{"id":2648,"date":"2009-10-29T10:25:43","date_gmt":"2009-10-29T09:25:43","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2648"},"modified":"2009-10-29T10:25:43","modified_gmt":"2009-10-29T09:25:43","slug":"was-sind-hintergrunduberzeugungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/was-sind-hintergrunduberzeugungen\/","title":{"rendered":"Was sind Hintergrund\u00fcberzeugungen?"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Professor Dr. Wilfried Kuhn<\/strong> vom Institut f\u00fcr Didaktik der Physik der Universit\u00e4t Gie\u00dfen verwendet in seiner Ver\u00f6ffentlichung: <strong>\u201e<a title=\"Das Wechselspiel von Theorie und Experiment im physikalischen Erkenntnisproze\u00df\" href=\"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/das-wechselspiel-von-theorie-und-experiment-im-physikalischen-erkenntnisprozes\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Das Wechselspiel von Theorie und Experiment im physikalischen Erkenntnisproze\u00df<\/span><\/a>\u201c <\/strong>\u00a0von 1983 wiederholt den Ausdruck \u201eHintergrund\u00fcberzeugungen\u201c. Was verbindet er mit diesem Ausdruck?<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Zur Verdeutlichung dieses Ausdrucks gebe ich nachstehend mehrere <strong>Zitate<\/strong> hierzu aus der vorgenann\u00adten Ver\u00f6ffentlichung (Hervorhebungen durch <span style=\"text-decoration: underline;\">Fettdruck<\/span> von Friebe):<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>\u201eErst indem GALILEI sich in der Auseinandersetzung mit der aristotelischen Naturphilosophie von deren metaphysischen <strong>Hintergrund\u00fcberzeugungen<\/strong> langsam l\u00f6ste, wurde ihm die methodische Bedeutung des Experiments immer deutlicher\u201c. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>\u201eWie steht es mit NEWTONs stolzer Behauptung: \u201eHypotheses non fingo\u201c? Es ist die Behauptung, er komme bei seiner axiomatischen Methode ohne metaphysische <strong>Hintergrund\u00fcberzeugungen<\/strong> <\/em><em>aus\u201c. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>\u201eWeiterhin sei betont, da\u00df die KEPLERschen Gesetze keineswegs einfach \u201eBeobachtungsdaten\u201c sind. Geleitet von metaphysischen <strong>Hintergrunds\u00fcberzeugungen<\/strong> hat KEPLER sie durch unlogische Handhabung seiner \u201eHypothesis vicaria\u201c (Ersatzhypothese) und problematischen ad-hoc-Annahmen in nichtlogischer Weise gegen jede wissenschaftstheoretische Vernunft in geradezu \u201enachtwandlerischer Weise\u201c gefunden\u201c. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>\u201eG. HOLTON nennt diese metaphysischen <strong>Hintergrunds\u00fcberzeugungen<\/strong> \u201eThemata\u201c<strong> <\/strong>(11)\u201c. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em><!--more-->\u201eSolche au\u00dferphysikalischen, quasi-theologischen <strong>Hintergrunds\u00fcberzeugungen<\/strong> haben besonders bei COPERNICUS und KEPLER, aber eigentlich bei allen gro\u00dfen Forschern eine wichtige stimulie\u00adrende Wirkung ausge\u00fcbt. Aus der pythagoreisch-platonischen Wurzel sind immer wieder neue Triebe gewachsen\u201c. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>\u201eWie und in welchem Sinne bildet eine physikalische Theorie einen Ausschnitt aus der Wirklichkeit ab? <\/em><em>Diese Frage ist zu verschiedenen Zeiten und vor verschiedenen philosophischen<strong> Hintergrund\u00fcberzeugungen<\/strong> ganz unterschiedlich beantwortet worden\u201c. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>\u201eAnzumerken ist, da\u00df der objektive Charakter der naturwissenschaftlichen Erkenntnis neuerlich durch die evolution\u00e4re Erkenntnistheorie (LORENZ (12), VOLLMER (13)) eine starke St\u00fctze erh\u00e4lt. Aufgrund des Selektionsdrucks ist es nach dieser Theorie nicht m\u00f6glich, da\u00df unser Erkenntnisapparat &#8211; ein Ergebnis der Evolution &#8211; uns keine richtigen Informationen \u00fcber die Wirklichkeitsstrukturen liefert. Motor und Katalysator der Theoriendynamik sind die in allen Forschungsprogrammen wirksamen metaphysischen <strong>Hintergrund\u00fcberzeugungen<\/strong>\u201c. <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch der einleitende Absatz der genannten Ver\u00f6ffentlichung von\u00a0<strong>Dr. W. Kuhn<\/strong> (Zitat, Hervorhebung durch <span style=\"text-decoration: underline;\">Fettdruck<\/span> von Friebe):<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>\u201eMit der Absicht, das Wechselspiel von Theorie und Experiment &#8211; die Methode der Physik &#8211; zum Gegenstand einer kritischen Betrachtung zu machen, setzt man sich leicht dem Verdacht aus, Eulen nach Athen tragen zu wollen. <\/em><em>Der Physiker wei\u00df doch wohl, wie man Experimente anlegt und experimentelle Daten mit theoretischen Konzepten in Verbindung bringt. Eine aufmerksame Betrachtung des Lehr- und Pr\u00fcfungsbetriebs, sowie das Studium der g\u00e4ngigen Fachliteratur offenbaren jedoch eine sehr unbefriedigende Situation, die als bedenkliche wissenschafts-theoretische Selbstgen\u00fcgsamkeit vieler Spezialisten charakterisiert werden kann.<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Deshalb ist es kaum verwunderlich, wenn dieser Zustand den bekannten Wissenschaftstheoretiker I. LAKATOS zu der Bemerkung reizte, viele Physiker verst\u00fcnden von dem <strong>wissenschaftstheoreti\u00adschen Hintergrund<\/strong> ihrer Disziplin so viel wie die Fische von der Hydrodynamik (1). Grund genug sich mit dieser \u201eHydrodynamik\u201c immer wieder auseinanderzusetzen.<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Die zitierte Metapher von LAKATOS sollte aber keine Polemik vermuten lassen. Die Absicht der folgenden Untersuchung ist eine wissenschafts-theoretisch-didaktische. <\/em><em>Um das Wechselspiel von Theorie und Experiment wirklich verstehen zu k\u00f6nnen, sollen die entscheidenden Entwicklungslinien der Herausbildung der physikalischen Methode im historischen Kontext analysiert werden.<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Damit folgen wir der These <strong><a title=\"MAX JAMMER\" href=\"http:\/\/www.worldnpa.org\/php2\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=1582\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">MAX JAMMER<\/span><\/a><\/strong>s: \u201eWas eigentlich Physik ist, kann nur historisch verstanden werden\u201c <\/em>(2)\u201c.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende) <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Lesen Sie bitte <strong><a title=\"hier\" href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/Kuhn1983.htm\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">hier<\/span><\/a><\/strong> weiter!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Beste Gr\u00fc\u00dfe <strong><a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldnpa.org\/php2\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Professor Dr. Wilfried Kuhn vom Institut f\u00fcr Didaktik der Physik der Universit\u00e4t Gie\u00dfen verwendet in seiner Ver\u00f6ffentlichung: \u201eDas Wechselspiel von Theorie und Experiment im physikalischen Erkenntnisproze\u00df\u201c \u00a0von 1983 wiederholt den Ausdruck \u201eHintergrund\u00fcberzeugungen\u201c. Was verbindet er mit diesem Ausdruck? Zur Verdeutlichung dieses Ausdrucks gebe ich nachstehend mehrere Zitate hierzu aus der vorgenann\u00adten Ver\u00f6ffentlichung (Hervorhebungen durch Fettdruck [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-2648","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-deutschsprachige-kritik-der-relativitatstheorie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2648"}],"collection":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2648"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2648\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2648"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2648"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}