{"id":2947,"date":"2011-03-25T12:25:36","date_gmt":"2011-03-25T11:25:36","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2947"},"modified":"2011-03-25T12:25:36","modified_gmt":"2011-03-25T11:25:36","slug":"15-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/15-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c\/","title":{"rendered":"15 &#8211; Dr. Reinhard Schl\u00f6gl: \u201eAussenseiter der Naturwissenschaft\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der\u00a0 <span style=\"text-decoration: underline;\">Abschnitt 15<\/span>\u00a0 der Dissertation von <strong><a href=\"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?s=Dr.+Reinhard+Schl%C3%B6gl%3A+%E2%80%9EAussenseiter+der+Naturwissenschaft%E2%80%9C\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Dr. Reinhard Schl\u00f6gl<\/span><\/a><\/strong>.\u00a0 <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><em>Kapitel 3: \u00a0GEGENWART<\/em><\/strong><em><\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><em>Zitat:<br \/>\n<\/em><\/strong>Ist also das Zur\u00fcckblicken und der Bezug zu Vergangenem auch f\u00fcr die etablierte Wis\u00adsenschaft von Bedeutung, so scheint dies bei den Aussenseitern eine besondere \u00dcberbetonung zu erfahren. Dass dies f\u00fcr den einzelnen Forscher unter Umst\u00e4nden sogar verh\u00e4ngnisvoll sein kann, wurde unter anderem auch im 2.Kapitel dieser Arbeit am Beispiel von Piazzi Smyth aber auch bei Newton gezeigt. Die Gegenwartssituation ist dadurch gekennzeichnet, dass die Aussenseiter in extrem hohem Mass \u201eaus dem Rahmen fallen&#8220;, da sie mit ihren Theorien und Ideen zum Teil sogar eine der Wis\u00adsenschaft v\u00f6llig fremde Sprache sprechen (Beispiel: Viktor Schauberger) oder dass sie Wege beschreiten, die von der etablierten Wissenschaft l\u00e4ngst verlassen wurden (Beispiel: Stefan Marinov).\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eUnter den &#8218;ganz Verr\u00fcckten&#8216; kann es nat\u00fcrlich auch echte Entdecker geben in dem Sinn, dass jede neue Idee auch eine neue Sprache, eine neue Terminologie nach sich zieht.\u201c <strong><em>[Anmerkung 5: <\/em><\/strong>E. Oeser<em> in R. Schl\u00f6gl (1988): \u201eAussenseiter der Wissenschaft&#8220;, Radiokolleg<strong>] <\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->Da also der Unterschied zwischen dem etablierten Wissenschafter und dem Aussen\u00adseiter h\u00e4ufig ein qualitativer und nicht bloss ein quantitativer ist, ist es auch schwierig, herauszufinden, welcher Aussenseiter es nun wert ist, mit seinem Produkt wahrgenom\u00admen zu werden und wer nicht: \u201eDas ist ausserordentlich schwierig&#8230; es nimmt mich Wunder, dass es letzten Endes nur die Gesellschaft ist, die dar\u00fcber entscheidet und eben nicht der Wahrheitsgehalt einer Theorie&#8230; ich muss zugeben, dass es sehr schwer ist, den Wahrheitsgehalt festzustellen und abzuw\u00e4gen, sodass man es doch in dieser gesellschaftlichen, halb demokratischen Art lassen muss&#8230;&#8220;, meint R. Riedl <strong><em>[Anmerkung 6: <\/em><\/strong><em>R. Riedl in R. Schl\u00f6gl (1988): \u201eAussenseiter der Wissenschaft&#8220;, Radiokolleg<strong>]<\/strong> <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Eine andere Position nimmt E. Oeser ein: \u201eWahrheit kann man nicht dadurch errei\u00adchen, dass man \u00fcber die Wahrheit einer Theorie sozusagen soziologisch im Sinne einer Abstimmung einzelner Individuen im Sinne eines Mehrheitsbeschlusses diese Wahr\u00adheit feststellt. Das heisst, es muss irgendwo einen Mechanismus geben, dem jeder Wissenschafter in seinem Wissensgebiet verpflichtet ist, sodass er die Wahrheit einer Theorie akzeptiert&#8230; Einen solchen Mechanismus kann man eben im Wechselspiel zwi\u00adschen Theorie und Erfahrung sehen, solange eine Theorie durch die Erfahrung best\u00e4tigt wird, kann sie akzeptiert werden&#8230; sie <em>mu\u00df <\/em>sogar akzeptiert werden. Bei konkurrieren\u00adden Ideen kann es m\u00f6glich sein, dass eine Zeit lang keine empirische oder experimentelle Entscheidung m\u00f6glich ist; aber im Laufe der Entwicklung der Theorien wird sich sicher einmal die Vorrangigkeit einer Theorie gegen\u00fcber einer anderen erweisen.\u201c <strong><em>[Anmerkung 7: <\/em><\/strong><em>E. Oeser in R. Schl\u00f6gl (1988): \u201eAussenseiter der Wissenschaft&#8220;, Radiokolleg<strong>]<\/strong>. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">R. Riedl weist auf den Unterschied zwischen \u201ebig science&#8220; und \u201elittle science&#8220; hin: \u201eDie kleine Wissenschaft ist nicht etwa deshalb klein, weil sie weniger wissenschaftlich w\u00e4re &#8211; es kann durchaus auch das Gegenteil der Fall sein &#8211; sondern weil sie gar nicht in das Establishment hineinkommt und nicht hineingelassen wird.\u201c <strong><em>[Anmerkung 8: <\/em><\/strong><em>R. Riedl in R. Schl\u00f6gl (1988): \u201eAussenseiter der Wissenschaft&#8220;, Radiokolleg<strong>]<\/strong> <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Im Unterschied zu Thomas S. Kuhn, der als Moralist der Wissenschaft bezeichnet wer\u00adden k\u00f6nnte, da er der Meinung ist, dass die jeweils bessere Theorie \u00fcberlebt, ist R. Riedl der Ansicht, dass die \u201eschmutzige Wirklichkeit&#8220; anders ist: \u201eNicht der Erkl\u00e4rungsge\u00adhalt oder die Stimmigkeit einer Theorie entscheiden \u00fcber ihre Akzeptanz, sondern es sind zum Grossteil zumindest \u00fcber eine Generation hinweg die Entscheidungen einer Gesellschaft.\u201c<br \/>\n<strong><em>[Anmerkung 9: <\/em><\/strong><em>R. Riedl in R. Schl\u00f6gl (1988): \u201eAussenseiter der Wissenschaft&#8220;, Radiokolleg<strong>] <\/strong><\/em>\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Heute scheint es schwieriger denn je, festzustellen, in welchem Fall es sich um einen \u201egenialer Aussenseiter&#8220; handelt und in welchem Fall nicht. Ich sehe hier Korrelatio\u00adnen zum \u00fcbrigen kulturellen Umfeld: Auch im Bereich der Kunst ist es ja heutzutage problematischer denn je, eine verbindliche Klassifikation durchzuf\u00fchren; es ist immer schwieriger geworden, im konkreten Einzelfall zu entscheiden, ob es sich um ein Kunst\u00adwerk handelt oder nicht. Man denke nur zum Beispiel an den Wiener Aktionismus.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">3.2 <em>Aussenseiter-Vereinigungen, Institute und Gesellschaften von Aussenseitern der Naturwissenschaft in Osterreich und Deutschland und der Schweiz:<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Da die meisten Aussenseiter Individualisten sind, f\u00e4llt es ihnen naturgem\u00e4ss nicht leicht, in Vereinigungen miteinander auf Dauer zu kooperieren. Es zeigt sich ja stets <strong><em>[Anmerkung 10:<\/em><\/strong> <em>Siehe Fallstudien<strong>],<\/strong> <\/em>dass Aussenseiter sich ja zumeist dadurch auszeichnen, dass sie sich nicht in geordnete Strukturen (wie sie eben der etabliierte Wissenschaftsbetrieb darstellt) einf\u00fcgen wol\u00adlen. Dennoch existieren Vereinigungen, in denen sich Aussenseiter zusammenfinden, um, wirksamer als im Alleingang &#8211; \u201eviribus unitis&#8220; &#8211; ihren Thesen zum Durchbruch zu verhelfen. Da ein \u201eZusammenschluss von Einzelg\u00e4ngern&#8220; jedoch quasi einen Wi\u00adderspruch in sich darstellt, gelingen gemeinsame Vorhaben meist nur mit tempor\u00e4rem Erfolg. Beispiele daf\u00fcr sind das \u00f6sterreichische \u201eTesla-Institut&#8220; oder der deutsche \u201eInternationale Verein zur F\u00f6rderung der Randwissenschaften&#8220;, die im Rahmen dieses Kapitels n\u00e4her behandelt werden.<br \/>\nZun\u00e4chst ein \u00dcberblick:<br \/>\n<strong><em>[Anmerkung 11: <\/em><\/strong><em>Ohne Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit<strong>]<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende,<\/strong> Fortsetzung folgt<strong>)<\/strong><br \/>\nBeste Gr\u00fc\u00dfe <strong><a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der\u00a0 Abschnitt 15\u00a0 der Dissertation von Dr. Reinhard Schl\u00f6gl.\u00a0 Kapitel 3: \u00a0GEGENWART Zitat: Ist also das Zur\u00fcckblicken und der Bezug zu Vergangenem auch f\u00fcr die etablierte Wis\u00adsenschaft von Bedeutung, so scheint dies bei den Aussenseitern eine besondere \u00dcberbetonung zu erfahren. 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