{"id":2939,"date":"2011-03-06T09:48:25","date_gmt":"2011-03-06T08:48:25","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2939"},"modified":"2011-03-06T09:48:25","modified_gmt":"2011-03-06T08:48:25","slug":"07-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/07-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c\/","title":{"rendered":"07 &#8211; Dr. Reinhard Schl\u00f6gl: \u201eAussenseiter der Naturwissenschaft\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der\u00a0 <span style=\"text-decoration: underline;\">Abschnitt 7<\/span> \u00a0der Dissertation von <strong><a href=\"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?s=Dr.+Reinhard+Schl%C3%B6gl%3A+%E2%80%9EAussenseiter+der+Naturwissenschaft%E2%80%9C\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Dr. Reinhard Schl\u00f6gl<\/span><\/a><\/strong>.\u00a0<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Kapitel 1: <\/strong><strong>EINLEITUNG<\/strong> \u00a0(Fortsetzung), <strong>Zitat: <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1.4.3 <em>Das Streben nach Universalit\u00e4t. Die Unfertige Idee<\/em><\/strong><strong><\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Auch Universalit\u00e4t kann Kennzeichen eines Aussenseiters sein: So war zum Beispiel Leonardo da Vinci in diesem Sinne sicherlich ein Aussenseiter. Ebenso wie Linne oder Leibniz, so konnte auch er das Wissen seiner Zeit im Grossen und Ganzen noch \u00fcber\u00adschauen. Ich werde sp\u00e4ter \u00a0&#8211; \u00a0im 4.Kapitel \u00a0&#8211; \u00a0noch auf die Frage zur\u00fcckkommen, wieso das Streben nach Universalit\u00e4t, bzw. universelles Denken eine grosse Rolle f\u00fcr unser Thema spielt, bzw. markantes Kennzeichen vieler Aussenseiter der Naturwissenschaft ist.<br \/>\nAn dieser Stelle m\u00f6chte ich nur andeuten, dass die heuristisch so fruchtbare Methode der Herstellung von Analogien nur dann m\u00f6glich ist, wenn das Denken f\u00e4cher\u00fcbergreifend ist. Wer sich also &#8211; \u00fcberspitzt formuliert &#8211; st\u00e4ndig nur in den engen Grenzen seines Fachgebietes bewegt, kann nur schwerlich neue, revolution\u00e4re Ideen entwickeln. Ein In\u00addiz f\u00fcr diese Behauptung ist, dass heutzutage interdisziplin\u00e4res Denken mehr und mehr gefordert wird und sich als fruchtbar erwiesen hat. Leonardo da Vinci hat \u00fcbrigens von sich gesagt, er sei ein Mann ohne Bildung. Er hatte zwar viele Ideen neuzeitlicher Wissenschaft vorweggenommen, sich selbst jedoch als Dilettant bezeichnet. Der Nachteil der Universalit\u00e4t ist: Man gelangt nur schwer \u201ein die Tiefe&#8220;; ihr Vorteil jedoch ist der \u201efreie Blick&#8220;.\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->Ein Kennzeichen jener Aussenseiter, die auf einer Vielzahl von Gebieten gearbeitet haben, ist, dass sie viele ihrer Ideen sozusagen unfertig hinterlassen haben. Wobei freilich die Unfertigkeit einer Idee auch von Vorteil sein kann, da sich daran eine fruchtbare wissenschaftliche Entwicklung anschliessen kann. H\u00e4ufig ist es ja auch der Fall, dass die Grosse einer Idee von ihrem Entdecker gar nicht erfasst wird und die jeweiligen Nachfolger diese Ideen erst im Nachhinein in ihrer ganzen Relevanz ausarbeiten. Als Beispiel sei hier noch einmal Leonardo da Vinci erw\u00e4hnt; aber auch Leibniz mit seinen vielen Entdeckungen auf dem Gebiet der mathematischen Physik, der Biologie usw. Es taucht also ein Vielzahl heuristischer Ideen auf, die jedoch nicht wirklich \u201ebis ins letzte&#8220; ausgearbeitet werden. Auch Faraday kann hier als Beispiel herangezogen werden, der auf dem Gebiet der Feldtheorie die entscheidende heuristische Arbeit geleistet hatte. Die mathematische Formulierung seiner Theorie wurde allerdings erst durch Maxwell vorgenommen. Ein Extremfall dieses Merkmals kann auch sein, wenn die Ideen \u00fcber\u00adhaupt nur fragmentarisch produziert werden.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das Reglement der etablierten Wissenschaft verpflichtet den Wissenschafter jedoch im allgemeinen dazu, seine Ideen auch auszuarbeiten, sie also zu wissenschaftlichen Hypothesen und Theorien zu f\u00fchren. Erst dann sind sie ja \u00fcberhaupt \u00fcberpr\u00fcfbar. Die etablierte Wissenschaft begn\u00fcgt sich nicht mit dem \u201eHauch einer Idee&#8220;! Erst die ausgearbeitete Theorie erm\u00f6glicht, es, ihren Wahrheitsgehalt zu bestimmen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">H. Pietschmann: \u201eEs gibt heute viele Wissenschafter, die nicht \u00fcber die Grenzen ihrer Wissenschaft hinaussehen wollen&#8230; das ist verst\u00e4ndlich&#8230; Es gibt heute nur ganz wenige Leute, die bereit sind, \u00fcber die Grenzen ihres eigenen Faches hinauszudenken&#8230; es ist notwendig, dies zu tun&#8230; Und es ist wichtig, dass sich Physiker auch f\u00fcr philoso\u00adphische Fragen interessieren.\u201c <strong><em>[Anmerkung 22:<\/em><\/strong><em> <\/em><em>H. Pietschmann in R. Schl\u00f6gl (1988): \u201eAussenseiter der Wissenschaft&#8220;, Radiokolleg<strong>] <\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wenn also Aussenseiter gelegentlich so etwas sein k\u00f6nnen wie \u201eexceptionelle For\u00adscherpers\u00f6nlichkeiten&#8220;, die sich nicht an die Grenzen einer bestimmten Wissenschaft halten, wie zum Beispiel Darwin, der in vielf\u00e4ltigster Weise wissenschaftlich t\u00e4tig war (er hat unz\u00e4hlige Gebiete behandelt: Das Spektrum seiner Aktivit\u00e4ten reicht von den Ausdrucksm\u00f6glichkeiten <em>des <\/em>menschlichen Gesichts, \u00fcber Korallenriffe, geologische Fra\u00adgen bis hin zu Fragen des Variierens von Pflanzen, Tieren und Menschen); wenn also Aussenseiter solche Menschen sind, die unbek\u00fcmmert \u00fcber jede Grenze hinwegsteigen, dann k\u00f6nnte man wohl viele universell denkende Wissenschafter als Aussenseiter be\u00adzeichnen. Freilich bedarf es zus\u00e4tzlich auch noch der Erf\u00fcllung anderer Kriterien. E. Oeser: \u201e&#8230;Aussenseiter sind auch dadurch gekennzeichnet, dass sie sich&#8230; <em>grunds\u00e4tz\u00ad<\/em><em>lich&#8230; <\/em>nicht in das \u00fcbliche Netzwerk der Wissenschaft einbinden lassen wollen.\u201c <strong><em>[Anmerkung 23: <\/em><\/strong><em>E. Oeser in R. Schl\u00f6gl (1988): \u201eAussenseiter der Wissenschaft&#8220;, Radiokolleg<strong>]<\/strong> <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende,<\/strong> Fortsetzung folgt<strong>)<\/strong><br \/>\nBeste Gr\u00fc\u00dfe <strong><a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der\u00a0 Abschnitt 7 \u00a0der Dissertation von Dr. Reinhard Schl\u00f6gl.\u00a0 Kapitel 1: EINLEITUNG \u00a0(Fortsetzung), Zitat: 1.4.3 Das Streben nach Universalit\u00e4t. Die Unfertige Idee Auch Universalit\u00e4t kann Kennzeichen eines Aussenseiters sein: So war zum Beispiel Leonardo da Vinci in diesem Sinne sicherlich ein Aussenseiter. 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