{"id":2957,"date":"2011-04-14T09:45:54","date_gmt":"2011-04-14T08:45:54","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2957"},"modified":"2011-04-14T09:45:54","modified_gmt":"2011-04-14T08:45:54","slug":"22-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/22-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c\/","title":{"rendered":"22- Dr. Reinhard Schl\u00f6gl: \u201eAussenseiter der Naturwissenschaft\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der\u00a0 <span style=\"text-decoration: underline;\">Abschnitt 22<\/span>\u00a0 der Dissertation von<em> <strong><a href=\"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?s=Dr.+Reinhard+Schl%C3%B6gl%3A+%E2%80%9EAussenseiter+der+Naturwissenschaft%E2%80%9C\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Dr. Reinhard Schl\u00f6gl<\/span><\/a><\/strong>.\u00a0 <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><em>Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt: <\/em>3.3.2.2 Dr. <\/strong><em><strong>Wolfgang Schmidt <\/strong>(Fortsetzung)<strong>: <\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><em>Zitat:<br \/>\n<\/em><\/strong>Im Gegensatz dazu schrieb Werner Heisenberg in einem Brief an Prof. Parade: \u201eIch weiss mit den Gedankeng\u00e4ngen von Herrn Schmidt nichts anzufangen.&#8220;\u00a0<br \/>\nSchmidt stellt die grunds\u00e4tzliche Frage, wie es dazu kommt, dass die moderne Physik sowohl Finalit\u00e4t als auch Kausalit\u00e4t f\u00fcr suspekt h\u00e4lt und die Evolution zu h\u00f6heren Sy\u00adstemen f\u00fcr ein Spiel des Zufalls ansieht. <strong><em>[Anmerkung 39:<\/em><\/strong> <em>W. Schmidt (1978): \u201ePro Kausalit\u00e4t und Finalit\u00e4t&#8220;, S. 3<strong>]\u00a0<br \/>\n<\/strong><\/em>In der Natur seien nur irreversible Vorg\u00e4nge zu beobachten, bei denen Ursache und Wirkung eine zeitlich nicht umkehrbare Aufein\u00adanderfolge zeigen. Schmidt weist darauf hin, dass jedoch die allgemeinen Naturgesetze der Gravitation sowie der elektrischen und magnetischen Kr\u00e4fte nur reversible Vorg\u00e4nge beschreiben, bei denen es \u00fcberhaupt keine zeitliche Aufeinanderfolge von actio und reactio gibt. Schmidt zeigt sodann die historischen Ursachen dieser Diskrepanz auf und bringt einige Beispiele des Gerichtetseins aus der Biologie &#8211; etwa den Anfang und das Ende des Stoffwechsels. Sp\u00e4ter leitet Schmidt Kausalit\u00e4t und Finalit\u00e4t aus den Kraftge\u00adsetzen ab, wobei er die \u201eFernwirkung&#8220;, die den Faktor Zeit zu ber\u00fccksichtigen hat, als Schl\u00fcsselbegriff verwendet. Schmidt argumentiert in \u00e4hnlicher Weise wie G. Barth. <strong><em>[Anmerkung 40: <\/em><\/strong><em>Siehe \u201eFallstudie Barth&#8220;<strong>]<\/strong><\/em>\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->\u201eAlle Eigenschaften, die wir&#8230; einem einzelnen Objekt zuordnen, sind die&#8216; energeti\u00adschen Wechselbeziehungen von vielen Objekten untereinander und zwar \u00fcber relativ grosse Entfernungen. Ein einzelnes Elektron hat \u00fcberhaupt keine Eigenschaften, nur zwei Elektronen beschleunigen einander. Eine Masse hat nur Schwere in Bezug zu an\u00adderen Massen, die Lebenseigenschaften einer Zelle oder eines Lebewesens sind seine Wirkungskommunikation mit seiner Umwelt. All diese Wechselwirkungen sind Fern\u00adwirkungen und brauchen eine \u00dcbertragungszeit. Und wenn sich w\u00e4hrend dieser Zeit durch die vorangegangenen Wirkungen etwas an den Beziehungen ver\u00e4ndert hat, dann \u00e4ndern die ver\u00e4nderten Beziehungen (Abst\u00e4nde, Geschwindigkeiten, Schwingun\u00adgen oder anderes) ihrerseits die Wirkung. Und das ist immer der Fall, solange die Fernwirkung diese Beziehungen noch \u00e4ndern kann.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Dieses sich st\u00e4ndig an die zwischen\u00adzeitlich sich ver\u00e4ndernden Beziehungen anpassende Wechselspiel von <em>actio <\/em>und <em>reactio <\/em>bewirkt eine irreversible Evolution von einem ungeordneten, instabilen Vorgang, bei dem die ver\u00e4nderlichen Beziehungen noch eine starke R\u00fcckkopplungswirkung haben, zu einem stabileren geordneten Vorgang, bei dem die ver\u00e4nderlichen Anteile der Wechsel\u00adbeziehungen geringer geworden sind&#8230; Dieses Regelprinzip in der Natur, diese langsame Einstellung auf ein optimales System von Vorg\u00e4ngen, haben die Techniker der Natur abgelauscht und die vergleichbaren Regel- und Steuerungssysteme durch negative R\u00fcckkopplung f\u00fcr die Automation komplizierter Prozesse verwendet.\u201c <strong><em>[Anmerkung 41:<\/em><\/strong> <em>W. Schmidt (1978): \u201ePro Kausalit\u00e4t und Finalit\u00e4t&#8220;, S. 4<strong>]<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Demnach ist f\u00fcr Schmidt die Vergangenheit f\u00fcr die Zukunft nur noch von geringer Bedeutung; die Vergangenheit verliert also nach und nach an Bedeutung &#8211; ebenso gewinnt das er\u00adreichbare Ziel stetig an Einfluss. Kausalit\u00e4t und Finalit\u00e4t sind f\u00fcr ihn komplement\u00e4re Begriffe. Schmidt betont, dass sein Begriff der Finalit\u00e4t nicht mit dem Begriff des Determinismus &#8211; etwa dem des Descartes &#8211; verwechselt werden d\u00fcrfe <strong><em>[Anmerkung 42:<\/em><\/strong> <em>W. Schmidt (1978): \u201ePro Kausalit\u00e4t und Finalit\u00e4t&#8220;, S. 7<strong>]\u00a0<br \/>\n<\/strong><\/em>Eine andere f\u00fcr Schmidt kennzeichnende Schrift ist: \u201eKritische Analyse von Ein\u00adsteins Ableitung der Lorentztransformation&#8220;, DPG-Tagung (Didaktik), Giessen, 1978, in: &#8222;Pro Kausalit\u00e4t und Finalit\u00e4t\u201c <strong><em>[Anmerkung 43:<\/em><\/strong> <em>W. Schmidt (1978): \u201ePro Kausalit\u00e4t und Finalit\u00e4t&#8220;, S. 7<strong>] <\/strong><\/em>\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eVertrauen ist edel, pr\u00fcfen aber ist n\u00fctzlicher.\u00a0\u00a0 Einsteins Relativit\u00e4tstheorie beruht auf seiner Deutung der Lorentztransformation; und diese beruht auf seiner Ableitung, die seit 1916 in \u201e\u00dcber die spezielle und allgemeine Relativit\u00e4tstheorie&#8220;&#8230; ver\u00f6ffent\u00adlicht ist. In dieser so grundlegenden Ableitung befinden sich triviale Fehler, die sich ein Obersch\u00fcler nicht leisten darf&#8230; Einstein unterschied nicht genau zwischen Varia\u00adblen und Konstanten und tauschte sie beliebig aus. Auf diese Weise mogelte er sich sein gew\u00fcnschtes Ergebnis von der 4.Dimension der Zeit und den invarianten Weltlinien zusammen, das die Welt wegen ihrer mystischen Sensation in Erstaunen versetzte&#8230; V\u00f6llig richtig waren nur seine Voraussetzungen, dass es keinen \u00c4ther gibt und dass c eine Konstante ist. Aus diesen Voraussetzungen h\u00e4tte er bei richtiger Berechnung zu einem viel besseren Ergebnis gelangen k\u00f6nnen, ohne mit der Kausalit\u00e4t zu brechen.&#8220; Schmidt weist nun an Hand eines Beispiels einen \u201etrivialen mathematischen Fehler&#8220; nach, wobei es um oben angedeutete Verwechslung von Variabler und Konstanter geht: \u201eGenau dieser Art von Fehlern ist Einstein \u00a0&#8211; \u00a0oder war es seine erste Frau Mileva? \u00a0&#8211;\u00a0 zum Opfer gefallen. Wann mag er dies wohl bemerkt haben? Sicher erst, als es bereits zu sp\u00e4t war. Wen wundert es, dass Einstein seinen Nobelpreis aus \u201eZeitgr\u00fcnden&#8220; nicht selbst in Empfang nahm und den Preis, als er ihm zugestellt wurde, sofort seiner ersten Frau Mileva \u00fcberbrachte&#8230; Eines steht jedenfalls fest: Einstein stritt sein Leben lang entschieden f\u00fcr den Glauben an die Kausalit\u00e4t, obwohl seine Theorie diese absolut ausschloss.&#8220; \u201eDie Zeit ist nicht relativ, wenn c eine absolute Konstante ist!\u201c <strong><em>[Anmerkung 44: <\/em><\/strong><em>Aufsatz von W. Schmidt anl\u00e4sslich der \u201e41.Physikertagung&#8220;, 1977, ver\u00f6ffentlicht in \u201ePro Kausalit\u00e4t und Finalit\u00e4t&#8220;, S.19<strong>]<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eF\u00fcr den Erkenntnistheoretiker sollte es eigentlich klar sein, dass in der Aussage \u00fcber die Kon\u00adstanz der Lichtgeschwindigkeit die absolute Gleichzeitigkeit bereits als Voraussetzung enthalten ist.&#8220; Mit dieser massiven Kritik beginnt Schmidt seine Analyse Einstein\u00adscher Gedankeng\u00e4nge, die Relativit\u00e4t der Zeit betreffend. Er stellt fest, dass Einstein jedoch gerade aus der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit folgert, dass der Ablauf der Zeit bei einem Objekt von der relativen Geschwindigkeit zu einem gedachten Koordi\u00adnatensystem abh\u00e4ngt, und dass die Zeit relativ ist&#8230; Da dieser Gedanke Einsteins nach Schmidt in Widerspruch zu seinen Voraussetzungen \u00a0&#8211; \u00a0c sei eine absolute Konstante und es g\u00e4be im leeren Rum keinen \u00c4ther oder kein Medium \u00a0&#8211; \u00a0zu stehen scheint, \u201ewollen wir beweisen, dass sich aus seinen Voraussetzungen herleiten l\u00e4sst, dass die Zeit nicht relativ ist. Der Leser m\u00f6ge \u00fcberpr\u00fcfen, ob der Beweis transparent und zwingend ist.\u201c <strong><em>[Anmerkung 45: <\/em><\/strong><em>Aufsatz von W. Schmidt anl\u00e4sslich der \u201e41.Physikertagung&#8220;, 1977, ver\u00f6ffentlicht in \u201ePro Kausalit\u00e4t und Finalit\u00e4t&#8220;, S.19<strong>]<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende,<\/strong> Fortsetzung folgt<strong>)<\/strong><br \/>\nBeste Gr\u00fc\u00dfe <strong><a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der\u00a0 Abschnitt 22\u00a0 der Dissertation von Dr. Reinhard Schl\u00f6gl.\u00a0 Kapitel 3: GEGENWART, Unterabschnitt: 3.3.2.2 Dr. Wolfgang Schmidt (Fortsetzung): Zitat: Im Gegensatz dazu schrieb Werner Heisenberg in einem Brief an Prof. Parade: \u201eIch weiss mit den Gedankeng\u00e4ngen von Herrn Schmidt nichts anzufangen.&#8220;\u00a0 Schmidt stellt die grunds\u00e4tzliche Frage, wie es dazu [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-2957","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-deutschsprachige-kritik-der-relativitatstheorie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2957"}],"collection":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2957"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2957\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2957"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2957"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2957"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}