{"id":2940,"date":"2011-03-08T09:48:52","date_gmt":"2011-03-08T08:48:52","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2940"},"modified":"2011-03-08T09:55:41","modified_gmt":"2011-03-08T08:55:41","slug":"08-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/08-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c\/","title":{"rendered":"08 &#8211; Dr. Reinhard Schl\u00f6gl: \u201eAussenseiter der Naturwissenschaft\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der\u00a0 <span style=\"text-decoration: underline;\">Abschnitt 8<\/span> \u00a0der Dissertation von <strong><a href=\"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?s=Dr.+Reinhard+Schl%C3%B6gl%3A+%E2%80%9EAussenseiter+der+Naturwissenschaft%E2%80%9C\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Dr. Reinhard Schl\u00f6gl<\/span><\/a><\/strong><span style=\"color: #800000;\">.<\/span>\u00a0<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Kapitel 1: <\/strong><strong>EINLEITUNG<\/strong> \u00a0(Fortsetzung), <strong>Zitat: <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1.5 <em>\u201eOutsider&#8220; und \u201eInsider&#8220;\u00a0<\/em><\/strong><strong>\u00a0<br \/>\n<\/strong>Zwangsl\u00e4ufig ist es auf dem Gebiet der Mathematik, vor allem aber in der Philoso\u00adphie schwieriger als in den vorwiegend experimentellen Wissenschaften, \u201eOutsider&#8220; von \u201eInsidern&#8220; zu unterscheiden. Viele Wissenschafter, vor allem jene, die grundlagentheo\u00adretisch orientiert sind, \u00fcbersteigen permanent die Grenzen ihres Fachgebietes; denn: Grundlagenforschung ohne Erkenntnistheorie ist nicht m\u00f6glich. R. Riedl meint dazu: \u201eJeder theoretische Grundlagen\u00adforscher, der etwas Neues geleistet hat, war zugleich immer auch Erkenntnistheoretiker. Er hat, wenn auch nicht systematisch, Erkenntnis\u00adtheorie betrieben; er hat grunds\u00e4tzliche, erkenntnistheoretische Aussagen formulieren m\u00fcssen.\u201c <strong><em>[Anmerkung 24: <\/em><\/strong><em>E. Oeser in R. Schl\u00f6gl (1988): \u201eAussenseiter der Wissenschaft&#8220;, Radiokolleg<strong>]<\/strong>\u00a0\u00a0<\/em>\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wie steht es nun konkret um das Verh\u00e4ltnis zwischen \u201eOutsidern&#8220; und \u201eInsidern&#8220;? Der Insider als Vertreter der \u201eNormalwissenschaft&#8220; ist ja dadurch zu charakterisieren, dass er seinem Fachgebiet treu und innerhalb der Grenzen dieses Gebietes bleibt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->Oft ist es allerdings der Fall, dass in der Entwicklung der Wissenschaft eine Form von \u201eMechanismus&#8220; dergestalt auftritt, dass gerade aus oft ganz verschiedenen Wissens\u00adgebieten Informationen miteinander verkoppelt werden und dass es auf diese Weise zu neuen Entdeckungen kommt. Das bedeutet, dass man von einem \u201eNormalwissen\u00adschafter, der stets innerhalb der Grenzen seines Wissensgebietes bleibt&#8230; und freilich im Rahmen dieses Wissensgebietes ein \u201ewertvoller Arbeiter&#8220; sein kann&#8230;, nur selten grosse Entdeckungen erhoffen kann.\u201c <strong><em>[Anmerkung 25: <\/em><\/strong><em>E. Oeser in R. Schl\u00f6gl (1988): \u201eAussenseiter der Wissenschaft&#8220;, Radiokolleg<strong>]<\/strong> <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">1.6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Der Aussenseiter erscheint h\u00e4ufig als \u201eunsympathisch&#8220;<br \/>\n<\/em>Eine weitere Eigenschaft des Aussenseiters kann sein, dass er als \u201eunsympathisch&#8220; erscheint; dies eben dadurch, dass er etwas Fremdartiges repr\u00e4sentiert. Der Effekt ist \u00e4hnlich wie der einer anderen Hautfarbe oder einer anderen Sprache. F\u00fcr die Alten Griechen waren bekanntlich alle, die des Griechischen nicht m\u00e4chtig waren, \u201ebarbaroi&#8220;, das heisst, man sah in ihnen lediglich \u201eLallende&#8220;, die man nicht verstehen konnte. F\u00fcr den Sozialphilosophen G. Schwarz bedeutet das: \u201e&#8230;wer abweichendes Verhalten an den Tag legt, stellt das allgemeine Selbstverst\u00e4ndnis in Frage&#8230;\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Mir erscheint der Aussenseiter deshalb f\u00fcr viele gef\u00e4hrlich, weil viele Menschen einen Grossteil jener Vorurteile, die sie \u00fcbernommen haben, ungepr\u00fcft \u00fcbernommen haben. Sie vertrauen dem consensus omnium&#8230; und m\u00fcssen dies ja in den meisten F\u00e4llen auch tun&#8230;, dass dieses oder jenes schon stimmen wird. Wenn nun jemand kommt und sagt, all das, woran allgemein geglaubt wurde, stimmt nicht mehr, dann st\u00fcrzt solch ein Aussenseiter seine Mitmen\u00adschen in unangenehme Gewissenskonflikte\u201c <strong><em>[Anmerkung 26: <\/em><\/strong><em>E. Oeser in R. Schl\u00f6gl (1988): \u201eAussenseiter der Wissenschaft&#8220;, Radiokolleg<strong>]<\/strong>.<\/em> Demnach erscheint also die Abwehr und Ablehnung von Aussenseitern als Form der Strategie zur Vermeidung unangenehmer Gewissenskonflikte bzw. als M\u00f6glichkeit der Konfliktl\u00f6sung.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">1.7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Zur Aggressivit\u00e4t mancher Aussenseiter<br \/>\n<\/em>Robert Mayer sagte einmal:<br \/>\n\u201e&#8230;man muss die Leute, die unrecht haben, direkt angreifen, ihnen ihre Widerspr\u00fcche nachweisen, ihnen scharf zu Leibe gehen, ihnen keine Ruhe lassen. Solche Angriffe und t\u00fcchtige kritische Aufs\u00e4tze erregen die Aufmerksamkeit viel mehr als das ruhige Hinstellen der eigenen S\u00e4tze <strong><em>[Anmerkung 27:<\/em><\/strong><em> Julius Robert Mayer, zit. nach W. Sch\u00fctz (1972): \u201eRobert Mayer&#8220;, S.61<strong>]<\/strong>. <\/em>Diesen Ratschlag haben \u00fcbrigens der zeitgen\u00f6ssische Aussenseiter Gotthard Barth, aber auch Stefan Marinov, die ja im 3. Kapitel dieser Arbeit ausf\u00fchrlich behandelt werden, geh\u00f6rig beherzigt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende,<\/strong> Fortsetzung folgt<strong>)<\/strong><br \/>\nBeste Gr\u00fc\u00dfe <strong><a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a>\u00a0 <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der\u00a0 Abschnitt 8 \u00a0der Dissertation von Dr. Reinhard Schl\u00f6gl.\u00a0 Kapitel 1: EINLEITUNG \u00a0(Fortsetzung), Zitat: 1.5 \u201eOutsider&#8220; und \u201eInsider&#8220;\u00a0\u00a0 Zwangsl\u00e4ufig ist es auf dem Gebiet der Mathematik, vor allem aber in der Philoso\u00adphie schwieriger als in den vorwiegend experimentellen Wissenschaften, \u201eOutsider&#8220; von \u201eInsidern&#8220; zu unterscheiden. 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