{"id":2846,"date":"2010-09-11T08:04:02","date_gmt":"2010-09-11T07:04:02","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2846"},"modified":"2010-09-11T08:04:02","modified_gmt":"2010-09-11T07:04:02","slug":"chronologie-%e2%80%9e1908-1914-erste-phase-der-kritik%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/chronologie-%e2%80%9e1908-1914-erste-phase-der-kritik%e2%80%9c\/","title":{"rendered":"Chronologie: \u201e1908 &#8211; 1914 Erste Phase der Kritik\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Nachstehend bringe ich die 9. Fortsetzung der<strong> Chronologie zur Relativit\u00e4tstheorie <\/strong>von<strong> <a href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=597\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">G.O. Mueller<\/span><\/a>\u00a0<br \/>\n<\/strong>(Kapitel 3 der Arbeit: \u201c\u00dcber die absolute Gr\u00f6\u00dfe der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie\u201c).\u00a0<br \/>\nSie finden diesen Beitrag ab Seite 218 unter:<strong> <a href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/kap3.pdf\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/kap3.pdf<\/span><\/a>\u00a0 <\/strong>\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Zitat: <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1908 &#8211; 1914 Erste Phase der Kritik<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">F\u00fcr diesen Zeitraum weist unsere Dokumentation 106 Ver\u00f6ffentlichungen nach. Es ist eine Zeit der offenen Diskussion, ohne sichtbare Emotionen, in ruhiger Rede und Gegenrede in den Fachorganen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1908<\/strong><br \/>\nAls erste melden sich Max Abraham, Tullio Levi-Civita, Gilbert N. Lewis und Walter Ritz kritisch zu Wort. Levi-Civita wird sp\u00e4ter in das Lager der Relativisten \u00fcberwechseln und die Allgemeine Relativit\u00e4tstheorie vertreten.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1909<\/strong><br \/>\nMax Abraham, A. Bestelmeyer, Pierre Duhem, Paul Ehrenfest und Georg Hamel.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><!--more-->1910<\/strong><br \/>\nMax Abraham, Otto Berg, Gustav Herglotz, Philipp Lenard, Hendrik Antoon Lorentz, Paul Natorp, Fritz Noether, L\u00e9on Schames.\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Bemerkenswert ist vor allem Lorentz als fr\u00fcher und entschiedener Kritiker der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie: er kritisiert die Verleugnung des \u00c4thers, die Behauptung realer Effekte der Kinematik, f\u00fcr die die Theorie die Asymmetrie und damit Realit\u00e4t in einem der Systeme nicht begr\u00fcnden kann. In seinen G\u00f6ttinger Vortr\u00e4gen 1910 wird er geradezu ironisch. Lorentz hat im Grunde 1910 schon Dingles Frage von 1960 zum Probestein f\u00fcr die Theorie gemacht &#8211; und schon damals keine Antwort erhalten. &#8211; Seine Vortr\u00e4ge in G\u00f6ttingen wurden von dem jungen Max Born, einem \u00fcberzeugten Anh\u00e4nger der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie, protokolliert und zum Druck in der Physikalischen Zeitschrift redigiert.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1911<\/strong><br \/>\nVon denen der vorangehenden Jahre melden sich nur Lenard und Ritz noch einmal zu Wort; die \u00fcbrigen sind neu im Kreis der Kritiker:\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">C. Beckenhaupt, Guido Castelnuovo, Ernst Gehrcke, Aloys M\u00fcller, Alfred Arthur Robb, O. M. Stewart, Max Bernhard Weinstein, Johann Emil Wiechert.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Zum ersten Mal melden sich zwei Angelsachsen zu Wort.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Im Juni des Jahres h\u00e4lt Paul Bernays einen Vortrag \u201einnerhalb der Fries\u2018schen Schule\u201c in G\u00f6ttingen, der jedoch erst 1914 in den Abhandlungen der Fries\u2018schen Schule ver\u00f6ffentlicht wird. Die Ver\u00f6ffentlichung dieses sehr grunds\u00e4tzlichen Vortrags wird nur selten \u00fcberhaupt in Literaturlisten erw\u00e4hnt und von den Relativisten nie diskutiert. &#8211; Max Born hat in seinen Erinnerungen (Mein Leben. 1975, S. 143-147) von seinem Verh\u00e4ltnis zur Fries\u2018schen Schule und ihrem Mentor Leonard Nelson berichtet.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1912-1914<\/strong><br \/>\nIn den weiteren drei Jahren bis zum Ausbruch des Weltkriegs erweiterte sich der Kreis der Kritiker, aber nicht dramatisch. Die Kritik der speziellen Relativit\u00e4tstheorie blieb eine Angelegenheit von ca. 48 Autoren mit ca. 105 Ver\u00f6ffentlichungen innerhalb der akademischen Wissenschaften.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Die Summe der Kritik<\/strong><br \/>\nDie rund hundert kritischen Arbeiten enthalten eine umfassende, fundamentale und vernichtende Kritik der speziellen Relativit\u00e4tstheorie, der die Relativisten nichts als Beschwichtigungen, Ausfl\u00fcchte und Gegenbehauptungen entgegengesetzt haben.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1908 M. Abraham: Zeitbegriff<\/strong><br \/>\nABRAHAM, MAX:<br \/>\nTheorie der Elektrizit\u00e4t [Bd. 2] : Elektromagnetische Theorie der Strahlung. 2. Aufl. Leipzig: Teubner, 1908. 404 S. &#8211; Vorwort: Juli 1908.\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">S. 368-369: Einsteins \u201eForderung\u201c der C-Konstanz und das Relativit\u00e4ts-\u201cPostulat\u201c und die daraus abgeleitete Zeitdefinition f\u00fchren zu \u201enicht annehmbaren\u201c Konsequenzen: \u201esie machen es notwendig, die Einsteinsche Zeitdefinition abzulehnen\u201c (S. 368-369). Die Dauer eines Vorganges ist unabh\u00e4ngig davon, ob sie \u201ein der Skala der allgemeinen Zeit oder in der Ortszeitskala gemessen wird\u201c (S. 369); das Postulat der C-Konstanz mu\u00df fallen. &#8211; Vgl. Fehler B 1 &#8211; 3.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1910 O. Berg: Relativit\u00e4tsprinzip, Minkowski-Welt<\/strong><br \/>\nBERG, OTTO:<br \/>\nDas Relativit\u00e4tsprinzip der Elektrodynamik \/ Otto Berg.<br \/>\nIn: Abhandlungen der Fries\u2019schen Schule. NF. Bd 3, H. 2. 1910, S. 333-382 (= S. 1-50).\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">In der Theorie soll ein spezieller physikalischer Vorgang, n\u00e4mlich die Lichtausbreitung, besondere Bedeutung erhalten durch die Behauptung der Lichtgeschwindigkeit (C) als f\u00fcr jeden Beobachter gleich (C-Konstanz) und als gr\u00f6\u00dfte anzutreffende Geschwindigkeit \u00fcberhaupt (C-Maximalit\u00e4t). F\u00fcr die behauptete C-Maximalit\u00e4t gibt es keinerlei Anhaltspunkt; sie kann jederzeit durch die Messung einer h\u00f6heren Geschwindigkeit widerlegt werden (S. 377).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Auch die C-Konstanz ist durch die Erfahrung nicht begr\u00fcndet. (S. 37 . &#8211; Der MMV hat keineswegs den absoluten Wert f\u00fcr C gemessen (S. 380). &#8211; Ergebnis: MMV beweist nichts \u00fcber die C-Konstanz, andere experimentelle Best\u00e4tigung fehlt; das RP ist nicht aus der Erfahrung hergeleitet, kann weder best\u00e4tigt noch widerlegt werden (S. 382). &#8211; Liefert zur Einf\u00fchrung eine ausgezeichnete Problemgeschichte der Elektrodynamik (S. 336-357). Nach Mohorovicic 1925 (Kl\u00e4rung) ist dies die erste kritisch zusammenfassende Darstellung \u00fcberhaupt. &#8211; Vgl. Fehler B 1 &#8211; 5.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1911 Einstein: Vortrag in Z\u00fcrich<\/strong><br \/>\nEINSTEIN, ALBERT:<br \/>\nDie Relativit\u00e4tstheorie.<br \/>\nIn: Naturforschende Gesellschaft in Z\u00fcrich. Vierteljahrsschrift. 56. 1911, H. 1\/2, S. 1-14.\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u00dcbertr\u00e4gt den behaupteten Effekt der Zeitdilatation auf Lebewesen (S. 12): \u201eWenn wir z.B. einen lebenden Organismus in eine Schachtel hineinbr\u00e4chten und ihn dieselbe Hin- und Herbewegung ausf\u00fchren lassen wie vorher die Uhr, so k\u00f6nnte man es erreichen, dass dieser Organismus nach einem beliebig langen Fluge beliebig wenig ge\u00e4ndert wieder an seinen urspr\u00fcnglichen Ort zur\u00fcckkehrt, w\u00e4hrend ganz entsprechend beschaffene Organismen, welche an den urspr\u00fcnglichen Orten ruhend geblieben sind, bereits l\u00e4ngst neuen Generationen Platz gemacht haben.\u201c \u201eDies ist eine unabweisbare Konsequenz der von uns zugrundegelegten Prinzipien, die die Erfahrung uns aufdr\u00e4ngt.\u201c<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Damit ist Albert Einsteins Urheberschaft f\u00fcr die phantastische Zuspitzung zum Zwillings-Fehler &#8211; von den Relativisten gern zum \u201eParadoxon\u201c hochstilisiert &#8211; dokumentiert. Die Kritik hat die Unhaltbarkeit der Zeitdilatation dargetan; umso leichter ist die Ausmalung der Zwillingsgeschichte zu behandeln. Vgl. Fehler D 9.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1911 M. v. Laue: Erste Monographie<\/strong><br \/>\nLAUE, MAX V.:<br \/>\nDas Relativit\u00e4tsprinzip \/ von M. Laue. Braunschweig: Vieweg, 1911. 208 S. (Die Wissenschaft. 38.) &#8211; 2. Aufl. 1913.\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das Vorwort des \u00fcberzeugten Relativisten der ersten Stunde vom Mai 1911 beweist eine n\u00fcchterne und faire Beurteilung der Lage der Theorie und ist deshalb beachtenswert:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eManche Forscher, darunter auch Tr\u00e4ger sehr bekannter Namen, halten ihre empirische Begr\u00fcndung f\u00fcr nicht hinreichend fest. Bedenken dieser Art ist nat\u00fcrlich nur durch weitere Versuche abzuhelfen; immerhin legt das vorliegende B\u00fcchlein Wert auf den Nachweis, da\u00df z. B. kein einziger empirischer Grund gegen diese Theorie vorhanden ist. Weit gr\u00f6\u00dfer aber ist die Zahl derjenigen, welche sich mit ihrem gedanklichen Inhalt nicht befreunden k\u00f6nnen, denen namentlich die Relativit\u00e4t der Zeit mit ihren manchmal in der Tat recht paradox aussehenden Konsequenzen unannehmbar erscheint.\u201c<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Erkenntnis, da\u00df nur \u201eweitere Versuche\u201c mit entsprechendem Ergebnis die Theorie st\u00fctzen k\u00f6nnen, ist sp\u00e4ter in Vergessenheit geraten. Die Relativisten haben ab 1922 andere Mittel gefunden.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende) <\/strong>Fortsetzung folgt<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Beste Gr\u00fc\u00dfe<strong> <a href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a>\u00a0 <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachstehend bringe ich die 9. Fortsetzung der Chronologie zur Relativit\u00e4tstheorie von G.O. Mueller\u00a0 (Kapitel 3 der Arbeit: \u201c\u00dcber die absolute Gr\u00f6\u00dfe der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie\u201c).\u00a0 Sie finden diesen Beitrag ab Seite 218 unter: http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/kap3.pdf\u00a0 Zitat: 1908 &#8211; 1914 Erste Phase der Kritik F\u00fcr diesen Zeitraum weist unsere Dokumentation 106 Ver\u00f6ffentlichungen nach. 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