{"id":2557,"date":"2009-08-19T06:00:30","date_gmt":"2009-08-19T05:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2557"},"modified":"2009-08-19T06:00:30","modified_gmt":"2009-08-19T05:00:30","slug":"max-born-der-vollstandige-zusammenbruch-der-ethik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/max-born-der-vollstandige-zusammenbruch-der-ethik\/","title":{"rendered":"Max Born: &#8222;Der vollst\u00e4ndige Zusammenbruch der Ethik&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es folgt nachstehend ein Auszug aus einer Arbeit von <strong>Holm Tetens<\/strong> aus dem Jahre 1984 mit dem Titel:<br \/>\n\u201e<strong>Der Glaube an die Weltmaschine \u00a0&#8211; \u00a0<\/strong><strong>Zur Aktualit\u00e4t der Kritik Hugo Dinglers am physikalischen Weltbild&#8220;\u00a0<\/strong>\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Quelle: <\/strong><strong><a title=\"Janich, Peter\" href=\"http:\/\/www.worldnpa.org\/php2\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=511\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Janich, Peter<\/span><\/a> (Hrsg. 1984):<\/strong> \u201eMethodische Philosophie &#8211; Beitr\u00e4ge zum Begr\u00fcndungsproblem der exakten Wissenschaften in Auseinandersetzung mit Hugo Dingler&#8220;, Bibliographisches Institut Mannheim, Wien, Z\u00fcrich<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Zitat: <\/strong>Am Ende seines Wissenschaftlerlebens zieht der Physiker Max Born ein Fazit der Naturwissenschaften, das vernichtender kaum h\u00e4tte ausfallen k\u00f6nnen:<br \/>\n\u201eDie politischen und milit\u00e4rischen Schrecken sowie <strong><span style=\"color: #ff0000;\">der vollst\u00e4ndige Zusammenbruch der Ethik,<\/span><\/strong> deren Zeuge ich w\u00e4hrend meines Lebens gewesen bin, sind keine Symptome einer vor\u00fcbergehenden, sozialen Schw\u00e4che, sondern eine notwendige Folge des naturwissenschaftlichen Aufstiegs&#8220; [1].\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Zu den \u201epolitischen und milit\u00e4rischen Schrecken&#8220;, die Max Born so eng mit den Naturwissenschaften verbunden sieht, sind inzwischen un\u00fcbersehbar die \u00f6kologischen Bedrohungen hinzugekommen. Und dieses Syndrom des Schreckens hat die Wissenschaften in eine gesellschaftliche Autorit\u00e4tskrise gest\u00fcrzt, die jeder unmittelbar erleben kann, der schon einmal in einer B\u00fcrgerinitiative gegen Kernkraftwerke oder Aufr\u00fcstung mitgearbeitet hat.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Aber noch erstaunlicher ist es, da\u00df Born ganz ausdr\u00fccklich f\u00fcr den \u201eBruch in der menschlichen Zivilisation&#8220; die \u201eEntdeckung der naturwissenschaftlichen Methode&#8220; verantwortlich macht [2]. Worin besteht denn diese Methode, wann wurde sie denn \u201eentdeckt&#8220; und womit wurde denn da \u201egebrochen&#8220;?<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->Bei der Beantwortung dieser Fragen wollen wir bei der Physik bleiben, hat sie doch den anderen Naturwissenschaften methodologisch den Weg gewiesen. Das methodologisch Bahnbrechende der \u201eneuen&#8220; Physik aber war und ist das <strong>messende Experiment.<\/strong><em> <\/em>Dies wurde zwar nicht \u201eentdeckt&#8220;, wie Born sich ausdr\u00fcckt, wohl aber methodologisch konzipiert, philosophisch reflektiert und wissenschaftspolitisch durchgesetzt ge\u00adgen konkurrierende Weisen der Naturerfahrung in jener gro\u00dfen Umbruchsphase zwi\u00adschen dem Sp\u00e4tmittelalter und der Neuzeit [3]. Einer von denjenigen, die Pionierarbeit dabei leisteten, die Konzeption einer quantifizierenden Experimentalwissenschaft zu entwerfen und als neuen Erfahrungstypus zu propagieren, war Roger Bacon. Von ihm lesen wir bei Friedrich Wagner, der Bacon zum Teil w\u00f6rtlich zitiert: \u201eEr hat als erster das systematische Experiment und das Quantifizieren in die Naturwissen\u00adschaft eingef\u00fchrt, indem er diese auf das Prinzip der Reduktion der Qualit\u00e4t auf die Quantit\u00e4t, der Abstraktion und Isolation der Erscheinungen und auf das Experiment begr\u00fcndete, wenn er auch selber noch kaum zu messen verstand. . . . Als Mittel zur Macht \u00fcber die Natur, ja als Mittel zur Macht schlechthin, gewinnt sie den h\u00f6chsten Stellenwert unter den Wissenschaften. &#8230; In einem Weltenaugenblick, in dem die Reichskircheneinheit des Mittelalters im Interregnum zerfiel und ein neuer Mongo\u00adleneinbruch Europa zu \u00fcberfluten begann, riet Roger Bacon dem Papst, &#8230;, die Welt durch diese Wissenschaft zu missionieren und dann durch sie seine Weltherrschaft zu errichten. Da er die Endzeit schon in den Tataren heraufkommen sah als den Vorboten des Antichrist, der seinerseits droht, durch neue Wissenschaft die Erde zu unterwerfen, m\u00fcsse die Christen in Bacons Sicht schon um ihrer Notwehr willen ein Wissen beherrschen, das ihnen Reichtum und jene Waffen schenkt, die ihnen die Weltherrschaft sichern&#8220; [4].<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Welche Visionen einer unentrinnbaren Vernichtungsmaschinerie befl\u00fcgelten die ersten methodologischen Entw\u00fcrfe einer ExperimentaIwissenschaft noch bevor diese dann in die Tat umgesetzt wurde! \u201eBacons Vernichtungswaffen sind nur f\u00fcr den Kampf ge\u00adgen die Ungl\u00e4ubigen bestimmt . . . Dies gilt f\u00fcr seine Verbrennungsspiegel, die ganze Heere und St\u00e4dte vernichten, wie f\u00fcr jene Kombination von Strahlenwaffen mit \u201ebiologischen&#8220; Gift- und Verseuchungswaffen, die durch ihre Wolken von Gift und Ver\u00adseuchungsstoffen den Gegner vernichtend, eine Vorwegnahme der modernsten Kampfmittelkombinationen sind. Es gilt vor allem f\u00fcr seine biologischen Zukunftwaffen, die durch die Luft in die Physis der V\u00f6lker eingreifen und \u201eohne Zwang&#8220; deren Willen lenkend \u00fcber \u201edie Seelen wirksam verf\u00fcgen&#8220;, so da\u00df die Menschen Sit\u00adten, Leidenschaften und Willensregungen \u00e4ndern nach eines Andern Willen &#8211; und zwar nicht nur Einzelne, sondern ganze Heere, St\u00e4dte und ganze Bev\u00f6lkerungen [5]&#8220;.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u201eWissen ist Macht&#8220;, und naturwissenschaftliches Wissen ist Macht \u00fcber die Natur. Francis Bacon, der philosophische Herold dieser neuen Definition von Wissen. wu\u00dfte und sprach es deutlich aus, da\u00df man f\u00fcr die Gewinnung eines solchen Wissens aus methodischen Gr\u00fcnden von Anfang an nicht auf ver\u00e4ndernde Eingriffe in nat\u00fcrliche Prozesse verzichten und man sich dabei wohl kaum auf das damals ja noch mehr oder weniger geltende Erkenntnisideal der klassisch-antiken Philosophie berufen konnte, das Bacon selber als \u201efelicitas contemplativa&#8220; charakterisierte. Nein, Bacon versuchte den Affront gegen die \u201ePhilosophie der Alten&#8220; nicht zu vertuschen, er sprach die handwerkliche Grundlage des Experiments offen als \u201evexatio artis&#8220;, als \u201eMi\u00dfhandlung der Natur&#8220; an [6].<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ist es nicht in der Tat auff\u00e4llig, da\u00df bei der Reflexion auf die experimentelle Methode in der Physik sofort Begriffe wie \u201eMacht \u00fcber die Natur&#8220;, \u201eMi\u00dfhandlung der Natur&#8220;, \u201eMaschine&#8220;, \u201eVernichtungs\u00admaschinerie&#8220; fallen? Liest sich das nicht wie eine Bekr\u00e4ftigung der erstaunlichen Altersbemerkungen von Born?<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Werfen wir einen Blick auf das g\u00e4ngige Selbstverst\u00e4ndnis der Physiker selber und auf die vorherrschende Wissenschaftstheorie der Physik. Nun, dort h\u00f6rt sich das weniger gef\u00e4hrlich und dramatisch an, die Wissenschaftswelt ist dort in Ordnung, deuten doch die Physiker ihre T\u00e4tigkeit so:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">&#8211; die Physik dient dem Ziel, die Natur an sich zu beschreiben und dadurch zu erkl\u00e4ren, da\u00df die in ihr herrschenden Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten aufgedeckt werden; &#8211; von diesem Ziel her sind die Physiker \u201ereiner Wahrheitssuche&#8220; allein verpflichtet; &#8211; die Technik hingegen ist eine methodisch nicht von vornherein in der Physik angelegte, vielmehr nachtr\u00e4gliche Anwendung \u201ereiner&#8220; Forschungsergebnisse der Physik und anderer Naturwissenschaften.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Wissenschaftstheorie, die diese Physikdeutung unterschreibt, schweigt sich auffallend aus \u00fcber das Experiment. Nicht da\u00df sie es verg\u00e4\u00dfe zu betonen, da\u00df die Physik eine Experimentalwissenschaft ist, aber doch h\u00e4lt sie sich mit Vorliebe in einem \u201eplatonischen Ideenhimmel&#8220; mathematischer Strukturen auf, und nur selten findet sie den Weg zur\u00fcck in die \u201eNiederungen&#8220; der Experimentier\u00adtechnik. Das war schon fr\u00fcher so \u00e4hnlich: die Handwerker und K\u00fcnstleringenieure der beginnenden Neuzeit redeten in ihren Schriften angesichts des fortbestehenden Legitimationsdruck durch das Theorieideal der klassischen Philosophie immer etwas taktisch. \u201eBis in das 17. Jahrhundert hinein werden die Hinweise auf <strong>eigene <\/strong>Versuche und kontrollierte Beobachtungen mit Entschuldigungen eingef\u00fchrt, und die von Handwerkern und lngenieuren verfa\u00dften Traktate werden in der Regel mit Entschuldigungen \u00fcber die Unf\u00e4higkeit zu klassischer Begrifflichkeit und Argumentation eingeleitet.&#8220; [7]<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Der wissenschaftsideologische Grund daf\u00fcr, das Experiment etwas schamhaft zu \u00fcbergehen, um den tats\u00e4chlichen Bruch der experimentellen Methode mit dem klassischen Erkenntnisideal und seinem Wahrheitspathos vergessen zu machen, hat sich bis in unsere Tage forterhalten und hat dazu gef\u00fchrt, da\u00df das Experiment in den wissenschaftstheoretischen Analysen ein K\u00fcmmerdasein fristet. Denn kann man sich weiterhin auf das klassische Erkenntnisideal berufen, so kann man trotz der Experimentier<strong>technik<\/strong> einen methodologischen Hiatus zwischen \u201ereiner&#8220; naturwissenschaftlicher Forschung und ihrer \u201enachtr\u00e4glichen&#8220; Anwendung in der Technik aufrei\u00dfen, der wiederum reine Naturwissenschaft von der Mitverantwortung f\u00fcr alle \u201enegativen Folgen&#8220; der Technik entlastet.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Fragen wir danach, wie es denn gelingt, das Experiment dem klassischen Erkenntnisideal einzuverleiben, sehen wir, da\u00df dem eine Deutung zupa\u00dfkommt, die das Experimentieren als ein nicht ver\u00e4nderndes Beobachten und die dabei verwendeten Apparate als blo\u00dfe Verl\u00e4ngerungen der nat\u00fcrlichen menschlichen Sinnesorgane zu Naturobjekten verf\u00e4lscht. Ich kann hier nicht darauf eingehen, wie ein Konglomerat aus klassisch-griechischer Erkenntnismetaphysik und neuzeitlichem Empirismus tats\u00e4chlich eine solche Deutung des Experiments zustande bringt. Ich will mich auf ein suggestives Bild beschr\u00e4nken: Alle experimentellen Handlungen unter Zuhilfenahme von Apparaten werden in ihrem Verh\u00e4ltnis zum \u201eeigentlichen Erkenntnisakt&#8220; damit verglichen, wie sich das Aufsetzen einer Brille zum Lesen in einem Buch verh\u00e4lt. Um im \u201eBuch der Natur&#8220; zu lesen, setzen wir uns eben eine mathematisierte Apparatebrille auf. Und, bleiben wir einmal im Bild, solange wir forschen, bl\u00e4ttern wir nur immer wieder eine neue Seite auf. Erst wenn wir Technik machen und industriell produzieren, kritzeln wir eigene Ver\u00e4nderungen in das Buch und geben es immer unleserlicher an die n\u00e4chste Generation weiter.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Aber stimmt das \u00fcberhaupt, da\u00df das Funktionieren unserer technischen Artefakte methodisch vorg\u00e4ngig die Kenntnis der \u201eGesetzm\u00e4\u00dfigkeiten in der Natur&#8220; voraussetzt? Zur Antwort m\u00f6chte ich eine These formulieren und in freiem Anschlu\u00df an \u00e4hnliche \u00dcberlegungen DingIers begr\u00fcnden:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Aus methodischen Gr\u00fcnden kann die Physik einer Orientierung auf Apparate gar nicht entraten. Die mathematisierten Gesetzesaussagen in der Physik werden <strong>methodisch prim\u00e4r<\/strong> am Studium von Apparaten gewonnen und gelten uneingeschr\u00e4nkt auch nur von ihnen. Das an Apparaten gewonnene Wissen wird erst danach dazu herangezogen, hypothetisch-modellhaft Naturerscheinungen au\u00dferhalb der Laboratorien zu erkl\u00e4ren und vorherzusagen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die faktische Geschichte der Physik duldet kaum einen Zweifel, da\u00df ein Gro\u00dfteil der Physik ausschlie\u00dflich als Laborphysik entstanden und das zutage gef\u00f6rderte Wissen ein Wissen von Apparaten ist [8]. Aber selbst, wenn man die Geschichte nicht f\u00fcr beweiskr\u00e4ftig h\u00e4lt und sich auf den g\u00e4ngigen Standpunkt der Physiker stellt, wonach sie zwischen einer \u201eabh\u00e4ngigen&#8220; Me\u00dfgr\u00f6\u00dfe m&#8216; und \u201eunabh\u00e4ngigen&#8220; Me\u00dfgr\u00f6\u00dfen m<sub>1<\/sub>,&#8230;.,m <sub>n<\/sub> Gleichungen der Form m&#8216; = f(m<sub>1<\/sub>,&#8230;.,m<sub>n<\/sub>) durch Messung nachzuweisen versuchen, selbst dann wird man aus systematischen \u00dcberlegungen heraus auf die Apparate als den methodisch prim\u00e4ren Geltungsbereich physikalischer S\u00e4tze gef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Physiker k\u00f6nnen n\u00e4mlich keineswegs den funktionalen Zusammenhang<br \/>\nm&#8216; = f(m<sub>1<\/sub>,&#8230;.,m<sub>n<\/sub>) an beliebigen Orten in einer unpr\u00e4parierten<strong> Natur deskriptiv nachmessen.<\/strong> Solche \u201eGesetze&#8220; gelten nur unter einschr\u00e4nkenden Bedingungen, die entweder in der Natur so selten anzutreffen sind, da\u00df die Physiker nicht auf ihr Eintreffen warten k\u00f6nnen, ohne den Fortgang der Forschung hinauszuz\u00f6gern, oder die in der Natur \u00fcberhaupt nie gegeben sind. Das Gesetz vom Auftrieb gilt nur in <strong>ruhenden <\/strong>Fl\u00fcssigkeiten, Fall- und lnduktionsgesetz nur im <strong>Vakuum<\/strong><em>, <\/em>die Haupts\u00e4tze der Thermodynamik nur in <strong>abgeschlossenen <\/strong>Systemen. Energetisch abgeschlossene Systeme oder das Vakuum aber sind gerade <strong>k\u00fcnstliche <\/strong>Bedingungen, f\u00fcr die der Physiker selber sorgen mu\u00df und mit deren Herstellung er sich bereits mehr oder weniger von den Verh\u00e4ltnissen in der noch nicht ver\u00e4nderten Natur entfernt. Der Ort wo es gelungen ist, solche Bedingungen hinreichend gut zu realisieren, ist eben das <strong>Labor<\/strong>, und schon deshalb ist die Physik zun\u00e4chst einmal Laborphysik [9].\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die k\u00fcnstlichen Bedingungen, die der Physiker durch technisches Handeln reproduzierbar selber hervorbringt, laufen darauf hinaus, das komplexe und un\u00fcbersehbare Bedingungsgef\u00fcge, das \u201edrau\u00dfen&#8220; in der Natur vorherrscht, soweit auszuschalten, da\u00df es den Zusammenhang m&#8216; = f(m<sub>1<\/sub>,&#8230;.,m<sub>n<\/sub>) nicht mehr <strong>st\u00f6ren<\/strong> kann. Was hei\u00dft es aber, da\u00df die \u201eGesetze&#8220; der Form m&#8216; = f(m<sub>1<\/sub>,&#8230;.,m<sub>n<\/sub>) in den Vorg\u00e4ngen der Natur gest\u00f6rt und nur \u00fcberdeckt \u201ewirksam&#8220; sind, im Labor dagegen ungest\u00f6rt?<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ungest\u00f6rt ist der funktionale Zusammenhang zwischen Me\u00dfgr\u00f6\u00dfen m<sub>1 <\/sub>bis m<sub>n<\/sub> und einer Gr\u00f6\u00dfe m&#8216; genau dann, wenn unter reproduzierbaren Bedingungen eine <strong>Ver\u00e4nderung<\/strong><strong><em> <\/em><\/strong>der Gr\u00f6\u00dfen m<sub>1 <\/sub>bis m<sub>n<\/sub> (zumindest in einem gewissen Intervall) <strong>hinreicht, <\/strong>damit sich auch die Gr\u00f6\u00dfe m&#8216; <strong>\u00e4ndert<\/strong>.<strong><em> <\/em><\/strong>Darin besteht der eigentliche Sinn eines Gesetzes. Der Physiker mi\u00dft ja nicht einfach Werte f\u00fcr die Gr\u00f6\u00dfen m<sub>1 <\/sub>bis m<sub>n <\/sub>aus, um anschlie\u00dfend den Wert der Gr\u00f6\u00dfe m&#8216; zu bestimmen, woraus er tabellarisch angeordnete Me\u00dftabellen erh\u00e4lt, f\u00fcr die er eine darstellende reell-analytische Funktion f sucht. Vielmehr <strong>\u00e4ndert<\/strong><strong><em> <\/em><\/strong>er selber willk\u00fcrlich die Gr\u00f6\u00dfe m<sub>1 <\/sub>bis m<sub>n <\/sub>und <strong>mi\u00dft daraufhin die Ver\u00e4nderung <\/strong>der Gr\u00f6\u00dfe m&#8216;.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Jedes Experiment wird eben durch experimentelle Handlungen in Gang gesetzt, durch die Gr\u00f6\u00dfen willk\u00fcrlich ver\u00e4ndert werden. Die Physik ist nicht nur <strong>Laborphysik<\/strong>, wo Erfahrungen unter k\u00fcnstlichen Bedingungen gemacht werden, sondern sie ist auch methodisch zwingend <strong>Experimentalphysik<\/strong>, wo untersucht wird, welche willk\u00fcrlichen Anfangsver\u00e4nderungen von Seiten des Experimentators welche anderen Ver\u00e4nderungen nachsichziehen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">(<strong>Zitatende<\/strong>, Hervorhebung in <span style=\"color: #ff0000;\">ROT<\/span> durch Friebe)<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Lesen Sie bitte <strong><a title=\"hier\" href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/Tetens.htm\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">hier<\/span><\/a><\/strong> weiter!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Erg\u00e4nzend verweise ich noch auf folgende Internetver\u00f6ffentlichung:\u00a0 <strong><a title=\"Hugo Dingler: \u201cGesammelte Werke\u201d\" href=\"http:\/\/www.infosoftware.de\/dingler.htm\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Hugo Dingler: \u201cGesammelte Werke\u201d<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Beste Gr\u00fc\u00dfe <strong><a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldnpa.org\/php2\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt nachstehend ein Auszug aus einer Arbeit von Holm Tetens aus dem Jahre 1984 mit dem Titel: \u201eDer Glaube an die Weltmaschine \u00a0&#8211; \u00a0Zur Aktualit\u00e4t der Kritik Hugo Dinglers am physikalischen Weltbild&#8220;\u00a0 Quelle: Janich, Peter (Hrsg. 1984): \u201eMethodische Philosophie &#8211; Beitr\u00e4ge zum Begr\u00fcndungsproblem der exakten Wissenschaften in Auseinandersetzung mit Hugo Dingler&#8220;, Bibliographisches Institut Mannheim, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-2557","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-deutschsprachige-kritik-der-relativitatstheorie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2557"}],"collection":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2557"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2557\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2557"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2557"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2557"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}