{"id":2817,"date":"2010-07-11T07:17:50","date_gmt":"2010-07-11T06:17:50","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2817"},"modified":"2011-04-24T19:07:10","modified_gmt":"2011-04-24T18:07:10","slug":"dr-harald-zycha-%e2%80%9ekybernetisches-konzept-der-ganzheit-der-natur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/dr-harald-zycha-%e2%80%9ekybernetisches-konzept-der-ganzheit-der-natur\/","title":{"rendered":"Dr. Harald Zycha: \u201eKybernetisches Konzept der Ganzheit der Natur&#8220; &#8211; Kritik der gegenw\u00e4rtigen Naturwissenschaft"},"content":{"rendered":"<dl class=\"clearfix fotor\" style=\"text-align: center; width: 190px;\">\n<dt><img decoding=\"async\" title=\"Autor\" src=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/autor-harald-zycha.jpg\" alt=\"\" \/> <\/dt>\n<dd style=\"text-align: left;\"><em><\/em><\/dd>\n<\/dl>\n<p>Hiermit nehme ich Bezug auf das bereits fr\u00fcher von mir empfohlene Buch:\u00a0<br \/>\n<strong><a href=\"http:\/\/www.natur-ganzheit-medizin.at\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Dr. rer. nat. Harald Zycha: \u201eNatur \u2013 Ganzheit \u2013 Medizin\u201c<\/span><\/a><br \/>\n<\/strong>und bringe nachstehend eine Leseprobe hieraus (Seiten 85 bis 87).<\/p>\n<p><strong>Zitat: <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Bevor ich mit der eigentlichen Arbeit an der Darstellung des <em>Kybernetischen Konzeptes der Ganzheit der Natur <\/em>beginne, m\u00f6chte ich anhand von einigen ausgew\u00e4hlten Fragen noch einmal die ernste Problematik der oben beschriebenen Entwicklung der Naturwissenschaft illustrieren, um die dringende Notwendigkeit zu einem gr\u00fcndlichen Umdenken zu unterstreichen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Indem es sich bei diesen Fragen klar erkennbar um solche handelt, die unbedingt sauber beantwortet werden m\u00fcssen, aber \u00fcber die traditionelle Wissenschaft hinausweisen, sollen sie dem Leser einen Ansto\u00df zu eigenem Denken geben. Und mit ihrer gewi\u00df schon erkennbaren Tendenz zum ganzheitlichen Denken sind sie vielleicht auch geeignet, zu der sp\u00e4teren Darstellung \u00fcberzuleiten.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->Die meisten dieser Fragen werden dem \u201eNormalwissenschaftler\u201c als \u00fcberholt erscheinen, weil er sie schon lange als beantwortet betrachtet. Solche Fragen, wie zum Beispiel die nach dem Tr\u00e4gheitsprinzip als einem der bekanntesten Beispiele, stellt man heute nicht mehr, und wer es dennoch tut, setzt sich der Gefahr aus, als Ignorant angesehen zu werden, indem er scheinbar nicht ber\u00fccksichtigt, da\u00df es zu ihrer Beantwortung schon dieses oder jenes \u201ebestens bew\u00e4hrte\u201c Naturgesetz gibt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wir sto\u00dfen damit sofort auf ein ganz allgemeines, \u00fcbergeordnetes Problem, von dem jedes wissenschaftliche Weltbild einmal betroffen ist: Hat man zu einer wichtigen Frage, um deren Kl\u00e4rung man lange gerungen hat, schlie\u00dflich eine Antwort gefunden, die nach dem aktuellen Wissensstand einleuchtend erscheint, so verliert sich allm\u00e4hlich das Problembewu\u00dftsein. Die gro\u00dfe Gefahr dabei ist: Man verf\u00e4llt einem abstumpfenden Gew\u00f6hnungsproze\u00df, der unabh\u00e4ngig ist davon, ob die Erkl\u00e4rung richtig ist oder nicht!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Man kann dieser Feststellung nicht etwa mit Poppers durchaus einleuchtendem Falsifizierungsprinzip [Anmerkung 1]\u00a0widersprechen, nach dem jede Theorie nur solange g\u00fcltig ist, bis sie durch die Erfahrung widerlegt wird und durch eine neue zu ersetzen ist. Denn dieses Prinzip bew\u00e4hrt sich \u2013 sofern es in dem heute so amoralischen Wissenschaftsbetrieb \u00fcberhaupt beachtet wird \u2013 nur innerhalb eines allgemein anerkannten \u00fcbergeordneten Wissenschaftsrahmens (Paradigma, Weltbild) [Anmerkung 2]. \u00a0Je tiefer jedoch im philosophischen Fundament sich der Fehler befindet, desto weniger ist man \u00fcberhaupt in der Lage, ihn zu erkennen, geschweige denn bereit, daran etwas zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Hier wie in vielen anderen entscheidenden Situationen wirkt ein eigentlich ganz nat\u00fcrliches Prinzip, von dem alle Lebewesen (Tier oder Mensch) regiert werden, das ich als \u201e<em>psychologischer Schlupf<\/em>\u201c bezeichne (Unter \u201eSchlupf\u201c versteht man in der Antriebstechnik einen Mitnahme-Defekt etwa zwischen zwei Kupplungsscheiben, wenn die Kupplung \u201erutscht\u201c.): Was zu sehr an der Grenze oder gar au\u00dferhalb des (momentanen) eigenen <em>Wahrnehmungs-Rahmens <\/em>liegt, nimmt man nicht mehr wahr, obwohl man es rein physikalisch (mit seinen Sinnen) oder geistig (mit dem Verstand) wahrnehmen k\u00f6nnte. Dieser Wahrnehmungsrahmen wird <em>gepr\u00e4gt <\/em>durch Erziehung, (Hoch-)Schule und Tradition, oder schlie\u00dflich \u00fcber die Genetik. Beim Menschen ist das nach vielen Generationen oft kaum noch zu unterscheiden.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">In unserem Falle hei\u00dft das hier: St\u00f6\u00dft man auf ernsthafte Probleme, die innerhalb der \u201egeltenden Wissenschaft\u201c nicht l\u00f6sbar sind, so denkt man nicht \u00fcber das Fundament dieser Wissenschaft nach, sondern greift zu <em>Ad-hoc-Hypothesen<\/em>, mit denen man einen Fehler nach dem anderen repariert. Das ist zwar bequem, f\u00fchrt aber niemals zu einer \u201erestitutio ad integrum\u201c, sondern nur zu chronischem Siechtum. Unsere heutige Naturwissenschaft enth\u00e4lt viele solcher Provisorien, die zur dauerhaften Einrichtung geworden sind. Diese Problematik sollte aus der vorangegangenen Darstellung der wissenschaftlichen Entwicklung wirklich mehr als deutlich geworden sein! Und ich habe hier nicht ohne Absicht eine medizinische Ausdrucksweise gew\u00e4hlt, denn dieses Denken beherrscht in noch extremerem Ausma\u00df die gesamte heutige Hochschulmedizin!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wenn also Thomas Kuhn in seinem Buch \u201eDie Struktur wissenschaftlicher Revolutionen\u201c sagt, da\u00df auch die Ad-hoc-Hypothesen ihre Grenzen haben, bis das Ma\u00df voll ist und eine wissenschaftliche Revolution stattfindet [Anmerkung 3], \u00a0so hat er vielleicht noch nicht das ganze Ausma\u00df der fast unvorstellbaren dogmatischen Starrheit der heutigen Wissenschafts-Struktur im Auge gehabt, oder die angemahnte Revolution wird auch eine politische, die alles Bisherige in den Schatten stellen wird. Wir m\u00fcssen bedenken: Niemals zuvor hat es in weltweiter Verbundenheit (Globalisierung!) eine so gro\u00dfe Anzahl von Wissenschaftlern und eine noch viel gr\u00f6\u00dfere, geradezu unvorstellbare Zahl von wissenschaftli\u00adchen Publikationen innerhalb eines Denksystems gegeben. Das alles m\u00fc\u00dfte gegebenenfalls revidiert werden, ganz zu schweigen von den vielen gigantischen Forschungsprojekten, die neu \u00fcberdacht oder eher abgeblasen werden m\u00fc\u00dften. Einen solchen, alle Vorstellungen \u00fcbersteigenden <em>Tr\u00e4gheits\u00adfaktor<\/em>, der heute mehr denn je auch ein <em>Wirtschaftsfaktor <\/em>ist, hat es in der bisherigen Geistesgeschich\u00adte noch nie gegeben, daran k\u00f6nnen auch Kuhns Vorstellungen scheitern!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es ist heute nicht einmal einfach, abseits der so fest eingefahrenen Bahnen der Wissenschaft \u00fcberhaupt irgendwelche skeptischen Fragen zu stellen. Wer das tut, erscheint, sofern er \u00fcberhaupt zur Kenntnis genommen wird, bis zur L\u00e4cherlichkeit naiv. Und das nicht nur vor der \u201eorthodoxen\u201c Wissenschaftler-Gemeinschaft (\u201escientific community\u201c), sondern sogar vor dem ganzen Laien-Volk, das an seine wissenschaftliche F\u00fchrungselite heute so fest glaubt wie an eine g\u00f6ttliche Instanz. Ich zitiere hier wegen der schweren Konsequenzen noch einmal die schon erw\u00e4hnte Aussage Rudolf Virchows: \u201eEs ist die Wissenschaft f\u00fcr uns Religion geworden.\u201c [Anmerkung 4] \u00a0Denn an einer Religion ist niemals etwas zu \u00e4ndern; wer hier zweifelt, ist ein Ketzer&#8230;<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Man kann aber in der Tat an solche Fragen nur naiv herangehen: indem man sich \u00fcber seine bereits erworbenen (indoktrinierten) Kenntnisse hinwegsetzt, sich also in einen kindlich unbefangenen, noch von keiner (Hoch-)Schulausbildung beeinflu\u00dften Zustand zur\u00fcckversetzt. Die meisten Kinder haben eben diese unbek\u00fcmmerte Leichtigkeit des Denkens, und wer Kinder hat, erinnert sich gewi\u00df an manche F\u00e4lle, in denen er \u00fcber eine ungewohnte Frage mehr in Erstaunen geraten ist, als eine Antwort zu wissen. Kleine Kinder sind oft die besten Philosophen!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ich m\u00f6chte also den Leser bitten, sich nach M\u00f6glichkeit in einen solchen unbefangenen Zustand zur\u00fcckzuversetzen und die bekannten Antworten unserer Wissenschaft zu den im folgenden angef\u00fchrten Fragen zun\u00e4chst etwas in den Hintergrund zu stellen und statt dessen <em>seinen eigenen Verstand <\/em>zu gebrauchen (sapere aude!). Soweit schon hier ohne Kenntnis der sp\u00e4teren Darstellung eine (vorl\u00e4ufige) Antwort gegeben werden kann, werde ich es hier versuchen. Ab Teil III werde ich aber ausf\u00fchrlich auf diese Themen zur\u00fcckkommen. Bei den hier angeschnittenen Fragen handelt es sich um eine kleine, vielleicht etwas willk\u00fcrliche Auswahl, zun\u00e4chst zur Physik als Basis aller Naturwissenschaft und Medizin, sodann zur Medizin selbst. Diese Probleme k\u00f6nnen hier nicht ersch\u00f6pfend behandelt werden, meine Ausf\u00fchrungen sollen in erster Linie nur zum Denken anregen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende) <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Siehe hierzu auch:<br \/>\n<strong><a href=\"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/die-medizin-steht-vor-radikalen-umbruchen\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">&#8222;Die Medizin steht vor radikalen Umbr\u00fcchen&#8220;<\/span><\/a>\u00a0 <\/strong>und:\u00a0<br \/>\n<strong><a href=\"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/die-rolle-der-mathematik-in-der-naturwissenschaft\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">&#8222;Die Rolle der Mathematik in der Naturwissenschaft&#8220;<\/span><\/a><\/strong>\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Beste Gr\u00fc\u00dfe<strong> <a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a>\u00a0<\/strong><strong> <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hiermit nehme ich Bezug auf das bereits fr\u00fcher von mir empfohlene Buch:\u00a0 Dr. rer. nat. 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