{"id":2935,"date":"2011-02-28T07:48:12","date_gmt":"2011-02-28T06:48:12","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2935"},"modified":"2011-02-28T07:48:12","modified_gmt":"2011-02-28T06:48:12","slug":"04-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/04-dr-reinhard-schlogl-%e2%80%9eaussenseiter-der-naturwissenschaft%e2%80%9c\/","title":{"rendered":"04 &#8211; Dr. Reinhard Schl\u00f6gl: \u201eAussenseiter der Naturwissenschaft\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der \u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Abschnitt 4<\/span> \u00a0der Dissertation von <strong><a href=\"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?s=Dr.+Reinhard+Schl%C3%B6gl%3A+%E2%80%9EAussenseiter+der+Naturwissenschaft%E2%80%9C\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Dr. Reinhard Schl\u00f6gl<\/span><\/a><\/strong>:\u00a0<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Zitat: <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Kapitel 1: <\/strong><strong>EINLEITUNG<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Das Schicksal eines Grossen der wissenschaftlichen Welt, der es nicht leicht <\/em><em>hatte, sich in ihr zurechtzufinden&#8230; mahnt zur Aufgeschlossenheit und Hilfsbereitschaft den neben uns strebend sich bem\u00fchenden Mitmenschen gegen\u00fcber.&#8220; <\/em>W. Sch\u00fctz \u00fcber Julius Robert Mayer <strong><em>[Anmerkung 1:<\/em><\/strong><em> W. Sch\u00fctz (1972): \u201eRobert Mayer&#8220;, S.9<strong>]<\/strong> <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201e<em>Aussenseiter der Wissenschaft spielen meiner Meinung nach eine ganz <\/em><em>wichtige Rolle &#8211; sie versuchen zu kritisieren, wo der Wissenschaftsbetrieb <\/em><em>vielleicht betriebsblind geworden ist; sie versuchen aufzuzeigen, wo die Physik oder eine andere Wissenschaft m\u00f6glicherweise einen Irrweg gegangen ist <\/em><em>und sie tun es meist in einer s ehr. selbstlosen Weise. Wenn jemand etwas <\/em><em>revidieren m\u00f6chte, so muss er sich nat\u00fcrlich immer wieder von den alten Ideen der Wissenschaft etwas abseparieren k\u00f6nnen.&#8220; <\/em>Roman Sexl <strong><em>[Anmerkung 2: <\/em><\/strong><em>R. Sexl in R. Schl\u00f6gl (1988): \u201eAussenseiter der Wissenschaft &#8211; Phantasten oder Wegbereiter neuen <\/em><em>Denkens?&#8220;, Radiokolleg<strong>]<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->1.1 <em>Aussenseiter gegen ,Betriebsblindheit&#8220; der Wissenschaft? <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Bevor ich n\u00e4her auf die Kl\u00e4rung des Begriffes \u201eAussenseiter der Wissenschaft&#8220; eingehe, will ich zun\u00e4chst festhalten, dass der theoretische Physiker R. Sexl mit dieser Aussage (zumindest bei vordergr\u00fcndiger Betrachtung) eine generelle Bewertung des \u201eAussenseiters&#8220; in <em>positivem <\/em>Sinn vornimmt. Er tut dies hier entgegen vielen anderen Auffassungen, denn sehr oft ist der Begriff \u201eAussenseiter&#8220; mit negativer Wertung verbunden, wobei die Skala vom \u201eout-sein&#8220; bis zum \u201eVerr\u00fccktsein&#8220; reicht.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Tatsache ist, dass es h\u00e4ufig Aussenseiter waren, die ma\u00dfgeblich in den Gang der Wissenschaft eingegriffen haben. \u201eDas Aussenseitertum geh\u00f6rt notwendigerweise zur Entwicklung der Physik&#8230;&#8220;, \u00e4usserte zum Beispiel H. Pietschmann. Es handelt sich dabei um die verschiedenartigsten Typen von Aussenseitern, wie zu zeigen sein wird; und es wird sich herausstellen, dass wir es beim Aussenseiterbegriff in Wahrheit mit einem Kontinuum zu tun haben.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">1.2 <em>Niemand will Aussenseiter sein <\/em>&#8211; <em>Jeder will Aussenseiter sein<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Kaum ein anderer Begriff ist so vieldeutig und l\u00e4sst so viele Interpretationen zu, wie gerade der Begriff des Aussenseiters. Da \u201eAussenseiter&#8220; einerseits bedeutet: \u201eausserhalb stehen&#8220; bzw. \u201eout sein&#8220;, sieht es wohl kaum jemand als besonderes Kompliment an, wenn man ihn als Aussenseiter bezeichnet; anderseits jedoch hat der Begriff \u201eAus\u00adsenseiter&#8220; auch eine ausserordentlich positive Bedeutung im Sinne von \u201eexceptionell&#8220;. Wer will nicht zum Kreise jener aussergew\u00f6hnlichen, ber\u00fchmten Aussenseiter z\u00e4hlen, die die Wissenschaft auf Grund ihres mutigen Aussenseitertums wesentlich vorange\u00adbracht haben; ich denke dabei zum Beispiel an Joseph Loschmidt, der auf dem Gebiet der Chemie zweifellos als Aussenseiter gelten kann. <strong><em>[Anmerkung 3:<\/em><\/strong><em> Im 2. Kapitel dieser Arbeit bin ich ausf\u00fchrlich auf die Person Joseph Loschmidt und sein Aussenseitertum auf dem Gebiet der Chemie eingegangen<strong>]<\/strong><\/em> Der Begriff \u201eAussenseiter der Wis\u00adsenschaft&#8220; pendelt gewissermassen zwischen den beiden Extremen des \u201eGeniehaften&#8220; und des \u201ebloss Verr\u00fcckten&#8220;. Anderseits zeigt sich gelegentlich auch, wie nahe Genie und Wahnsinn benachbart sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Will ein Wissenschafter nicht zu jenen vielen unauff\u00e4lligen, \u201ebraven&#8220; Vertretern seines Faches z\u00e4hlen, also zu jenen \u201eNormalwissenschaftern&#8220;, die zwar f\u00fcr die Auf\u00adrechterhaltung des \u201eBetriebes Wissenschaft&#8220; unbedingt notwendig sind, die aber meist nur kumulativ im Rahmen eines vorgegebenen Schemas t\u00e4tig sind, dann gibt es f\u00fcr ihn zum Beispiel folgende Form der \u201eBew\u00e4ltigungsstrategie&#8220;: Er wird zwar Aussenseiter, jedoch nur zu einem Teil seiner Pers\u00f6nlichkeit. Der \u201eNormalit\u00e4tsanteil&#8220; ist dann so\u00adzusagen seine R\u00fcckversicherung f\u00fcr die Lebenspraxis, um im wissenschaftlichen Alltag Anerkennung zu finden und dort \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Den Mut zu konsequentem, totalem Ausstieg haben nur wenige. Wer jedoch nur in einem Teilbereich scheitert, bzw. mit seinen Ideen nicht ankommt, der geht noch nicht unter. Newton in seiner Eigenschaft als \u201eAlchemist&#8220; ist hier ein Beispiel; <strong><em>[Anmerkung 4: <\/em><\/strong><em>Siehe 2. Kapitel<strong>]<\/strong><\/em> aber auch der Vertreter der \u201eTheorie der Mono-Pole&#8220;, Felix Ehrenhaft <strong><em>[Anmerkung 5:<\/em><\/strong> <em>Siehe 2. Kapitel<strong>]<\/strong>.<\/em> \u00dcberspitzt formuliert: Wer zun\u00e4chst einmal etabliert ist, kann es sich sozusagen leisten, gelegentlich auch ein bisschen \u201everr\u00fcckt&#8220; zu sein, bzw. sich mit Unkonventionellem zu besch\u00e4ftigen. Erst der, der sich bereits im Rahmen konventioneller Wissenschaft bew\u00e4hrt hat, der also die \u201eKontrollbarrieren&#8220; der Wissenschaft bew\u00e4ltigt hat, hat sich damit auch so etwas wie einen \u201eFreibrief f\u00fcr die eine oder andere \u201eSpinnerei&#8220;, also ein gewisses Ma\u00df an \u201eNarrenfreiheit&#8220; erworben. Der Biologe Rupert Riedl \u00e4usserte dazu:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eHat aber jemand die Kontrollbarrieren des Systems Wissenschaft nicht bew\u00e4ltigt, so hat er sich auch dieses Recht nicht erworben; man gesteht ihm also seitens der eta\u00adblierten Wissenschaft nicht die Freiheit zum &#8218;Narr-sein&#8216; zu. Das bedeutet: Der eine darf, der andere darf nicht. Genauer: der andere, der \u201atotale&#8216; Aussenseiter, wird \u00a0&#8211;\u00a0 auch dann, wenn er gegebenenfalls eine grossartige Theorie vertr\u00e4te \u00a0&#8211; \u00a0gar nicht erst angeh\u00f6rt.\u201c <strong><em>[Anmerkung 6:<\/em><\/strong><em> R. Riedl in R. Schl\u00f6gl (1988): \u201eAussenseiter der Wissenschaft&#8220;, Radiokolleg<strong>]<\/strong><\/em> Ohne Eintrittskarte kein Eintritt! Das System Wissenschaft besitzt eine Art \u201eSchutzmechanismus&#8220;, der es vor dem Eindringen jeglicher &#8218;Narretei&#8216; sch\u00fctzt und ohne den es gar nicht existieren k\u00f6nnte. <strong><em>[Anmerkung7:<\/em><\/strong><em> Auf die Kontrollbarrieren des Systems Wissenschaft ist im 4. Kapitel n\u00e4her eingegangen worden<strong>]<\/strong><\/em> G. Schwarz meint: \u201e&#8230;Wenn ich das&#8230; subjektiv sehe&#8230; ich m\u00f6chte nicht ganz &#8218;rausfliegen&#8217;&#8230; ich m\u00f6chte aber auch nicht ganz drinnen sein.\u201c <strong><em>[Anmerkung 8: <\/em><\/strong><em>G. Schwarz in R. Schl\u00f6gl (1988): \u201eAussenseiter der Wissenschaft&#8220;, Radiokolleg<strong>]<\/strong> <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende,<\/strong> Fortsetzung folgt<strong>)<\/strong><br \/>\nBeste Gr\u00fc\u00dfe <strong><a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der \u00a0Abschnitt 4 \u00a0der Dissertation von Dr. Reinhard Schl\u00f6gl:\u00a0 Zitat: Kapitel 1: EINLEITUNG Das Schicksal eines Grossen der wissenschaftlichen Welt, der es nicht leicht hatte, sich in ihr zurechtzufinden&#8230; mahnt zur Aufgeschlossenheit und Hilfsbereitschaft den neben uns strebend sich bem\u00fchenden Mitmenschen gegen\u00fcber.&#8220; W. 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