{"id":2818,"date":"2010-07-13T08:35:33","date_gmt":"2010-07-13T07:35:33","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2818"},"modified":"2010-07-13T08:35:33","modified_gmt":"2010-07-13T07:35:33","slug":"dr-harald-zycha-%e2%80%9e5-2-raum-und-zeit%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/dr-harald-zycha-%e2%80%9e5-2-raum-und-zeit%e2%80%9c\/","title":{"rendered":"Dr. Harald Zycha: \u201e5.2 Raum und Zeit\u201c"},"content":{"rendered":"<dl class=\"clearfix fotor\" style=\"text-align: center; width: 190px;\">\n<dt><img decoding=\"async\" title=\"Autor\" src=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/autor-harald-zycha.jpg\" alt=\"\" \/> <\/dt>\n<dd style=\"text-align: left;\"><\/dd>\n<\/dl>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Nachstehend bringe ich eine weitere Leseprobe (Seiten 90 bis 92) aus dem bereits fr\u00fcher von mir empfohlenen Buch:<br \/>\n<strong><a href=\"http:\/\/www.natur-und-ganzheit.at\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Dr. rer. nat. Harald Zycha: \u201eNatur \u2013 Ganzheit \u2013 Medizin\u201c<\/span><\/a>\u00a0<br \/>\n<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Zitat: <\/strong>\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>5.2 Raum und Zeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wie kann man hier Probleme vermuten? Diese beiden Begriffe bilden nicht nur die \u201efeste\u201c Basis der Physik, sondern unseres ganzen irdischen Lebens \u00fcberhaupt. Aber schon wieder Vorsicht! Raum und Zeit sind die Basis unserer <em>Alltagswelt<\/em>, in der sich das ganze menschliche Leben entwickelt hat, unsere <em>Anschauung<\/em>, und unsere <em>Sprache<\/em>!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Da\u00df es mit dieser Basis des Denkens Probleme gibt, haben die Erfahrungen der modernen (Quanten-)Physik gezeigt. Hier spricht man inbezug auf so manche Ph\u00e4nomene der Mikrowelt \u2013 also wieder au\u00dferhalb unserer Alltagswelt \u2013 von <em>nichtlokalen <\/em>(nicht r\u00e4umlich bestimmbaren) oder auch von <em>instantanen <\/em>(nicht zeitlich verz\u00f6gerten) Wechselwirkungen (s. Kap. 12.2). Die Physik ist damit in ihre schwerste Krise geraten, aus der sie in der heutigen Form, als <em>quantitativ messende und rechnende <\/em>Wissenschaft nicht herauskommen wird, sie steht und f\u00e4llt mit dieser quantitativen mathematischen Methode.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->Der einzige Ausweg aus dieser \u201elebensgef\u00e4hrlichen\u201c Lage wird darin bestehen, da\u00df man ihr ein anderes Wissenschaftssystem mit einem \u00fcber die <em>quantitative <\/em>Ebene hinausgehenden <em>qualitativen <\/em>Kontext <em>\u00fcberordnet<\/em>. Genau das wird ab Teil III geschehen, mit der Darstellung des Konzeptes einer <em>ganzheitlichen Kybernetik<\/em>.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es ist die Wiederherstellung des Kontextes, der mit Galilei verloren gegangen ist, es ist das, was \u201ejenseits\u201c von Raum und Zeit waltet, das <em>Geistige<\/em>. Unsere Naturwissenschaft hat jetzt, nach der Beobachtung jener mysteri\u00f6sen nichtlokalen und instantanen Ph\u00e4nomene, keinen anderen Weg mehr als die Weitung ihres Horizonts \u00fcber das raumzeitlich Materielle hinaus, sie mu\u00df diesen Weg \u201e\u00fcber den Rubicon\u201c gehen, wenn sie fortbestehen will, allem Spott der Materialisten zum Trotz, die dem verst\u00e4ndnislos gegen\u00fcberstehen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Aber sehen wir uns nun genauer an, was es mit diesen \u201eFormen der Anschauung\u201c, wie Kant sagt, auf sich hat. Wie schwer der Weg aus Raum und Zeit zur\u00fcck zum Geistigen ist, k\u00f6nnen wir uns bewu\u00dft machen, wenn wir feststellen, da\u00df wir schon mit unserer Sprache gar nicht wirklich aus diesen Formen hinausk\u00f6nnen, wir haben genau genommen kein einziges Wort daf\u00fcr!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Analysieren wir die Frage \u201eWas war <em>vor <\/em>der Zeit?\u201c Da diese Frage mit den \u00dcberlegungen der Physiker zur Entstehung unserer Welt eng zusammenh\u00e4ngt, wird sie tats\u00e4chlich auch von den gr\u00f6\u00dften ihrer Vertreter wie etwa Heisenberg [Anmerkung 10] ohne prinzipielle Bedenken gestellt. \u00dcberfl\u00fcssig zu erw\u00e4hnen, da\u00df die Vertreter des \u201eUrknalls\u201c die Zeit in jenem Augenblick \u201eentstehen\u201c lassen&#8230;<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Diese Frage zeigt, da\u00df es unter dem Gebot einer wissenschaftlichen Strenge nicht gen\u00fcgt, eine Frage nur <em>syntaktisch <\/em>(grammatikalisch) richtig zu formulieren, sondern man mu\u00df auch die <em>Semantik <\/em>(Bedeutung, Sinn) ber\u00fccksichtigen: Unsere obige Frage ist nicht nur nicht zu beantworten, sondern sie hat gar <em>keinen Sinn<\/em>, sie kann also gar <em>nicht gestellt <\/em>werden! Denn was bedeutet in ihr das W\u00f6rtchen \u201evor\u201c? Formulieren wir diese Frage etwas umst\u00e4ndlicher, aber ausf\u00fchrlicher: \u201eWas war <em>in der Zeit vor <\/em>der Zeit?\u201c, so sollte eigentlich jeder das Problem erkennen: Das Wort \u201evor\u201c setzt die Zeit bereits voraus, wir kommen also aus dem Kontext der Zeit niemals hinaus, nicht mit dem Denken und nicht mit unserer <em>Sprache<\/em>!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Fazit: die Zeit gibt es nicht als <em>Objekt <\/em>(= Gegen\u00fcberstehendes), das man <em>als solches <\/em>wahrnehmen kann, sie ist nur, wie Kant genauer sagt, eine <em>formale Bedingung a priori aller wahrnehmbaren Erscheinungen \u00fcberhaupt<\/em>. Sie kann also insbesondere keine <em>Eigenschaften <\/em>haben. Das f\u00e4llt, abgesehen vom Problem der obigen Frage, hier noch nicht so sehr ins Gewicht.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Aber beim <em>Raum <\/em>sieht die Sache noch schlimmer aus, hier haben schon die sonst so strengen, exakten Mathematiker etwas ges\u00fcndigt und den Ungereimtheiten der Physiker Vorschub geleistet. Zun\u00e4chst auch hier die entsprechende Frage: \u201eWas ist <em>jenseits <\/em>des Raumes?\u201c Mit dem Wort \u201ejenseits\u201c verh\u00e4lt es sich ebenso wie vorhin: dieses Wort setzt den Raum schon voraus, wir kommen auch hier mit unserer Sprache nicht aus dem Kontext hinaus! Mit allen anderen W\u00f6rtern, die einen Zusammenhang mit Raum oder Zeit darstellen, wie etwa \u201enach\u201c, \u201ehinter\u201c, \u201eau\u00dferhalb\u201c usw., verh\u00e4lt es sich ebenso.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Da\u00df die Physiker dem Raum <em>Eigenschaften <\/em>zuschreiben wie <em>leer, endlich, metrisch, (nicht-)euklidisch, dreidimensional, gekr\u00fcmmt <\/em>usw., geht also sicher auch auf eine gelegentliche unsaubere Ausdrucksweise der Mathematiker zur\u00fcck, die entsprechende Ausdr\u00fccke auch gebrauchen, in Wirklichkeit aber nur eine entsprechende <em>Geometrie <\/em>meinen, oder eine konkrete Fl\u00e4che <em>im <\/em>Raum. Es gilt das oben f\u00fcr die Zeit Gesagte analog auch hier: Wir k\u00f6nnen auch dem Raum nicht <em>gegen\u00fcberstehen<\/em>, deshalb gibt es auch den Raum nicht als <em>Objekt<\/em>, dem man irgendwelche Eigenschaften zuschreiben kann, er ist ebenfalls nur eine <em>Bedingung <\/em>daf\u00fcr, da\u00df wir uns in unserer Welt zurechtfinden, aber eben in unserer <em>Alltagswelt<\/em>! In dieser haben sich diese \u201eFormen der Anschauung\u201c in unserer Evolution gebildet.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Der Leser wird nun vielleicht fragen, warum ich hier solche sophistischen Fragen behandle. Ich m\u00f6chte mit diesen \u00dcberlegungen einmal mehr darauf hinweisen, wie sehr man als Physiker auf gef\u00e4hrliche Abwege ger\u00e4t, wenn man seine in der <em>Alltagswelt <\/em>erworbenen Vorstellungen und Begriffe auf die g\u00e4nzlich andere <em>Mikrowelt <\/em>anwendet. Unsere Alltagswelt wird von der in den vorangegangenen Kapiteln ausf\u00fchrlich beschriebenen \u201eSubjekt-Objekt-Spaltung\u201c regiert, deren Entwicklung ich dort als \u201eroter Faden\u201c bezeichnet habe. Diese Spaltung liegt aber nicht in den Dingen (unserer Alltagswelt) selbst und dementsprechend auch nicht in der Mikrowelt, sondern nur in unserer <em>Vorstellung<\/em>. Raum und Zeit sind nur ihre Hilfsmittel, ihre Bedingungen, ohne eine eigene objektive Realit\u00e4t, sie k\u00f6nnen also auch keine <em>ihnen selbst zukommenden Eigenschaften <\/em>haben, und kein <em>Innen <\/em>und <em>Au\u00dfen<\/em>, kein <em>Vor <\/em>und <em>Nach<\/em>. <em>Das <\/em>dr\u00fccken die sprachlichen Beispiele der oben angef\u00fchrten Fragen aus!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Hier sei mir ein kleiner Ausblick auf die als Grundlage unseres <em>Kybernetischen Konzeptes der Ganzheit <\/em>in Kapitel 7.4 formulierte <em>Pragmatische Ontologie <\/em>gestattet: Dort werden wir sehen, da\u00df wir nicht einmal den von uns wahrgenommenen Dingen <em>im <\/em>Raum \u201eihnen selbst zukommende Eigenschaften\u201c zuordnen d\u00fcrfen, und in Kapitel 8 werden wir endg\u00fcltig erfahren, <em>warum <\/em>das so ist. Umso weniger d\u00fcrfen wir so mit Raum und Zeit selbst umgehen. Wir werden dann auch verstehen, da\u00df diese Begriffe eben nur die <em>Bedingungen <\/em>f\u00fcr alle unsere Wahrnehmungen bilden.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Der konkrete Bezug zu den brennenden Problemen der Physik besteht aber nun au\u00dfer den oben angef\u00fchrten nichtlokalen oder instantanen Wechselwirkungen ganz besonders auch in den mysteri\u00f6sen Ergebnissen des <em>Youngschen Doppelspaltversuches<\/em>, den ich schon in Kapitel 4.1 beschrieben habe und auf den ich sp\u00e4ter (Kap. 12.3) auf der Basis der dann bekannten Ergebnisse des kybernetischen Konzeptes der Ganzheit noch einmal ausf\u00fchrlich zu sprechen kommen werde. Die dort beobachteten Erscheinungen, welche die Physiker in die h\u00f6chste Verzweiflung getrieben und zu den phantastischsten Ausfl\u00fcchten veranla\u00dft haben, sind gerade der Ausdruck der in der realen (Mikro-)Welt <em>nicht <\/em>vorhandenen Subjekt-Objekt-Spaltung und der <em>nicht <\/em>real vorhandenen <em>cartesianischen Spaltung<\/em>. Dieses zum \u201e<em>experimentum crucis<\/em>\u201c gewordene Youngsche Experiment zeigt den Bruch zwischen den dieser Spaltung nicht unterworfenen Mikroprozessen und dem makroskopischen Beobachter-Szenarium, und dieser Bruch ist in der gegenw\u00e4rtigen Physik nicht zu reparieren, er wird erst im h\u00f6heren Kontext der ganzheitlichen Kybernetik behoben.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende) <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Beste Gr\u00fc\u00dfe<strong> <a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a>\u00a0<\/strong><strong> <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachstehend bringe ich eine weitere Leseprobe (Seiten 90 bis 92) aus dem bereits fr\u00fcher von mir empfohlenen Buch: Dr. rer. nat. Harald Zycha: \u201eNatur \u2013 Ganzheit \u2013 Medizin\u201c\u00a0 . 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