"2011-05-19T08:37:52","date_gmt":"2011-05-19T07:37:52","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2972"},"modified":"2011-05-19T08:37:52","modified_gmt":"2011-05-19T07:37:52","slug":"34-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/34-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c\/","title":{"rendered":"34- Dr. Reinhard Schl\u00f6gl: \u201eAussenseiter der Naturwissenschaft\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der\u00a0 <span style=\"text-decoration: underline;\">Abschnitt 34<\/span>\u00a0 der Dissertation von<em> <strong><a href=\"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?s=Dr.+Reinhard+Schl%C3%B6gl%3A+%E2%80%9EAussenseiter+der+Naturwissenschaft%E2%80%9C\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Dr. Reinhard Schl\u00f6gl<\/span><\/a><\/strong>.\u00a0 <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><em>Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt:<\/em><\/strong><strong><em> 3.8.2 FALLSTUDIE <a href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/people\/Gotthard_Barth\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">GOTTHARD BARTH<\/span><\/a>, <\/em><\/strong><em>(Fortsetzung). <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><em>Zitat: <\/em><\/strong><em><\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><em>Das unvollst\u00e4ndige Differential:<\/em><\/strong><strong><em><\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wie Barth ausf\u00fchrt, ist der mechanische Energieinhalt eines Gases eine eindeutige Funktion von Druck, Volumen und Temperatur. Das wusste auch schon der franz\u00f6si\u00adsche Ingenieur Clapeyron: E = f (p, V, t) Halten wir die Temperatur konstant, dann ist die mechanische Energie des eingeschlossenen Gases eindeutig bestimmt durch das Produkt Druck mal Volumen: E = pV (Die \u00c4nderung dieser Energie, die \u00c4nderung der Arbeitsf\u00e4higkeit und damit die geleistete Arbeit ist nach dieser Theorie dE = d(pV). Das Differential dieses Produktes ist aber nach einer elementaren Regel der Differenti\u00adalrechnung dE = pdV + Vdp.\u00a0 Nun gibt es zwei Sonderf\u00e4lle:<br \/>\n1)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die Isochore, bei der das Volumen konstant &#8218;ist, und also gilt: V = const., dV = 0. In diesem Fall ist dE = Vdp<br \/>\n2)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die Isobare, bei der der Druck konstant gehalten wird, und also gilt:\u00a0 p = const., dp = 0. Daher gilt: dE = pdV.<br \/>\nDiese Differentiale sind Gegenstand der Schulphysik.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->Barth bemerkt jedoch hinzu:<br \/>\n\u201eIm weiteren Verlauf fehlt dann aber das zweite Glied der Gleichung dE = pdV + Vdp und zur\u00fcck bleibt die verst\u00fcmmelte H\u00e4lfte dE = pdV.&#8220; Barth kritisiert also, dass es in der mathematischen Theorie heute \u00fcblich ist, diese unvollst\u00e4ndige und deshalb falsche Gleichung zu verwenden. Barth bemerkt weiters, dass sich nach Clausius ekla\u00adtante Fehler auch im Fall einer Druck\u00e4nderung erg\u00e4ben: \u201eEine Druck\u00e4nderung eines eingeschlossenen Gases bewirkt hier auch keine \u00c4nderung seines mechanischen Energi\u00adeinhaltes, denn die mathematischen Theorie verliert ja, wie gezeigt, das Glied mit der Druck\u00e4nderung Vdp. Das bedeutet, dass nach der geltenden Theorie von Clausius ein in einem festen Gef\u00e4ss eingeschlossenes Gas, dessen Druck zum Beispiel von l at auf 100 at erh\u00f6ht wird, keinen Zuwachs an mechanischer Energie erfahren w\u00fcrde. Ein Gas von l at h\u00e4tte also dieselbe mechanische Energie wie ein Gas mit gleichem Volumen, jedoch mit 100 at Druck. <strong><em>[Anmerkung 237: <\/em><\/strong><em>G. Barth. \u201eWirkungsgrad und absolute Temperatur&#8220;, Wissen im Werden 11\/1975, vgl. S. 30<strong>]<\/strong><\/em>\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Sehen wir von der physikalischen Irrealit\u00e4t dieser mathematischen Theorie ab, so bleibt der schwere mathematische Fehler, der Verlust des halben Differentials Vdp beste\u00adhen.\u201c <strong><em>[Anmerkung 238: <\/em><\/strong><em>G. Barth. \u201eWirkungsgrad und absolute Temperatur&#8220;, Wissen im Werden 11\/1975, vgl. S. 31<strong>]<\/strong> <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Barth und das Gedankenexperiment, von Robert Mayer aus dem Jahr 1842: Mayer berechnete das mechanische W\u00e4rme\u00e4quivalent mittels eines Gedankenversuches, bei dem es um die Hebung eines Kolbens in einem Zylinder ging. Als Ergebnis erhielt Mayer den Wert von 367 mkg, wobei heute ein Wert von 427 mkg als richtig angesehen wird. Barth: \u201eMayer hat bei seinem Gedankenexperiment vergessen, den Innendruck, den Luftdruck <em>unterhalb <\/em>des Kolbens also, zu ber\u00fccksichtigen.\u201c <strong><em>[Anmerkung 239: <\/em><\/strong><em>G. Barth. \u201eWirkungsgrad und absolute Temperatur&#8220;, Wissen im Werden 11\/1975, vgl. S. 36<strong>] <\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das Verdienst Mayers sei es allerdings, die \u00dcberzeugung vertreten zu haben, dass sowohl chemische, als auch W\u00e4rmeenergie, als auch elektrische und mechanische Ener\u00adgie nur verschiedene Formen der Energie seien, die ineinander umgewandelt werden k\u00f6nnen. Barth bemerkt, dass bereits Carnot im Jahr 1824, also 18 Jahre vor Mayer, das mechanische W\u00e4rme\u00e4quivalent berechnet hat &#8211; zwar mit unrichtigen Me\u00dfdaten, einer falschen Theorie, allerdings mit dem Vorzug gegen\u00fcber Mayer, dass Carnot den Innendruck <em>nicht <\/em>vergessen habe; also wenigstens das richtige Prinzip zugrunde gelegt habe. Barth betont: \u201eDer Arzt Robert Mayer&#8230; berechnet die Arbeit falsch &#8211; der Techniker Carnot berechnet sie richtig als:<br \/>\nArbeit = Kolbenverschiebung mal Druckdifferenz.&#8220; <strong><em>[Anmerkung 240: <\/em><\/strong><em>G. Barth. \u201eWirkungsgrad und absolute Temperatur&#8220;, Wissen im Werden 11\/1975, vgl. S. 37<strong>]<\/strong><\/em>\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><em>Der Wirkungsgrad von Mayers Experiment: <\/em><\/strong><strong><\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Dieser errechnet sich nach Barth mit 29%. Nach der Theorie von Clausius w\u00fcrde der Wirkungsgrad f\u00fcr den gleichen Fall aber nur 0.36% betragen. Mayer setzt also rund 80 mal mehr W\u00e4rme in mechanische Energie um als es nach der Theorie von Clausius im Idealfall erlaubt ist. Von der Entdeckung dieses Widerspruchs hat Barth seinerzeit ebenfalls Prof. L\u00f6sel informiert:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eDieser musste mir zugeben, dass eine solche Maschine nach Mayers Gedankenexpe\u00adriment auch technisch m\u00f6glich sei. Ich hatte ihn&#8230; davon \u00fcberzeugt, dass die Formel f\u00fcr den Wirkungsgrad von Clausius, mit absoluten Temperaturen, falsch ist. Das hat L\u00f6sel dann selbst 1943 technisch durch sein revolution\u00e4res Dampfturbinentriebwerk bewiesen &#8230;Leider musste ich jedoch sp\u00e4ter feststellen, dass nicht nur die Formel von Clausius falsch ist, sondern auch die Berechnungen der mechanischen Arbeit durch Mayer&#8230; dadurch wird allerdings die Formel von Clausius nicht richtig.\u201c <strong><em>[Anmerkung 241: <\/em><\/strong><em>G. Barth. \u201eWirkungsgrad und absolute Temperatur&#8220;, Wissen im Werden 11\/1975, vgl. S. 42<strong>] <\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende,<\/strong> Fortsetzung folgt<strong>)<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Beste Gr\u00fc\u00dfe <strong><a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a><\/strong>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der\u00a0 Abschnitt 34\u00a0 der Dissertation von Dr. Reinhard Schl\u00f6gl.\u00a0 Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt: 3.8.2 FALLSTUDIE GOTTHARD BARTH, (Fortsetzung). Zitat: Das unvollst\u00e4ndige Differential: Wie Barth ausf\u00fchrt, ist der mechanische Energieinhalt eines Gases eine eindeutige Funktion von Druck, Volumen und Temperatur. 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