{"id":2798,"date":"2010-06-03T09:32:16","date_gmt":"2010-06-03T08:32:16","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2798"},"modified":"2010-06-03T09:39:23","modified_gmt":"2010-06-03T08:39:23","slug":"die-mathematiker-waren-in-besonderer-weise-verpflichtet-auf-die-grenzen-der-mathematischen-spekulation-auf-dem-felde-der-physik-hinzuweisen-haben-jedoch-das-gegenteil-getan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/die-mathematiker-waren-in-besonderer-weise-verpflichtet-auf-die-grenzen-der-mathematischen-spekulation-auf-dem-felde-der-physik-hinzuweisen-haben-jedoch-das-gegenteil-getan\/","title":{"rendered":"Die Mathematiker waren in besonderer Weise verpflichtet, auf die Grenzen der mathematischen Spekulation auf dem Felde der Physik hinzuweisen, haben jedoch das Gegenteil getan"},"content":{"rendered":"<p>Es folgt jetzt <strong>Fehler Nr. 3<\/strong> aus dem Abschnitt <strong>Entstehungs- und Erhaltungsmotive<\/strong> von <strong><a title=\"Kapitel 2, Fehler-Katalog\" href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/kap2.pdf\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Kapitel 2, Fehler-Katalog<\/span><\/a>\u00a0 <\/strong>der Dokumentation zur Relativit\u00e4tstheorie der Forschungsgruppe<strong> <a title=\"G. O. Mueller\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=597\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">G. O. Mueller<\/span><\/a><\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Zitat: <\/strong><\/p>\n<p>V: Entstehungs- u. Erhaltungsmotive \/ Fehler Nr. 3<br \/>\n<strong>Die Mathematiker waren in besonderer Weise verpflichtet, auf die Grenzen der mathematischen Spekulation auf dem Felde der Physik hinzuweisen, haben jedoch das Gegenteil getan<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wenn eine v\u00f6llig haltlose Theorie in der Wissenschaft durchgesetzt und aufrechterhalten werden kann, m\u00fcssen die Entstehungs- und Durchsetzungsmotive irrational sein. \u2013 Pagels 1985 (S. 106) konstatiert die SRT als Katastrophe der Physik und stellt die Frage vieler Kritiker: &#8222;Wie konnte das geschehen?&#8220; In seiner Beantwortung liefert er mit zwei Planck-Zitaten den Nachweis f\u00fcr sein Urteil, da\u00df das Versagen der Mathematiker entscheidend zur Katastrophe beigetragen hat (S. 106):<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->&#8222;Da\u00df die spez. R.th. nunmehr \u00fcber sieben Jahrzehnte lang als &#8218;Fundamentaltheorie&#8216; grassiert &#8211; das haben Philosophen, Physiker und Mathematiker gemeinsam verschuldet. Dennoch mu\u00df man die Mathematiker als die Hauptschuldigen betrachten &#8211; denn die &#8218;relativistische Mathematik&#8216; war immer wieder die letzte Bastion, auf die sich die Relativit\u00e4tstheoretiker zur\u00fcckgezogen haben, wenn Kritik sie bedr\u00e4ngte.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">&#8218;Wer aber trotzdem von der Meinung nicht loskommen kann, da\u00df die Relativit\u00e4tstheorie schlie\u00dflich doch an irgendeinem inneren Widerspruch leidet, der m\u00f6ge bedenken, da\u00df eine Theorie, deren vollst\u00e4ndiger Inhalt sich in eine mathematische Formel fassen l\u00e4\u00dft, sich selber so wenig widersprechen kann, wie es zwei verschiedene Folgerungen tun k\u00f6nnen, die beide aus der n\u00e4mlichen Formel flie\u00dfen. Unsere Anschauungen m\u00fcssen sich eben nach den Ergebnissen der Formel richten, nicht umgekehrt&#8216; (Planck (1933, 169)).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">&#8218;Da\u00df die Relativit\u00e4tstheorie logisch unanfechtbar ist, folgt einfach daraus, da\u00df ihre mathematische Formulierung keinerlei Widerspruch aufweist&#8216; (Planck (1932,)).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Mathematiker waren also in besonderem Ma\u00dfe verpflichtet, die &#8218;relativistische Mathematik&#8216; zu pr\u00fcfen &#8211; sie haben es nicht getan; sie haben sogar selbst eifrig &#8218;relativistische Mathematik&#8216; getrieben (Minkowski, Weyl u. a.).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Mathematiker haben also versagt, kl\u00e4glich versagt.&#8220;<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die von Pagels apostrophierte &#8222;relativistische Mathematik&#8220; ist, wie von Pagels und anderen Kritikern nachgewiesen, nachweislich eine Mathematik mit falschen physikalischen Bedeutungen &#8211; eine Mathematik ohne Bedeutungen gibt es in der Physik nicht. Die Mathematiker h\u00e4tten auf die richtigen physikalischen Bedeutungen der Formeln und der eingesetzten Gr\u00f6\u00dfen achten m\u00fcssen und haben es nicht getan. &#8211; Motiv, wenn dies eines sein kann: Verantwortungslosigkeit.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Kritik von Pagels an den Mathematikern mu\u00df jedoch noch erheblich versch\u00e4rft werden. Es kommt n\u00e4mlich noch das Machtbewu\u00dftsein hinzu, als Mathematiker eine andere Disziplin erobert zu haben und bedingungslos zu beherrschen, die Physik als besetztes Gebiet. Minkowskis Vortrag 1908 enth\u00e4lt einige verr\u00e4terische Aussagen hierzu, zitiert nach Abdruck 1958. (S. 57): &#8222;Die dreidimensionale Geometrie wird ein Kapitel der vierdimensionalen Physik.&#8220; Wobei nur daran zu erinnern ist, da\u00df es eine vierdimensionale Physik nur auf dem Papier gibt: man kann in ihr keine Ger\u00e4te aufstellen und keine Messungen machen. (S. 60): &#8222;\u00dcber den Begriff des Raumes in entsprechender Weise hinwegzuschreiten, ist auch wohl nur als Verwegenheit mathematischer Kultur einzutaxieren.&#8220; Das Bewu\u00dftsein\u00a0 der Verwegenheit war bei den Besatzern also sehr wohl vorhanden. (S. 62): &#8222;Um darzutun, da\u00df die Annahme der Gruppe [&#8230;] f\u00fcr die physikalischen Gesetze nirgends zu einem Widerspruche f\u00fchrt, ist es unumg\u00e4nglich, eine Revision der gesamten Physik auf Grund der Voraussetzung dieser Gruppe vorzunehmen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Man mu\u00df sich klarmachen, was Minkowski hier als &#8222;unumg\u00e4nglich&#8220; plant: Um ein mathematisches Konstrukt als widerspruchsfrei zu erweisen, mu\u00df die gesamte (!) Physik revidiert werden: das kann ein Mathematiker leicht fordern, weil ihm die Physik nichts bedeutet. H\u00e4tte jemand gefordert, um eine physikalische Annahme als widerspruchsfrei zu erweisen, die gesamte Mathematik zu revidieren, w\u00e4re Minkowski wahrscheinlich ins Gr\u00fcbeln geraten.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Bewohner des besetzten Gebiets, die Physiker, haben \u00fcber die Besatzung gejubelt und w\u00e4ren am liebsten selbst zu Mathematikern geworden: sie waren mit einer Physik nur auf dem Papier v\u00f6llig zufriedengestellt. Mehr Erfolg kann eine Besatzung nicht haben. Dennoch ist Machtaus\u00fcbung auf dem Felde der Physik ein irrationales Motiv.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n<em>Minkowski, Hermann: Raum und Zeit : Vortrag, 80. Naturforscher-Vers., K\u00f6ln 1908, 21. Sept. In: Naturforschende Gesellschaft, C\u00f6ln. Verhandlungen. 80. 1909, S. 4-9. Zugl in: Physikalische Zeitschrift. 20. 1909, S. 104-111. Abdruck in: Das Relativit\u00e4tsprinzip. Lorentz, Einstein, Minkowski. 6. Aufl. 1958, S. 54 &#8211; 66. &#8211; Pagels, Kurt: Mathematische Kritik der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie. 2., verb. Aufl. Oberwil b. Zug: Kugler, 1985. 112 S. 1. Aufl. 1983. <\/em>\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende) <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Den Originaltext zu diesem Zitat finden Sie <strong><a title=\"hier\" href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/kap2.pdf\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">hier<\/span><\/a><\/strong> (Seiten 190 bis 191).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Beste Gr\u00fc\u00dfe <strong><a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a><\/strong>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt jetzt Fehler Nr. 3 aus dem Abschnitt Entstehungs- und Erhaltungsmotive von Kapitel 2, Fehler-Katalog\u00a0 der Dokumentation zur Relativit\u00e4tstheorie der Forschungsgruppe G. O. Mueller. Zitat: V: Entstehungs- u. 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