{"id":2753,"date":"2010-03-10T10:42:31","date_gmt":"2010-03-10T09:42:31","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2753"},"modified":"2010-03-10T10:42:31","modified_gmt":"2010-03-10T09:42:31","slug":"albert-einstein-wechselt-zwischen-1915-und-1920-seine-erkenntnistheoretische-position-ohne-die-daraus-zwingend-sich-ergebende-revision-seiner-srt-offentlich-vorzunehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/albert-einstein-wechselt-zwischen-1915-und-1920-seine-erkenntnistheoretische-position-ohne-die-daraus-zwingend-sich-ergebende-revision-seiner-srt-offentlich-vorzunehmen\/","title":{"rendered":"Albert Einstein wechselt zwischen 1915 und 1920 seine erkenntnistheoretische Position, ohne die daraus zwingend sich ergebende Revision seiner SRT \u00f6ffentlich vorzunehmen"},"content":{"rendered":"<p>Nachstehend bringe ich den <strong>Fehler Nr. 3 zur Theoriestruktur <\/strong>der \u201ewissenschaftlichen\u201c Behandlung der beiden Relativit\u00e4tstheorien aus<strong> <a title=\"Kapitel 2, Fehler-Katalog\" href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/kap2.pdf\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Kapitel 2, Fehler-Katalog<\/span><\/a>\u00a0 <\/strong>der Dokumentation der Forschungsgruppe<strong> <a title=\"G. O. Mueller\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=597\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">G. O. Mueller<\/span><\/a><\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Zitat: <\/strong><\/p>\n<p>R: Theoriestruktur \/ Fehler Nr. 3<br \/>\n<strong>Albert Einstein wechselt zwischen 1915 und 1920 seine erkenntnistheoretische Position, ohne die daraus zwingend sich ergebende Revision seiner SRT \u00f6ffentlich vorzunehmen<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Albert Einstein hat zur Zeit der Besch\u00e4ftigung mit der SRT unter dem Einflu\u00df der Gedanken von Ernst Mach empiristisch-positivistische Auffassungen vertreten, die sich deutlich in der SRT niedergeschlagen haben: nur empirisch festgestellte Werte d\u00fcrfen anerkannt werden, nur die Zeigerstellung der Uhr ist die Zeit, nur dicht nebeneinander stehende Uhren erlauben die Ablesung einer sicheren Gleichzeitigkeit, nur gemessene relative Bewegung zwischen K\u00f6rpern (wie solche m\u00f6chte er auch seine Koordinatensysteme behandelt sehen) wird anerkannt, nur was Beobachter beobachten k\u00f6nnen, stellt eine Erkenntnis \u00fcber die physikalische Welt dar. Zu Recht f\u00fchrt Geier 1998 (Wiener Kreis), S. 135, in seiner Zeittafel unter der &#8222;Vorgeschichte&#8220; des Wiener Kreises f\u00fcr 1905 die SRT auf.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->Nach F\u00f6lsing 1994 (S. 537) schreibt Albert Einstein an Ernst Mach, Ende 1913: &#8222;F\u00fcr mich ist es absurd, dem &#8218;Raum&#8216; physikalische Eigenschaften zuzuschreiben.&#8220; Genau sieben Jahre sp\u00e4ter war es dann aber doch so weit, in Leiden 1920: da hatte der Raum Eigenschaften. Im Zeitraum 1913 &#8211; 20 also wird die Wende stattgefunden haben, w\u00e4hrend des 1. Weltkriegs.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Aber noch 1921 hat Albert Einstein in seinen Vorlesungen in Princeton (Ver\u00f6ff.: The meaning of relativity; dt.: Vier Vorlesungen \u00fcber Relativit\u00e4tstheorie, 1922; ab 1956 u.d.T.: Grundz\u00fcge der Relativit\u00e4tstheorie; zitiert nach Ausgabe 1984) die \u00e4ltere Position vertreten und dankenswerterweise auch sein Motiv offen gelegt: er will die verderblichen Taten der Philosophen bek\u00e4mpfen; (S. 6): &#8222;Es ist deshalb nach meiner \u00dcberzeugung eine der verderblichsten Taten der Philosophen, da\u00df sie gewisse begriffliche Grundlagen der Naturwissenschaft aus dem der Kontrolle zug\u00e4nglichen Gebiete des Empirisch-Zweckm\u00e4\u00dfigen in die unangreifbare H\u00f6he des Denknotwendigen (Apriorischen) versetzt haben.&#8220; Albert Einsteins Programm geht gegen die Philosophie, gegen Denknotwendiges, als habe das Denken keine Notwendigkeiten. Den englischen Text hat der Autor von &#8222;a harmful effect upon the progress of scientific thinking&#8220; versch\u00e4rft zu &#8222;einer der verderblichsten Taten der Philosophen&#8220;: die darin besteht, die Begriffe von Raum und Zeit nicht den Empiristen zu \u00fcberlassen. Das Motiv gegen die Philosophen sind reine Emotionen, ein Machtkampf um Zust\u00e4ndigkeiten, aber keine neue Erkenntnis.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">In den Zwanziger Jahren hat Albert Einstein seine Position auch \u00f6ffentlich ge\u00e4ndert; Kanitscheider 1988 (S. 13): &#8222;Max Planck war stark antipositivistisch und antimachisch eingestellt, Einstein aber durch den Einflu\u00df Machs zuerst eher empiristisch orientiert. Es ist zu vermuten, da\u00df Einsteins Wende zu einer realistischen Epistemologie, die sich in Berlin vollzog, nicht zuletzt auf die Einwirkung von Planck zur\u00fcckgeht.&#8220; Bereits um 1920 zeichnet sich, im Gefolge der ART und im Vortrag in Leiden, eine neue Position Albert Einsteins ab: er selbst f\u00fchrt Aussagen ein, f\u00fcr die es keine Beobachtungen von Beobachtern geben kann, z.B. f\u00fcr Eigenschaften, die der Raum haben soll, reine Spekulationen und Deduktionen, und die Annahme eines \u00c4thers, der mit dem Raum identisch sein soll. Es ist daher kein Wunder, da\u00df in der ART nun v\u00f6llig andere Behauptungen aufgestellt werden k\u00f6nnen als in der SRT, \u00fcber starre K\u00f6rper, die es nicht mehr gibt, und \u00fcber die Lichtgeschwindigkeit, die jetzt keine absolute Konstante mehr sein soll.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">In einem Gespr\u00e4ch mit Werner Heisenberg hat Albert Einstein 1926 nach dem Bericht von Heisenberg 1969 seine neue Position folgenderma\u00dfen charakterisiert (zitiert nach F\u00f6lsing 1994, S. 659-660): &#8222;Aber Sie glauben doch nicht im Ernst, da\u00df man in eine physikalische Theorie nur beobachtbare Gr\u00f6\u00dfen aufnehmen kann.&#8220; Und: &#8222;Erst die Theorie entscheidet dar\u00fcber, was man beobachten kann.&#8220;<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Der Bruch zwischen SRT und ART ist, abgesehen vom neuen Thema Gravitation und vom neuen Prinzip (\u00c4quivalenz), auch die Folge einer neuen erkenntnistheoretischen Position, die, wenn Worte einen Sinn haben sollen, notwendigerweise zu einer Revision des fr\u00fcheren Konstrukts der SRT h\u00e4tten f\u00fchren m\u00fcssen. Valerio Tonini 1955 (Realismo in fisica) ist einer der wenigen Kritiker, die die nach dem Wechsel der Grundauffassungen erforderliche Revision der SRT ausdr\u00fccklich verlangt haben (S. 152, Fu\u00dfnote 85): nach dem Vortrag Albert Einsteins 1920 in Leiden und der Verk\u00fcndung eines Raumes mit physikalischen Eigenschaften &#8222;sia strano come questa veduta di uno &#8217;spazio dotato di propriet\u00e0 fisiche&#8216; non abbia condotto EINSTEIN a corregere <span style=\"text-decoration: underline;\">esplicitamente<\/span> le dizioni ambigue della prima relativit\u00e0 particolare&#8220; (es ist seltsam, da\u00df die Auffassung eines Raumes mit physikalischen Eigenschaften Einstein nicht dazu veranla\u00dft hat, die zweideutigen Aussagen der ersten, speziellen Relativit\u00e4t ausdr\u00fccklich zu korrigieren).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">F\u00fcr die Kritiker besteht kein Zweifel dar\u00fcber, was das Ergebnis einer solchen Revision gewesen w\u00e4re, h\u00e4tten Albert Einstein und seine Relativisten sie durchgef\u00fchrt.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<br \/>\n<em>Einstein, Albert: Grundz\u00fcge der Relativit\u00e4tstheorie. 5. Aufl. 1969, Nachdr. Braunschweig usw.: Vieweg, 1984. 166 S. (Wissenschaftliche Taschenb\u00fccher. 58.) &#8211; Heisenberg, Werner: Der Teil und das Ganze. M\u00fcnchen 1969, S. 90-100. &#8211; Tonini, Valerio: Realismo in fisica. <\/em><em>In: Fisica sovietica (La). Firenze 1955, S. 115 &#8211; 153 (= La nuova critica. Studi e rivista di filosofia delle scienze. <\/em><em>Quaderno Nr. 1.) &#8211; Kanitscheider, Bernulf: Das Weltbild Albert Einsteins. M\u00fcnchen: Beck 1988. 208 S. &#8211; F\u00f6lsing, Albrecht: Albert Einstein. 3. Aufl. Frankfurt a.M. 1994. 959 S. &#8211; M. Geier: Der Wiener Kreis. 1998. <\/em>\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende) <\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Den Originaltext zu diesem Zitat finden Sie<strong> <a title=\"hier\" href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/kap2.pdf\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">hier<\/span><\/a> <\/strong>(Seiten 158 bis 160).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Beste Gr\u00fc\u00dfe<strong> <a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldsci.org\/php\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a> <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachstehend bringe ich den Fehler Nr. 3 zur Theoriestruktur der \u201ewissenschaftlichen\u201c Behandlung der beiden Relativit\u00e4tstheorien aus Kapitel 2, Fehler-Katalog\u00a0 der Dokumentation der Forschungsgruppe G. O. Mueller. Zitat: R: Theoriestruktur \/ Fehler Nr. 3 Albert Einstein wechselt zwischen 1915 und 1920 seine erkenntnistheoretische Position, ohne die daraus zwingend sich ergebende Revision seiner SRT \u00f6ffentlich vorzunehmen Albert [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-2753","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-projekt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2753"}],"collection":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2753"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2753\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2753"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2753"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2753"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}