{"id":2108,"date":"2009-06-27T10:10:21","date_gmt":"2009-06-27T09:10:21","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=2108"},"modified":"2009-06-27T10:10:21","modified_gmt":"2009-06-27T09:10:21","slug":"relativitatskatastrophe-und-schmiergeldaffare-bei-siemens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/relativitatskatastrophe-und-schmiergeldaffare-bei-siemens\/","title":{"rendered":"Relativit\u00e4tskatastrophe und Schmiergeldaff\u00e4re bei Siemens"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es folgt nachstehend die 3. Fortsetzung des Abschnittes<br \/>\n<em>\u201eVergleich der Relativit\u00e4tskatastrophe mit anderen landes\u00fcblichen Skandalen&#8220;<\/em><br \/>\naus der Dokumentation <strong>\u201e<a title=\"Das Gedankenexperiment\" href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/kap9.pdf\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Das Gedankenexperiment<\/span><\/a>&#8222;<\/strong> vom Mai 2009 von <strong><a title=\"G. O. Mueller\" href=\"http:\/\/www.worldnpa.org\/php2\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=597\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">G. O. Mueller<\/span><\/a>:<\/strong>\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Zitat: <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>3. Vergleich der Relativit\u00e4tskatastrophe mit der Schmiergeldaff\u00e4re bei Siemens\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Siemens hat &#8211; mindestens &#8211; seit 2002 jahrelang Bestechungsgelder gezahlt, um Auftr\u00e4ge hereinzuholen. So etwas gilt als Korruption und kann eine Straftat sein. Die Firma hatte einen Antikorruptionsbeauftragten. Er hat dem Vorstand mitgeteilt: &#8222;Es stehen Straftaten im Raum&#8220; (FAZ, 18.7.08).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Technisch wurden die Bestechungsgelder als Honorare an &#8222;Berater&#8220; mit Scheinvertr\u00e4gen geleistet. Quelle der Gelder waren um 20 oder 30 Prozent \u00fcberh\u00f6hte Preise (FAZ v. 29.7.08): &#8222;Es wurden Mondpreise verlangt, um die Verantwortlichen zu schmieren.&#8220; Die Gelder wurden in &#8222;schwarzen Kassen&#8220; gef\u00fchrt. Konten zur Durchf\u00fchrung der Zahlungen wurden im Ausland und auch von Siemensmitarbeitern privat eingerichtet. Teilweise wurde Bargeld auch kofferweise ins Ausland transportiert, um auf den Konten keine Spuren zu hinterlassen. Die beauftragte Wirtschaftspr\u00fcfungs\u00adgesellschaft hatte schon 2003 Bargeldzahlungen ohne Nachweise festgestellt und mit Finanzvorstand und Aufsichtsrat besprochen. Bestimmte andere Zahlungen \u00a0hat sie als ordnungsgem\u00e4\u00df best\u00e4tigt. Die Pr\u00fcfungsgesellschaft f\u00fchlt sich get\u00e4uscht.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->F\u00fcr die Aufarbeitung geht es um die Frage, wer im Vorstand die Bestechungsgelder und die F\u00fchrung von schwarzen Kassen angeordnet hat. Bisher hat sich niemand gemeldet. Deshalb mu\u00df die Staatsanwaltschaft ermitteln.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Firma Siemens beabsichtigt, ihre ehemaligen Vorst\u00e4nde wegen der Verantwortlichkeit f\u00fcr die Zahlungen auf Schadensersatz zu verklagen. Die ehemaligen Spitzenmanager haben ihre Organisations- und Aufsichtspflichten verletzt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die FAZ v. 30.7.08 bilanziert:<br \/>\n&#8222;Es geht um Untreue, Korruption, um Geldw\u00e4sche und Steuerhinterziehung &#8211; oder, mit anderen Worten, um den gr\u00f6\u00dften Schmiergeldskandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte: 1,3 Milliarden Euro sind aus dem Hause Siemens in dunklen Kan\u00e4len verschwunden. Staatsanw\u00e4lte ermitteln schon seit Jahren. Nach einer Razzia Ende 2006 hat der Konzern ganze Heerscharen gutbezahlter, vorwiegend amerikanischer Anw\u00e4lte auf den Fall angesetzt.&#8220;<br \/>\nBisher hat Siemens schon 770 Millionen Euro f\u00fcr die Untersuchungen ausgegeben.\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Der Verwalter der schwarzen Kassen ist bereits zu einer Bew\u00e4hrungsstrafe verurteilt worden (FAZ, 29.7.08). Das Gericht vermutet, der gesamte Zentralvorstand der Firma habe von dem Schmiergeldsystem gewu\u00dft. Der Verurteilte habe ein &#8222;undurchdringliches Geflecht von Scheinfirmen&#8220; aufgezogen, wodurch das Geld dem Zugriff der Siemensorgane entzogen worden sei. Selbst der Verurteilte habe den \u00dcberblick verloren gehabt und nur noch auf Kopien von Reisep\u00e4ssen die zu zahlenden Geldbetr\u00e4ge notiert.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wirtschaftspr\u00fcfer mit Meldungen \u00fcber Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten sind in der Firma abgekanzelt worden. Ein Konzernvorstand hatte gefordert, ihm zu diesen Themen nichts Schriftliches mehr zukommen zu lassen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Der Richter hatte den Eindruck, da\u00df bei Siemens ein &#8222;weithin erodiertes Rechtsbewu\u00dftsein&#8220; und ein &#8222;System organisierter Unverantwortlichkeit&#8220; geherrscht h\u00e4tten. Die Zust\u00e4nde im Konzern bewertet er als die &#8222;schlimmsten Albtr\u00e4ume einer B\u00fcrokratie&#8220;. Er h\u00e4tte es gut gefunden, wenn &#8222;die Verant\u00adwortlichen auch Verantwortung gezeigt h\u00e4tten&#8220;.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Nach der ersten Verurteilung eines Siemens-Verantwortlichen hat nun als erste eine griechische Firma Schadensersatzanspr\u00fcche an Siemens gerichtet (WELT v. 4.8.08). Siemens hatte jahrelang Manager der griechischen Firma bestochen, um Auftr\u00e4ge zu erhalten, und hatte sich die Bestechungskosten durch \u00fcberh\u00f6hte Preise von der griechischen Firma hereingeholt: Siemens hatte gewisserma\u00dfen die Manager der fremden Firma mit dem Geld der fremden Firma bestochen, oder anders ausgedr\u00fcckt, den Managern der fremden Firma geholfen, ihre eigene Firma zu betr\u00fcgen. Nun will sich die fremde Firma \u00a0das veruntreute Geld von Siemens zur\u00fcckholen. Gelingt ihr das, dann wird Siemens die Bestechungsgelder endlich als eigene Kosten buchen m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Martin Walser hat inzwischen Bestechungsmethoden und Korruption zur Gesch\u00e4ftsabwicklung zur \u00fcblichen Praktik und l\u00e4\u00dflichen S\u00fcnde erkl\u00e4rt, weil in vielen L\u00e4ndern Gro\u00dfauftr\u00e4ge ohne Bestechung nicht zu bekommen sind (FAZ, 25.7.08). Korruption werde nur in Deutschland beanstandet. In anderen L\u00e4ndern geh\u00f6rt sie gewisserma\u00dfen zur Folklore. &#8222;Walser &#8230; wundert sich dar\u00fcber, da\u00df gegen Siemens so gr\u00fcndlich ermittelt wird.&#8220;<br \/>\n\u00a0\u00a0\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Der Vergleich. <\/strong><strong><\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">(1) In der theoretischen Physik geht es um den Bruch von Grundrechten und Amtseiden, und den Betrug der \u00d6ffentlichkeit; bei Siemens geht es nur um Geldbetrug zwischen Privatfirmen. In beiden Skandalen wurden ganz verschiedene Werte verletzt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">(2) Eine Gemeinsamkeit liegt in den mehrfachen gegenseitigen Betr\u00fcgereien:<br \/>\nA. Die Manager der fremden Firmen fordern Schmiergelder f\u00fcr die Vergabe von Auftr\u00e4gen. Gesch\u00e4digt wird Siemens.<br \/>\nB. Siemens fordert von den fremden Firmen \u00fcberh\u00f6hte Preise. Gesch\u00e4digt wird die fremde Firma.<br \/>\nC. Die Manager der fremden Firmen genehmigen die \u00fcberh\u00f6hten Preise. Gesch\u00e4digt wird die eigene Firma.<br \/>\n[D. Als logische Folge des Auffliegens der Betrugstaten fordert die gesch\u00e4digte fremde Firma Schadensersatz.]<br \/>\nAuch hier lauert die Erkenntnis: ein Betrug allein gen\u00fcgt nicht!\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">(3) Gewisse Gemeinsamkeiten sind in dem Bestreben handelnder Personen zu erkennen, Unange\u00adnehmes nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen, insbesondere nichts Schriftliches. Das stoische Nichtwissen und Schweigen der akademischen Physik \u00fcber den Doppelbetrug hofft, damit die Tatsachen unter den Teppichen zu halten. Deshalb darf vor allem nichts &#8222;Schriftliches&#8220; wie z. B. ein Pressebericht entstehen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">(4) Die n\u00e4chste gro\u00dfe Gemeinsamkeit ist Versagen der Kontrollen. Bei Siemens hat es immerhin einen &#8222;Antikorruptionsbeauftragten&#8220; gegeben, der nichts bewirken konnte. In der akademischen Physik agieren die Machthaber \u00fcberhaupt ohne die Unbequemlichkeiten eines Kontrollorgans. Die Rechtsaufsicht liegt bei Ministerien, die bekanntlich grunds\u00e4tzlich nicht kontrollieren und erst dann \u00fcberrascht tun, wenn die Sache \u00f6ffentlich an die Wand gefahren ist. Und wo liegt die Fachaufsicht \u00fcber eine akademische &#8222;Wissenschaft&#8220;? Die Ministerien m\u00fc\u00dften es wissen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">(5) Eine v\u00f6llige \u00dcbereinstimmung der beiden Skandale zeigt sich in den Feststellungen des Richters: ein &#8222;erodiertes&#8220; Rechtsbewu\u00dftsein meint nichts anderes als fehlendes Rechtsbewu\u00dftsein, und organisierte Unverantwortlichkeit hei\u00dft absolute Unverantwortlichkeit, die nicht mehr \u00fcberboten werden kann. Genau diese Zust\u00e4nde der Rechtlosigkeit machen auch die akademische Physik zum &#8222;Albtraum&#8220; jedes ehrlichen Physik-Kritikers.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">(6) Die in den Medien einstimmige Bewertung der Vorg\u00e4nge bei Siemens als den &#8222;gr\u00f6\u00dften Schmiergeldskandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte&#8220; zeigt eine volle Parallele zum gr\u00f6\u00dften Betrugsskandal der deutschen Wissenschaftsgeschichte, den die gleichgeschaltete Presse jedoch auch nach 2001 bisher noch nicht entdecken darf.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">(7) Bilanz: Trotz verschiedener Wertebereiche sind der Mehrfach-Betrug, die effektiv fehlenden Kontrollen und insbesondere die Zust\u00e4nde der Rechtlosigkeit im System wesentliche Gemeinsam\u00adkeiten. Die Gemeinsamkeit, jeweils die &#8222;gr\u00f6\u00dften&#8220; ihrer Art zu sein, wird sich erst enth\u00fcllen, wenn die \u00f6ffentliche Aufarbeitung der Relativit\u00e4tskatastrophe beginnt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende) <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Beste Gr\u00fc\u00dfe Ekkehard Friebe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt nachstehend die 3. Fortsetzung des Abschnittes \u201eVergleich der Relativit\u00e4tskatastrophe mit anderen landes\u00fcblichen Skandalen&#8220; aus der Dokumentation \u201eDas Gedankenexperiment&#8222; vom Mai 2009 von G. O. Mueller: Zitat: 3. Vergleich der Relativit\u00e4tskatastrophe mit der Schmiergeldaff\u00e4re bei Siemens\u00a0 Siemens hat &#8211; mindestens &#8211; seit 2002 jahrelang Bestechungsgelder gezahlt, um Auftr\u00e4ge hereinzuholen. So etwas gilt als Korruption [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-2108","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-projekt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2108"}],"collection":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2108"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2108\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2108"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2108"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2108"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}