{"id":2762,"date":"2010-03-28T12:14:35","date_gmt":"2010-03-28T11:14:35","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2762"},"modified":"2010-03-28T12:14:35","modified_gmt":"2010-03-28T11:14:35","slug":"die-relativisten-behaupten-neue-ideen-und-ungewohnliche-theorien-setzten-sich-erst-durch-allmahliche-gewohnung-des-publikums-durch-und-trosten-sich-und-ihr-publikum-mit-historischen-analogien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/die-relativisten-behaupten-neue-ideen-und-ungewohnliche-theorien-setzten-sich-erst-durch-allmahliche-gewohnung-des-publikums-durch-und-trosten-sich-und-ihr-publikum-mit-historischen-analogien\/","title":{"rendered":"Die Relativisten behaupten, neue Ideen und ungew\u00f6hnliche Theorien setzten sich erst durch allm\u00e4hliche Gew\u00f6hnung des Publikums durch, und tr\u00f6sten sich und ihr Publikum mit historischen Analogien"},"content":{"rendered":"<p>Es folgt nun \u00a0<strong>Fehler Nr. 5<\/strong> \u00a0aus dem Abschnitt <strong>Darstellungen<\/strong> zur Relativit\u00e4tstheorie aus<strong> <a title=\"Kapitel 2, Fehler-Katalog\" href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/kap2.pdf\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Kapitel 2, Fehler-Katalog<\/span><\/a>\u00a0 <\/strong>der Dokumentation der Forschungsgruppe<strong> <a title=\"G. O. Mueller\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=597\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">G. O. Mueller<\/span><\/a><\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Zitat: <\/strong><\/p>\n<p>S: Darstellungen \/ Fehler Nr. 5<br \/>\n<strong>Die Relativisten behaupten, neue Ideen und ungew\u00f6hnliche Theorien setzten sich erst durch allm\u00e4hliche Gew\u00f6hnung des Publikums durch, und tr\u00f6sten sich und ihr Publikum mit historischen Analogien<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wenn Autoren der Relativistik sich gezwungen sehen, die Existenz von Kritikern zugeben zu m\u00fcssen &#8211; was sie nur sehr ungern tun und wenn, dann angeblich nur f\u00fcr die Anfangsjahre der Theorie &#8211; dann argumentieren sie in den meisten F\u00e4llen zum Trost f\u00fcr sich selber und f\u00fcr ihr Publikum mit historischen Analogien, wo neue physikalische Ideen und Theorien sich ebenfalls &#8211; wie jetzt die Relativit\u00e4tstheorien &#8211; erst und nur durch die allm\u00e4hliche Gew\u00f6hnung des Publikums durchgesetzt haben. Damit unterstellen die Autoren der Relativistik, da\u00df eine rationale Er\u00f6rterung von Voraussetzungen, Annahmen, Folgerungen und empirischen Befunden letztlich unwirksam ist oder nicht ausreicht, um die Theorie durch Einsicht als wahr oder richtig zu erkennen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->Max Planck hat diese Auffassung 1933 in seinem Vortrag &#8222;Ursprung und Auswirkung wissenschaftlicher Ideen&#8220; im VDI, Berlin, in einer vielzitierten Passage zum Ausdruck gebracht (Abdruck 1934, S. 267): &#8222;Eine neue gro\u00dfe wissenschaftliche Idee pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, da\u00df ihre Gegner allm\u00e4hlich \u00fcberzeugt und bekehrt werden \u2013 da\u00df aus einem Saulus ein Paulus wird, ist eine gro\u00dfe Seltenheit &#8211; sondern vielmehr in der Weise, da\u00df die Gegner allm\u00e4hlich aussterben und da\u00df die heranwachsende Generation von vornherein mit der Idee vertraut gemacht wird.&#8220; Vgl. hierzu Fehler S 2.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Hoffnung auf allm\u00e4hliche Gew\u00f6hnung, also Akzeptieren ohne rationales \u00dcberzeugtwerden, wird von den Relativisten schon verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig fr\u00fch eingef\u00fchrt und st\u00e4ndig wiederholt, dabei wird auf historische Alternativen hingewiesen:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">(1) M. Planck 1910 (Vortrag in K\u00f6nigsberg, Abdr. 1958) S. 41: &#8222;Ein jeder erinnert sich wohl noch der Schwierigkeit, die es seinem kindlichen Anschauungsverm\u00f6gen bereitete, als er sich zum ersten Mal vorzustellen bem\u00fchte, da\u00df es Menschen auf der Erdkugel gibt, die die F\u00fc\u00dfe gegen uns kehren &#8230; Wer aber heute die mangelnde Anschaulichkeit als sachlichen Einwand gegen den relativen Charakter aller r\u00e4umlichen Richtungen geltend machen wollte, der w\u00fcrde einfach ausgelacht werden. Ich bin nicht sicher, ob nicht in abermals 500 Jahren das n\u00e4mliche jemand passieren w\u00fcrde, der den relativen Charakter der Zeit bezweifeln wollte.&#8220; Zur Umkehr von &#8222;fr\u00fcher&#8220; und &#8222;sp\u00e4ter&#8220;: &#8222;&#8230; vielleicht doch nicht unannehmbarer, als vor 500 Jahren die Behauptung geklungen haben mag, da\u00df die Richtung, welche wir die vertikale nennen, keine absolut konstante ist, sondern binnen 24 Stunden im Raume einen Kegel beschreibt.&#8220;<br \/>\n(2) M. Born 1920, S. 168; 1984, S. 198: &#8222;Es gibt keine absolute Gleichzeitigkeit &#8230; schwer verst\u00e4ndlich, da\u00df viele Jahrhunderte &#8230; vergehen mu\u00dften, bis diese einfache Tatsache erkannt wurde. Es ist die alte Geschichte vom Ei de Columbus.&#8220;<br \/>\n(3) M. Born 1920, S. 183; 1984, S. 225-226: &#8222;Die Relativierung der Begriffe L\u00e4nge und Zeitdauer erscheint vielen schwierig; doch wohl nur darum, weil sie ungewohnt ist. Die Relativierung der Begriffe &#8222;unten&#8220; und &#8222;oben&#8220; durch die Entdeckung der Kugelgestalt der Erde hat den Zeitgenossen sicherlich nicht geringere Schwierigkeiten bereitet.&#8220; &#8211; 1920, S. 184: &#8222;Die Gewohnheit des Gebrauchs der neuen Begriffe wird ihre Fremdheit bald \u00fcberwinden.&#8220;<br \/>\n(4) M. Planck 1934, siehe obiges Zitat.<br \/>\n(5) M. Born 1984, S. 222: Zum Jungbleiben des reisenden Zwillings: &#8222;Man mu\u00df sich damit abfinden, wie man sich vor einigen Jahrhunderten mit den auf dem Kopf stehenden Antipoden abfinden mu\u00dfte.&#8220;\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Auch Max Planck hielt es f\u00fcr ausgemacht (Vortrag am 17.2.1933 im VDI in Berlin), da\u00df sich physikalische Theorien \u00a0n i c h t \u00a0durch die Kraft ihrer Argumente oder gar empirischer Beweise, sondern nur biologisch durch das Aussterben ihrer Kritiker durchsetzen, also per effektiver Mehrheit.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Damit wird seit 1920 ein neues &#8222;Paradigma&#8220; eingef\u00fchrt, wie wir seit Thomas S. Kuhn (Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. 9. Aufl. 1988) neue Grundvorstellungen in den Wissenschaften gern nennen: Physik als Religionskrieg, physikalische Theorie als Glaube, Durchsetzung als Bekehrung, und von Kritikern und Argumenten ist nicht die Rede, es gibt nur noch Gegner, und am besten kommt die Theorie \u00fcber die Menschheit &#8222;von vornherein&#8220;, was in der Praxis der Physik immer &#8222;von oben herein&#8220; bedeutet: beschlossen und verk\u00fcndet. Die Untertanen haben sich damit abzufinden, was die Obertanen ihnen auferlegen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Dieses ist genau das Szenario, nach dem die Durchsetzung der SRT seit 1920 betrieben wird. Max Plancks Szenario wird von den Relativisten gern und im Gef\u00fchl der \u00dcberlegenheit zitiert: es mu\u00df in ihren Augen etwas Gro\u00dfartiges haben, in der Physik anstatt auf \u00dcberzeugung auf Aussterben zu bauen. Die Geschichte der Physik beweist jedoch das Gegenteil. In der Aussterbehoffnung steckt der Aussterbewunsch f\u00fcr die Kritik der Relativit\u00e4tstheorie, er ist gl\u00fccklicherweise nicht in Erf\u00fcllung gegangen und hat wenig Aussichten, noch erf\u00fcllt zu werden; auch die nach ihm benannte Gesellschaft wird nichts mehr daf\u00fcr tun k\u00f6nnen. Dieses neue &#8222;Paradigma&#8220; haben die Wissenschaftshistoriker bis heute nicht entdecken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Eine Konsequenz des neuen Paradigmas &#8222;Religionskrieg&#8220; ist es \u00fcbrigens, wenn die Relativisten von den Kritikern nicht als Kritikern sprechen, sondern von &#8222;Gegnern&#8220;; \u00fcbrigens betrachten sich keineswegs alle Kritiker als absolute Gegner der Theorie. Und den Gegnern werden dann Eigenschaften angeh\u00e4ngt wie &#8222;unbelehrbar&#8220;, &#8222;ewig gestrig&#8220;, &#8222;antisemitisch&#8220; usw., nur weil sie physikalische Kritik vortragen. &#8211; Auch der Kritik als Ver\u00f6ffentlichung wird der Ehrentitel &#8222;Kritik&#8220; abgesprochen: Arzeli\u00e8s nennt die kritischen Arbeiten &#8222;non-relativist&#8220;; Hentschel 1990 nennt schon im Titel seines Buches nur &#8222;Interpretationen und Fehlinterpretationen der speziellen und der allgemeinen Relativit\u00e4tstheorie durch Zeitgenossen Albert Einsteins&#8220; &#8211; Kritik kann es gegen\u00fcber etwas so Gro\u00dfartigem wie Albert Einsteins Theorien gar nicht geben, h\u00f6chstens &#8222;Fehldeutungen&#8220; und &#8222;non-relativist text&#8220;. \u2013 Zum Klima des Religionskrieges geh\u00f6rt es auch, da\u00df manche Autoren der Relativistik ihre unbedingte Loyalit\u00e4t und Rechtgl\u00e4ubigkeit eigens bekunden, bevor sie sich mit der Kritik befassen, damit sie nicht in den Geruch der Ketzerei geraten; so z. B. L. Marder 1979 (Reisen durch die Raum-Zeit) im Vorwort: &#8222;Von Anfang dieser Studie an war mir klar, welche Seite in der Kontroverse recht hat.&#8220;<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<br \/>\n<em>Born, Max: Die Relativit\u00e4tstheorie Einsteins. Unver\u00e4nd. Nachdr. d. 5.Aufl.. Berlin usw.: Springer, 1969. 328 S. 1. Aufl. 1920. (Heidelberger Taschenb\u00fccher. 1.) &#8211; Planck, Max: Wege zur physikalischen Erkenntnis. 2. Aufl. Leipzig: Hirzel 1934. 298 S. &#8211; Planck, Max: Physikalische Abhandlungen und Vortr\u00e4ge. Bd. 3. 1958. <\/em>\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende) \u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Den Originaltext zu diesem Zitat finden Sie<strong> <a title=\"hier\" href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/kap2.pdf\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">hier<\/span><\/a> <\/strong>(Seiten 166 bis 167).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Beste Gr\u00fc\u00dfe<strong> <a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt nun \u00a0Fehler Nr. 5 \u00a0aus dem Abschnitt Darstellungen zur Relativit\u00e4tstheorie aus Kapitel 2, Fehler-Katalog\u00a0 der Dokumentation der Forschungsgruppe G. O. Mueller. Zitat: S: Darstellungen \/ Fehler Nr. 5 Die Relativisten behaupten, neue Ideen und ungew\u00f6hnliche Theorien setzten sich erst durch allm\u00e4hliche Gew\u00f6hnung des Publikums durch, und tr\u00f6sten sich und ihr Publikum mit historischen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-2762","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-projekt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2762"}],"collection":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2762"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2762\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2762"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2762"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2762"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}