{"id":2827,"date":"2010-08-05T08:28:15","date_gmt":"2010-08-05T07:28:15","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2827"},"modified":"2010-08-05T08:28:15","modified_gmt":"2010-08-05T07:28:15","slug":"chronologie-%e2%80%9e1881-michelson-versuch%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/chronologie-%e2%80%9e1881-michelson-versuch%e2%80%9c\/","title":{"rendered":"Chronologie: \u201e1881 Michelson-Versuch\u201c"},"content":{"rendered":"<p>2. Fortsetzung der <strong>Chronologie zur Relativit\u00e4tstheorie von <\/strong><strong><a href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=597\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">G.O. Mueller<\/span><\/a>\u00a0<br \/>\n<\/strong>(Kapitel 3 der Arbeit: &#8222;\u00dcber die absolute Gr\u00f6\u00dfe der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie\u201c).<br \/>\nSie finden diese Chronologie ab Seite 205 unter: <strong><a href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/kap3.pdf\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/kap3.pdf<\/span><\/a>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zitat:<\/strong><\/p>\n<p><strong>1881 Michelson-Versuch\u00a0<br \/>\n<\/strong><em>Die Modell-Vorstellung zum MMV <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wenn es einen station\u00e4ren \u00c4ther gibt, dann bewegt sich nicht nur allein die Erde, sondern das gesamte Sonnensystem durch den \u00c4ther. Durch die Erdbahn um die Sonne nimmt die Erde im Laufe eines Jahres verschiedene, auch entgegengesetzte Bewegungsrichtungen an: in Abst\u00e4nden von einem halben Jahr w\u00fcrde sich die Erdbewegung einmal zur \u00c4therdrift des Sonnensystems addieren und einmal ihr entgegenlaufen. In welchen Punkten der Erdbahn diese Effekte auftreten w\u00fcrden, war unbekannt, weil man die Bewegungsrichtung durch den \u00c4thers nicht kannte. Man nahm aus anderen \u00dcberlegungen eine Drift des Sonnensystems in Richtung des Sternbilds Herkules an.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->Da das Experiment auf der Erdoberfl\u00e4che stattfinden sollte, mu\u00dfte sich au\u00dferdem ein \u00e4hnlicher, jedoch bedeutend kleinerer Effekt durch die im Laufe von 24 Stunden (einer Erdumdrehung) stattfindenden Richtungs\u00e4nderungen in der Bewegung des erdfesten Laboratoriums feststellen lassen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Beide Bewegungs-Effekte, der aus der Erdrotation und der aus der Erdumlaufbahn, mu\u00dften sich \u00fcberlagern.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die relativen Bewegungen von Sonnensystem\/Erde und station\u00e4rem \u00c4ther sollten auf der Erde als \u201e\u00c4therwind\u201c oder \u201e\u00c4therdrift\u201c feststellbar sein. Zur experimentellen Feststellung waren folgende Beobachtungen \u00fcber Verschiebungen der Spektrallinien erforderlich:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">&#8212;- 1. Messungen, wenn sich die Labor-Geschwindigkeit aus der Erdrotation zu der Geschwindigkeit der Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne addiert.<br \/>\n&#8212;- 2. Messungen 6 Stunden sp\u00e4ter, wenn das Labor nur die Geschwindigkeit der Erde auf ihrer Umlaufbahn mitmacht.<br \/>\n&#8212;- 3. Messungen weitere 6 Stunden sp\u00e4ter, wenn das Labor sich mit der Erdrotation<br \/>\ngegen die Erdbahn um die Sonne bewegt und nur die Differenzgeschwindigkeit besitzt.<br \/>\n&#8212;- 4. Dieselben Messungen (1) &#8211; (3) ein halbes Jahr sp\u00e4ter, wenn die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne in Gegenposition steht und ihre Bewegungen sich anders zu der gesuchten Bewegung des Sonnensystems durch den \u00c4ther addieren.\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Die Durchf\u00fchrung 1881 in Berlin und Potsdam<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">In Berlin waren die st\u00f6renden Umwelteinfl\u00fcsse zu stark, weshalb das Interferometer in das Astrophysikalische Observatorium nach Potsdam verlegt wurde. Das Instrument erwies sich als nicht stabil genug und wurde verst\u00e4rkt. Michelson machte im April 1881 4 Reihen von Beobachtungen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">In einem von Michelson unver\u00f6ffentlichten Brief (zitiert in: L. S. Swenson: The ethereal aether. 1972, S. 69-70) an seinen Auftraggeber A. G. Bell teilt Michelson mit, da\u00df er eine Verschiebung der Interferenzstreifen um ein Zehntel (eines Streifens) erwartet, aber nur ein Hundertstel gefunden habe und dieses Ergebnis f\u00fcr einen Experimentfehler halte (assignable to the errors of experiment). Damit war immerhin ein Zehntel des erwarteten Wertes beobachtet worden: die Beurteilung als \u201eerror of experiment\u201c eine Vermutung. Ver\u00f6ffentlichung des Berichts:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">MICHELSON, ALBERT ABRAHAM:<br \/>\nThe relative motion of the earth and the luminiferous ether.<br \/>\nIn: American journal of science. Ser. 3, Vol. 22. 1881, S. 249\u2022258.<br \/>\n(Swenson zitiert stets S. 120-129, hat aber abgedruckt S. 249-258!)\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Michelson fa\u00dft seine Ergebnisse zusammen (S. 257): \u201eThe interpretation of these results is that there is no displacement of the interference bands. The result of the hypothesis of a stationary ether is thus shown to be incorrect, and the necessary conclusion follows that the hypothesis is erroneous.\u201c Dies ist die Quelle des bis heute kolportierten \u201eNull-Ergebnisses\u201c.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wenn man den Bericht liest, so findet man auf S. 257 au\u00dfer dem Zitat auch eine grafische Darstellung der Beobachtungswerte mit der Vergleichskurve der erwarteten Werte: auch daraus ergibt sich nur der Befund von einem Zehntel der erwarteten Werte; die Kurve der Befunde weist jedoch, trotz \u00e4u\u00dferst geringer Werte, eine deutliche Periodizit\u00e4t mit einem Minimum und einem Maximum auf, wie auch die Kurve der erwarteten Werte, aber gegen\u00fcber den erwarteten Werten stark verschoben. Dieser Befund zeigt, da\u00df die Geringf\u00fcgigkeit der Beobachtungswerte &#8211; immerhin ein Zehntel der erwarteten &#8211; nicht zuf\u00e4llige Irrt\u00fcmer sein k\u00f6nnen, wenn sie zugleich doch eine Periodizit\u00e4t ausdr\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Entgegen Michelsons eigener Beurteilung gibt es also klare Anhaltspunkte daf\u00fcr, da\u00df bereits 1881 keineswegs ein \u201eNull-Ergebnis\u201c vorlag, sondern ein sehr geringes positives Ergebnis mit deutlicher Periodizit\u00e4t. F\u00fcr reine Me\u00dffehler w\u00e4re eine Zufallsverteilung zu erwarten; wenn sich eine Periodizit\u00e4t abbildet, mu\u00df man weiter nach der Ursache suchen. Diese Beurteilung f\u00e4llt uns heute, im Abstand von 110 Jahren, auch leichter, weil wir die in den Folgejahren auf 40 % (vier Zehntel) angestiegenen Beobachtungswerte kennen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das erste Interferometer-Experiment, 1881 von Michelson in Potsdam allein durchgef\u00fchrt, hatte also bereits objektiv mindestens Anzeichen geliefert f\u00fcr eine positiv festgestellte \u00c4therdrift.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende) <\/strong>Fortsetzung folgt<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Beste Gr\u00fc\u00dfe <strong><a href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2. Fortsetzung der Chronologie zur Relativit\u00e4tstheorie von G.O. 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