{"id":2971,"date":"2011-05-16T09:02:59","date_gmt":"2011-05-16T08:02:59","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2971"},"modified":"2011-05-16T09:02:59","modified_gmt":"2011-05-16T08:02:59","slug":"33-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/33-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c\/","title":{"rendered":"33- Dr. Reinhard Schl\u00f6gl: \u201eAussenseiter der Naturwissenschaft\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der\u00a0 <span style=\"text-decoration: underline;\">Abschnitt 33<\/span>\u00a0 der Dissertation von<em> <strong><a href=\"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?s=Dr.+Reinhard+Schl%C3%B6gl%3A+%E2%80%9EAussenseiter+der+Naturwissenschaft%E2%80%9C\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Dr. Reinhard Schl\u00f6gl<\/span><\/a><\/strong>. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><em>Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt:<\/em><\/strong><strong><em> 3.8.2 FALLSTUDIE <a href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/people\/Gotthard_Barth\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">GOTTHARD BARTH<\/span><\/a>, <\/em><\/strong><em>(Fortsetzung). <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><em>Zitat: <\/em><\/strong><em><\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>3.8.2.2 <em>Barth als Wissenschafts-Kritiker<\/em><\/strong><strong><\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1) <em>Barth und die W\u00e4rmetheorie:\u00a0<br \/>\n<\/em><\/strong>Bereits als junger Student hatte Barth eine Stelle in der klassischen W\u00e4rmetheorie ent\u00addeckt, die er f\u00fcr falsch hielt und er fand schliesslich unter anderem auch Zustimmung bez\u00fcglich seiner Kritik bei dem bedeutenden Dampfturbinenbauer Univ. Prof. Franz L\u00f6sel an der Technischen Hochschule in Wien. Barth \u201eAber weiter ging es nicht&#8230; L\u00f6sel war Praktiker, der f\u00fcr die Theorie im Grunde weniger \u00fcbrig hatte.&#8220;\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u00dcber die Art seiner Wissenschaftskritik sagt Barth: \u201eMeine Kritik war immer grundlegend &#8211; weit ab von der Schulmeinung. Zwangsl\u00e4ufig lehnen die meisten Fach\u00adleute dasjenige ab, was der Lehrmeinung widerspricht. So kommt man in die Rolle des Aussenseiters. L\u00f6sel war aber eine Ausnahme, da er mir nach genauer \u00dcberpr\u00fcfung meiner Rechung recht gegeben hatte.&#8220; Im Verlauf von mehr als 40 Jahren hat Barth verschiedene Bereiche der klassischen mechanischen W\u00e4rmetheorie kritisch durchleuchtet und im Sinne seiner energetischen W\u00e4rmetheorie entwickelt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->Zun\u00e4chst zur Kritik: \u201eNach der falschen Formel f\u00fcr den Wir\u00adkungsgrad f\u00fcr W\u00e4rmekraftmaschinen mit absoluten Temperaturen, die Clausius aus dem von ihm aufgestellten Kreisprozess ableitete, wird ausgeschlossen, dass W\u00e4rme\u00adenergie vollst\u00e4ndig in andere Energieformen umgewandelt werden kann. W\u00e4rmeenergie ist demnach minderwertig.&#8220; Diese \u201eMinderwertigkeit&#8220; der Energieform W\u00e4rme wollte Barth also schon in jungen Jahren nicht wahrhaben. Jedoch erst 1975 fasste er sowohl Kritik als auch Alternativen in seinem Buch \u201eDie energetische W\u00e4rmetheorie und ihre Bedeutung f\u00fcr die W\u00e4rmekraftmaschinen\u201c <strong><em>[Anmerkung 230: <\/em><\/strong><em>G. Barth (1975): \u201eEnergetische W\u00e4rmetheorie&#8230;&#8220;, Hessendorf, erschienen in Barths eigenem Verlag \u201eWissen im Werden&#8220;<strong>]<\/strong><\/em> zusammen. Barth beruft sich zun\u00e4chst auf Joseph Black und Sadi Carnot, wonach die W\u00e4rmeenergie eine Energieform wie jede andere ist. Dies entspr\u00e4che auch der Entdeckung von Robert Mayer aus dem Jahr 1842. Barth: \u201eBei technischen Maschinen sind f\u00fcr den Wirkungsgrad selbstverst\u00e4ndlich nur wirkliche, das heisst relative Temperaturen bestimmend aber nicht ein mathematisch bestimmter, in der Wirklichkeit der Natur irrealer \u201eabsoluter Nullpunkt&#8220;. Tats\u00e4chlich wurde ja die Formel f\u00fcr den Wirkungsgrad von W\u00e4rmekraftmaschinen mit relativen Temperaturen schon von Carnot im Jahr 1824 aufgestellt. Barths Kritik lautet: \u201eDer Dogmatismus der falschen, der Clausius&#8217;schen Theorie verhindert jede ernsthafte For\u00adschung zur Entwicklung neuartiger W\u00e4rmekraftmaschinen.&#8220; Barth argumentiert, dass es durchaus in der Praxis der Fall sein kann, dass der von Clausius \u201eerlaubte&#8220; niedrige Wirkungsgrad \u00fcberschritten wird &#8211; zum Beispiel durch ein von L\u00f6sel 1942 konstruier\u00adtes Dampfturbinentriebwerk, aber auch die Umsetzung von Verbrennungsenergie im lebenden Organismus sei so ein Beispiel.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Barth bietet als Alternative zu gegenw\u00e4rtigen Ma\u00dfsystemen seine \u201eenergetische Temperaturskala&#8220; an <strong><em>[Anmerkung 231: <\/em><\/strong><em>Barth steht hier in der Tradition Daltons, Kelvins, K. Schrebers (1898) und R. Planks. Vgl. \u201eDie Logarithmische Skala&#8220; in der Zeitschrift Forschung, 11\/12, 1933, 4.Band, Heft 6, S.262ff; sowie Wissen im Werden, 11\/1975, S.4<strong>]<\/strong>:<\/em> Dieser Alternative liegt die Idee zugrunde, dass es sich bei der W\u00e4rme nicht so verh\u00e4lt, wie etwa beim Magnetismus oder bei der Elektrizit\u00e4t, wo einander entgegengesetzte Polarit\u00e4ten gegen\u00fcberstehen. Bei der W\u00e4rme gibt es nach Barth kein \u201eabsolut Kaltes&#8220;, wie es ja auch kein \u201eabsolut Warmes&#8220; gibt. Wichtig sind ja (auch nach Carnot) lediglich die Potentialdifferenzen, nicht die absoluten Werte: \u201eNach meiner energetischen Temperaturskala wird f\u00fcr ein ideales Gas einer perzentuell gleichbleibenden Volums\u00e4nderung um 1\/273, das ist um 0.36%, je ein Temperatur\u00adschritt zugeordnet. Die energetische Temperaturskala reicht somit von plus unendlich bis minus unendlich.&#8220; Der Nullpunkt ist dem Nullpunkt der Celsiusskala gleichgesetzt. Eine solche Temperaturskala, die den Temperaturschritten eine geometrische Reihe der Gasvolumina zuordnet, hatten (wie erw\u00e4hnt) zuvor schon Dalton und Kelvin er\u00adwogen, dann 1898 K. Schreber. Der bekannte K\u00e4ltefachmann Rudolf Plank, Karlsruhe, ver\u00f6ffentlichte 1933 in der Zeitschrift <em>Forschung, <\/em>4.Band, Heft 6 \u201eDie logarithmische Temperaturskala&#8220;. Dazu Barth: \u201eMan erkennt vor allem, dass der thermische Wir\u00adkungsgrad eines Carnot-Prozesses von der Temperaturdifferenz zwischen der warmen und der kalten Quelle abh\u00e4ngt; die absolute H\u00f6he der Temperatur hat dabei gar keinen Einflu\u00df.&#8220;<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">In der Vorstellung Barths gibt es also keinen \u201eabsoluten Nullpunkt\u201c. <strong><em>[Anmerkung 232: <\/em><\/strong><em>Vgl. ib S.3, 13 und G. Barth. \u201eWirkungsgrad und absolute Temperatur&#8220;, Wissen im Werden 11\/1975, S.4<strong>]<\/strong><\/em> Sodann kriti\u00adsiert Barth die falsche Berechnung des mechanischen W\u00e4rme\u00e4quivalentes durch Robert Mayer: \u201eIch war aufs h\u00f6chste erstaunt, als ich diesen geradezu unglaublichen Fehler entdeckte. Doch nicht minder war mein Erstaunen, als ich feststellen musste, dass 18 Jahre vor Mayer Carnot die gleiche Rechnung durchgef\u00fchrt hatte. Carnot aber hat den Innendruck (die \u201eelastische Kraft&#8220; der eingeschlossenen Luft) <em>nicht <\/em>vergessen.&#8220; Dass Clausius ausserdem (entgegen der Potentialtheorie) aus einem geschlossenen Kreisprozess Arbeit gewinnen sollte, wie dies aus dessen Theorie resultiert, dass also in der Theorie von Clausius sozusagen ein perpetuum mobile m\u00f6glich sein sollte, das bezeich\u00adnet Barth als \u201egroben physikalischen Unsinn\u201c. <strong><em>[Anmerkung 233: <\/em><\/strong><em>G. Barth. \u201eWirkungsgrad und absolute Temperatur&#8220;, Wissen im Werden 11\/1975, S.6<strong>]<\/strong><\/em> Dass warme K\u00f6rper \u201evon selbst&#8220; k\u00e4lter werden sollten, wie man das nach Clausius in den Lehrb\u00fcchern lesen kann, das ist nach Barth einer der grundlegendsten Fehler der mechanischen W\u00e4rmetheorie. Zu einem Potentialausgleich der Temperatur kann es nur kommen, wenn mindestens 2 K\u00f6rper vorhanden sind: \u201eZwei K\u00f6rper wirken aufeinander, bis sie einander gleich ge\u00adworden sind. Das ist das allgemeinste Naturgesetz\u201c. <strong><em>[Anmerkung 234:<\/em><\/strong> <em>G. Barth. \u201eWirkungsgrad und absolute Temperatur&#8220;, Wissen im Werden 11\/1975, S.9<strong>]<\/strong><\/em> \u201eWo keine Potentialdifferenz gegeben ist, ist auch bei der W\u00e4rme keine Energie gegeben.\u201c <strong><em>[Anmerkung 235: <\/em><\/strong><em>G. Barth. \u201eWirkungsgrad und absolute Temperatur&#8220;, Wissen im Werden 11\/1975, S.23<strong>]<\/strong><\/em> Barth kritisiert bei der Theorie von Clausius weiter, sie h\u00e4tte unkritisch aus der Mechanik die Formel f\u00fcr die Arbeit (Arbeit = Kraft x Weg) \u00fcbernommen. Kraft ist analog dem Druck des Gases, Weg ist analog der Volums\u00e4nderung dV, die Verschiebung eines Kolbens in einem Zylinder ist: A = p.dV<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eDa Clausius nur in Formeln denkt, wie jeder echte mathematische Physiker, \u00fcbersieht er, dass die Kraft, der Druck des Gases, nur im Spezialfall konstant ist. Verwendet man die richtige, vollst\u00e4ndige Formel nach Leibniz, wie Barth vorschl\u00e4gt, und zwar dE = p.dV + V.dp , dann ist die geleistete Arbeit gleich der verbrauchten Arbeit, wie es bei einem Kreisprozess nicht anders sein kann.&#8220; Der Kreisprozess von Clausius, meint Barth, sei ein rein mathematischer Vorgang, der sich auch nicht ann\u00e4hernd in die physikalische Wirklichkeit umsetzen l\u00e4sst. Eine Kontrolle durch das Experiment sei ausgeschlossen. <strong><em>[Anmerkung 236: <\/em><\/strong><em>G. Barth. \u201eWirkungsgrad und absolute Temperatur&#8220;, Wissen im Werden 11\/1975, vgl. S. 28f<strong>] <\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eAls junger Student mit neunzehn Jahren habe ich zum ersten mal diesen Kreispro\u00adzess in den Vorlesungen geh\u00f6rt und nicht verstanden. Ich wart so unbescheiden, die Schuld dieses Mangels nicht bei mir zu suchen.&#8220; Wie bereits ausgef\u00fchrt, gab ihm Prof. L\u00f6sel seinerzeit recht und nahm die Kritik Barths zum Anlass, ihn zu intensiverem Studium an seinem Institut aufzufordern.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende,<\/strong> Fortsetzung folgt<strong>)<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Beste Gr\u00fc\u00dfe <strong><a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a><\/strong>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der\u00a0 Abschnitt 33\u00a0 der Dissertation von Dr. Reinhard Schl\u00f6gl. Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt: 3.8.2 FALLSTUDIE GOTTHARD BARTH, (Fortsetzung). Zitat: 3.8.2.2 Barth als Wissenschafts-Kritiker 1) Barth und die W\u00e4rmetheorie:\u00a0 Bereits als junger Student hatte Barth eine Stelle in der klassischen W\u00e4rmetheorie ent\u00addeckt, die er f\u00fcr falsch hielt und er fand [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-2971","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-deutschsprachige-kritik-der-relativitatstheorie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2971"}],"collection":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2971"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2971\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2971"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2971"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2971"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}